Olympische Winterspiele 1936/Ski Nordisch

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Olympische Winterspiele 1936
Ski Nordisch
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Nordische Kombination
Information
Austragungsort Deutsches ReichDeutsches Reich Garmisch-Partenkirchen
Datum 6. bis 15. Februar 1936
Entscheidungen 5
Lake Placid 1932

Bei den IV. Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen wurden fünf Wettbewerbe im nordischen Skisport ausgetragen. Austragungsort war das Olympia-Skistadion und die Olympiaschanze.

Neu ins olympische Programm kam die Langlaufstaffel. Neben olympischen Medaillen wurden bei den nordischen Disziplinen auch Weltmeisterschaftsmedaillen vergeben. Einzige Ausnahme war die Nordische Kombination, wo lediglich olympische Medaillen verliehen wurden.

Wie bei den Spielen zuvor sowie bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften beherrschten die Sportler aus den skandinavischen Ländern das Geschehen komplett. Sie teilten sämtliche Medaillen unter sich auf, in den Einzeldisziplinen gelang keinem Sportler aus anderen Nationen eine Platzierung unter den ersten sechs. Der vierte Platz in der Langlaufstaffel für Italien war noch das Beste, was für Sportler aus den nicht-skandinavischen Ländern herauskam.

Langlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

18 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Sportler Zeit [h]
1 SchwedenSchweden Erik-August Larsson 1:14:38
2 NorwegenNorwegen Oddbjørn Hagen 1:15:33
3 FinnlandFinnland Pekka Niemi 1:16,59
4 SchwedenSchweden Martin Matsbo 1:17:02
5 NorwegenNorwegen Olaf Hoffsbakken 1:17:37
6 NorwegenNorwegen Arne Rustadstuen 1:18:13
7 FinnlandFinnland Sulo Nurmela 1:18:20
8 SchwedenSchweden Artur Häggblad 1:18:55
...
18 Deutsches ReichDeutsches Reich Walter Motz 1:21:20
20 Deutsches ReichDeutsches Reich Georg von Kaufmann 1:22:39
27 Deutsches ReichDeutsches Reich Toni Zeller 1:24:32
28 OsterreichÖsterreich Harald Bosio 1:24:39
29 Deutsches ReichDeutsches Reich Friedl Däuber 1:24:57
36 OsterreichÖsterreich Hans Jamnig 1:26:20
39 OsterreichÖsterreich Fred Rößner 1:27:05
41 OsterreichÖsterreich Erich Gallwitz 1:27:28

Datum: 12. Februar 1936[1]

Die 18-km-Strecke hatte einen Höhenunterschied von 275 m.

Aus einem Bericht im «Sport-Zürich» in seiner Ausgabe Nr. 21 vom 19. Februar 1960 auf Seite 4 ging hervor, dass Sieger Larsson ein Bergknappe war, der das Rennen mit einer unwahrscheinlichen Leistung im Aufstieg gewonnen habe, wenngleich er noch in der Zieleinfahrt zweimal gestürzt war. Sensationen wären die Ränge 10 und 11 für die ČSR und Rang 13 für Italien gewesen. Der beste Schweizer war August Sonderegger auf Rang 26 (10 Minuten Verspätung auf den Sieger).[2]
Dieser 18-km-Langlauf am 12. Februar war gleichzeitig der erste Teil der Nordischen Kombination. Schon am Abend des 9. Februar war die Auslosung vorgenommen worden, wobei Willi Bogner mit der Nr. 1 nicht vom Glück begünstigt war, denn die nachfolgenden Läufer hatten nicht jene Klasse, die ihm einen Leistungsvergleich ermöglicht hätten.

Zum Spezialbewerb waren 75 Läufer aus 22 Nationen eingeschrieben, von denen drei (je ein Grieche, Türke und Spanier) aufgaben.
Die Strecke führte durchwegs an Nordhängen mit ausgezeichneter Schneelage. Es ging östlich in Richtung Kaltenbrunn, danach der Kanker entlang. Es gab immer wieder Auf- und Abstiege, der Hauptanstieg lag bereits nach dem Wendepunkt bei Kilometer 9, wo es oberhalb von Kaltenbrunn bei Kilometer 11,5 nach Wamberg hinauf ging. Der höchste Punkt (1.020 m) lag in einem Waldstück nach 12,5 km. Im weiteren Verlauf gab es einige Abfahrten, davon eine sehr steile, die man nicht in voller Fahrt nehmen durfte. Irgendwo war noch eine Gegensteigung – und nach Querung eines letzten Hanges und einer Holzbrücke erfolgte mit einer kurzen Schussfahrt der Einlauf ins Stadion. Die Loipe war vom ehemaligen deutschen Skimeister Martin Neuner angelegt worden.
Am Morgen des Renntages hatte es leicht geschneit, aber Spurmannschaften polierten in den Morgenstunden diese frischen Schneeflocken vollständig weg. Beim Start um 10 Uhr zeigte das Thermometer im Skistadion ca. Null Grad Celsius an. Wohl taute es gegen Schluss der Konkurrenz im Talgrund, aber an den Nordhängen, wo die Strecke verlief, hatte die zunehmende Erwärmung keinen Einfluss.
Die erwartete skandinavische Dominanz trat ein, wobei die erreichten Zeiten der Spitzenläufer um einiges unter den Schätzungen der Experten mit einer Stunde und 20 Minuten lagen. Nach der norwegischen Dominanz 1924 und 1928 gab es allerdings erneut – wie 1932 – einen (überraschenden) schwedischen Sieg. Und es waren auch wieder einmal die Läufer der Tschechoslowakei mit den Plätzen 10 und 11, welche im Ringen der Nicht-Skandinavier sich weitaus besser als die Italiener hervortaten. Die Deutschen hatten in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, doch ihre Hoffnungen, beste Mitteleuropäer zu werden, erfüllten sich nicht. Von den Italienern war bekannt, dass dort in den letzten zwei Jahren eine unübertreffliche Vorbereitung durchgeführt worden war, was allerdings auch eine finanzielle Frage war – und hier konnte die Schweiz nicht mithalten, deren Läufer sich im Rahmen der Erwartungen klassierten.[3]
Weitere Läufer der «Top Ten» und andere wichtige Namen bzw. Beste ihrer Nationen:
9. Bjarne Iversen (NOR) 1:18:56
10. Lukáš Mihalák (ČSR) 1:19:01
11. František Šimůnek (ČSR) 1:19:09
13. Vincenzo Demetz (ITA) 1:20:06
16. Severino Menardi (ITA) 1:20:34
19. Giulio Gerardi (ITA) 1:21:25
21. Gustl Berauer (ČSR) 1:23:04
22. Michał Górski (POL) 1:23:11
23. Alojz Klančnik (YUG) 1:23:18
24. Robert Gindre (FRA) 1:23:48
26. August Sonderegger (SUI) 1:24:27
30. Vello Kaaristo (EST) 1:25:11
31. Willi Bernath (SUI) 1:25:12
33. Bronisław Czech (POL) 1:25:55
34. Karl Satre (USA) 1:25:56
40. Adolf Freiburghaus (SUI) 1:27:08
47. William Clark (Bud Clark) (CAN) 1:30:20
49. Shinzo Yamada (JPN) 1:31:28
50. Pauls Kaņeps (LAT) 1:31:44
51. Eduard Müller (SUI) 1:32:04
52. Raffaele Nasi (ITA) 1:32:12
53. Hristo Kochov (BUL) 1:32:30
60. Ion Coman (ROU) 1:36:21
62. Tomás Velasco (SPA) 1:37:25
71. Francis Walter (GBR) 1:44:13
72. und Letzter: Mahmut Şevket (TUR) 2:09:36

50 km[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Sportler Zeit [h]
1 SchwedenSchweden Elis Wiklund 3:30:11
2 SchwedenSchweden Axel Wikström 3:33:20
3 SchwedenSchweden Nils-Joel Englund 3:34:10
4 SchwedenSchweden Hjalmar Bergström 3:35:50
5 FinnlandFinnland Klaes Karppinen 3:39:33
6 NorwegenNorwegen Arne Tuft 3:41:18
7 FinnlandFinnland Frans Heikkinen 3:42:44
8 FinnlandFinnland Pekka Niemi 3:41:18
...
24 Deutsches ReichDeutsches Reich Matthias Wörndle 4:03:33
25 Deutsches ReichDeutsches Reich Fritz Gaiser 4:05:44
30 Deutsches ReichDeutsches Reich Josef Ponn 4:13:12
32 Deutsches ReichDeutsches Reich Erich Marx 4:25:48

Datum: 15. Februar 1936[4]

Die 50-km-Strecke hatte einen Höhenunterschied von 380 m. An diesem Wettbewerb nahmen keine Österreicher teil.

4 × 10 km-Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit [h]
1 FinnlandFinnland Finnland Sulo Nurmela
Klaes Karppinen
Matti Lähde
Kalle Jalkanen
2:41:33,0
2 NorwegenNorwegen Norwegen Oddbjørn Hagen
Olaf Hoffsbakken
Sverre Brodahl
Bjarne Iversen
2:41:39,0
3 SchwedenSchweden Schweden John Berger
Erik-August Larsson
Arthur Häggblad
Martin Matsbo
2:43:03,0
4 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien Giulio Gerardi
Severino Menardi
Vincenzo Demetz
Giovanni Kasebacher
2:50:05,0
5 Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei Tschechoslowakei Cyril Musil
Gustav Berauer
Lukáš Mihalák
František Šimůnek
2:51:56,0
6 Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich Friedl Däuber
Wilhelm Bogner
Herbert Leupold
Anton Zeller
2:54:54,0
7 Polen 1928Zweite Polnische Republik Polen Michał Górski
Marian Woyna-Orlewicz
Stanisław Karpiel
Bronisław Czech
2:58,50,0
8 OsterreichÖsterreich Österreich Erich Gallwitz
Fred Rößner
Hans Baumann
Harald Bosio
3:02,48,0
9 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 3:03:33
10 Jugoslawien Konigreich 1918Jugoslawien Jugoslawien 3:04:38
11 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 3:06:26
12 Japanisches KaiserreichJapanisches Kaiserreich Japan 3:10:59
13 LettlandLettland Lettland 3:26:08
14 Rumänien KonigreichRumänien Rumänien 3:27:50
15 Bulgarien 1908Bulgarien Bulgarien 3:29:39
16 TurkeiTürkei Türkei 3:29:31 – schon nach 3 Läufern[5]

Datum: 10. Februar 1936[6]

Start: 9 Uhr; 6.000 Zuschauer; kaltes, windiges Wetter mit leichtem Schneetreiben.

Für die ersten drei Plätze der 16 Staffeln (die Schweiz hatte nicht genannt) kamen nur die skandinavischen Nationen in Frage, was sich dann auch in der Zeitdifferenz von 7:2 Min. zwischen Bronze und Rang 4 zeigte, wobei die Leistung der Italiener auch als großartig anzusehen war.

Aber das erwartete Duell zwischen Italien und Deutschland fand nicht statt, denn Startläufer Friedl Däuber hatte die falsche Wachswahl getroffen, so dass das Heimteam mit Rang 10 ins Hintertreffen geriet. Während Italiens Startläufer Gerardi auf Rang 3 (Rückstand 2:27 auf den führenden Oddbjørn Hagen) übergab, hatte Däuber 7:50 Rückstand. Der zweite der Deutschen, Bogner, lief fünftbeste Zeit (der Rückstand auf den besten Mann dieses Streckenabschnitts, Hoffsbakken, betrug nicht ganz 2 Minuten; allerdings stellte auch hier Italiens Menardi - mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Bogner - den besten Mitteleuropäer). Herbert Leupold lief ebenfalls fünfte Zeit, ließ Demetz um 14 Sekunden hinter sich (nur Lukáš Mihalák war von den Mitteleuropäern noch schneller). Der deutsche Langlaufmeister Anton Zeller, um 50 Sekunden besser als Kasebacher, brachte das deutsche Team noch auf den 6. Platz.

Österreich behauptete sich wider Erwarten noch vor den Franzosen, von denen viel mehr erwartet worden war. Die Türkei war schon nach dem Massenstart Schlusslicht gewesen, ihr vierter Läufer, Mahmut Şevket, musste wegen Verletzung aufgeben.

Den Zweikampf um Gold gab es erst am vierten Abschnitt, wobei Iversen mit großem Vorsprung auf Jalkanen das Stadion verlassen hatte – und wider Erwarten hatten die finnischen Betreuer die Situation als nicht aussichtslos betrachtet, denn sie wussten um die Stärke ihres Schützlings. Es kamen schon bald Meldungen von der erfolgreichen Aufholjagd des Finnen über den Lautsprecher, beim dritten Kontrollposten befand sich Jalkanen im Schlepptau von Iversen. Auf dem Rückweg ins Stadion war der Finne bereits voran, erwies sich auf den perfiden Abfahrten als Könner – und er kam mit etwa 10 Skilängen Vorsprung ins Ziel.

Die Teilzeiten der Top-Teams:

  • Gold: Finnland: Nurmela 42:36; Karppinen 39:56; Lähde 39:49; Jalkanen 39:14
  • Silber: Norwegen: Hagen 41:32; Hoffsbakken 39:33; Brohdal 39:52; Iversen 40:42
  • Bronze: Schweden: Berger 42:49; Larsson 39:39; Häggblad 40:34; Matsbo 40:01
  • 4. Italien: Gerardi 43:59; Menardi 40:59; Demetz 41:51; Kasebacher 43:16
  • 5. ČSR: Musil 45:50; Berauer 42:14; Mihalák 41:27; Šimůnek 42:25
  • 6. Deutschland: Däuber 49:22; Bogner 41:29; Leupold 41:37; Zeller 42:26
  • 7. Polen: 2:58:50
  • 8. Österreich: Rößner 49:19; Bosio 45:00; Gallwitz 45:13; Baumann 43:16

Spezialsprunglauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Sportler Punkte
1 NorwegenNorwegen Birger Ruud 232,0
2 SchwedenSchweden Sven Selånger 230,5
3 NorwegenNorwegen Reidar Andersen 228,9
4 NorwegenNorwegen Kåre Walberg 227,0
5 Polen 1928Zweite Polnische Republik Stanisław Marusarz 221,6
6 FinnlandFinnland Lauri Valonen 219,4
10 Deutsches ReichDeutsches Reich Hans Marr 214,2
12 Deutsches ReichDeutsches Reich Kurt Körner 209,3
17 Deutsches ReichDeutsches Reich Franz Haslberger 204,6
18 Deutsches ReichDeutsches Reich Paul Kraus 204,4
19 OsterreichÖsterreich Sepp Bradl 204,0
25 OsterreichÖsterreich Hans Mariacher 201,5
26 OsterreichÖsterreich Rudolf Rieger 200,4
36 OsterreichÖsterreich Franz Aschenwald 185,6

Datum: 16. Februar 1936[7]

Diese Disziplin wird auch als Sprunglauf oder Skispringen bezeichnet.

Nordische Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Sportler Punkte
1 NorwegenNorwegen Oddbjørn Hagen 430,3
2 NorwegenNorwegen Olaf Hoffsbakken 419,8
3 NorwegenNorwegen Sverre Brodahl 408,1
4 FinnlandFinnland Lauri Valonen 401,2
5 Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei František Šimůnek 394,3
6 NorwegenNorwegen Bernt Østerkløft 393,8
7 Polen 1928Zweite Polnische Republik Stanisław Marusarz 393,3
7 FinnlandFinnland Timo Murama 393,3
...
12 Deutsches ReichDeutsches Reich Willy Bogner senior 381,5
13 Deutsches ReichDeutsches Reich Josef Gumpold 380,7
15 OsterreichÖsterreich Wilhelm Köstinger Senior 375,2
17 OsterreichÖsterreich Hans Baumann 372,1
18 Deutsches ReichDeutsches Reich Fidel Wagner 371,9
21 SchweizSchweiz Oskar Julen 371,9
23 Deutsches ReichDeutsches Reich Toni Eisgruber 364,9
25 OsterreichÖsterreich Markus Maier 361,9
33 OsterreichÖsterreich Walter Delle Karth sen. 333,2

Datum: 12./13. Februar 1936[8][9] Unter den Startern im 18-km-Langlauf vom 12. Februar befanden sich 51 Kombinierer, von denen (wie im Speziallauf – allerdings waren es dort andere) drei nicht ins Ziel kamen.

Die wichtigsten Klassierten mit Zeit- und Punkteangaben waren:
1. Oddbjørn Hagen (NOR) 1:15:33 – 240,0
2. Olaf Hoffsbakken (NOR) 1:17:37 – 227,8
3. Sverre Brodahl (NOR) 1:18:01 – 225,5
4. František Šimůnek (ČSR) 1:19:09 – 219,0
5. Severino Menardi (ITA) 1:20:34 -211,0
6. Bernt Østerkløft (NOR) 1:21:37 -205,1
7. Hans Baumann (AUT) 1:22:49 – 198,5
8. Gustl Berauer (ČSR) 1:23:04 – 197,2
9. Niilo Nikunen (FIN) 1:23:59 – 192,2
10. Willy Bogner (GER) 1:24:11 – 191,2
11. Josef Gumpold (GER) 1:24:19 – 190,4
12. Fidel Wagner (GER) 1:24,33 – 189,2
13. Timo Murama (FIN) 1:24:52 - 187,5
15. Hubert Wilhelm Köstinger (AUT) 1:25:09 – 186,0
16. Johann Lahr (ČSR) 1:25:11 – 185,8
17. Willi Bernath (SUI) 1:25:12 – 185,7
18. Stanisław Marusarz (POL) 1:25:27 – 184,4
21. Oswald Julen (SUI) 1:25:43 – 183,0
26. Lauri Valonen (FIN) 1:26:34 – 178,6
27. Ernst Berger (SUI) 1:27:13 – 175,2
28. Markus Maier (AUT) 1:27:31 – 173,7
34. Rudolf Vrána (ČSR) 1:30:26 - 158.8
37. Toni Eisgruber (GER) 1:31:38 – 152,8
38. Isamo Sekiguchi (JPN) 1:32:40 – 147,7
41. Tormod Mobraaten (CAN) 1:33:28 – 143,8
46. Walter Delle Karth sen. (AUT) 1:37:14 – 125,8
48. und Letzter: Percy Legard (GBR) 1:47:47 – 76,8

SPRUNGLAUF: Die Besucherzahl bei dem bei denkbar besten Wetterverhältnissen ausgetragenen kombinierten Sprunglauf übertraf mit 70.000 jene des Herrenslaloms. Dies vielleicht auch deshalb, weil oberste Persönlichkeiten der Reichsregierung angekündigt waren, und kurz vor 11 Uhr nahmen Adolf Hitler, Reichswehrminister Werner von Blomberg, Propagandaminister Joseph Goebbels und Hermann Göring Platz.
Vor der eigentlichen Konkurrenz gab es noch Versuchssprünge, welche von einer Anzahl von Spezialspringern durchgeführt wurden.
Weil höchstens 20 Springer ein derartiges Können zeigten, mit dem sie auch in einem klassischen Sprunglauf eine Rolle gespielt hätten, stand das Springen selbst nicht auf derart hohem Niveau,. Dazu kam, dass die drei nach dem Laufen führenden Norweger, vor allem Hagen und Hoffsbakken, sich ihrer Medaillen sicher sein konnten und wenig riskierten. Etwas mehr musste Brohdal, der als mittelmäßiger Springer galt, aufpassen, der auf Šimůnek nur sechs Punkte Vorsprung aufwies. Doch weder dieser 4.-platzierte ČSR-Athlet noch der Fünfte, Severino Menardi, entpuppten sich als große Springer; Menardi rutschte eher nur über die Schanze, fiel in der Sprungwertung auf Rang 37 (und im Gesamtklassement auf Rang 20) zurück.
Gegenüber den Norwegern legten die Finnen und Schweden ordentlich los, Lauri Valonen war eine Klasse für sich, der die längsten Sprünge zeigte und er konnte damit noch von einem mittelmäßigen Platz (im Gesamtklassement der 18 km war er auf Rang 26 gelegen) in Medaillennähe vorstoßen. Eine beachtliche Steigerung gelang auch dem Polen Stanisław Marusarz (im Langlauf auf Rang 18).
Bei vielen Teilnehmern klaffte die Schere zwischen der Leistung aus dem Langlauf und jener im Springen (und umgekehrt) zu weit auseinander, so halfen dem Deutschen Toni Eisgruber und dem Österreicher Walter Delle Karth der zweite bzw. vierte Platz in diesem zweiten Teilbewerb wenig.
Seitens der Schweizer (Willi Bernath hatte mit 185,7 die beste Note aus dem Langlauf mitgebracht, Oswald Julen hatte 183,0 und Ernst Berger 175,2) erwies sich Julen als entschieden der beste Mann, wenngleich sein 20. Endrang nicht überwältigend war, andererseits war nicht mehr zu erwarten gewesen.
Von den 48 angetretenen Konkurrenten beendeten zwei den Bewerb nicht.
Ergebnis des Springens (Meter und Note):
1. Lauri Valonen (FIN) 52,0/54,5 – 222,6
2. Toni Eisgruber (GER) 51,5/49,0 – 212,1
3. Stanisław Marusarz (POL) 51,0/50,0 – 208,9
4. Walter Delle Karth sen. (AUT) 48.0/49,5 – 207,4
5. Timo Murama (FIN) 49,0/48,0 - 205,8
6. Tormod Mobraaten (CAN) 49,0/52,5 – 205,0
7. Isamo Sekiguchi (JPN) 48,0/48,5 – 203,2
8. Johann Lahr (ČSR) 49,0/53,0 – 201,6
9. Rudolf Vrána (ČSR) 48,5/49,0 – 200,6
10. Jonas Westman (SWE) 47,5/46,5 – 199,3
13. Olaf Hoffsbakken (NOR) 192,0
16. Oddbjørn Hagen (NOR) 190,3
21. Oswald Julen (SUI) 43,0/45,0 – 184,3
27. Willi Bernath (SUI) 43,5/47,0 – 180,7
31. Ernst Berger (SUI) 36,5/47,5 – 174,9

Die weiteren der „Top Ten“ und sonstige wichtige Namen bzw. Beste ihrer Länder im Gesamtklassement:
9. Johann Lahr (ČSR) 387,4
10. Niilo Nikunen (FIN) 383,8
11. Jonas Westman (SWE) 382,7
14. Gustl Berauer (ČSR) 379,1
16. Bronisław Czech (POL) 375,0
20. Severino Menardi (ITA) 368,3
21. Oswald Julen (SUI) 367,3
22. Willi Bernath (SUI) 366,4
26 Rudolf Vrána (ČSR) 359,4
27. Karl Satre (USA) 355,8
29. Isamo Sekiguchi (JPN) 350,9
30. Ernst Berger (SUI) 350,1
31. Tormod Mobraaten (CAN) 348,8
38. Leon Bebler (YUG) 316,7
42. Edgars Gruzītis (LAT) 282,7
45. Percy Legard (GBR) 249,3
46. und Letzter: William Ball (CAN) 244,7[10]

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationen
Platz Nation Gold Silber Bronze Gesamt
01 NorwegenNorwegen Norwegen 2 3 2 7
02 SchwedenSchweden Schweden 2 2 2 6
03 FinnlandFinnland Finnland 1 - 1 2
Sportler
Platz Sportler Gold Silber Bronze Gesamt
01 NorwegenNorwegen Oddbjörn Hagen 1 2 - 3
02 SchwedenSchweden Erik-August Larsson 1 - 1 2
03 NorwegenNorwegen Birger Ruud 1 - - 1
SchwedenSchweden Elis Wiklund 1 - - 1
FinnlandFinnland Sulo Nurmela 1 - - 1
FinnlandFinnland Klaes Karppinen 1 - - 1
FinnlandFinnland Matti Lähde 1 - - 1
FinnlandFinnland Kalle Jalkanen 1 - - 1
09 NorwegenNorwegen Olaf Hoffsbakken - 2 - 2
010 NorwegenNorwegen Sverre Brodahl - 1 1 2
011 SchwedenSchweden Sven Selånger - 1 - 1
SchwedenSchweden Axel Wikström - 1 - 1
NorwegenNorwegen Bjarne Iversen - 1 - 1
014 NorwegenNorwegen Reidar Andersen - - 1 1
FinnlandFinnland Pekka Niemi - - 1 1
SchwedenSchweden Nils-Joel Englund - - 1 1
SchwedenSchweden John Berger - - 1 1
SchwedenSchweden Arthur Häggblad 0 0 1 1
SchwedenSchweden Martin Matsbo - - 1 1

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Skilanglauf Bei Den Olympischen Winterspielen: Liste Der Olympiasieger Im Skilanglauf, Hrsg. Bucher Gruppe, Verlag General Books, 2010, 188 Seiten
  • Die XI. Olympischen Spiele Berlin und die IV. Olympischen Winterspiele Garmisch-Partenkirchen, 331 Seiten, Berlin & Wilmersdorf, 1936

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Olympische Winterspiele 1936, Resultat 18-km-Langlauf auf der offiziellen Seite des IOC
  2. «Sport-Zürich», Ausgabe Nr. 21 vom 19. Februar 1960, S. 4
  3. «Schweden, Finnland und Norwegen im Langlauf an der Spitze» in «Sport Zürich» Nr. 21 vom 13. Februar 1936, Seiten 1 und 2
  4. Olympische Winterspiele 1936, Resultat 50-km-Langlauf auf der offiziellen Seite des IOC
  5. «Finnland ringt Norwegen im Staffellauf nieder» in «Sport Zürich» Nr. 20 vom 12. Februar 1936, Seiten 1 und 2
  6. Olympische Winterspiele 1936, Resultat 4 × 10 km-Staffel auf der offiziellen Seite des IOC
  7. Olympic Winter Games - Men's K90 auf fis-ski.com
  8. Olympische Winterspiele 1936, Resultat Nordische Kombination auf der offiziellen Seite des IOC
  9. «Sport-Zürich», Ausgabe Nr. 21 vom 19. Februar 1960, S. 4, Artikel über „Oldboy“ Hagen und Oskar Julen aus Zermatt
  10. «Kombinierter Sprunglauf vor 70.000 Zuschauern» in «Sport Zürich» Nr. 22 vom 14. Februar 1936, Seite 1