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Luigi Taveri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Luigi Taveri (ca. 1957)
Luigi Taveri (M.) zusammen mit Jim Redman (l.) und Kunimitsu Takahashi (r.) bei der Dutch TT in Assen 1963.
Luigi Taveri in Salzburg (2006)

Luigi Taveri (* 19. September 1929 in Horgen; † 1. März 2018[1]) war ein Schweizer Motorradrennfahrer und dreifacher Weltmeister in der 125-cm³-Klasse. Luigi Taveri hatte italienische Vorfahren. Sein Vater Giovanni Taveri war im Alter von 17 Jahren aus Rovato (Lombardei) in die Schweiz ausgewandert.

Nach der Schule machte er eine Maurerlehre, die er jedoch abbrach, um in die Autowerkstätte seines Bruders zu wechseln. Seinen ersten Rennsporteinsatz hatte er 1947 als Beifahrer im Gespann des Bruders. Sein erstes Solorennen bestritt er 1948. Da die ersten Starts als Solofahrer auf der Straße ihn jedoch nicht zufriedenstellten, versuchte er es auf der Sandbahn und gewann 1951 von vier Rennen eines. Anfang der 1950er-Jahre fuhr er aber auch weiterhin als Beifahrer im Gespann seines Bruders, mit dem er dreimal Schweizer Meister wurde.[2]

1953 begann Taveri seine internationale Rennkarriere in der 350-cm³-Klasse. Nach schwierigen Jahren, in denen er in verschiedenen Klassen mit den Marken Moto Guzzi, Norton, MV Agusta, MZ und Ducati erfolglos blieb, wechselte er 1962 zu Honda. 1962[3], 1964 und 1966 errang er für den japanischen Hersteller den Weltmeistertitel in der 125-cm³-Klasse.

Bei seinen 143 Starts in der Motorrad-WM gelangen Luigi Taveri 30 Siege, 89 Podiumsplätze, sowie 28 schnellste Rennrunden. Taveri gelang es als bisher einzigem Fahrer, in allen zu seiner Zeit gefahrenen Klassen – einschliesslich der Seitenwagen, bei denen er 1954 im Boot von Hans Haldemann Sechster bei seinen Heim-Grand-Prix wurde – WM-Punkte zu erringen.

Taveri lebte in Samstagern (Gemeinde Richterswil) und nahm auch im Alter noch an Veteranenrennen teil. 2015 verkündete er seinen Rückzug.[4] Nach seinem Rücktritt vom professionellen Motorsport hatte er 1979 eine Karosserie-Werkstatt in Wädenswil gegründet, die er mit Erfolg betrieb. Mit seiner Frau Tilde, die ihn 1961 zu Honda brachte, war er seit 1955 verheiratet.[5] Das Paar hatte zwei Kinder, Tochter Bianca und Sohn Luigi Alessandro.[2]

JahrKlasseMaschineDurchschnittsgeschwindigkeit
1962Lightweight 125 (125 cm³)Honda89,88 mph (144,65 km/h)
1964Lightweight 125 (125 cm³)Honda92,12 mph (148,25 km/h)
196550 cc (50 cm³)Honda79,66 mph (128,2 km/h)
Commons: Luigi Taveri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. MotoGP: Motorrad-Legende Luigi Taveri verstorben, abgerufen am 1. März 2018.
  2. 1 2 Homepage Carrosserie Taveri. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  3. Ein Schweizer erstmals Motorrad-Weltmeister (1029-2). In: Schweizer Filmwochenschau, Schweizer Filmwochenschau vom 31.08.1962. Schweizerisches Bundesarchiv, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  4. Klaus Zaugg: Der letzte GP des grössten Schweizer Töff-Piloten aller Zeiten – Luigi Taveri zieht sich zurück. In: watson.ch vom 13. Juli 2015.
  5. Luzerner Zeitung. Nachruf. Abgerufen am 15. Januar 2026.
  6. 1 2 3 Helmut Ohner: Schweizer Motorrad-Meister. motorsportstatistik.com, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 18. Mai 2015; abgerufen am 11. Mai 2015.