Kefikon

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Kefikon
Wappen von Kefikon
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kantone: Thurgau (TG)
Zürich (ZH)
Bezirke: TG: Frauenfeld
ZH: Winterthur
Politische Gemeinden: TG: Gachnang
ZH: Wiesendangen
Postleitzahlen: TG: 8546
ZH: 8543
frühere BFS-Nr.: TG: 4574
Koordinaten: 704956 / 267388
Höhe: 415 m ü. M.
Fläche: TG: 0,85 km²[1]
Einwohner: 711 (31. Dez. 2018)[2][3]
Einwohnerdichte: TG: 554 Einw. pro km²
Website: dorfverein-kefikon.ch
Kefikon

Kefikon

Karte
Kefikon (Schweiz)
Kefikon
Kefikon

Kefikon ist eine Ortschaft[2] und ein Schloss auf der Grenze zwischen den Kantonen Thurgau und Zürich in der Schweiz.

Kefikon TG gehörte bis 1997 als Ortsgemeinde zur thurgauischen Munizipalgemeinde Gachnang und ist seit 1998 Teil der politischen Gemeinde Gachnang.[4]

Kefikon ZH war bis 1926 eine eigene Zivilgemeinde und gehört seither zur politischen Gemeinde Wiesendangen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Kefikon auf einer Radierung von 1741
Kefikon im Jahr 1966
Gemeindestand vor der Fusion im Jahr 1998

Kefikon stand im Eigentum des Klosters Reichenau und bildete eine eigene, ab Ende des 15. Jahrhunderts mit Islikon gemeinsame Gerichtsherrschaft, die durch die im Schloss Kefikon residierenden Herren ausgeübt wurde. Inhaber der Herrschaft waren anfänglich die Herren von Kefikon mit dem 1241 erstmals bezeugten Burchardus de Kevincon. Auf sie folgten die ab 1346 bezeugten Herren von Gachnang, 1391 bis 1453 jene von Boswil und von 1453 bis 1529 die auch Welter von Blidegg genannten Ryff. 1529 bis 1566 übten der Junker Hans von Grüt und 1566 bis 1650 die Rüpplin genannte Frauenfelder Familie Joner, 1650 bis 1740 die Hirzel von Zürich und ab 1740 die Escher vom Glas die Gerichtsherrschaft aus.[4]

Ab 1427 verlief die Grenze zwischen den Grafschaften Grafschaft Kyburg und der Thurgau mitten durch die Herrschaft und das Schloss, das seit 1970 thurgauisch ist. Eine erste Offnung datiert von 1493.[4]

Das stets nach Gachnang kirchgenössige Kefikon war bis Ende des 18. Jahrhunderts rein reformiert.[4]

Bernhard Greuter errichtete 1766 eine Textilfärberei in Kefikon, die nach seinem Wegzug nach Islikon ausgebaut wurde und bis Mitte des 19. Jahrhunderts bestand. Einige Häuser im Dorf und der heute als Schwimmbad genutzte Fabrikweiher erinnern daran. Im landwirtschaftlich geprägten Dorf entstanden ab Mitte des 20. Jahrhunderts neue Wohnquartiere.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung von Kefikon
Jahr 1640 1850 1900 1950 2000 2010 2018
Ortsgemeinde Kefikon TG 40 164 138 248 449
Ortschaft Kefikon[Anm. 1] 453 471
Kefikon ZH 19 93 240
Quelle [4] [5] [2][3]

Von den insgesamt 471 Einwohnern des Thurgauer Teils der Ortschaft Kefikon im Jahr 2018 waren 76 bzw. 16,1 % ausländische Staatsbürger. 190 (40,3 %) waren evangelisch-reformiert und 86 (18,3 %) römisch-katholisch.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den markantesten Bauten im Ort zählt das Schloss Kefikon. Von der ursprünglich als Wasserburg konzipierten Anlage ist nur der Wohnturm erhalten, der Wassergraben wurde im 15. Jahrhundert zugeschüttet. 1906 richtete August Bach im Schloss ein Landerziehungsheim ein, das heute als Privatschule weitergeführt wird. Nach dem Brand von 1929 erhielt das Schloss sein heutiges Aussehen.[4]

Die unten abgebildeten Bauten sind in der Liste der Kulturgüter in Gachnang aufgeführt:

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kefikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schweizerische Arealstatstik. Abgeschlossen auf 1. Juli 1912. Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau. (Memento vom 12. April 2016 im Internet Archive)
  2. a b c d Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  3. a b Kefikon - unser Dorf. Auf der Webseite des Dorvvereins Kefikon, abgerufen am 6. Mai 2020
  4. a b c d e f g Peter Giger: Kefikon. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  5. Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis. Kanton Thurgau, Ausgabe 2012. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF; 3,4 MB), abgerufen am 11. Mai 2020.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thurgauer Teil