Mutzig

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Mutzig
Wappen von Mutzig
Mutzig (Frankreich)
Mutzig
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Molsheim
Kanton Molsheim
Gemeindeverband Région de Molsheim-Mutzig.
Koordinaten 48° 32′ N, 7° 27′ O48.5388888888897.4541666666667192Koordinaten: 48° 32′ N, 7° 27′ O
Höhe 180–397 m
Fläche 8,01 km²
Einwohner 5.820 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 727 Einw./km²
Postleitzahl 67190
INSEE-Code
Website http://www.mairie-mutzig.fr/

Mutzig (deutsch auch Mützig) ist eine französische Gemeinde mit 5820 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012) auf einer Fläche von 8,01 km². Sie liegt im Département Bas-Rhin in der Region Elsass und gehört zum Kanton Molsheim. Die Gemeinde ist Mitglied der Communauté de communes de la Région de Molsheim-Mutzig. Sie war früher die „Hauptstadt“ des elsässischen Bieres in dieser Weinregion. Außerdem war die Gemeinde einst Standort einer deutschen (6.500 Soldaten), heute einer französischen Garnison (ca. 1.000 Soldaten).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Mutzig liegt an der Bruche, wo diese aus den Vogesen in die Oberrheinebene eintritt. Zu Mutzig gehört auch das Dorf Hermolsheim. Die Entfernung zum östlich gelegenen Straßburg beträgt 30 km.

Nachbargemeinden sind Molsheim, Dorlisheim, Rosenwiller, Gresswiller, Dinsheim-sur-Bruche, Dangolsheim und Soultz-les-Bains.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Mutzig zeigt den Heiligen Mauritius in Ritterrüstung mit Schild und Lanze und drei Raben/Krähen. Auch ist er der Kirchenheilige von Mutzig. Nach ihm wurde der Kirchenbau benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Mutzig wurde im 13. Jahrhundert durch König Rudolf von Habsburg gegründet
  • 1308 kam es an den Bischof von Straßburg
  • Im Jahr 1444 widerstand die Stadt den Armagnacs
  • 1454 wurde sie durch den Grafen von Zweibrücken eingenommen und später wieder durch die Straßburger befreit.
  • Nachdem Frankreich das Elsass 1871 an Deutschland abtreten mußte, betrachtete das deutsche Militär Mutzig als wichtige Position um einen etwaigen französischen Angriff auf Molsheim und Straßburg zu behindern. Zwischen 1893 und 1897 wurde dazu die Feste Kaiser Wilhelm II. erbaut.
  • Am 18. August 1914 gegen 16:00 Uhr eröffnete die Mutziger Festung das Feuer gegen französische Stoßtruppen, die bis ins Breuschtal vorgerückt waren. Insgesamt wurden 291 Schüsse abgefeuert. Die Franzosen erhielten Befehl zum Rückzug, das Elsass blieb dadurch außerhalb der Kampfgebiete.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011
Einwohner 3087 3703 3891 4174 4552 5584 5898 5703

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Untere Tor (Porte de Strasbourg) mit einer Darstellung des heiligen Mauritius vom Ende des 14. Jahrhunderts ist der letzte Rest der mittelalterlichen Befestigung.
  • Das Rathaus, L'Hôtel de Ville oder auch Mairie.
  • Der Brunnenplatz, Place de Fontaine. Ursprünglich war der Platz mit einem Renaissance Brunnen (1667) verziert. Der Säulenschaft ist reichlich mit pflanzlichen Motiven geschmückt und ist eine Kopie. Das Original wird im Stadtmuseum aufbewahrt.
  • Die Kirche St. Mauritius. Der Turm des imposanten neugotischen Gebäude (1879) ist 72 Meter hoch, der höchste Kirchturm im Bruche-Tal.
  • Die Synagoge in Mutzig von 1787 ist die älteste in ihrer gesamten Bausubstanz erhaltene Synagoge des Elsass.
  • Der Dôme de Mutzig, neue Veranstaltungshalle von Mutzig, max. 1.000 Plätze.
  • Das Château des Rohans ist ein Barockschloss aus dem 17. Jahrhundert, das an der Stelle eines im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden zerstörten Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert errichtet wurde. Weniger bekannt als seine Nachbarn, das Rohan-Schloss in Saverne und das Palais Rohan in Straßburg, diente es 86 Jahre (1704–1790) den vier Fürstbischöfen und späteren Kardinälen der Familie Rohan. Das Schloss wurde ursprünglich als Residenz des Bischofs Franz Egon von Fürstenberg erbaut und 1673 bezogen. Nach der Französischen Revolution wurde das Schloss geplündert, enteignet und 1799 von den Gebrüdern Coulaux erstanden. Vom 20. April 1801 bis 1870 (Deutsch-Französischer Krieg) diente das Schloss als Waffenmanufaktur. Hier wurden die berühmten Chassepot-Gewehre hergestellt. Heute beherbergt das Schloss das städtische Museum (mit einer großen Gewehrsammlung) und verschiedene kulturelle Einrichtungen.
  • Auf dem nördlichen Berg in der unmittelbaren Umgebung von Mutzig errichtete das Preußische Kriegsministerium von 1893 bis 1916 die damals mit 254 ha größte Festung mit dem Namen Feste Kaiser Wilhelm II. (heute: Fort de Mutzig). Mit ihr wurden neue technische Lösungen eingeführt: Beton, Panzertürme und Elektrizität.

Die Festung bot etwa 6500 Mann Platz in ca. 40.000 m² bombensicherer Werke. Teile der Anlage können besichtigt werden. Für genauere Informationen siehe Feste Kaiser Wilhelm II.#Die Festung heute.

  • Nördlich von Mutzig verlief die Maginot-Linie, deren Befestigungen im November 1944 von der 45. Infanterie-Division der US-Armee nach wenig Widerstand durch die deutsche Wehrmacht eingenommen und überschritten wurden. Teile dieser Anlagen sind zu besichtigen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bekannt in Westeuropa ist Mutzig vor allem durch die 1810 von Antoine Wagner gegründete Mützig-Brauerei, die hauptsächlich helle Biere herstellte. Nach Übernahme durch einen internationalen Bierkonzern wurde dieser Standort 1989 geschlossen. In Schiltigheim wird aber weiter ein Bier unter der Marke Mützig gebraut. Das historische Brauereigebäude der Mützig-Brauerei wurde jüngst in ein Apartmenthotel umgebaut.

Garnison[Bearbeiten]

Mutzig war und ist weiterhin ein Standort der französischen Armee. Die heutigen Kasernen Moussy und Clerc stammen in ihrem Ursprung noch aus der deutschen Kaiserzeit von 1898. Auf einem nicht öffentlich zugänglichen Gelände ist zurzeit das 44e Régiment de Transmissions (44. Fernmeldeaufklärungsregiment) beheimatet. Es gehört zur Brigade de Renseignement (Aufklärungsbrigade) in Haguenau.

Sport[Bearbeiten]

Der Fußballclub AS Mutzig spielt im Stade Municipal Roger Leissner.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mutzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien