Oespel

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Oespel
Stadt Dortmund
Koordinaten: 51° 29′ 11″ N, 7° 22′ 55″ O
Höhe: ca. 120 m
Fläche: 4,15 km²
Einwohner: 4287 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.033 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1928
Postleitzahlen: 44149, 44227
Vorwahl: 0231
Statistischer Bezirk: 75
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Lage von Oespel in Dortmund

Oespel ist der Statistische Bezirk 75 und zugleich ein Stadtteil der kreisfreien Großstadt Dortmund. Er liegt im Stadtbezirk Lütgendortmund. An Oespel grenzen die Stadtteile Kley, Marten, Dorstfeld, Barop und Eichlinghofen sowie im Süden der Wittener Stadtteil Stockum. Im Süden des Ortes findet sich ein ausgedehntes Waldgebiet, der Dorney, das angrenzende Wohngebiet Oespels ist von Einfamilienhäusern geprägt. Im Nordosten nähert sich der wachsende Technologiepark Dortmund der Oespeler Wohnbebauung. In diesem Bereich Oespels gibt es überwiegend kleine Mehrfamilienhäuser. Die Wohnbevölkerung von Oespel betrug im Jahre 2015 4.287 Einwohner.

Im Gegensatz zu manch anderen westfälischen Ortsnamen wird das „Oe“ von Oespel normal mit kurzem Ö-Umlaut gesprochen (Öspel statt falsch Ohspel), zumal der Name des Ortes früher Öspel geschrieben wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Besiedlung des Oespeler Ortsgebietes lässt sich auf die Bronzezeit datieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf einem Feld zunächst einige Urnengräber entdeckt. Bei einer neuerlichen Grabung im Jahre 1991 wurden schließlich insgesamt 28 Hügelgräber nachgewiesen, in denen sich Verbrennungsreste in Urnen sowie vereinzelt Grabbeigaben fanden. Unter anderem wurde in einem Grab eine kleine Eisenkugel entdeckt, bei der es sich um den ältesten Eisenfund im Ruhrgebiet handelt.

Die heutige Gemarkung Oespel ist wesentlich jüngeren Datums. Im Heberegister des Klosters Werden finden sich Dokumente, die etwa für das Jahr 880 n. Chr. eine Bauerschaft mit dem Namen Tospelli, dem heutigen Oespel, belegen.[2] Der Name Oespel taucht zum ersten Mal im 16. Jahrhundert auf. Das Wappen von Oespel, das zwei gekreuzte Heugabeln zeigt, wurde im Jahre 1357 erstmals urkundlich abgebildet.

Evangelische Kirche Oespel

Der bäuerliche Charakter der Ortschaft Oespel änderte sich erst mit einsetzender Industrialisierung. Im Waldgebiet Dorney wurden schon immer die dort zu Tage tretenden Kohleflöze ausgebeutet. Erste Tiefbauzechen wurden dann um 1850 errichtet. Auf Oespeler Gebiet gab es insgesamt vier Bergwerke: Die Zeche Borussia, später umbenannt in Zeche Oespel, die Zeche Planetenfeld, die Zeche Im weißen Feld sowie die Zeche Oespel II. Als letzte Bergwerke wurden die Zechen Oespel und Oespel II im Jahr 1962 stillgelegt.

Auf den nun zur Verfügung stehenden Flächen der Zeche Oespel wurde der Indupark Oespel angelegt. Ursprünglich als Industriegebiet konzipiert, sind heute dort fast ausschließlich große Einzelhändler wie Hellweg Baumarkt, Ikea, Mövenpick-Weinland, das Indupark Center, der Computervertreiber Atelco und die Bürobedarfskette Staples zu finden.

Am 1. April 1928 wurde Öspel (damalige Schreibweise des Ortes) nach Dortmund eingemeindet.[3]

Der Bau der S-Bahn Linie 1 zwischen Dortmund und Düsseldorf änderte das Ortsbild. Durch Oespel führt die S-Bahn als Hochbahn auf Betonstelzen und teilt somit seit Anfang der 1980er Jahre den gewachsenen Ortskern. Im Zentrum des Dorfes liegt heute der Haltepunkt Dortmund-Oespel.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 31. Dezember 2015 lebten 4.287 Einwohner in Oespel.

Struktur der Oespeler Bevölkerung:

  • Minderjährigenquote: 17,4 %, liegt unterhalb des Dortmunder Durchschnitts von 19,4 %.
  • Altenquote: 32,0 %, liegt leicht oberhalb des Dortmunder Durchschnitts von 30,0 %.
  • Ausländeranteil: 6,3 %, liegt deutlich unterhalb des Dortmunder Durchschnitts von 16,3 %.
  • Arbeitslosenquote: 6,1 %, liegt deutlich unterhalb des Dortmunder Durchschnitts von 12,3 %.

Das durchschnittliche Einkommen in Oespel liegt etwa 10 % oberhalb des Dortmunder Durchschnitts.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einw.
1987 4150
2003 4491
2008 4316
2013 4307

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2004 weist der Flächennutzungsplan der Stadt Dortmund den teilweise in Oespel gelegenen Dorneywald mit einer Fläche von 40,4 ha als Naturschutzgebiet aus. Die offizielle Bezeichnung lautet „Naturschutzgebiet Nr. 25, – Stadtbezirk Lütgendortmund“ (siehe auch: Dorney).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Schmidt (1878–1965), Mitbegründer der IG Bergbau und Energie und ihr erster Vorsitzender, gebürtig in Dortmund-Oespel
  • Heinrich Göckenjan (1900–1986), deutscher Politiker (NSDAP), bewirtschaftete vor 1943 als Bauer den Winkelmannshof in Dortmund-Oespel
  • Otto Dannebom (1904–1975), deutscher Gewerkschafter und Politiker (SPD), Vorsitzender der Schachtgruppe an der Zeche Oespel
  • Luise Peter, geb. Radtke (1906–1979), deutsche Politikerin (SPD), gebürtig in Dortmund-Oespel
  • Franz Kurowski (1923–2011), deutscher Autor, lebte in Dortmund-Oespel
  • Reinhard Libuda (1943–1996), deutscher Fußballspieler, wohnte vor und nach seinem Wechsel zu Borussia Dortmund zeitweilig in Dortmund-Oespel[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dortmund-Oespel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht Dortmunder Statistik 2014 – Bevölkerung (PDF-Datei)
  2. Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Bd. 2: A. Die Urbare vom 9.–13. Jahrhundert, hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 3: B. Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 4,I: Einleitung und Register, I. Namenregister, hrsg. von Fritz Körholz, Düsseldorf 1978; Bd. 4,II: Einleitung, Kapitel IV: Die Wirtschaftsverfassung und Verwaltung der Großgrundherrschaft Werden, Sachregister, hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1958.
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 270.
  4. Notstand im Fußball – Das Geschäft mit der Bundesliga. Der Spiegel, H. 28/1965 vom 7. Juli 1965: Das ist schrecklich.