Kölner Verkehrs-Betriebe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kölner Verkehrsbetriebe)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Koelner Verkehrs-Betriebe AG logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Köln
Webpräsenz www.kvb-koeln.de
Bezugsjahr 2013
Eigentümer 90 % Stadtwerke Köln GmbH
10 % Stadt Köln
Vorstand Jürgen Fenske
Jörn Schwarze
Peter Hofmann
Peter Densborn
Aufsichtsrat Wilfried Kuckelkorn
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Rhein-Sieg
Mitarbeiter 3296
Umsatz 276,6 Mio. €[1]dep1
Linien
Stadtbahn 11
Bus 51[2]
Sonstige Linien 1 Seilbahn
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 2
Stadtbahnwagen 382[3]
Omnibusse 313[2]
Sonstige Fahrzeuge 1 Schleiftriebwagen,
1 Gleispflegewagen,
1 Partywagen
Statistik
Fahrgäste 209 Mio. (2012)[3]
Fahrleistung 36,4 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 657 Bus
222 Stadtbahn
Länge Liniennetz
Stadtbahnlinien 238,3 km[3]dep1
Buslinien 547,6 km[2]dep1
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 1 Bus
3 Stadtbahn
Sonstige Betriebseinrichtungen P+R-Anlagen mit 5244 Stellplätzen
5 Abstellanlagen Stadtbahn
1 Hauptwerkstatt

Die Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft (KVB) betreibt die städtischen Buslinien und die Stadtbahn Köln.

Die KVB AG gehören zu 10 % direkt der Stadt Köln, die weiteren 90 % indirekt über die Stadtwerke Köln. Die KVB ist Mitglied im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen.

Auf allen Linien der KVB kommen die Beförderungsbedingungen und der Gemeinschaftstarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) zur Anwendung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste im Auftrag der Stadt Köln von einem Privatunternehmen betriebene Pferdebahn wurde am 20. Mai 1877 zwischen Deutz und Kalk in Betrieb genommen. Zum 1. Januar 1900 ging der Betrieb der Pferdebahn in städtischen Besitz über. Die Stadt begann kurz darauf mit den Arbeiten zur Elektrifizierung des Bahnbetriebs. Die ersten elektrischen Straßenbahnen fuhren ab 1901 durch Köln, die ersten Omnibusse ab 1925. Von 1950 bis 1959 gab der O-Bus mit einer Linie ein kurzes Gastspiel in der Stadt.

Schienennetz der Stadtbahn Köln

1963 begann die Stadt mit dem Bau eines U-Stadtbahn-Netzes. Die erste Teilstrecke konnte ab 1968 genutzt werden. Ab 1978 wurden Strecken der Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE) in das Stadtbahnnetz integriert. 1987 wurde der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) gegründet, die KVB waren Gründungsmitglied. Das Straßenbahn-Museum der KVB in Thielenbruch wurde im Jahr 1997 eröffnet, hier finden sich zahlreiche Baureihen wieder, die auf Kölns Straßen unterwegs waren. Das 125-jährige Jubiläum feierte die KVB im Jahr 2002. Das aktuelle Großprojekt der Stadt Köln und der KVB ist die offiziell am 4. Dezember 2002 begonnene Nord-Süd-Stadtbahn, eine neue U-Stadtbahn-Teilstrecke quer durch die Kölner Innenstadt.

Die KVB sind nach Expansion im Eisenbahnbereich bestrebt. Zusammen mit der Konzernschwester HGK wurde 2005 ein Angebot für die Ausschreibung der RB 26 „Rheinland-Bahn“ (Köln – Bonn – Koblenz) vorbereitet, das jedoch wegen ungeklärter vergaberechtlicher Fragen nicht eingereicht wurde. Gleichzeitig wurde angekündigt, dass sich das Unternehmen an zukünftigen Ausschreibungen im Eisenbahn-Regionalverkehr beteiligen wolle. Für die Ausschreibung des RE 9 „Rhein-Sieg-Express“ (Aachen – Köln – Siegen (– Gießen)) wurde 2006 das hundertprozentige Tochterunternehmen Westigo GmbH gegründet.

Im Oktober 1966 fanden Proteste gegen die KVB statt, als der Fahrpreis für Schüler und Studenten um mehr als die Hälfte erhöht werden sollte. Rund 10.000 Schüler und Studenten protestierten im Rahmen von insgesamt dreitägigen Aktionen am Rudolfplatz,[4] bevor die Demonstration von der Polizei gewaltsam aufgelöst wurde.

In Zusammenarbeit mit den Clouth-Gummiwerken entwickelten die Kölner Verkehrs-Betriebe 1972 das Kölner Ei, ein elastisches Schienenlager, das oft bei schotterlosem Oberbau verwendet wird.

Am 23. August 1999 ereignete sich das bis dahin schwerste Unglück in der Unternehmensgeschichte. Ein CitySprinter-Prototyp fuhr aufgrund technischen und menschlichen Versagens an der Haltestelle Christophstraße ungebremst auf einen Vorzug auf. 68 Menschen wurden verletzt, acht davon schwer.[5]

Während der Bau der Nord-Süd-Stadtbahn noch andauert sind die im März 2010 begonnenen Arbeiten für die Verlängerung der Linie 5 bis ins Gewerbegebiet Ossendorf auf dem Gelände des ehemaligen Butzweilerhofs[6] im Dezember 2010 zum Abschluss gekommen. Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 wurden die neuen Haltestellen "Alter Flughafen Butzweilerhof", "IKEA Am Butzweilerhof" sowie die neue Endhaltestelle "Sparkasse Am Butzweilerhof" in Betrieb genommen. Vor dem Ausbau war der Gewerbepark "Am Butzweilerhof" nur mit Buslinien zu erreichen. Die mit 18 Millionen Euro veranschlagten Kosten für die oberirdische Trasse wurden von den KVB ohne Landes- oder Bundes-Zuschüsse finanziert, stattdessen übernahmen ortsansässige Betriebe 5 Millionen Euro.[7][8]

Linien[Bearbeiten]

Die Stadtbahnlinien haben den Nummernbereich 1 bis 18, die Buslinien den Nummernbereich 120 bis 190. Die Nummern 101 bis 118 werden nur für Busse verwendet, die aufgrund von Gleissperrungen als Ersatzverkehr auf eigentlich von Stadtbahnen bedienten Strecken verkehren, und bei denen es sich nicht um eine reguläre Linie handelt. Eine Ausnahme bildet die Buslinie 106: Seit der Südast der ehemaligen Stadtbahnlinie 6 im Rahmen des Baus der Nord-Süd-Stadtbahn stillgelegt wurde, bedient die 106 als dauerhafter Schienenersatzverkehr die Strecke mit Durchbindung zum Hauptbahnhof.

Stadtbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Stadtbahn Köln

Bus[Bearbeiten]

Linie Fahrstrecke
106 Marienburg, Südpark – Koblenzer Str. – Bonntor – Chlodwigplatz – Severinstraße – Heumarkt
120 Blumenberg S – Chorweiler S – Fühlingen – Worringen – Roggendorf/Thenhoven, Further Str.
121 Langel, Fähre – Merkenich – Chorweiler S – Longerich – Bilderstöckchen – Neusser Straße/Gürtel
122 Weidenpesch – Seeberg – Chorweiler – Pesch
125 Weiler – Chorweiler S – Longerich – Pesch – Esch – Pulheim-Sinnersdorf, Kirche
126 Bocklemünd – Mengenich – Pesch – Auweiler – Esch – Weiler – Chorweiler S
127 Longerich, Longericher Str. – Pesch – Mengenich – Ossendorf – Bilderstöckchen – Geldernstraße/Parkgürtel S – Nippes S-Bahn – Ebertplatz
130 Sürth – Weiß – Rodenkirchen – Bayenthal – Raderberg – Zollstock – Sülzgürtel – Universität
131 Sürth – Weiß – Rodenkirchen – Rondorf – Südfriedhof – Zollstock – Sülz, Berrenrather Str./Gürtel
132 Meschenich – Rondorf – Arnoldshöhe – Chlodwigplatz – Severinstraße – Heumarkt – Breslauer Platz/Hbf S
133 Zollstock, Südfriedhof – Raderthal – Raderberg – Chlodwigplatz – Rheinauhafen – Schokoladenmuseum – Heumarkt – Breslauer Platz/Hbf S
135 Rodenkirchen, Uferstr. – Gewerbegebiet – Hahnwald – Godorf – Immendorf – Meschenich Kirche
136 Hohenlind – Lindenthal, Dürener Straße – Rudolfplatz – Neumarkt
138 Zollstock, Südfriedhof – Güterverkehrszentrum Süd
139 Bickendorf, Äußere Kanalstr. – Emilstraße – Gewerbegebiet Ossendorf – Longerich, Longericher Str.
140 Ebertplatz – Zoo/Flora – Riehl – Nippes, Neusser Str./Gürtel – Bilderstöckchen – Äußere Kanalstraße – Ehrenfeld – Braunsfeld, Aachener Str./Gürtel
141 Weiden Zentrum – Lövenich – Junkersdorf – Müngersdorf – Technologiepark Köln – Ehrenfeld – Äußere Kanalstr. –Vogelsang, Kolkrabenweg
142 Chlodwigplatz – Volksgarten – Südbahnhof – Weißhausstr. – Universität – Weinsbergstr./Gürtel – Bahnhof Ehrenfeld – Liebigstraße – Nippes, Merheimer Platz
143 Lövenich – Weiden Zentrum – Junkersdorf – Müngersdorf – Technologiepark – Ehrenfeld – Äußere Kanalstr. – Vogelsang – Bocklemünd
144 Bf. Lövenich S – Leinsamenweg – Müngersdorf – Junkersdorf
145 Bocklemünd – Widdersdorf – Lövenich – Weiden Zentrum – Frechen – Bachem, Lindenbuschweg
146 Deckstein – Lindenthal, Gleueler Straße – Rudolfplatz – Neumarkt
147 Bilderstöckchen – Geldernstraße/Parkgürtel S – Florastraße – Niehl
149 Weiden – Lövenich – Widdersdorf – Lövenich – Weiden
150 Kalk, Heinrich-Bützler-Str. – Bahnhof Deutz/Messe – Thermalbad
151 Porz, Markt – Urbach – Eil – Finkenberg – Gremberghoven – Hansestraße Ost – Ostheim – Höhenberg – Buchheim – Mülheim – Bruder-Klaus-Siedlung – Stammheim – Flittard – Chempark S-Bahn
152 Porz, Markt – Urbach – Eil – Finkenberg − Gremberghoven – Steinstraße S-Bahn – Ostheim – Höhenberg – Buchheim – Mülheim – Bruder-Klaus-Siedlung – Stammheim – Flittard – Chempark S-Bahn
153 Bahnhof Deutz/LANXESS arena – Deutz – Humboldt/Gremberg – Vingst – Höhenberg – Buchheim – Mülheim – Düsseldorfer Straße – Stammheim S-Bahn – Neuer Mülheimer Friedhof
154 Porz, Markt – Finkenberg – Eil – Rath/Heumar – Brück – Dellbrück – Dünnwald, Waldbad
155 Mülheim, Berliner Straße – Höhenhaus – Dünnwald, Aeltgen-Dünwald-Str. – Stammheim S-Bahn – Stammheim, Bonhoefferstr.
156 Bahnhof Deutz/LANXESS arena – Gremberg, Am Grauen Stein
157 Ostheim – Neubrück – Merheim – Holweide, Vischeringstr. – Höhenhaus – Dünnwald, Aeltgen-Dünwald-Str.
158 Merheim – Klinikum Merheim – LVR-Klinik
159 Poll, Schüttewerk – Humboldt/Gremberg – Kalk – Buchforst – Mülheim – Buchheim – Holweide, Kochwiesenstraße
160 Porz, Markt – Eil – Urbach – Grengel – Wahn S-Bahn – Wahnheide – Wahn – Lind
161 Porz, Markt – Urbach – Grengel – Frachtzentrum – Flughafen Köln/Bonn
162 Porz, Markt – Urbach – Elsdorf – Wahn S-Bahn – Wahn – Lind – DLR
163 Wahn S-Bahn – Libur – Ranzel – Niederkassel – Schwarzrheindorf – Bonn Hauptbahnhof (ab Libur Linienummernwechsel in 550 der RSVG)
164 Wahn S-Bahn – Zündorf – Langel – Lülsdorf – Niederkassel – Troisdorf – Siegburg (ab Langel Linienummernwechsel in 501 der RSVG)
165 Abendbus Porz, Markt – Bahnhof Porz – Humboldtstraße – Steinstraße S-Bahn – Porz, Markt
166 Abendbus Porz, Markt – Urbach – Grengel – Elsdorf – Urbach – Porz, Markt
167 Abendbus Wahn S-Bahn – Wahn – Wahnheide – Lind – Wahn S-Bahn
184 TaxiBus Neusser Straße/Gürtel – Lentpark
185 TaxiBus Porz, Markt – Urbach – Grengel – Wahnheide – Wahn – Lind
186 TaxiBus Neusser Straße/Gürtel – Florastraße – Schneider-Clauss-Straße
187 TaxiBus Neubrück – Brück, Am Schildchen
190 Opernbus Mülheim, Wiener Platz > Bf Mülheim > Oper > Schanzenstr. > Mülheim, Wiener Platz
Die Kölner Seilbahn quert die Zoobrücke – vom linksrheinische Rheinufer nach Osten gesehen.

Seilbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kölner Seilbahn

Wagenpark[Bearbeiten]

Stadtbahnen[Bearbeiten]

Hochflur-Stadtbahn (B-Wagen) auf der Gürtelstrecke
Niederflur-Stadtbahn am Neumarkt

Seit Mitte der 1970er Jahre wurden die lange Zeit typischen Duewag-Gelenk-Straßenbahnwagen (GT 8) zunehmend durch insgesamt 172 Stadtbahnwagen B ersetzt. Die letzte Fahrt der GT 8 fand am 22. Juli 2006 im Rahmen einer Abschiedsfeier statt, seitdem ist er im Straßenbahnmuseum Thielenbruch zu besichtigen. Da sich zeigte, dass ein vollständiger Umbau des Netzes auf Hochbahnsteige mittelfristig nicht realisierbar war, wurden ab 1995 insgesamt 124 Niederflur-Stadtbahnwagen K4000 beschafft. In den Jahren 2002 und 2003 wurde der Wagenpark mit 59 Bombardier-Hochflurwagen K5000 ergänzt. Eine zusätzliche Serie von 69 Bombardier-Niederflurstadtbahnwagen des Typs K4500 wurde 2005 bis 2007 ausgeliefert.

Bustypen[Bearbeiten]

Neoplan Linienbus – N4014NF (2. Serie) der KVB, Baujahr 1992 - bis 2007 bei der KVB im Einsatz
Citaro der KVB auf der Linie 146 am Leiblplatz
Hybridbus der KVB auf der Linie 146

Die KVB hat im Busfuhrpark Solobusse mit einer Länge von 11,5 Metern und Gelenkbusse mit einer Länge von 17,96 Metern.

Die genaue Verteilung sieht dabei folgendermaßen aus:

  • MAN Lion's City G
    • Baujahr 2010: 102–107, 130–133, 135–139
    • Baujahr 2011: 140–145
  • Mercedes-Benz O 405 N²
    • Baujahr 1999: 463 (Fahrschulbus), 466
    • Baujahr 2000: 469, 471, 473–475, 479, 482, 486–487, 489, 491
  • Mercedes-Benz O 405 Nܲ
    • Baujahr 1999: 461 (Überlandbus, ehm. Fahrschulbus, heute Infomobil (Nord-Süd-Stadtbahn)), 462 (Überlandbus, Fahrschulbus)
  • Mercedes-Benz O 405 GN²
    • Baujahr 1999: 361–364
  • Mercedes-Benz O 530 („Citaro“)
    • Baujahr 2001: 201, 203–207, 210–211, 213–221, 223–224, 226–229
    • Baujahr 2002: 230–255
    • Baujahr 2004: 261–286
  • Mercedes-Benz O 530 G („Citaro G“)
    • Baujahr 2003: 301–316, 371–374
    • Baujahr 2005: 320–332, 334–340
    • Baujahr 2006: 701–715
    • Baujahr 2007: 721–722, 724–735, 755
    • Baujahr 2008: 736–750
    • Baujahr 2011: 780–794
  • Mercedes-Benz O 407 (Überlandbus, heute Fahrschulbus)
    • Baujahr 1991: 752, 753
  • MAN Lion's City Hybrid
    • Baujahr 2012: 5000, 5001

Darüber hinaus übernehmen die Subunternehmer K-B-S Schilling-Reisen, K.R.B. Schilling-Reisen, e-Weinzierl Omnibustouristik und Piccolonia Busreisen mit eigenen und von der KVB gemieteten Bussen einige Busfahrten für die KVB. Eine Besonderheit hatte die ursprüngliche Buslinie 158 (heute Rufbus 187), welche aufgrund der geringen Auslastung von einem Taxi anstelle eines Linienbusses befahren wurde. In der Vergangenheit gehörten auch eine Vielzahl andere Busfabrikate zum Fuhrpark der KVB. Besondere Bedeutung hatten in den 1950er- und 1960er-Jahren Fahrzeuge des Herstellers Büssing sowie bis in die 1980er-Jahre die Magirus-Deutz-Busse, die beim ortsansässigen Deutz-Konzern bestellt wurden. Zwischen den Jahren 1983 und 2007 befanden sich zudem verschiedene Typen des Busherstellers Neoplan in größerer Anzahl im Bestand der KVB.

Nord-Süd-Stadtbahn[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nord-Süd-Stadtbahn

Das derzeit größte Projekt der KVB ist der Bau der Nord-Süd-Stadtbahn zur Erweiterung der Kölner Stadtbahn mit einer Tunnelstrecke unter der Kölner Alt- und Südstadt. Die Projektleitung des derzeit größten städtebaulichen Projekts in Deutschland liegt beim Amt für Brücken und Stadtbahnbau der Stadt Köln. Die Inbetriebnahme war ursprünglich für 2010 geplant, musste allerdings immer wieder verschoben werden. Aufgrund des Einsturzes des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009, das sich unmittelbar neben dem Schacht für den U-Bahn-Bau in der Severinstraße befand, wird die Inbetriebnahme nach Ansicht des Vorstandschefs, Jürgen Fenske erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 für möglich gehalten. Im Dezember 2012 wurde der Teil zwischen Dom/Hbf und Rathaus in Betrieb genommen und im Dezember 2013 die Verlängerung bis zum Heumarkt. Es muss mit einem Gesamtschaden von mehr als einer Milliarde Euro gerechnet werden. Bei dem tragischen Unglück kamen zwei junge Kölner Mitbürger ums Leben, zahlreiche Bewohner wurden obdachlos. Am 8. März 2010 gesteht der von den KVB beauftragte Baurechts-Fachanwalt Gero Walter erstmals nach Enthüllungen über Betrügereien (u. a. möglichen Diebstahls von Eisenbügeln und gefälschten Bauprotokollen) Fehler bei der Bauaufsicht am Waidmarkt ein, unmittelbar an der Einsturzstelle des Historischen Archivs der Stadt Köln.[9] Der Einbau von Eisenbügeln sowie zahlreiche Betonierungsprotokolle seien nicht ausreichend kontrolliert worden. Als Konsequenz trennte sich der KVB-Aufsichtsrat vom technischen Vorstand Walter Reinarz, der für den U-Bahn-Bau zuständig war. Nach Auslaufen des Vertrages erhält er eine jährliche Pension von 130.000 Euro[10]

Beteiligungen[Bearbeiten]

Die KVB ist u. a. an folgenden Unternehmen beteiligt:

  • Kölner Seilbahn-Gesellschaft mbH (100 %)
  • Westigo GmbH, Eisenbahnverkehrsunternehmen (100 %)
  • RC Data GmbH (100 %)
  • Kölner Schulbusverkehr GmbH (51 %)
  • Schilling Omnibusverkehr GmbH, Hürth (49 %)
  • Rail Consult Gesellschaft für Verkehrsberatung mbH (25 %)
  • DKS Dienstleistungsgesellschaft für Kommunikationsanlagen des Stadt- und Regionalverkehrs mbH (24,5 %)
  • Regionalverkehr Köln GmbH (12,5 %)
  • BEKA Einkaufs- und Wirtschaftsgesellschaft für Verkehrsunternehmen mbH (0,4 %).

Fahrkarten[Bearbeiten]

VRS Kurzstrecken Ticket

Das Ticketsortiment der KVB wird vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) gestaltet. Der VRS hatte 2004 sein Tarifsystem neu gestaltet. Unter dem Motto „Eine Stadt, ein Preis.“ sollte das Angebot einfacher und kundenfreundlicher werden. Der Fahrausweis-Vertrieb der KVB wird über Verkaufsautomaten im Fahrzeug und teilweise an Stadtbahnhaltestellen, in KundenCentern, privaten Verkaufsstellen (z. B. Kiosk an U-Bahnhöfen) sowie über Großkundenvertrieb (z. B. beim Schüler- oder JobTicket) organisiert. Etwa 1,5 Mio. Kunden besuchten im Jahr 2005 eines der KundenCenter. Die Kundenbindung der KVB ist groß, mehr als 250.000 Fahrgäste sind Stammkunden mit Zeittickets.

In den letzten Jahren kamen innovative Vertriebsformen hinzu wie der VRS-Ticketkauf über das Internet sowie das „HandyTicket“ nach dem Vorbild des Bonner „Händy-Tickets“. Dabei wird ein Fahrschein für eine Einzelfahrt innerhalb der Stadtgrenzen per SMS auf das Mobiltelefon des Fahrgastes geschickt. Alternativ kann das Handy-Ticket-System auch über Smartphone-Apps für Android und iOs genutzt werden. Das System ist so angelegt, dass bei jedem vierten Ticket-Kauf derselben Preisstufe am selben Tag nur noch der Differenzbetrag zum Preis einer Viererkarte zu bezahlen ist.

Die Schwarzfahrerquote lag im Jahr 2012 bei 3,78 %.[11]

Besonderes[Bearbeiten]

Schein-Haltestelle „Riehler Heimstätten“, Köln

Am 24. August 2009 wurde eine Schein-Bushaltestelle eingeweiht: An der Haltestelle „Riehler Heimstätten“ hält kein Bus. Sie befindet sich auf dem Gelände eines Altenpflegeheims der Sozialbetriebe Köln und soll dort als Treffpunkt für demente Menschen dienen. Die Haltestelle wurde den Kölner Sozialbetrieben für diesen Zweck von den Kölner Verkehrsbetrieben und der Stadtwerbungsfirma JCDecaux gestiftet.[12]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Höltge und Axel Reuther: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 7: Köln, Düren, Aachen. EK-Verlag, Freiburg 2001, ISBN 3-88255-338-3
  • Falko Rademacher: Köln für Immis. Hermann-Josef Emons Verlag, Leck 2006, ISBN 3-89705-249-0
  • Hafen und Güterverkehr Köln AG (Hrsg.): 100 Jahre Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn, Köln, 1993, Seiten 117ff

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: KVB – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kvb-koeln.de/german/home/index/.html
  2. a b c http://www.kvb-koeln.de/german/unternehmen/leistungsdaten/bus.html
  3. a b c http://www.kvb-koeln.de/german/unternehmen/leistungsdaten/bahn.html
  4. Tomaten gegen die KVB
  5. Meldung Citysprinter verunglückt. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10, Jahrgang 1999, ISSN 1421-2811, S. 394 f.
  6. KVB bereitet Verlängerung der Linie 5 vor
  7. Linie 5 verlängert bis zur neuen Endhaltestelle "Sparkasse Am Butzweilerhof"
  8. Verlängerung der KVB-Linie 5 steht kurz bevor
  9. http://www.ksta.de/html/artikel/1264185922552.shtml
  10. Kölner Stadtanzeiger: Reinarz aus Vorstand abberufen
  11. KVB Schwarzfahrerquote gesenkt. Kölnische Rundschau, 22. Februar 2013, abgerufen am 23. September 2013.
  12. Köln-Nachrichten: KVB-Haltestelle ohne Anschluss, 24. August 2009.