Aurel (Vaucluse)

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Aurel (Aurèu)
Wappen von Aurel
Aurel (Frankreich)
Aurel
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse
Arrondissement Carpentras
Kanton Pernes-les-Fontaines
Gemeindeverband Ventoux Sud
Koordinaten 44° 8′ N, 5° 26′ OKoordinaten: 44° 8′ N, 5° 26′ O
Höhe 615–1.600 m
Fläche 28,9 km²
Einwohner 195 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 7 Einw./km²
Postleitzahl 84390
INSEE-Code

Aurel und der Mont Ventoux

Aurel (okzitanisch: Aurèu) ist ein Ort und eine Gemeinde mit 195 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Vaucluse in der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Aurel liegt im Nordosten des Départements Vaucluse, nahe der Grenze zum Département Drôme in einer Höhe von ca. 800 m ü. d. M. Umliegende Gemeinden sind Saint-Trinit, Sault, Brantes und Savoillan in Vaucluse, sowie Reilhanette, Montbrun-les-Bains und Ferrassières in Drôme. Nächstgrößere Städte sind Apt im Süden (28 km) und Carpentras im Westen (32 km).[1]

Die Gemeinde liegt auf dem Plateau d’Albion östlich des 1912 m hohen Mont Ventoux auf einer Höhe zwischen 615 und 1600 Metern. Südwestlich des Gemeindezentrums befindet sich die Quelle der Nesque.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 564 672 427 157 156 195

Bei einer Erhebung des Jahres 1699 wurden für Aurel 195 Feuerstellen und 762 Einwohner gezählt. Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang ist im Wesentlichen auf die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft und den daraus resultierenden Verlust an Arbeitsplätzen zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner des abgelegenen Ortes lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von der Landwirtschaft (Feldbau und Viehzucht); auch ein wenig Wein wurde angebaut. Der Ort besitzt auch heute noch das Recht zur Vermarktung seiner Weintrauben über die Appellationen Mediterranée und Vaucluse, doch ist der Weinbau bereits Ende des 20. Jahrhunderts aufgegeben worden. Traditionell gibt es einige kleinere Lavendelfelder. Der Tourismus spielt heutzutage jedoch eine weitaus bedeutsamere Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Grotten lassen darauf schließen, dass die Umgebung des Ortes bereits prähistorischen Jägern und Sammlern als zeitweiliger Aufenthaltsort diente. Der heutige Ort wurde im 11. Jahrhundert von den Johannitern gegründet, die hier ein Hospiz errichteten. Aurel wird erstmals 1178 als Castrum Aurelii urkundlich erwähnt; Burg und Ort gehörten den Grafen von Soult, aber auch die Abtei Saint-André de Villeneuve-lès-Avignon hatte hier Grundbesitz in Form eines Priorats. Im 14. Jahrhundert wurde der Ort mit einer Stadtmauer umgeben, von der noch Reste erhalten sind. In der Zeit der Hugenottenkriege (1562–1598) wurde Aurel vom Baron de Vins erobert, der sich mit dem Graf von Sault verbündete. In den Jahren 1630/32 suchte eine Pestepidemie den Ort heim.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche St. Aurèle ist dem um das Jahr 430 verstorbenen Bischof Aurelius von Karthago geweiht. Sie ist zweischiffig und nur der südliche Teil ist der Stilepoche der Romanik zuzuordnen; das nördliche Kirchenschiff und ihr Glockenturm sind deutlich später (17. oder 18. Jahrhundert).[3]
  • Das im Privatbesitz befindliche ehemalige Hospiz stammt ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert; es wurde jedoch später mehrfach umgebaut.
  • Reste der Stadtmauern aus dem 14. Jahrhundert bilden die Rückwand mehrerer Privathäuser.
  • Ein kleiner nicht überdachter Waschplatz (lavoir) wurde im 19. Jahrhundert erbaut.
  • Am Ortsrand steht ein Gutshof mit einem spätmittelalterlichen Rundturm.
außerhalb
  • In der Umgebung des Ortes finden sich einige wenige ländliche Feldsteinhütten (bories).
Kirche Saint-Aurèl
Stadtmauern aus dem 14. Jh.
Gutshof mit Rundturm
Borie bei Aurel

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verläuft der 29 km lange Fernwanderweg GR 91C. Die Straße D942 ist Teil der Touristikstraße Routes de la Lavande.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Brandenburg, Ines Mache: Provence. Das komplette Handbuch für individuelles Reisen und Entdecken in der Provence, der Camargue und in Marseille. 6. aktualisierte Auflage. Reise Know-How Verlag Rump, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-8317-1665-4, S. 208.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aurel (Vaucluse) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aurel, Webseite des Rathauses
  2. Aurel, Geschichte
  3. Aurel, Kirche
  4. Route de la Lavande im Frankreich-Lexikon. Abgerufen am 16. Dezember 2011.