Ruffieu

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Ruffieu
Ruffieu (Frankreich)
Ruffieu
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Ain
Arrondissement Belley
Kanton Hauteville-Lompnes
Gemeindeverband Bugey Sud
Koordinaten 46° 0′ N, 5° 40′ OKoordinaten: 46° 0′ N, 5° 40′ O
Höhe 605–1.195 m
Fläche 14,03 km2
Einwohner 184 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 13 Einw./km2
Postleitzahl 01260
INSEE-Code

Ortseingang von Ruffieu

Ruffieu ist eine französische Gemeinde mit 184 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Kanton Hauteville-Lompnes und zum Arrondissement Belley.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruffieu liegt auf 728 m, etwa 26 Kilometer nördlich der Stadt Belley und 41 km südöstlich der Präfektur Bourg-en-Bresse (Luftlinie). Das Bauerndorf erstreckt sich im südöstlichen Bugey, an aussichtsreicher Lage am westlichen Talhang des Séran, in der Talschaft des Valromey, am Ostfuß des vom Planachat nordwärts reichenden Höhenzuges.

Die Fläche des 14,03 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Valromey. Das Valromey bildet eine breite Senke zwischen zwei hohen, in Nord-Süd-Richtung orientierten Jurakämmen. Die östliche Gemeindegrenze verläuft entlang dem Séran, welcher in der offenen Talniederung des oberen Valromey südwärts fließt. Vom Flusslauf erstreckt sich das Gemeindeareal westwärts über den Hang von Ruffieu bis auf den anschließenden breiten Höhenrücken, der überwiegend von Wald bedeckt ist. Auf einer Kuppe im Bois de la Valorse wird mit 1199 m die höchste Erhebung von Ruffieu erreicht.

Zu Ruffieu gehören der Weiler Préoux (690 m) im Tal des Séran sowie einige Gehöfte. Nachbargemeinden von Ruffieu sind

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Ruffieu war bereits während der Römerzeit besiedelt.[1]

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1135 unter dem Namen Rufiacus. Im weiteren Verlauf erschienen die Bezeichnungen Rufeu (1267), Ruffiacus und Ruffiou (1345).[2] Der Ortsname geht auf den gallorömischen Personennamen Ruffius zurück und bedeutet so viel wie Landgut des Ruffius.

Seit seiner ersten Erwähnung bildete Ruffieu eine Pfarrei, die von Ceyzérieu abhängig war. Das Dorf gehörte im Mittelalter zur Herrschaft des Valromey, die unter der Oberhoheit der Grafen von Savoyen stand.[2] Mit dem Vertrag von Lyon gelangte Ruffieu im Jahre 1601 an Frankreich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche Saint-Didier stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert, wurde aber im 17. Jahrhundert weitgehend neu erbaut. Im alten Ortskern sind verschiedene Bauernhäuser im traditionellen Stil aus dem 17. bis 19. Jahrhundert erhalten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 243
1968 232
1975 187
1982 162
1990 144
1999 188
2006 172
2014 187

Mit 184 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) gehört Ruffieu zu den kleinen Gemeinden des Département Ain. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich abgenommen hatte, wurde seit Beginn der 1990er Jahre wieder eine Konstanz erreicht.[3] Die Ortsbewohner von Ruffieu heißen auf Französisch Ruffiolan(e)s.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruffieu war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft und Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf dank der schönen Lage auch zu einer Wohngemeinde gewandelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an einer Departementsstraße, die von Artemare nach Brénod führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit Hotonnes und über den Col de la Rochette mit Hauteville-Lompnes.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sandrine Bailly (* 1979), französische Biathletin, Gesamtweltcupsiegerin 2005 und mehrfache Medaillengewinnern bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, wohnt im Ort.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ruffieu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. André Buisson: Carte Archéologique de la Gaule - Ain 01. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 1990, ISBN 2-87754-010-3, S. 67 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b É. Philipon: Dictionnaire Topographique du Département de l’Ain. Imprimerie Nationale, 1911, S. 364 (französisch, online [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]).
  3. Ruffieu – notice communal. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 14. Juni 2015 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).