Villes-sur-Auzon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Villes-sur-Auzon
Wappen von Villes-sur-Auzon
Villes-sur-Auzon (Frankreich)
Villes-sur-Auzon
Staat Frankreich
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département (Nr.) Vaucluse (84)
Arrondissement Carpentras
Kanton Pernes-les-Fontaines
Gemeindeverband Ventoux Sud
Koordinaten 44° 3′ N, 5° 14′ OKoordinaten: 44° 3′ N, 5° 14′ O
Höhe 240–856 m
Fläche 27,19 km²
Einwohner 1.282 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 47 Einw./km²
Postleitzahl 84570
INSEE-Code
Website Villes-sur-Auzon

Blick auf Villes-sur-Auzon

Villes-sur-Auzon ist ein südfranzösischer Weinort und eine Gemeinde (commune) mit 1.282 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Lage und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Villes-sur-Auzon liegt auf dem Ostufer des Flüsschens Auzon etwa 12 km (Luftlinie) südlich des Mont Ventoux und etwa 20 km (Fahrtstrecke) östlich der Stadt Carpentras in einer Höhe von ca. 290 m. Das Klima wird einerseits vom Mittelmeer bestimmt, andererseits spielen auch die heftigen und zum Teil kalten Mistral-Winde des Rhônetals eine wichtige Rolle; Regen (ca. 710 mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2018
Einwohner 1.269 1.567 1.089 710 1.030 1.282
Quellen: Cassini und INSEE

Der bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Bevölkerungsrückgang ist im Wesentlichen auf die Reblauskrise im Weinbau, die Mechanisierung der Landwirtschaft, die Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe („Höfesterben“) und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit auf dem Lande zurückzuführen. Erst in den 1980er Jahren begann als Auswirkung des wieder aufblühenden Weinbaus und des Tourismus ein erneuter Anstieg der Einwohnerzahlen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villes-sur-Auzon ist die östlichste Gemeinde des Weinanbaugebietes Côtes du Ventoux; die Trauben werden zusammen mit denen aus dem Nachbarort Mormoiron über eine Genossenschaft vinifiziert und vertrieben. Auch der Anbau von Spargel und Zwiebeln sowie von Kirschbäumen spielt eine gewisse Rolle.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes geschah im Jahr 1234. Er gehörte zur Grafschaft Venaissin, die zuerst von den Grafen von Toulouse und von 1309 bis 1376 de facto von den in Avignon residierenden Päpsten regiert wurde. Danach residierten hier nur noch päpstliche Legaten. Im 16. Jahrhundert fiel das Venaissin vorübergehend an die von François de Beaumont geführten Hugenotten. Im 17. Jahrhundert wurde es wiederholt von französischen Truppen eingenommen. Im 18. Jahrhundert gehörte es zur Grundherrschaft (seigneurie) der Bischöfe von Carpentras. Erst im Zuge der Französischen Revolution fiel es auf der Hintergrund einer nicht autorisierten Volksabstimmung im Jahr 1791 an Frankreich zurück.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-André
  • Das Ortszentrum ist kreisrund angelegt und entspricht dem eher südfranzösischen Typus einer Circulade.
  • Die in Resten erhaltene Stadtmauer (remparts) entstammt dem Spätmittelalter. Das Grand Portail wurde im 18. Jahrhundert eingefügt.
  • Obwohl die Église Saint-André erst im Jahr 1854 erbaut wurde, ist quer über die Fassade in Großbuchstaben die Inschrift République Française eingraviert. Auf dem Türsturz (linteau) prangt obendrein die revolutionäre Devise Liberté, Égalité, Fraternité.
  • Im Ort finden sich mehrere Brunnen, die ehemals die Wasserversorgung der Bürger gewährleisteten.
Umgebung
  • Am Ortsausgang beginnt in Richtung Sault die 17 km lange Straße (D 942) durch die eindrucksvolle Schlucht Gorges de la Nesque.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Villes-sur-Auzon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Villes-sur-Auzon – Landwirtschaft