Opel Rekord P2

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Opel
Opel Rekord P2 (1960–1963)

Opel Rekord P2 (1960–1963)

Rekord P2
Produktionszeitraum: 1960–1963
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Coupé
Motoren: Ottomotoren:
1,5–1,7 Liter
(37–44 kW)
Länge: 4515 mm
Breite: 1632 mm
Höhe: 1405–1516 mm
Radstand: 2541 mm
Leergewicht: 940–1015 kg
Vorgängermodell: Opel Rekord P1
Nachfolgemodell: Opel Rekord A

Der Opel Rekord P2 ist ein Pkw-Modell der oberen Mittelklasse[1], das Opel im August 1960 als Nachfolger des Opel Olympia Rekord P (der mit dem Erscheinen des P2 nachträglich als Rekord P1 bezeichnet wird) auf den Markt brachte. Eine Neuerung war die zunächst auswärts gebaute und später werkseigene Coupé-Version.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Die Karosserie war neu gestaltet und die Panoramascheiben – wofür das „P“ in der Modellbezeichnung stand – nicht mehr so weit herumgebogen wie beim Vorgänger, was vorn das Einsteigen erleichterte. Trotzdem hieß das neue Modell „P2“.[2]

Technisch orientierte sich Opel beim P2 an dessen Vorgängermodell, allerdings wurde der Insassenschutz in Details verbessert. Auf der Handschuhfachklappe befand sich immer noch der Schriftzug „Olympia“. Der Innenraum zeigte sich modernisiert. Auch bei dieser Modellreihe waren zweifarbige Polsterungen und zweifarbige Lackierungen erhältlich. Bei der Konstruktion des P2 wurden die Maße des Innenraums zuerst festgelegt, bevor die Karosserie geformt wurde. Die Sitz- und Einstiegsverhältnisse sollten sich deutlich verbessern. Weggefallen war die Panorama-Frontscheibe zugunsten größerer Türen. Die Sichtverhältnisse wurden dadurch nicht beeinträchtigt. Eine geringfügige Spurverbreiterung durch Verwendung anderer Räder beeinflusste das Fahrverhalten positiv, außerdem wurde der Federungskomfort verbessert. Das Chassis des P2 unterschied sich konstruktiv deutlich von dem des P1: Die Bodengruppe war mit Längs- und Querträgern verschweißt, die zur Aufnahme von Achsen und Motor dienten.

Erhältlich war das Fahrzeug als zwei- oder viertürige Stufenhecklimousine, zweitüriges Coupé, dreitüriger Kombi Caravan und als dreitüriger Lieferwagen (Kombi ohne hintere Seitenfenster) und war fast drei Jahre lang im Programm. Das Coupé, dessen Dach niedriger und hinten stärker abgeschrägt war als das der Limousine, erhielt wegen der etwas unausgewogenen Proportionen den Spitznamen „Rasender Kofferraum“. Anfangs baute Autenrieth in Darmstadt Limousinen in Coupés um, ab August 1961 fertigte das Opel-Stammwerk Rüsselsheim die Coupé-Karosserie selbst. Auf Wunsch gab es Cabrio-Umbauten von Autenrieth und dem Kölner Karosseriebauer Deutsch. Von 20 gebauten Cabrios sollen noch acht Stück existieren (Stand 2005).

Als Antriebsquelle diente die bereits im Rekord P1 verwendete Vorkriegskonstruktion des Reihen-Vierzylindermotors aus dem Opel Olympia von 1937. Motorblock und Zylinderkopf waren aus Grauguss, die Kurbelwelle vierfach gelagert. Es gab ihn mit 50 PS (37 kW) Leistung aus 1,5 Litern Hubraum oder 55 PS (40 kW) aus 1,7 Litern. Beim 1700 L wurde die Leistung auf 60 PS (44 kW) gesteigert. Der Rekord 1500 hatte ein vollsynchronisiertes Dreiganggetriebe, die Modelle 1700, 1700 L und das Coupé gab es auf Wunsch mit einem Vierganggetriebe. Alle hatten Lenkradschaltung. Über eine einteilige Kardanwelle wurde die starre Hinterachse angetrieben. Alle Modelle außer dem 1700 L mit Vierganggetriebe konnten auch mit der halbautomatischen Kupplung Saxomat von Fichtel & Sachs ausgestattet werden, die bei Opel „Olymat“ hieß. Das halbautomatische Getriebe bestand aus einer fliehkraftgesteuerten Anfahrkupplung und einer zweiten Kupplung zum Gangwechsel. Die vom Unterdruck des Motors betätigte zweite Kupplung wurde beim Schalten durch einen elektrischen Kontakt am Schalthebel aktiviert, wodurch das Kupplungspedal entfiel. Der Olymat arbeitete ähnlich dem Kupplungsautomaten „Hydrak“ in den Sechszylinder-Ponton-Mercedes (W105) mit komfortablerer, aber technisch aufwendiger hydraulischer Anfahrkupplung.

Bis zum Produktionsende im Februar 1963 liefen insgesamt 556.691 Exemplare vom Band. Im Folgemonat kam der Nachfolger Opel Rekord A auf den Markt.[1]

Parallel zum P2 gab es bis Dezember 1962 den P1 als Opel 1200 mit einfacher Ausstattung, 1,2 l Hubraum und 40 PS (29 kW) später 46 PS (34 kW) bei 4700/min[3] oder mit 1,5 Litern und 55 PS (40 kW).

Technische Daten[Bearbeiten]

Technische Daten Opel Rekord P2 (1960–1963)
  1200 (1958–1963) 1500 (1957–1959) 1500 (1960–1963) 1700 (1960–1963) 1700 S
(1962–1963)
Motor:  Vierzylinder-Reihenmotor (Viertakt-Ottomotor)
Hubraum:  1196 cm³ 1488 cm³ 1680 cm³
Bohrung × Hub:  72 × 74 mm 80 × 74 mm 85 × 74 mm
Leistung

bei 1/min: 
29 kW
(40 PS)
4400
33 kW
(45 PS)
3900
37 kW
(50 PS)
4000
40 kW
(55 PS)
4000
44 kW
(60 PS)
4100
Max. Drehmoment
bei 1/min: 
82 Nm
2500
98 Nm
2300
106 Nm
2100
120 Nm
2100
125 Nm
1700–2000
Verdichtung:  7,5 : 1 6,9 : 1 7,25 : 1 8,0 : 1
Gemischaufbereitung:  Ein Opel-Fallstromvergaser (Lizenz der US-Firma Carter Carburetor Co.)
Lufttrichter 30 mm Ø (1700 S: 36 mm)
Ventilsteuerung:  Hängende Ventile, Stoßstangen und Kipphebel
seitliche Nockenwelle, Antrieb durch Stirnräder
Kühlung:  Wasserkühlung mit Pumpe, thermostatisch geregelter Kühlmittelkreislauf
mit Dehnstoff-Thermostatventil
Getriebe:  3–Gang–Getriebe (ab 1960 auch 4–Gang–Getriebe), Lenkradschaltung
Radaufhängung vorn:  einzeln an doppelten Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator
Lenkung:  Kugelumlauflenkung, dreiteilige Spurstange
Radaufhängung hinten:  Starrachse an 2 halbelliptischen Blattfedern mit 3 (Caravan: 4) Federlagen
Bremsen:  hydraulisch betätigte Trommelbremsen, Ø 200 mm (Caravan hinten 230 mm)
Karosserie:  Stahlblech, selbsttragend
Spurweite vorn/hinten:  1260/1270 mm (ab 1960: 1265/1280 mm)
Radstand:  2541 mm
Länge:  4433 mm, ab 1960 4515 mm
Leergewicht:  910–975 kg (Caravan: 1000–1015 kg)
Höchstgeschwindigkeit:  119 km/h 125–128 km/h 130–132 km/h 135–140 km/h
0–100 km/h:  33 s 24–27 s 20–22 s 20 s
Verbrauch (Liter/100 km):  9,0 l Normal 9,5–10,5 l Normal 9,5 l Super

Quellen[Bearbeiten]

  • Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1975. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-87943-391-7, S. 88–93.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Opel Rekord P2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eckhart Bartels, Rainer Manthey: Opel: Fahrzeug-Chronik Band 2: 1952–1990. Podszun, Brilon 2012, ISBN 978-3861336204, S. 8/9 und 26.
  2. Goldenes Jubiläum: Der Opel Rekord wird 50 vom 23. Mai 2013 auf media.gm.com, abgerufen am 2. Oktober 2014
  3. http://tocmp.org/opel/1200/1962/08.jpg