Costa Crociere

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Costa Crociere S.p.A.
CostaCrociere Logo.svg
Rechtsform S.p.A.
Tochtergesellschaft der Carnival Corporation & plc
Gründung 1854
Sitz Genua
ItalienItalien Italien
Leitung seit 1. Juli 2012 Michael Thamm (CEO)
Mitarbeiter 13.000
Branche Kreuzfahrten
Website www.costacruise.com

Costa Crociere S.p.A. ist eine der zwölf Kreuzfahrtgesellschaften der Carnival Corporation & plc mit Firmensitz in Genua, Italien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Der italienische Schifffahrtskonzern wurde 1854 von Giacomo Costa als Giacomo Costa fu Andrea gegründet. Zum Unternehmen gehören die Marken Costa Kreuzfahrten, AIDA Cruises und die 2006 gegründete Marke Costa Asia. Markenzeichen von Costa Crociere ist der zylinderförmige gelbe Schornstein mit dem blauen Großbuchstaben „C“.

Anfangs wurden hauptsächlich Olivenöl und Stoffe transportiert. Im November 1946 erwarb die Reederei die amerikanische William Luckenbach, die ehemalige Pommern des Norddeutschen Lloyd und Rappahannock der US Navy, ließ Kabinen für 50 Passagiere einbauen, nannte das Schiff Maria C und begann mit ihm einen Liniendienst von Genua nach Montevideo und Buenos Aires. Die Maria C war das erste Schiff der Gesellschaft, das Passagiere beförderte. 1948 nannte sich die Reederei um in Linea C und war in zunehmendem Maße im Passagierdienst tätig. Am 31. März 1948 fand die erste Überfahrt von Genua nach Rio de Janeiro statt. Ab 1950 fuhren immer mehr Schiffe im Dienst der Reederei.

In den 1960er Jahren bot das Unternehmen als erster Betreiber weltweit Kreuzfahrten in die Karibik an. Ab 1980 verlagerte sich die Geschäftstätigkeit immer mehr auf Kreuzfahrten. 1986 wurde die Firma radikal umorganisiert und heißt nunmehr Costa Crociere S.p.A.

1997 wurde Costa Crociere S.p.A. von Carnival Corporation und Airtours plc aufgekauft. Im Jahr 2000 erwarb Carnival die vollständige Kontrolle über Costa Kreuzfahrten. 2001 bestand die Flotte aus acht Kreuzfahrtschiffen und wuchs weiter an. 2009 erfolgte die Auslieferung der Costa Pacifica, des größten je in Italien gebauten Passagierschiffes.

Am 1. November 2004 wurde die AIDA Cruises erworben.

Seit dem 1. Juli 2012 hat der bis dahin CEO der AIDA Cruises gewesene Michael Thamm die Führung der Costa Crociere S.p.A. übernommen. [1]

Costa Asia[Bearbeiten]

Costa Asia ist eine im Mai 2006 gegründete Tochter der Reederei. Die Idee dahinter ist, dass man ein Schiff, die Costa Allegra, ähnlich wie man drei Jahre lang mit der Costa Marina unter dem Motto „La deutsche Vita“ verfahren ist, komplett für den asiatischen Markt umstrukturiert. Das Schiff wird Kreuzfahrten ab/bis Hong Kong anbieten, die ausschließlich für asiatisches Publikum vorgesehen sind, sprich gar nicht im üblichen Programm der Reederei vorkommen. Mit diesem Konzept will Costa, speziell die Carnival Corporation & plc, sich auf einem stetig wachsenden Kreuzfahrtenmarkt wie dem asiatischen stärken, da amerikanische Reedereien dort nur ein paar Flusskreuzfahrten anbieten. Dafür hat Costa extra Büros in Hongkong und Shanghai sowie ein extra für Costa Asia eingerichtetes Callcenter in China eröffnet. Ab dem 23. März 2007 jedoch sind die Reisen der Costa Allegra wieder weltweit buchbar.

Das Unternehmen[Bearbeiten]

Strategie[Bearbeiten]

Die Costa Classica im Mai 2009 in Shanghai

Die Marke Costa Kreuzfahrten verfolgt seit dem Jahr 2000 eine umfangreiche Expansionsstrategie. In einem Zeitraum von 13 Jahren investiert das Unternehmen rund 5,5 Milliarden Euro in neue Schiffe, die Kapazitäten ab 2.680 Passagiere besitzen. Die Anzahl der Schiffe stieg innerhalb der letzten zehn Jahre auf Grund des Flottenexpansionsprogramms von sechs auf vierzehn an. Bis 2012 wird das Unternehmen 17 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von 46.400 Passagieren besitzen. Auch die Passagierkapazitäten wuchsen mit Zunahme der Schiffsanzahl enorm an. Der Trend geht bei den neugebauten Schiffen zu immer größeren Schiffseinheiten mit immer höheren Passagierkapazitäten. Dies liegt daran, dass die zahlreichen Unterhaltungseinrichtungen untergebracht werden müssen, um den Schiffen den Charakter schwimmender Resorts zu verleihen. Aber nicht nur die Flotte unterliegt einem ausgedehnten Expansionsprogramm, auch bezüglich der Fahrtgebiete und Routen entwickelt Costa immer wieder innovative Programme. Um neue Zielgruppen zu erreichen und zusätzliche Buchungen zu generieren, bot das italienische Unternehmen im Jahr 2006 beispielsweise als weltweit erste Reederei Kreuzfahrten in Asien an. Ein Jahr später folgte mit Mauritius und dem Indischen Ozean ein weiteres unerschlossenes Fahrtgebiet, das zuvor von keiner anderen Reederei angeboten wurde. Für Dezember 2011 wurde zum ersten Mal nach Jahrzehnten wieder eine Weltumrundung angeboten. Ausführendes Schiff war die Costa Deliziosa, sie führte die Teilnehmer in 100 Tagen um die Erde. Bereits vier Tage nach Bekanntgabe war diese Reise ausgebucht.

Positionierung[Bearbeiten]

Charakteristika für die Einordnung von Reedereien in das Marktsegment „Zeitgemäße Kreuzfahrt“ sind Quantität, ein sehr großes Freizeit- und Sportangebot sowie der Resort-Charakter eines Schiffes. Weitere Kennzahlen für dieses Segment sind ein Passagier-Platz-Verhältnis (PSR), das kleiner als 45 und ein Passagier-Crew-Verhältnis (PCR), das größer als 2 ist. Die Costa-Schiffe besitzen ein durchschnittliches PSR von 30,49 und ein durchschnittliches PCR von 2,94. Vor allem die seit 2000 neu gebauten Schiffe mit Kapazitäten ab 2.680 Passagieren sind auf den Massenmarkt ausgerichtet und bieten dem Reisenden zahlreiche Unterhaltungs-, Sport- und Wellnesseinrichtungen sowie eine legere und ungezwungene Atmosphäre. Auf Grund dieser Merkmale ist das Unternehmen Costa Kreuzfahrten dem Marktsegment „Zeitgemäße Kreuzfahrt“ zuzuordnen.

Gästestruktur[Bearbeiten]

Mit dem Konzept „Italian-Style-Cruising“ spricht das Unternehmen ein sehr breites Publikum an. Je nach Saisonzeit und Fahrtgebiet unterscheidet sich die Gästestruktur auf den Schiffen der Reederei erheblich. Im Sommer befinden sich beispielsweise sehr viele Familien mit Kindern und Hochzeitsreisende an Bord. In der Nebensaison ist die Gästestruktur eher durch Paare unterschiedlichen Alters geprägt. Im Sommer werden Nordeuropakreuzfahrten teilweise ab den deutschen Häfen Hamburg, Kiel und Warnemünde angeboten. Erwartungsgenäß sind bei diesen Fahrten viele deutsche Gäste an Bord, weshalb das Bordprogramm stärker auf deutsche Gäste ausgerichtet ist als bei anderen Kreuzfahrten.

Daten[Bearbeiten]

Costa Mediterranea
  • Fahrgebiete: Mittelmeer, Nordeuropa, Transatlantik, Kanaren, Karibik, Vereinigte arabische Emirate, Ostasien, Südamerika und der indische Ozean
  • Kreuzfahrtterminals: Eigenes Abfertigungsgebäude in Savona (Ligurien); weitere Neubauten in Barcelona und Civitavecchia (Rom). Costa Crociere ist an zwei weiteren Abfertigungs- bzw. Hafenterminals beteiligt: Terminal Napoli in Neapel und Casa de Campo in La Romana in der Dominikanischen Republik, von wo aus ihre Tochtergesellschaft Aida Cruises im Winter in See sticht.
  • Mai 2006: Die Costa Allegra wird nach Hongkong überführt und fährt für Costa Asia.
  • Januar 2012: Die Costa Concordia läuft nahe der toskanischen Küste auf Grund.

Flotte[Bearbeiten]

Aktuelle Schiffe[Bearbeiten]

Zu Beginn des Jahres 2012 betrieb Costa Crociere 15 Kreuzfahrtschiffe. Am 3. August 2011 wurde ein neues Kreuzfahrtschiff bei der italienischen Fincantieri bestellt. Dieser 10. und mit 4930 Passagieren sowie 132.500 BRZ größte Neubau soll im Oktober 2014 abgeliefert werden.[2] Das Schiff wird den Namen Costa Diadema tragen. Der Baubeginn war am 10. Dezember 2012.[3]

Name Indienst-
stellung
Vermessung
(BRZ)[4]
Bauwerft Bauklasse Status/Bemerkungen
Costa Atlantica 2000 85.619 Kvaerner Masa Yards AB, Turku Spirit-Klasse in Dienst
Costa Classica 1991 52.926 Fincantieri S.p.A., Monfalcone in Dienst
Costa Deliziosa 2010 92.720 Fincantieri S.p.A., Marghera Vista-Klasse in Dienst seit Februar 2010
Costa Fascinosa 2012 114.500 Fincantieri S.p.A., Marghera Concordia-Klasse in Dienst seit Mai 2012
Costa Favolosa 2011 113.216 Fincantieri S.p.A., Marghera Concordia-Klasse in Dienst seit Juni 2011
Costa Fortuna 2003 102.587 Fincantieri S.p.A., Monfalcone Triumph-Klasse in Dienst seit November 2003
Costa Luminosa 2009 92.720 Fincantieri S.p.A., Marghera Vista-Klasse in Dienst seit Juni 2009
Costa Magica 2004 102.587 Fincantieri S.p.A., Monfalcone Triumph-Klasse in Dienst seit November 2004
Costa Mediterranea 2003 85.619 Kvaerner Masa Yards AB, Turku Spirit-Klasse in Dienst
Costa Pacifica 2009 114.288 Fincantieri S.p.A., Sestri Ponente Concordia-Klasse in Dienst seit Juni 2009
Costa neoRomantica 1993 53.049 Fincantieri S.p.A., Monfalcone ehemals „Costa Romantica“; Umbau von Oktober 2011 bis Januar 2012 zur „Costa neoRomantica“[5]
Costa Serena 2006 114.147 Fincantieri S.p.A., Sestri Ponente Concordia-Klasse in Dienst seit Mai 2007
Costa Victoria 1996 75.166 Lloyd Werft, Bremerhaven in Dienst
Costa Voyager 2000 24.430 Blohm + Voss, Hamburg im Charter seit 2010
gebaut als „Voyager“ für Royal Olympic Cruise Lines
Costa Diadema 2014 132.500 Fincantieri S.p.A. in Bau

Ehemalige Schiffe (Auswahl)[Bearbeiten]

Name Indienst-
stellung
Vermessung
(BRT/BRZ)
Bauwerft Reederei-
dienst
Verbleib/Bemerkungen[6]
Andrea C. 1944 7.800 Todd-California SB. Corp., San Francisco 1946–1982 gebaut als „Ocean Virtue“ für USMC
Anna C. 1928 11.736 Lithgows Ltd., Port Glasgow 1947–1971 1971 abgewrackt
gebaut als „Southern Prince“ für Prince Line
Bianca C. 1947 17.408 Societé Prov. de Cons. Navales S.A., La Seyne 1958–1961 1961 nach Explosion und Brand vor Grenada gesunken
gebaut als „La Marseillaise“ für Messageries Maritimes
Carla C. 1952 20.469 Ateliers et Chantiers de France S.A., Dunkerque 1968–1992 1994 nach Brand abgewrackt
gebaut als „Flandre“ für Compagnie Générale Transatlantique / 1987–1992 als „Carla Costa“
Costa Allegra 1969 28.597 Oy Wärtsilä AB, Turku
T. Mariotti, Genua
1990–2012 gebaut als Containerschiff „Annie Johnson“ für Rederi AB Nordstjernan.
Nach einem Brand im Maschinenraum am 27. Februar 2012 abgewrackt.
Costa Concordia 2006 114.147 Fincantieri S.p.A., Sestri Ponente 2006–2012 am 13. Januar 2012 vor Giglio auf Grund gelaufen und auf Felsvorsprung teilweise gesunken.
Wird zur Abwrackung vorbereitet.
Costa Europa 1986 54.763 Meyer Werft GmbH, Papenburg 2002–2010 2010 als „Thomson Dream“ an TUI UK Ltd
gebaut als „Homeric“ für Home Lines
Costa Marina 1969 25.558 Oy Wärtsilä AB, Turku
T. Mariotti, Genua
1988–2011 2011 als „Harmony Princess“ an Harmony Cruises
gebaut als „Axel Johnson“ für Rederi Ab Nordstjernan
Costa Riviera 1963 27.905 Cantieri Riuniti dell'Adriatico S.p.A., Monfalcone 1983–2002 2002 abgewrackt
gebaut als „Guglielmo Marconi“ für Lloyd Triestino
Costa Tropicale 1981 36.674 Aalborg Vaerft A/S, Aalborg 2002–2005 2005 als "Pacific Star" für P&O Australia
gebaut als "Tropicale" für AVL Marine, verchartert an Carnival Cruise Lines
Danae 1954 16.531 Harland & Wolff, Belfast 1979–1992 1992 an Harbor Maritime
gebaut als „Port Melbourne“ für Port Line
Daphne 1954 15.833 Swan, Hunter & Wigham, Richardson Ltd., Newcastle 1979–1996 1996 verchartert, 2001 an Dreamline Cruises
gebaut als „Port Sydney“ für Port Line
Enrico C. 1951 15.889 Swan, Hunter & Wigham, Richardson Ltd., Newcastle 1965–1994 2001 abgewrackt
gebaut als „Provence“ für Société Générale des Transports Maritimes / 1987–1994 als „Enrico Costa“
Eugenio C. 1966 30.567 Cantieri Riuniti dell'Adriatico S.p.A., Monfalcone 1966–1997 2005 abgewrackt
1987–1997 als „Eugenio Costa“
Federico C. 1958 20.416 Ansaldo S.p.A., Sestri Ponente 1958–1983 2000 gesunken
Flavia 1947 15.465 John Brown & Co. Ltd., Clydebank 1969–1982 1989 nach Brand abgewrackt
gebaut als „Media“ für Cunard Line
Franca C. 1914 6.806 Newport News SB & DD Co., Newport News 1952–1977 aufgelegt als „Doulos
gebaut als „Medina“ für Mallory Line

Literatur[Bearbeiten]

  • Dickinson B., Vladimir A., Selling the Sea. An Inside Look at the Cruise Industry, 2. Auflage, Hoboken, New Jersey 2008
  • Mancini M., Cruising: A Guide to the Cruise Line Industry, 2. Auflage, New York 2004
  • Schäfer C., Kreuzfahrten. Die touristische Eroberung der Ozeane, Dissertation, Nürnberg 1998
  • Schulz A., Verkehrsträger im Tourismus. Luftverkehr – Bahnverkehr – Straßenverkehr – Schiffsverkehr, München 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Costa Kreuzfahrten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. welt.de: "Ein Deutscher wird Chef bei Unglücksrederei
  2. Pascal Wepner, Schiffe und Kreuzfahrten: Costa Kreuzfahrten bestellt neues Schiff auf der Fincantieri Werft in Italien. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  3. [1]
  4. Equasis - French Ministry for Transport: Registerdaten der Schiffe. Abgerufen am 16. Januar 2012.
  5. Pascal Wepner, Schiffe und Kreuzfahrten: Aus "Costa Romantica" wird für 90 Millionen Euro die "Costa neoRomantica". Abgerufen am 16. Januar 2012.
  6. Micke Asklander: Fakta om Fartyg - Costa Crociere. Abgerufen am 16. Januar 2012.