Opel Kadett A

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Opel
Opel Kadett (1962–1965)

Opel Kadett (1962–1965)

Kadett A
Produktionszeitraum: 1962–1965
Klasse: Untere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Coupé
Motoren: Ottomotoren:
1,0 Liter
(29–35 kW)
Länge: 3920 mm
Breite: 1470 mm
Höhe: 1410 mm
Radstand: 2325 mm
Leergewicht: 670 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Opel Kadett B
Heckansicht

Der Kadett A von Opel war das erste Modell der bis heute produzierten Pkw-Baureihe Kadett/Astra. Das seinerzeit zur unteren Mittelklasse zählende Modell war einschließlich Motor völlig neu konstruiert. Der Typ wurde ab 1962 im dafür neu errichteten Opel-Werk Bochum gefertigt. Im September 1965 löste ihn der Kadett B ab.

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit diesem Modell ließ Opel den alten Namen Kadett wieder aufleben. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war von Herbst 1936 bis Mitte 1940 ein Opel Kadett in Rüsselsheim produziert worden.

1957 erhielt Dr.-Ing. Karl Stief (von 1934 bis 1959 Opel-Chefkonstrukteur) von der US-Zentrale des Opel-Mutterkonzerns General Motors den Auftrag, einen „perfekten Anti-VW“, gemeint war der VW Käfer, zu konstruieren. Stief trieb mit seinen Assistenten Hans Mersheimer (Karosserie) und Werner K. Strobel (Motor und Fahrwerk) die Entwicklungsarbeiten so heimlich voran, dass kaum etwas über die Entwicklungsgeschichte des Kadett A bekannt geworden ist. Erst beim Baubeginn des neuen Opel-Werkes Bochum 1960 erfuhr die Öffentlichkeit, dass Opel an einem neuen Kleinwagen arbeitete, der im Juni 1962 für 5075,– DM (L-Version: 5525,– DM) auf den Markt kam. Inflationsbereinigt in heutiger Währung entsprechen dies 11.000 bzw. 11.900 Euro.[1]

Der Kadett war völlig anders konzipiert als der marktbeherrschende VW Käfer. Die Karosserie bot den Insassen mehr Platz, bessere Sicht und einen größeren Kofferraum. Der wassergekühlte Kadett hatte, anders als der luftgekühlte Käfer, eine tadellos funktionierende Heizung sowie bessere Fahrleistungen bei geringerem Kraftstoffverbrauch. Antrieb und Fahrwerk waren konventionell: Der vorn längs eingebaute Motor trieb über ein Vierganggetriebe mit einer damals „Knüppelschaltung“ genannten Mittelschaltung, eine einteilige Welle und ein Kardangelenk die blattgefederte hintere Starrachse (Deichselachse). Die Vorderräder waren ebenfalls blattgefedert und an ungleich langen doppelten Querlenkern einzeln aufgehängt. Die querliegende Feder bezeichnete Opel als „Weitspalt-Halbfeder“. Sie war an zwei Punkten gelagert und diente so auch als Stabilisator. Die Bremsanlage mit hydraulisch betätigten Trommelbremsen vorne und hinten erzeugte für damalige Verhältnisse auch ohne Bremskraftverstärker ausreichende Bremsverzögerung bei geringen Pedalkräften.

Nur in der Lebensdauer war der VW Käfer überlegen, denn obwohl der Kadett-Motor als sehr zuverlässig galt (die Konstruktion wurde bis in die 1990er-Jahre verwendet), war der Kadett A schon Mitte der 1970er-Jahre im Gegensatz zu gleich alten VW-Käfern aus dem deutschen Straßenbild weitgehend verschwunden, da die Karosserie nicht gut gegen Korrosion geschützt war.

Das ab September 1962 hergestellte sportliche Coupé zum Preis von 5775 DM trug dazu bei, Opel vom biederen „Hosenträger-Image“ der 1950er-Jahre zu befreien. 53.468 Coupés verließen das Bochumer Werk.

Der ab März 1963 gebaute Caravan 1000 für 5445 DM ist das heute in Deutschland seltenste Modell der Kadett-A-Reihe. Viele wurden exportiert, der Rest als „Arbeitstiere“ im Alltag verschlissen. Mit dem luxuriös ausgestatteten Kadett A Caravan 1000 „Privat“ verlor der Kombi seinen Ruf als schmuddeliges Handwerkerauto und wurde zur praktischen Familienlimousine mit großem Laderaum.

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 96 kg schwere 1,0-Liter-Motor des Kadett A war der erste nach dem Krieg bei Opel völlig neu entworfene Motor. Der neue Kurzhuber mit hängenden Ventilen und einer Leistung von 40 PS (29 kW) bei 5000 min−1 unterschied sich grundlegend von den anderen Vierzylindern des Unternehmens, die noch auf dem ab 1937 im Opel Olympia verwendeten Motor basierten.

Anstelle von Stirnrädern trieb eine Einfach-Rollenkette mit hydraulischem Spanner die seitlich hoch liegende Nockenwelle an. Der leichte Ventiltrieb aus Blechkipphebeln und hohlen Stoßstangen erlaubte hohe Drehzahlen – über 6000 min−1 waren möglich.

Die Kolben aus einer Aluminiumlegierung waren mit Bimetall-Dehnstreifen (Autothermik) versehen, um die Wärmeausdehnung zu kontrollieren und wirkten auf die geschmiedete und dreifach gelagerte Kurbelwelle. Der einfach gegabelte Ansaugkrümmer war aus Leichtmetall und saß oben auf dem Zylinderkopf. Der 40-PS-Motor konnte mit Normalbenzin (90 Oktan) betrieben werden.

Das Coupé hatte serienmäßig den auf eine Leistung von 48 PS (35 kW) gesteigerten 1,0-„S“-Motor, der ab September 1963 auch für die anderen Karosserievarianten als Kadett „Super“ erhältlich war. Die um zwanzig Prozent höhere Leistung wurde mit einem geänderten Ansaugkrümmer, einer anderen Kolben- und Nockenwellenausführung sowie einem höheren Verdichtungsverhältnis erreicht. Daher benötigten die „S“-Motoren auch Superkraftstoff mit 98 Oktan.

Die Motorkonstruktion wurde von Opel mit einem bis auf 1,2 Liter vergrößerten Hubraum und mehreren Leistungssteigerungen bis Anfang der 1990er-Jahre in verschiedenen Modellen verwendet.

Getriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schaltgetriebe war „vollsynchronisiert“, d.h. inklusive des ersten Ganges. Durch Synchronringe mit Sperrklinken erfolgte die „Sperrsynchronisierung“: der Gang konnte erst eingelegt werden, wenn Zahnrad und Schaltmuffe gleiche Drehzahl hatten. Das so „voll- und sperrsynchronisierte“ Vierganggetriebe wurde über einen langen Mittelschalthebel („Knüppelschaltung“) betätigt. Dies war für Opel ungewöhnlich, da die größeren „Rekord“- und „Kapitän“-Modelle jener Zeit serienmäßig ausnahmslos Dreiganggetriebe und Lenkradschaltung hatten.

Karosserie- und Ausstattungsvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktionszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kadett A lief während seiner relativ kurzen Produktionszeit von Juni 1962 bis August 1965 in insgesamt 649.512 Exemplaren vom Band. Darin enthalten sind die CKD-Bausätze, die ab 1963 in den GM-Werken in Südafrika, Dänemark, Belgien, Portugal, Uruguay, Peru und Venezuela montiert wurden.

USA-Export[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Februar 1964 bis Herbst 1965 wurde der Kadett A auch in die USA exportiert, wo er über etwa 500 Buick-Händler verkauft wurde. Im Programm standen die zweitürige Limousine und der Caravan (1,0 Liter, 46 SAE-Brutto-PS/34 kW) und das hier Sports Coupe genannte Coupé (1,0 Liter, 54 SAE-Brutto-PS/40 kW).

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Beträge wurden mit der Vorlage:Inflation ermittelt, sind auf volle 100 Euro gerundet und beziehen sich auf den vergangenen Januar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Dierkes: Opel Kadett A – Bochum, ich komm' aus dir. Delius Klasing, Bielefeld 2007. ISBN 978-3-7688-1918-3.
  • Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1990, Band 3. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2003. ISBN 3-613-02116-1.
  • Mike Covello: Standard Catalog of Imported Cars 1946–2002. Krause Publishing, Iola 2006. ISBN 0-87341-605-8.
  • Dieter Korp: Jetzt helfe ich mir selbst, Band 5. Motorbuch Verlag, Stuttgart, 6. Auflage 1971.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Opel Kadett A – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien