Châteaubriant

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Châteaubriant
Kastell-Briant
Wappen von Châteaubriant
Châteaubriant (Frankreich)
Châteaubriant
Region Pays de la Loire
Département Loire-Atlantique
Arrondissement Châteaubriant-Ancenis
Kanton Châteaubriant (Hauptort)
Gemeindeverband Châteaubriant-Derval
Koordinaten 47° 43′ N, 1° 23′ WKoordinaten: 47° 43′ N, 1° 23′ W
Höhe 48–107 m
Fläche 33,62 km2
Einwohner 11.895 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 354 Einw./km2
Postleitzahl 44110
INSEE-Code

Châteaubriant (Bretonisch Kastell-Briant) ist eine französische Gemeinde mit 11.895 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Loire-Atlantique in der Region Pays de la Loire; sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Châteaubriant-Ancenis und Hauptort des Kantons Châteaubriant. Die Einwohner werden Castelbriantais(es) genannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Châteaubriant im Département Loire-Atlantique

Châteaubriant liegt 49 Kilometer nördlich von Ancenis, 55 Kilometer südlich von Rennes, 69 Kilometer nördlich von Nantes und 73 Kilometer westlich von Angers. Nachbargemeinden von Châteaubriant sind Rougé, Saint-Aubin-des-Châteaux, Louisfert, Erbray und Soudan. Die Stadt wird in ost-westlicher Richtung vom Fluss Chère durchquert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes beginnt am Anfang des 11. Jahrhunderts, als Brient, Gesandter des Grafen von Rennes auf einer Motte am Ufer der Chère eine Festung baute. Er gründete wenig später die Priorei Saint Sauveur de Béré. Um die Burg entwickelte sich eine Ortschaft, die Châteaubriant genannt wurde.

Die Festung war – wie Vitré und Fougères – Teil der Verteidigungsanlagen der Bretonischen Mark, die von den Karolingern gegen die Bretagne eingerichtet worden war.

Im Juni 1551 erließ Heinrich II. mit dem Edikt von Châteaubriant das erste von drei Edikten gegen die Hugenotten.

35 Pfennig-Sondermarke der DDR-Post 1974 mit dem Résistance-Denkmal

Im Oktober 1941 wurden von der Vichy-Regierung 27 kommunistische Häftlinge aus dem Internierungslager Châteaubriant den deutschen Besatzern als Geiseln ausgeliefert; sie wurden am 22. Oktober als Vergeltung für das tödliche Attentat auf den Feldkommandanten von Nantes, Karl Hotz, erschossen. Guy Môquet, die jüngste hingerichtete Geisel, war erst 17 Jahre alt. Der Hinrichtungsort, die Carrière des Fusillés, ist heute eine der wichtigsten Gedenkstätten der Region. Das französische Gefangenenlager Châteaubriant, auch Centre de séjour surveillé de Choisel genannt, in dem „Nomaden“, Zwangsarbeiter und politische Gefangene inhaftiert waren, wurde von März 1941 bis Mai 1942 von französischen Polizisten im Auftrag des Unterpräfekten bewacht. Davor war es bis zum 14. Januar 1941 ein deutsches Lager für französische Kriegsgefangene gewesen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962: 10.852
  • 1968: 11.986
  • 1975: 13.231
  • 1982: 14.023
  • 1990: 12.783
  • 1999: 12.065

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Châteaubriant, Monument historique
  • Kirche Saint-Jean de Béré, 10. Jahrhundert
  • Carrière des Fusillés

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Châteaubriant war ein regionaler Bahnknoten. Heute sind noch die Bahnstrecke Nantes–Châteaubriant und die Bahnstrecke Châteaubriant–Rennes in Betrieb. Ehemals führte die Bahnstrecke Sablé–Montoir-de-Bretagne durch die Stadt, die Bahnstrecke Châteaubriant–Ploërmel begann hier.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Châteaubriant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien