Brechten

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51.5833333333337.466666666666778Koordinaten: 51° 35′ 0″ N, 7° 28′ 0″ O

Brechten
Stadt Dortmund
Höhe: 78 m ü. NN
Fläche: 7,18 km²
Einwohner: 9054 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.261 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1928
Postleitzahlen: 44239, 44339
Vorwahl: 0231
Statistischer Bezirk: 11
Stadtbezirk Aplerbeck Stadtbezirk Brackel Stadtbezirk Eving Stadtbezirk Hombruch Stadtbezirk Hörde Stadtbezirk Huckarde Stadtbezirk Innenstadt-Nord Stadtbezirk Innenstadt-Ost Stadtbezirk Innenstadt-West Stadtbezirk Lütgendortmund Stadtbezirk Mengede Stadtbezirk ScharnhorstKarte
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Lage von Brechten in Dortmund

Brechten ist der Statistische Bezirk 11 und zugleich ein Stadtteil der kreisfreien Großstadt Dortmund. Er liegt ca. 10 km nördlich der Dortmunder Innenstadt. Brechten gehört zum Stadtbezirk Eving, hat eine Fläche von 716 ha mit rund 8900 Einwohnern. Der Ort wird durch die Autobahn A 2 in Ost-West-Richtung und von der B 54 in Nord-Süd-Richtung geteilt. Der Ort liegt auf einer Höhe von 78 m ü. NN.

Brechten ist eine beliebte Wohnlage und zählt zu den Luxusquartieren Dortmunds. Südwestlich des Ortes entsteht die Brechtener Heide, eines der größten aktuellen Baugebiete der Stadt.

Lage[Bearbeiten]

Brechten teilt sich durch den Verlauf der Autobahn A2 in zwei größere Siedlungsbereiche (Norden und Süden).

Der nördliche Teil Brechtens ist geprägt durch das eigentliche Dorf, mit der evangelischen St.-Johann-Baptist-Kirche und der katholischen Kirche und den in den 1960er Jahren entstandenen Neubaugebieten.

Der südliche Teil besteht im Wesentlichen aus Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäusern und grenzt an das Naturschutzgebiet Süggel. Im Süggelwald gibt es viele seltene Pflanzen und Tiere.

Brechten zeichnet sich durch seinen dörflichen Charakter aus. Weitläufige Grün- und Waldflächen, inkl. Landschaftsschutzflächen, breiten sich bis nach Lünen-Brambauer, Lünen-Gahmen, Holthausen und Eving aus. Hier gibt es viele alte Bauernhöfe wie den Lohhof, einer der ältesten und damals größten Höfe. Aus dem Jahr 1356 wurde berichtet, dass der Lohhof an den Kirchherrn von Brechten verkauft wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2010 lebten 8890 Einwohner in Brechten.

Struktur der Brechtener Bevölkerung:

  • Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner pro Hektar Siedlungsfläche.
  • Minderjährigenquote: 18,3 %, liegt leicht unter dem Dortmunder Durchschnitt von 20,1 %.
  • Altenquote: 36,1 % liegt deutlich über dem Dortmunder Durchschnitt von 31,3 %.
  • Ausländeranteil: 3,2 %, liegt deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt von 12,8 %.
  • Arbeitslosenquote: 7,0 %, liegt deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt von 13,4 %.

Das durchschnittliche Einkommen in Brechten liegt etwa 15 % über dem Dortmunder Durchschnitt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einw.
1987 8686
2003 8841
2008 8942
2010 8890
2013 9054

Wappen[Bearbeiten]

Das traditionelle Ortswappen von Brechten
Der Mittelpunkt des Dorfes ist die St.-Johann-Baptist-Kirche.
Der Lohhof, einer der ältesten und größten Höfe

Beschreibung: Das Wappen von Brechten ist geteilt und unten in Blau und Rot gespalten mit je einer gebundenen goldenen Garbe. Oben in Gold zwei Wiedehopfe.

Symbolik: Das traditionelle Wappentier Brechtens ist der Wiedehopf und die zwei im Wappen können als Hinweis auf die beiden Ortsteile Unter- und Oberdorf angesehen werden. Die zwei Erntegarben weisen auf die bäuerliche Tradition des Ortes hin.

Der Wiedehopf ist ein scheuer Vogel, der als Lebensraum große Wiesen mit Wallhecken durchzogen und lichte Waldstücke bevorzugt. Die heutige Brechtener Niederung ist ein solches Gebiet gewesen. Der Vogel kommt im heutigen Ortsgebiet nicht mehr vor. Im heutigen Ortsbereich gibt es aber eine Straße mit dem Straßennamen „Wiedehopfweg“.

Geschichte[Bearbeiten]

Um das Jahr 950 wurde die erste Kirche in Brechten erstmals in einem Verzeichnis des Stiftes Essen urkundlich erwähnt.

1254 fand die Schlacht auf dem Wülferichskamp zwischen den Truppen des Kölner Erzbischofs Konrad und den Bischöfen Otto II. von Münster und Simon von Paderborn statt. Der Brechtener Taufstein entstand um 1270. 1282 wurde Brechten als eigene Pfarrei St. Johannes erwähnt.

Die Stadt Lünen wurde auf Anordnung des Grafen von der Mark vom Nordufer auf das Südufer verlegt und kam dadurch von 1336 bis 1341 in die Zuständigkeit des Pfarrbezirks Brechten. Erst 1366 wurde St. Georg in Lünen Pfarrkirche in Abhängigkeit von der Mutterkirche in Brechten. 1426 ist das Ursprungsjahr der ältesten vorhandenen Urkunde des Kirchenarchivs. Die Reformation wurde um 1570 in Brechten eingeführt. 1627 wurde St. Georg in Lünen endgültig von Brechten gelöst. Das Schul- und Küstereihaus wurde 1690 gebaut. Danach begann der regelmäßige Schulunterricht.

1803 fiel Brechten, wie das gesamte Gebiet der freien Reichsstadt Dortmund, an Nassau-Oranien. Brechten gehörte dann ab 1808 zum Großherzogtum Berg. Nach dem Ende der französischen Besatzungszeit 1814 wurde Brechten Teil der preußischen Provinz Westfalen. 1817 wurde Brechten der Bürgermeisterei Lünen zugeschlagen. Das Grundstückseigentum der Gemeinde wurde 1825–1826 an die Bauern und Kötter verteilt. Das erste reine Ziegelhaus der Gemeinde war das Pfarrhaus, welches 1832–1834 gebaut wurde. 1863 wurde eine neue Schule am Kirchplatz gebaut und 1872 ein Kriegerdenkmal errichtet. Die neue Schule an der Evinger Straße wurde 1894 eingeweiht.

Im Jahr 1904 wurde die Straßenbahnlinie FredenbaumBrambauer eröffnet. Ab 1905 gehörte Brechten zum Amt Eving. Die Kirchengemeinde Brambauer wurde 1907 aus Brechten ausgegliedert. 1913 wurde Brechten an die Stromversorgung angeschlossen. Brechten, Brambauer und Holthausen bildeten das 1914 neu entstandene Amt Brambauer. Als 1923 die französischen Besatzungssoldaten den Schuldiener erschossen, nahmen an den darauf folgenden Protesten gegen die Besetzung 15.000 Menschen teil. Bei der 1924 durchgeführten Flurbereinigung wurden die landwirtschaftlichen Streuflächen zusammengelegt. Am 1. April 1928 wurden Brechten und Holthausen nach Dortmund eingemeindet.[2] Im Jahr 1935 begann der Bau der Bundesautobahn 2 auf Brechtener Gebiet.

1938 begann der Bergbau in Brechten. Der Schacht 6 des Bergwerks Minister Stein/Hardenberg wurde abgeteuft. Die katholische Kirchengemeinde in Brechten wurde 1941 gegründet. Am 11. November 1944 fand ein schwerer Bombenangriff auf Brechten statt. Amerikanische Truppen nahmen den Ortsteil am 15. April 1945 ein. Von 1952 bis 1954 wurden die Tagesanlagen des Schachtes 6 als Wetter- und Seilfahrtschacht ausgebaut. Am 16. Mai 1959 wurde die katholische Kirche eingeweiht. Der Bergbau in Brechten endete nach 50 Jahren am 30. August 1988 mit der Umlegung des Fördergerüstes des Schachtes 6.

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrstechnisch ist Brechten durch die U 41 an das Dortmunder Stadtbahnnetz angeschlossen. Eine Busverbindung nach Lünen – es war die Linie 1 der Lüner Stadtwerke – gibt es nicht mehr.

Die nahe Auffahrt Dortmund-Nordost ermöglicht die schnelle Anbindung an die Autobahn A2.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht Dortmunder Statistik 2014 – Bevölkerung (PDF-Datei)
  2.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 220 und 248.