Olympische Winterspiele 1948/Ski Nordisch

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Ski Nordisch bei den
V. Olympischen Winterspielen
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Information
Austragungsort SchweizSchweiz St. Moritz
Datum 31. Januar bis 7. Februar 1948
Entscheidungen 5
Garmisch-Partenkirchen 1936

Bei den V. Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz fanden fünf Wettbewerbe im nordischen Skisport statt. Austragungsorte waren das Skistadion und die Olympiaschanze. Die Langlaufstrecken führten durch das Gebiet des Stazerwaldes.

Neben olympischen Medaillen wurden bei den nordischen Disziplinen auch Weltmeisterschaftsmedaillen vergeben. Einzige Ausnahme war die Nordische Kombination, wo lediglich olympische Medaillen verliehen wurden. Deutsche Teilnehmer waren nach dem Zweiten Weltkrieg bei den Olympische Spielen erst 1952 wieder zugelassen.

Mehr denn je dominierten die Sportler aus Skandinavien das Geschehen bei den Nordischen Ski-Wettbewerben. Alle Medaillen gingen an Schweden, Finnen und Norweger. Die beste Platzierung in einer Einzeldisziplin eines Nicht-Skandinaviers erreichte Nikolaus Stump aus der Schweiz mit einem vierten Platz in der Nordischen Kombination. Darüber hinaus gab es außer skandinavischen Sportlern, abgesehen von der Langlaufstaffel, nur noch einen Schweizer – Edi Schild, 50-km-Langlauf, Sechster – und einen Tschechoslowaken – Jaroslav Cardal, 50-km-Langlauf, Achter – auf Plätzen unter den ersten acht.

Langlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

18 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Sportler Zeit [h]
1 SchwedenSchweden Martin Lundström 1:13:50
2 SchwedenSchweden Nils Östensson 1:14:22
3 SchwedenSchweden Gunnar Eriksson 1:16:06
4 FinnlandFinnland Heikki Hasu 1:16:43
5 SchwedenSchweden Nils Karlsson 1:16:54
6 FinnlandFinnland Sauli Rytky 1:18:10
7 FinnlandFinnland August Kiuru 1:18:25
8 FinnlandFinnland Teuvo Laukkanen 1:18:51
28 OsterreichÖsterreich Karl Rafreider 1:23:19
36 OsterreichÖsterreich Josef Gstrein 1:25:04
39 OsterreichÖsterreich Engelbert Hundertpfund 1:25:41
45 OsterreichÖsterreich Hias Noichl 1:27:34
46 OsterreichÖsterreich Josef Deutschmann 1:27:43
61 OsterreichÖsterreich Paul Haslwanter 1:31:00
64 OsterreichÖsterreich Karl Martitsch 1:31:19
68 OsterreichÖsterreich Hubert Hammerschmidt 1:32:47

Datum: 31. Januar 1948, 10:00 Uhr[1]

Am Start waren 84 Läufer aus 15 Ländern, einer von ihnen gab das Rennen unterwegs auf. Gestartet wurde in Abständen von 30 Sekunden. Der Lauf zählte ebenfalls für die Kombination.

Die ersten Meldungen vom Kontrollposten bei 6 km zeigten, dass die Skandinavier bereits ziemlich geschlossen in Führung lagen. Bei der Zwischenzeit bei 12 km lagen die beiden Schweden Nils Östensson und Martin Lundström in Führung mit über einer Minute Vorsprung vor ihren Konkurrenten. In der zweiten Streckenhälfte schob sich Gunnar Eriksson im Klassement noch vor den Finnen Heikki Hasu und machte so den schwedischen Dreifachsieg perfekt. Dem als Favorit gestarteten Nils Karlsson machte hingegen die dünne Luft zu schaffen, er beendete den Lauf als enttäuschender Fünfter. Als bester Mitteleuropäer erkämpfte sich der Franzose Benoît Carrara den elften Rang, ansonsten reichte die nordische Vorherrschaft bis zum 19. Platz.

50 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Sportler Zeit [h]
1 SchwedenSchweden Nils Karlsson 3:47:48
2 SchwedenSchweden Harald Eriksson 3:52:20
3 FinnlandFinnland Benjamin Vanninen 3:57:38
4 FinnlandFinnland Pekka Vanninen 3:57:58
5 SchwedenSchweden Anders Törnkvist 3:58;20
6 SchweizSchweiz Edi Schild 4:05:37
7 FinnlandFinnland Armas Kuvaja 4:10:02
8 TschechoslowakeiTschechoslowakei Jaroslav Cardal 4:14:34
12 OsterreichÖsterreich Josef Gstrein 4:21:13
17 SchweizSchweiz Max Müller 4:30:51
19 SchweizSchweiz Louis Bourban 4:33:50

Datum: 6. Februar 1948, 10:00 Uhr[2]

Zurückzulegen war zwei Mal eine Runde über 25 km. Am Start waren 28 Läufer aus 8 Ländern, von denen 20 das Ziel erreichten. Da die Strecke um 8 Uhr teilweise mehr Eis als Schnee aufwies, wurde der Start um zwei Stunden hinausgeschoben, um die Wettkämpfer nicht unnötig Stürzen und Gefahren auszusetzen. Frühzeitig gingen die drei Schweden Nils Karlsson, Harald Eriksson und Anders Törnkvist in Führung und hatten die übrigen Teilnehmer nach 11 km bereits um über eine Minute abgehängt. Bereits früh gab es einige Ausfälle: Der Italiener Victor Borghi brach sich in der Nähe der Olympiaschanze den Ski und der Finne Martti Sipilä in der Abfahrt nach Celerina das Bein. Die meisten Nordländer lehnten im Ziel (25 km) die Zwischenverpflegung ab. Eriksson lag eine Minute vor dem Favoriten Karlsson und ihnen folgten die finnischen Brüder Benjamin Vanninen und Pekka Vanninen. Erikssons Vorsprung schmolz allerdings in der Folge und bei 36 km lag Karlsson in Führung und baute seinen Vorsprung dauernd aus. Bei 41 km betrug er bereits drei Minuten. Der schwedische Doppelsieg war frühzeitig gesichert, bei 45 km lag Eriksson fünf Minuten vor Benjamin Vanninen. Dieser verwies seinen Bruder im Schlussspurt schließlich auf den vierten Platz und gewann Bronze.

4 × 10 km-Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit [h]
1 SchwedenSchweden Schweden Nils Östensson
Nils Täpp
Gunnar Eriksson
Martin Lundström
2:32:08
2 FinnlandFinnland Finnland Lauri Silvennoinen
Teuvo Laukkanen
Sauli Rytky
August Kiuru
2:41:06
3 NorwegenNorwegen Norwegen Erling Evensen
Olaf Økern
Reidar Nyborg
Olav Hagen
2:44:33
4 OsterreichÖsterreich Österreich Josef Gstrein
Josef Deutschmann
Engelbert Hundertpfund
Karl Rafreider
2:47:18
5 SchweizSchweiz Schweiz Niklaus Stump
Robert Zurbriggen
Max Müller
Edi Schild
2:48:07
6 ItalienItalien Italien Vincenzo Perruchon
Silvio Confortola
Rizzieri Rodeghiero
Severino Compagnoni
2:51:00
7 Frankreich 1946Vierte Französische Republik Frankreich René Jeandel
Gérard Perrier
Marius Mora
Benoît Carrara
2:51:53
8 TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei Štefan Kovalčík
František Balvín
Jaroslav Zajíček
Jaroslav Cardal
2:54:56
9 JugoslawienJugoslawien Jugoslawien Tone Razinger
Anton Pogačnik
Matevž Kordež
Jože Knific
2:55:55
10 Polen 1944Polen Polen Józef Daniel Krzeptowski
Stanisław Bukowski
Tadeusz Kwapień
Stefan Dziedzic
2:59:19
11 Liechtenstein 1937Liechtenstein Liechtenstein Christof Frommelt
Arthur Meier
Xaver Frick
Egon Matt
3:35:39

Datum: 3. Februar 1948, 8:00 Uhr[3]
Höhenunterschied: 250 m

An diesem Rennen mit Massenstart nahmen elf Staffeln mit je vier Läufern teil. Alle vier schwedischen Läufer erzielten jeweils die beste Teilzeit. Am Schluss betrug ihr Vorsprung auf die Finnen neun Minuten. Beim ersten Wechsel lag Österreich noch knapp auf der dritten Position, wurde danach aber von Norwegen verdrängt.
Es gab vorerst einen Protest der Schweiz gegen Österreich, weil Rafreider mit fremder Hilfe auf der Strecke seine Ski gewachst haben soll, jedoch wurde dieser Einspruch abgewiesen.[4][5]

Spezialsprunglauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Sportler Punkte
1 NorwegenNorwegen Petter Hugsted 228,1
2 NorwegenNorwegen Birger Ruud 226,6
3 NorwegenNorwegen Thorleif Schjelderup (Skispringer) 225,1
4 FinnlandFinnland Matti Pietikäinen 224,6
5 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Gordon Wren 222,8
6 FinnlandFinnland Leo Laakso 221,7
7 NorwegenNorwegen Asbjørn Ruud 220,2
8 FinnlandFinnland Aatto Pietikäinen 215,4
19 OsterreichÖsterreich Hubert Hammerschmidt 199,8
24 OsterreichÖsterreich Gregor Höll 195,8
28 OsterreichÖsterreich Anton Wieser 192,1
35 OsterreichÖsterreich Helmut Hadwiger 181,4

Datum: 7. Februar 1948, 14:00 Uhr[6]
Diese Disziplin wird auch als Sprunglauf oder Skispringen bezeichnet.

Schanze: Olympiaschanze, St. Moritz; K-Punkt: 68 m

Es nahmen 49 Springer aus 14 Ländern teil. Drei beendeten den Wettkampf nicht. Der weiteste Sprung pro Durchgang wurde mit 60 Punkten bewertet, hinzu kamen maximal 60 Punkte für den Sprungstil. Jeweils die tiefste und höchste Wertung der fünf Kampfrichter waren Streichresultate. Maximal konnten 240 Punkte erzielt werden. Die beste Weite erzielte der Sieger Petter Hugsted mit 70 m im zweiten Durchgang. Bei den Stilnoten blieben die Norweger unerreicht, was die Grundlage ihres Dreifacherfolgs bildete.

Hier die Sprungweiten und sonstige weitere Details:
1. Alf Petter Hugsted NOR 65,0 | 70,0 | 228,1; 2. Birger Ruud NOR 64,0 | 67,0 | 226,6; 3. Thorleif Schjelderup NOR 64,0 | 67,0 | 225,1; 4. Matti Pietikäinen FIN 69,5 | 69,0 | 224,6; 5. Gordon Wren USA 68,0 | 68,5 | 222,8; 6. Leo Laakso FIN 66,0 | 69,5 | 221,7; 7. Asbjørn Ruud NOR 58,0 | 67,5 | 220,2; 8. Aatto Pietikäinen FIN 69,0 | 68,0 | 216,4
Weiters (wichtige Platzierungen bzw. beste ihrer Nationen):
9. Fritz Tschannen SUI 64,5 | 66,0 | 214,8
10. Hans Zurbriggen SUI 61,0 | 67,0 | 214,0
11. Evert Karlsson SWE 65,5 | 68,0 | 212,2
13. Willy Klopfenstein SUI 60,0 | 62,5 | 209,3
16. Miloslav Bělonožník ČSR 61,0 | 60,0 | 203,9
17. Andreas Däscher SUI 61,0 | 61,0 | 203,8
18. Bruno Da Col ITA 65,5 | 66,0 | 201,2
19. Hubert Hammerschmied AUT 61,0 | 63,0 | 199,8
22. Arsène Lucchini FRA 62,5 | 65,5 | 198,0
23. Karel Klančnik YUG 58,0 | 65,5 | 197,2
24. Gregor Höll AUT 60,0 | 62,5 | 195,8
25. James Couttet FRA 54,5 | 58,0 1| 94,3
27. Stanisław Marusarz POL 59,0 | 59,0 | 192,8
28. Anton Wieser AUT 59,0 | 61,5 | 192,1
34. Ferenc Hemrik HUN 53,0 | 61,0 | 183,3
35. Helmut Hadwiger AUT 51,0 | 56,5 | 181,4
37. Jónas Ásgeirsson ISL 57,0 | 59,5 | 179,8
38. Aldo Trivella ITA 41,5 | 59,0 | 176,6
39. William Irwin CAN 56,0 | 54,0 | 175,1
41. Janez Polda YUG 63,5 | 71,0 | 145,2
45. Igino Rizzi ITA 57,0 | 57,0 | 131,7
46. und Letzter: Laurent Bernier CAN 58,0 | 54,5 |129,3

Der anhaltende Schneefall hatte das schaulustige Publikum nicht davon abgehalten, schon in den Mittagstunden in gewaltigen Massen der Olympiaschanze zuzuwandern. Schon bei Tagesanbruch hatte es eine mindest 10 cm hohe Neuschneeschicht gegeben und es hatte weiterhin nachhaltig geschneit, so dass die Durchführung der Konkurrenz fraglich war. Dann trat ein allerdings nicht starkes Arbeiteraufgebot zur Räumung an. Man ließ den Norweger Hohl als Vorspringer herunter, dieser stürzte schwer und musste in ärztliche Pflege genommen werden. Es musste weiter mit zu geringem Aufgebot geschaufelt, der Beginn auf 14.30 h verschoben werden. Der Himmel lichtete sich, es war um 6 Grad unter dem Gefrierpunkt, der Neuschnee bremste – wie es bei den weiteren Probesprüngen ersichtlich war - jedoch nicht nach der Landung. Andreas Däscher stand den ersten 60er. Erik Lindström kam bedenklich zu Sturz, er gab auf. Auch Erkki Rajala (FIN) und Pál Ványa (HUN) waren betroffen.
Schjelderup war der erste Konkurrent mit hervorragender Leistung, seine tadellos gestandenen 64 m brachten ihm von allen Wertungsrichtern 18,5 Punkte. Wohl war Fredheim weitenmäßig um 2 m besser, doch von den Noten kamen 17, 16 und 15,5 zur Geltung. Wren erwischte den Absprung famos, es waren 68 m, wobei Richter Jarolínek (ČSR) mit 15 zu tief lag. Der Schweizer Willy Klopfenstein trat trotz seines vor 3 Tagen erlittenen schweren Trainingssturzes an, bei dem er sich eine Menge Quetschungen und Schürfungen zugezogen hatte, für seine etwas zu kurzen, aber hübschen 60 m erhielt er durchwegs die 17. Matti Pietikäinen brachte mit 69 m den weitesten Sprung des ersten Durchgang, doch wurde er nicht übermäßig gut benotet. Statt Thrane kam Birger Ruud zum Einsatz. Er hatte sich von seinem Sturz am Neujahrstag erholt. Thrane wurde sogar als „großer Favorit“ bezeichnet, er war am Vortag erkrankt. Birger Ruud's ruhige Luftfahrt, enge Skiführung und sicherer Aufsprung waren noch immer unerreicht, nur war er doch etwas vorsichtiger geworden, so dass er nicht mehr die überlegenen Weiten von früher erzielte. Er blieb um 5 m hinter dem Finnen, übertraf ihn aber stilistisch mit einmal 18 und je zweimal 18,5 und 19 klar, was auch die bestbewertete Leistung des ersten Sprunglaufes war. Fritz Tschannens 64 m brachten 15,5, dreimal 17 und 16,5. Der nachmalige Sieger Hugstedt (65 m) erhielt zweimal 18, dreimal 18,5. Hans Zurbriggen (61 m) kam auf zweimal 16,5 und 17,5 und einmal 17. A. Ruud, der den Absprung etwas verpasst hatte, wurde mit 58 m hoch benotet: Je zweimal 18 und 19 und einmal 18,5, denn Sprung und Landung waren bestechend schön. A. Pietikäinen war gleich um 11 m weiter als der Norweger, aber seine Noten waren schlechter (16, 17, 16, 17, 17). Der vierte Schwede, Lund Niels, stürzte. Die Verhältnisse besserten sich weiter, nach einer Planierung der Anlage kam Däscher wieder auf 61 m, doch seine breite Landung wurde mit zweimal 14,5, dazu 16, 16,5 und 17 scharf bestraft. Der ausgezeichnete Sprung von Schjelderup (67 m) brachten zweimal 18 und dreimal 19. Wren schloss an die norwegischen Asse an, musste sich aber mit dreimal 18, 16,5 und 17,5 zufriedengeben, was aber richtig war, denn seinem Sprung fehlte die wunderbare Ausgefeiltheit der norwegischen Superklasse. Klopfenstein hatte wieder sein Zutrauen gefunden, wurde für seine 62 m streng taxiert (16, 17,5 und dreimal 17). M. Pietikäinen legte alles für den Medaillengewinn an, es wurden 69 m, doch er kam stilistisch nicht an die Gebrüder Ruud & Co. heran (16,5, 18, 17, 18, 18). Gleich danach der zweifache Olympiasieger Ruud, er sprang 67 m, Flug und Landung waren hinreißend schön, die Noten (19,5, 18,5, 19,5, 19, 19) waren durchaus verdient. Evert Karlsson missglückte bei 68 m die Landung, das brachte durchschnittlich 15. Fritz Tschannen mit 66 m und 16,5, 17,5, 17, 17,5 und 17. Dann Hugstedt, der, wie alle Norweger, die Kante sehr präzise erwischte und mit geradezu phantastischer Ruhe und unvergleichlicher Sicherheit gelang die Landung bei 70 m – die Noten für den verdienten Sieger: 18,5, dreimal 19, 19,5. Vilhelm Hellmann konnte sich im zweiten Durchgang gewaltig mit 65 m und Noten von 17 bis 17,5 auf Rang 14 (208,1 Punkte) verbessern. Hans Zurbriggen ging aufs Ganze, 67 m waren eine seiner besten Leistungen, die auch gut (17,5, 18, 16,5, 17, 17,5) honoriert wurden. A. Ruud schaffte mit 67 m (18,5, 18,5, 19, 17,5, 18) doch noch einen guten Platz. Fazit war, dass sich die Klasse der Norweger bestätigte, die Finnen gefährliche Gegner, vor allem gefährlicher als die Schweden waren, die nicht besonders disponiert schienen. Dazu die Sonderleistung von Gordon Wren. Die Schweizer imponierten mannschaftlich, Tschannens und Zurbriggens zweiter Sprung verdienten Anerkennung. Bei den übrigen Nationen schienen die Tschechoslowaken und Jugoslawen im Kommen zu sein, während man von den Franzosen und Italienern mehr erwartet hatte.
Wohl sprang der Jugoslawe Polda im 2. Durchgang mit 71 Metern die größte Weite des Tages, allerdings mit Sturz.[7][8]

Nordische Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Sportler Punkte
1 FinnlandFinnland Heikki Hasu 448,80
2 FinnlandFinnland Martti Huhtala 433,65
3 SchwedenSchweden Sven Israelsson 433,40
4 SchweizSchweiz Nikolaus Stump 421,50
5 FinnlandFinnland Olavi Sihvonen 416,20
6 NorwegenNorwegen Eilert Dahl 414,30
7 FinnlandFinnland Pauli Salonen 413,30
8 NorwegenNorwegen Olav Dufseth 412,60
16 OsterreichÖsterreich Josef Gstrein 381,70
21 OsterreichÖsterreich Karl Martitsch 360,20
23 OsterreichÖsterreich Hubert Hammerschmidt 356,90

Langlauf: 31. Januar, 10:00 Uhr (zusammen mit der Spezialdisziplin)[9]
Skispringen: 1. Februar 1948, 14:30 Uhr
Schanze: Olympiaschanze, St. Moritz; K-Punkt: 68 m

Es nahmen 39 Athleten aus 13 Ländern teil, der Österreicher Paul Haslwanter beendete den Wettkampf nicht. Der Sieger des Langlaufs erhielt 240 Punkte, für alle folgenden gab es entsprechende Punktabzüge. Der Sprunglauf bestand erstmals aus drei Versuchen, von denen die besten zwei Sprünge in die Wertung kamen. Als große Überraschung konnte Norwegen, das bisher immer den Sieger gestellt hatte, erstmals keine Medaille gewinnen.

Das Endresultat wurde als Sensation bezeichnet, denn der große Favorit war Sven Israelsson gewesen.

Vor dem Kombinationsspringen hatte es von 11 bis 12.30 Uhr heftig geschneit, den aufkommenden Nebel fegte ein leichter Nordwind weg. Ab 13 Uhr gab es ein Trainingsspringen. Es fiel schon im ersten Durchgang die große Unterschiedlichkeit in der Notengebung auf, wobei Kampfrichter Nr. 4 beträchtlich abwich, allgemein gab es eher Noten um die 16, einige nur ab 13,5 – und die 17 oder 18 wurde nur selten gezeigt. Im zweiten Durchgang verdarb sich Salonen seine gute Ausgangsposition durch einen Sturz im Übergang zur Ebene, Gstrein (schon im ersten Durchgang mit Problemen) konnte mit Mühe einen Sturz verhindern. Hassu zeigte sich nervenstark, wirkte bei seinen 64 m im dritten Sprung sicher. Wie bei der Eröffnungsfeier, waren die Pfiffe der Fans der Amerikaner außergewöhnlich, doch keine Missfallenskundgebungen. Der Schweizer Stump hatte sehr gut begonnen, doch im 2. Durchgang hatte er zu viel Luft unter die Latten erhalten, konnte gerade noch stehen – die Noten waren niedrig (darunter eine 6 ! durch den Schweizer Willy Bürgin), so dass er im 3. Durchgang nicht alles riskieren wollte. Die Finnen hatten beim Springen einen guten Tag, und es war ihnen als gute Langläufer gelungen, schon recht hohe Kombinationsnoten vorzulegen. Die Norweger hatten weder als Läufer noch als Springer überzeugen können. Und außer den Schweizern hatten die übrigen Mitteleuropäer zurzeit nur wenige gute nordische Kombinierte.[10]

Die beste Weite erzielte der US-Amerikaner Gordon Wren mit 68,5 m im zweiten Durchgang, was ihm den zweiten Platz im Kombinationsspringen einbrachte. Sieger im Kombinationsspringen wurde der Schwede Sven Israelsson, der damit im Gesamtklassement die Bronzemedaille errang. Die beiden nach dem Langlauf führenden Finnen Heikki Hasu und Martti Huhtala konnten ihre Plätze auch im Springen verteidigen.

Beste Laufzeiten:
Hasu 1:16:43, Huhtala 1:19:28, Odden 1:21:35, Israelsson 1:21:44, Dufseth 1:21:50, Elmsäter 1:22:12, Stump 1:22:15, Sihvonen 1:22:26, Salonen 1:22:28; 10. Dahl 1:22:52, 11. Prucker 1:23:26 12. Allenbach 1:23:54; 13. Rodeghiero 1:24:12; weiters: 15. Haraldsson 1:24:21; 16. Supersaxo 1:24:29, 17. Gstrein 1:25:04, 18. Dziedzic 1:25:33, 19. R. Jeandel 1:25:57, 20. Perren 1:26:27, 22. Tassotti 1:28:16, 23. Razinger 1:28:24, 25. Haslwanter 1:31:00, 27. Martitsch 1:31:19, 29. Kadavý 1:32:17, 30. Hammerschmied 1:32:47, 34. Engen 1:37:24, 36. Wren 1:40:12, 38. Delev 1:43:29, 39. Irwin 1:44:43
Springen:
1. Israelsson 67,5 66,0 67,0; 2. Wren 66,5 68,5 66,0; 3. Engen 65,5 59,0 64,0; 4. Haraldsson 63,5 66,0 66,0; 5. Stump 65,5 63,5 60,0; 6. Huhtala 62,0 61,0 61,5; 7. Sihvonen 60,0 65,0 60,0; 8. ex aequo Hasu 57,0 61,5 64,0 & Dah 62,0 62,5 63,0; 10. Salonen 63,0 62,0 60,5; weiters: 13. Supersaxo 63,0 57,0 61,5; 14. Hammerschmied 58,5 62,0 62,5; 15 Elmsäter 56,0 61,5 58,0; 16. Dufseth 61,0 59,0 61,0; 17. Martitsch 59,0 60,0 61,0; 19. Odden 59,0 53,5 55,5; 22. Prucker 51,0 59,5 56,0; 23. Rodeghiero 57,0 58,0 56,0; 25. Gstrein 63,5 61,0 59,5; 26. Perren 56,0 57,5 56,5; 28. R. Jeandel 52,0 54,0 56,5; 29. Kadavý 51,5 55,0 55,5; 30: Irwin 51,0 51,0 51,5; 31. Dziedzic 52,0 54,5 52,0; 32. Allenbach 52,5 52,0 50,0; 33. Razinger 53,5 51,5 55,5; 36. Tassotti 46,5 52,0 42,0; 38. Delev 42,0 45,0 48,0
Gesamtresultat (inkl. Beste ihrer Nationen) – Punkte Laufen Punkte Springen Gesamtpunkte 1. Heikki Hasu FIN 240,0 208,8 448,8; 2. Martti Huhtala FIN 224,2 209,5 433,7; 3. Sven Israelsson SWE 211,5 221,9 433,4; 4. Niklaus Stump SUI 208,5 213,0 421,5; 5. Olavi Sihvonen FIN 207,0 209,2 416,2; 6. Eilert Dahl NOR 205,5 208,8 414,3; 7. Pauli Salonen FIN 207,0 206,3 413,3; 8. Olaf Dufseth NOR 211,5 201,1 412,6; 9. Erik Elmsäter SWE 209,0 202,0 411,0; 10. Clas Haraldsson SWE 197,4 213,4 410,8; 11. Olav Odden NOR 212,3 196,9 409,2; weiters 13. Alfons Supersaxo SUI 196,5 203,9 400,4; 14. Alfredo Prucker ITA 202,5 191,5 394,0; 15. Rizzieri Rodeghiero ITA 198,0 190,8 388,8; 16. Josef Gstrein AUT 193,5 188,2 381,7; 17. Theodor Allenbach SUI 199,5 176,6 376,1; 18. Gottlieb Perren SUI 186,0 187,8 373,8; 19 René Jeandel FRA 189,0 182,1 371,1; 20 Stefan Dziedzic POL 190,5 177,1 367,6; 21 Karl Martitsch AUT 162,0 198,2 360,2; 23. Hubert Hammerschmied AUT 154,5 202,4 356,9; 24. Tone Razinger YUG 176,3 176,2 352,5; 26. Corey Engen USA 132,0 214,8 346,8; 28. Alberto Tassotti ITA 177,0 165,1 342,1; 29. Gordon Wren USA 120,0 220,2 340,2; 31. Jaroslav Kadavý ČSR 157,5 181,1 338,6; 37. William Irwin CAN 99,0 181,0 280,0; 38. Nikola Delev BUL 105,0 157,1 262,1; Paul Haslwanter AUT 163,5 DNF

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationen
Platz Nation Gold Silber Bronze Gesamt
01 SchwedenSchweden Schweden 3 2 2 7
02 FinnlandFinnland Finnland 1 2 1 4
03 NorwegenNorwegen Norwegen 1 1 2 4
Sportler
Platz Sportler Gold Silber Bronze Gesamt
01 SchwedenSchweden Martin Lundström 2 - - 2
02 SchwedenSchweden Nils Östensson 1 1 - 2
03 SchwedenSchweden Gunnar Eriksson 1 1 1 2
04 FinnlandFinnland Heikki Hasu 1 - - 1
SchwedenSchweden Nils Karlsson 1 - - 1
NorwegenNorwegen Petter Hugsted 1 - - 1
SchwedenSchweden Nils Täpp 1 - - 1
08 FinnlandFinnland Martti Huhtala - 1 - 1
SchwedenSchweden Harald Eriksson - 1 - 1
NorwegenNorwegen Birger Ruud - 1 - 1
FinnlandFinnland Lauri Silvennoinen - 1 - 1
FinnlandFinnland Teuvo Laukkanen - 1 - 1
FinnlandFinnland Sauli Rytky - 1 - 1
FinnlandFinnland August Kiuru - 1 - 1
015 SchwedenSchweden Sven Israelsson - - 1 1
FinnlandFinnland Benjamin Vanninen - - 1 1
NorwegenNorwegen Thorleif Schjelderup (Skispringer) - - 1 1
NorwegenNorwegen Erling Evensen - - 1 1
NorwegenNorwegen Olaf Økern - - 1 1
NorwegenNorwegen Reidar Nyborg - - 1 1
NorwegenNorwegen Olav Hagen - - 1 1

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Skilanglauf Bei Den Olympischen Winterspielen: Liste Der Olympiasieger Im Skilanglauf, Hrsg. Bucher Gruppe, Verlag General Books, 2010, 188 Seiten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Olympische Winterspiele 1948, Resultat 18-km-Langlauf auf der offiziellen Seite des IOC
  2. Olympische Winterspiele 1948, Resultat 50-km-Langlauf auf der offiziellen Seite des IOC
  3. Olympische Winterspiele 1948, Resultat 4 × 10-km-Staffel auf der offiziellen Seite des IOC
  4. Protest gegen Österreichs Staffel. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 4. Februar 1948, S. 4.
  5. Der Schweizer Protest abgewiesen. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 5. Februar 1948, S. 4.
  6. Olympische Winterspiele 1948, Resultat Skispringen auf der offiziellen Seite des IOC
  7. «Norwegens Skispringer gewinnen erwartungsgemäß drei Medaillen»; «Sport Zürich», Nr. 20 vom 9.2.1948, Seiten 2 und 3
  8. «Unerreichte nordische Springer». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 8. Februar 1948, S. 5.
  9. Olympische Winterspiele 1948, Resultat Nordische Kombination auf der offiziellen Seite des IOC
  10. «Finnischer Doppelsieg in der nordischen Kombination!»; «Sport Zürich», Nr. 15 vom 2. Februar 1948, Seiten 1 bis 3