Laudert

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Laudert
Laudert
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Laudert hervorgehoben
Koordinaten: 50° 5′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Sankt Goar-Oberwesel
Höhe: 465 m ü. NHN
Fläche: 6,17 km2
Einwohner: 409 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56291
Vorwahl: 06746
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 080
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 6
55430 Oberwesel
Webpräsenz: www.gemeinde-laudert.de
Ortsbürgermeister: Arnold Grings
Lage der Ortsgemeinde Laudert im Rhein-Hunsrück-Kreis
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Über dieses Bild
Südwestansicht von Laudert

Laudert ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Sankt Goar-Oberwesel an.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laudert liegt im östlichen Teil des Hunsrücks in der Quellmulde des Simmerbaches. Die Bundesautobahn 61 (Anschlussstelle Laudert) führt in 500 m Entfernung am Ort vorbei. Im Ort kreuzen sich die Rhein-Mosel-Straße (hier als L 217) TreisOberwesel und die L 214 Bingen am RheinEmmelshausen (Koblenz), die ihre frühere Bedeutung durch die parallele Autobahn eingebüßt hat. Beide Straßen werden als alte römische Regionalstraßen angesehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laudert ist, auch dem Namen nach, eine Siedlung aus der mittelalterlichen Rodeperiode, die spätestens um 1200 abgeschlossen war.

Laudert wird 1275 erstmals als Ludinroit genannt, als es in einem Vertrag den Rittern von Milwalt zugesprochen wurde, die ihn im 14. Jahrhundert vom Trierer Kurfürsten zu Lehen nahmen. Der Ort war durch den durchlaufenden Simmerbach in zwei Teile geteilt, die zu verschiedenen Herrschaften gehörten. Die Hunsrücker Seite lag mit wenigen Häusern auf pfalzgräflichem Gebiet, die Richtung Rhein liegende Seite war unter Kurtrierer Herrschaft. Wann diese Teilung geschah, ist noch nicht belegt. Bis südlich von Kisselbach, das ebenfalls geteilt war, war der Bach die Grenze. 1410 wurde der pfalzgräfliche Teil zum neu geschaffenen Fürstentum Simmern geschlagen, ab 1673 kam er dann wieder an Kurpfalz.

Nach der Besetzung des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte der Ort von 1798 bis 1814 zur Ersten Französischen Republik (1799–1804) bzw. zum Ersten Französischen Kaiserreich (1804–1814). Er gehörte in der Franzosenzeit zur Mairie Pfalzfeld im Kanton Sankt Goar, der zum Département de Rhin-et-Moselle gehörte.

Im Jahr 1815 wurde er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung gehörten die beiden Gemeinden Trierisch Laudert und Pfälzisch Laudert zur Bürgermeisterei Pfalzfeld (1927 umbenannt in Amt Pfalzfeld) im neu gebildeten Kreis Sankt Goar im Regierungsbezirk Koblenz und von 1822 an zur Rheinprovinz. Im Jahr 1858 hatte Trierisch Laudert 198 Einwohner und Pfälzisch Laudert 187 Einwohner.[2] Die offizielle Vereinigung von Pfälzisch und Trierisch Laudert fand am 1. August 1934 statt.[3] Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Mit der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform und den damit verbundenen kommunalen Neuordnungen wurde 1968 zunächst das Amt Pfalzfeld umgewandelt zur Verbandsgemeinde Pfalzfeld. Gleichzeitig mit deren Auflösung wurde die Gemeinde Laudert am 7. November 1970 der Verbandsgemeinde Oberwesel und mit deren Zusammenschluss mit Sankt Goar am 22. April 1972 der Verbandsgemeinde Sankt Goar-Oberwesel zugeordnet.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicht weit vom Ort entfernt, nahe der Kreuzung der alten Römerstraßen, befinden sich die Reste einer mittelalterlichen Motte, die im Volksmund und auf den topographischen Karten Alte Burg genannt wird.
  • Laudert beherbergt das private Nachttopfmuseum, das nicht nur über 500 Nachttöpfe und einige Waschschüsseln und Waschgeschirre ausstellt, sondern auch eine bäuerliche Spinn- und Webstube mit Spinnrad und anderen häuslichen Gerätschaften. Kinder können in der Bärenbude mit alten Spielsachen und vielen zum Teil selbst hergestellten Bären lernen, wie man Teddybären selbst herstellt.[4]
  • Liste der Kulturdenkmäler in Laudert

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Laudert besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

Kirche im Dorfzentrum

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Laudert
Blasonierung: „Geteilt von Schwarz und Silber, belegt mit einem blauen Wellenbalken; oben ein wachsender rotbewehrter und gekrönter goldener Löwe, unten ein rotes Kreuz.“
Wappenbegründung: Das Wappen zeigt im oberen Feld die obere Schildhälfte des Wappens der Pfalzgrafen, im unteren Feld das Kreuz von Kurtrier – getrennt durch den den Simmerbach symbolisierenden Wellenbalken.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elmar Rettinger: Historisches Ortslexikon Rheinland Pfalz. Band 2. Ehemaliger Kreis St. Goar; noch unveröffentlicht, auf der Internetseite von Regionalgeschichte.net als pdf-Datei einzusehen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Laudert – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Statistische Nachrichten über den Regierungsbezirk Coblenz, 1861, S. 72 (Online bei dilibri.de)
  3. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 267
  4. Besuch nach Vereinbarung (Infos über Ortsseite)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Laudert bei Regionalgeschichte