Roaix

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Roaix
Wappen von Roaix
Roaix (Frankreich)
Roaix
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse
Arrondissement Carpentras
Kanton Vaison-la-Romaine
Gemeindeverband Pays Vaison Ventoux
Koordinaten 44° 15′ N, 5° 1′ OKoordinaten: 44° 15′ N, 5° 1′ O
Höhe 149–384 m
Fläche 5,83 km2
Einwohner 662 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 114 Einw./km2
Postleitzahl 84110
INSEE-Code

Roaix

Roaix ist eine französische Gemeinde mit 662 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Administrativ gehört sie zum Kanton Vaison-la-Romaine im Arrondissement Carpentras.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roaix liegt ungefähr fünf Kilometer westlich von Vaison-la-Romaine entfernt, am Nordufer der Ouvèze und nordwestlich der Dentelles de Montmirail. Weitere umliegende Gemeinden neben Vaison sind Séguret, Rasteau und Buisson. Nächstgrößere Städte sind Valréas im Norden (16 Kilometer), Orange im Südwesten (20 Kilometer) und Bollène im Westen (21 Kilometer).[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird im Nordosten von der Departement-Straße D20 gestreift, die von Vaison-la-Romaine kommend in Richtung Buisson führt. Von dieser gehen südwestlich die D975 durch den Ortskern führend nach Orange und die D88 in Richtung Süden nach Séguret ab.

Einige Kilometer nordwestlich von Roaix befindet sich der kleine Flugplatz Valréas–Visan.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Roaix wurde seit dem Neolithikum besiedelt. Die zu dieser Zeit hier lebenden Neolithiker bestattete Tote an einer Stelle, an der Jahrtausende später die Templer eine Komturei errichteten. Nach der Besiedlung durch die Vocontier waren für vier Jahrhunderte lang hier Römer anwesend. Bevor die Templer sich niederließen, war Roaix ein einfacher Landbesitz des Bischofs von Vaison. Die Komturei wurde 1138, kurz nach der Gründung von Richerenches, geschaffen. Der Bischof von Vaison billigte den Bau einer Kirche und eines Friedhofes. Die Komturei Roaix, an der auch Villedieu angegliedert wurde, galt als eine der wichtigsten Komtureien der Region. Nach der Auflösung des Templerordens ging Roaix in den Besitz des Kirchenstaates über und wurde bis zur Angliederung des Comtat Venaissin an Frankreich 1791 von mehreren kleinen Grundherren (darunter die Familie De Vaes) verwaltet.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2008
Einwohner 333 362 415 423 499 587 606 611

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

Das Hypogäum von Roaix (auch Grotte von Roaix) ist eine in den Fels geschlagene Höhle.

Die neue Pfarrkirche befindet sich im Dorf, in der Nähe des Schlosses und ersetzte 1735 einen älteren Bau. Das Besondere an der Kirche ist, dass sie direkt auf dem Boden ohne Fundament gebaut wurde und dass ihre Apsis im Gegensatz zu anderen Kirchen nicht nach Osten, sondern nach Westen ausgerichtet ist.[2]

Das Schloss wurde wahrscheinlich im zwölften Jahrhundert gebaut. Seit dem Mittelalter und der Revolution haben mehrere Grundherren wie etwa die Familie De Vaes hier gewohnt. Das 1936 renovierte Gebäude ist heute Privateigentum und wird von einem prunkvollen Zierpark umgeben.[2]

Die Überreste der Templerbauten befinden sich auf der Straße nach Villedieu, weit vom Dorf entfernt im Viertel Crottes. Der gesamte Komplex ist auf einer ehemaligen Kultstätte errichtet worden. Erhalten ist nur noch die Templerkapelle mit dem Namen Notre-Dame-des-Crottes, nach dem griechischen Wort κρύπτη, das „Grotte“ bedeutet. Die Kapelle besitzt ein einfaches einjochiges Kirchenschiff und eine Apsis, deren Gesims mit geschnitzten Kragsteinen verziert ist. Die schöne Kapelle wurde zugunsten der heutigen Pfarrkirche im Dorf Roaix aufgegeben.[2]

Nicht weit entfernt liegt das alte Templerhaus mit mehreren unterirdischen rundbogig gewölbten Höhlen. Im Hof des Hauses befindet sich ein Brunnen, vor dem ein Altartisch aus Marmor steht, mit Blättern und einer Taube. Der Altar geht bis ins sechsten Jahrhundert zurück.[2]

Auf dem Hügel von Hautes-Granges entstand nach der Pestepidemie von 1629 eine Kapelle für Saint-Roch. Von dem 1932 erbauten und fast vollständig zerstörten Wasserturm sind noch einige Überreste vorhanden.[2]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf Roaix verläuft der 166 km lange Fernwanderweg GR 4, der auch durch die Nachbargemeinden Séguret und Rasteau führt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jules Courtet: Dictionnaire géographique, géologique, historique, archéologique et biographique du département du Vaucluse. Avignon 1876.
  • Robert Bailly: Dictionnaire des communes du Vaucluse. A. Barthélemy, Avignon 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Roaix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Gemeinde auf annuaire-mairie.fr
  2. a b c d e f Buisson auf vaison-ventoux-tourisme.com. Abgerufen am 9. Januar 2012 (französisch).
  3. Les sentiers GR, GRP, PR en PACA. Abgerufen am 8. Januar 2012 (französisch).