Lehmen

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Dieser Artikel beschreibt Lehmen als Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz; für den deutschen Choreografen und Tänzer Thomas Lehmen siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lehmen
Lehmen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lehmen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 17′ N, 7° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Rhein-Mosel
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 10,24 km2
Einwohner: 1355 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56332
Vorwahl: 02607
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 504
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 44
56330 Kobern-Gondorf
Webpräsenz: www.gemeinde-lehmen.de
Ortsbürgermeister: Günter Deis
Lage der Ortsgemeinde Lehmen im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Lehmen ist eine Ortsgemeinde an der Terrassenmosel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel an, die ihren Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf hat. Lehmen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehmen liegt am linken Moselufer etwa 19 Kilometer von Koblenz und etwa 31 Kilometer von Cochem entfernt. Nachbargemeinden sind moselaufwärts Kattenes und moselabwärts Kobern-Gondorf. Auf der anderen Moselseite liegt Niederfell. In Lehmen mündet der Nothbach in die Mosel.

Gliederung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ortsteil Lehmen zieht sich über eine Länge von etwa 1 Kilometer am Moselufer entlang. Zum Ortsteil Lehmen gehören auch die Wohnplätze Fißmühle, Lehmerhöfe, Nikolaushof, Nothenmühle und Schmittenhöhe.[3]
  • Der Ortsteil Moselsürsch liegt auf den Moselhöhen zum Maifeld hin. Zu diesem Ortsteil gehört der an der Mosel liegende Wohnplatz Schiefergrube.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie auch andere Gemeinden der Untermosel liegt Lehmen klimatisch begünstigt in einer der wärmsten Regionen Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Lehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich war Lehmen bereits in römischer Zeit besiedelt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 865 in einer Urkunde des ostfränkischen Königs Ludwig des Deutschen, unter dem Namen „Liomena“.[4]

Ortsteil Moselsürsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 964.

Neubildung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Lehmen wurde am 30. September 1976 aus den aufgelösten Gemeinden Lehmen (850 Einwohner) und Moselsürsch (208 Einwohner) neu gebildet.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Lehmen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 7 4 16 Sitze
2009 1 7 8 16 Sitze
2004 1 9 6 16 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romanischer Glockenturm
  • Im Ort steht ein fünfgeschossiger romanischer Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert, der an die ehemalige Pfarrkirche erinnert.
  • Die Pfarrkirche Sankt Castor wurde 1762 als einfacher Saalbau errichtet.
  • Die Moselsürscher Kirche wurde 1774 erbaut und ist dem heiligen Ägidius geweiht. Sie hat einen Dachreiter. Der Kirchturm wurde im Rahmen der Erweiterung 1957–1958 erbaut.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lehmen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau und Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Lehmen eine Weinbaugemeinde ist, sind die Ortsteile Lehmerhöfe und Moselsürsch landwirtschaftlich geprägt.

Lehmen gehört zum „Weinbaubereich Burg Cochem“ im Anbaugebiet Mosel. Im Ort sind fünf Weinbaubetriebe tätig. Die bestockte Rebfläche beträgt 22 ha, davon ~ 82 % Weißweinrebsorten (Riesling, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Solaris, Prinzipal, Phönix, Ehrenfelser) und ~ 20 % blaue Sorten (Spätburgunder, Regent, Dornfelder, Rondo) (Stand 2010).[2]

Weinlagen (moselabwärts gesehen):[7]

Moselsürscher Fahrberg ≈ 0,5 ha
Lehmener Ausoniusstein ≈ 7 ha
Lehmener Würzlay ≈ 7 ha
Lehmener Klosterberg ≈ 10 ha
Lehmener Lay ≈ 2 ha

Insgesamt gibt es in Lehmen 18 landwirtschaftliche Betriebe. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche beträgt 727 ha (Stand 2010).[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staustufe Lehmen, im Hintergrund das Kraftwerk. Die Schleuse befindet sich hinter dem Fotografen

Am Moselufer entlang führt die Bundesstraße 416 am Ort vorbei. Diese verbindet Koblenz mit Treis-Karden. Eine Landstraße führt über die Moselhöhen in Richtung Münstermaifeld.

In Lehmen gibt es einen Haltepunkt der Deutschen Bahn an der Strecke zwischen Koblenz und Trier.

Die 13. von 14 Staustufen der Mosel zwischen Thionville und Koblenz befindet sich in Lehmen. Der derzeitige Betriebsstellenleiter der Moselstaustufe ist der 58 jährige Lehmener „Staupitter“. Sie dient der Regulierung des Fahrwasserstandes und überwindet einen Höhenunterschied von etwa 6 Metern. In einem Wasserkraftwerk wird Strom erzeugt.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lehmen befindet sich das Landesausbildungszentrum und die Geschäftsstelle des DLRG-Landesverbandes Rheinland-Pfalz. Das Landesausbildungszentrum kann auch von Gruppen und anderen Interessenten gebucht werden. Neben Übernachtungsmöglichkeiten stehen auch modern ausgestattete Schulungsräume zur Verfügung.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Ort liegen die Grundschule „St. Georg“ und die Kindertagesstätte „Rappelkiste“.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Rosenmontag findet in der Mehrzweckhalle in Lehmen ein Bunter Abend statt.
  • Am letzten Wochenende im Juni findet das Razejungefest (Weinfest) auf dem Razejungenplatz in der Ortsmitte statt, das gemeinsam mit 4 Winzern und dem Schützenverein veranstaltet wird. Die Lehmener Razejunge brachten früher mit einer korbgeflochtenen Kiepe, der Raze, den Mist aus den Ställen zum Düngen in die Weinberge.[8]

Würzlaysteig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Würzlaysteig ist ein linearer Themenweg der Mosel.Erlebnis.Route zwischen den Gemeinden Lehmen und Löf und ist nach der angrenzenden Weinbergslage Würzlay benannt. Die offizielle Eröffnung war am 3. Juni 2012. Der nördliche 'Einstieg' des Weges liegt an der Straße "Auf der Pat" in Lehmen. Von dort verläuft der neu angelegte Pfad zunächst oberhalb steilster Weinberge, die leider teilweise nicht mehr bewirtschaftet werden. Später folgen Waldpassagen und offene Flächen. Immer wieder öffnen sich Einblicke ins Moseltal.

An zahlreichen Themenpulten erfährt der Wanderer Interessantes über die Kulturlandschaft der Terrassenmosel. Der körperlich anspruchsvolle Teilabschnitt endet am Ausoniusstein und folgt dann vorhandenen Wanderwegen über Schieferbergwerk, Kattenes (Mühlental), Kehrbachtal und Alzbachtal nach Löf.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aussichtspunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staustufe Lehmen, im Hintergrund das Naturschutzgebiet Reiherschussinsel

Klosterbergblick: Überdachte Sitzgelegenheit in der Weinbergslage Klosterberg mit Blick über die Orte Lehmen und Niederfell mit Mosel und Staustufe Lehmen im Hintergrund.

Ausoniusstein: Benannt nach dem Römer Ausonius. Überhängende Felsnase am Talrand mit Blick ins Moseltal und auf die Orte Oberfell, Alken mit Burg Thurant, Brodenbach und Kattenes. In der Nähe befindet sich eine Schutzhütte.

Persönlichkeiten der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Mieden (1882–1962), Landtagsabgeordneter, Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau e.V.
  • Stefan Gemmel (* 1970), Schriftsteller und zweifacher Weltrekordler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lehmen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 29 (PDF; 2,3 MB)
  4. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, Erster Band, Coblenz: Hölscher, 1860, Urkunde 104, Seite 107
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 Seite 184 (PDF; 2,1 MB)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Krieger, Joachim: Terrassenkultur an der Untermosel, Joachim Krieger Verlag, Neuwied 2003
  8. Homepage der Razejunge