Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

&nbsp

Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen
Frontex

Logo der FRONTEX

Sitz der Frontex in Warschau
Englische Bezeichnung European Agency for the Management of Operational Cooperation at the External Borders of the Member States of the European Union
Französische Bezeichnung Agence européenne pour la gestion de la coopération opérationnelle aux frontières extérieures
Polnische Bezeichnung Europejska Agencja Zarządzania Współpracą Operacyjną na Granicach Zewnętrznych Państw Członkowskich Unii Europejskiej
Organisationsart Agentur der Europäischen Union
Status Einrichtung des europäischen öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit
Sitz der Organe

Warschau, Polen

Vorsitz Ilkka Laitinen
Gründung

26. Oktober 2004[1]

www.frontex.europa.eu

Die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Frontex; englisch European Agency for the Management of Operational Cooperation at the External Borders of the Member States of the European Union; französisch Agence européenne pour la gestion de la coopération opérationnelle aux frontières extérieures) ist eine Gemeinschaftsagentur der Europäischen Union mit Sitz in Warschau.[2][3][4] Sie ist zuständig für die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten an den Außengrenzen der EU. Frontex wurde im Jahr 2004 durch die Verordnung (EG) 2007/2004 des Rates der Europäischen Union vom 26. Oktober 2004 errichtet.[1] Diese wurde durch die Verordnung (EG) 1168/2011 des Rates der Europäischen Union vom 25. Oktober 2011 geändert.[5]

Der Finne Ilkka Laitinen ist seit 2005 Chef der Agentur.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Agentur koordiniert die operative Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Bereich des Schutzes der Außengrenzen, unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Ausbildung von nationalen Grenzschutzbeamten und legt unter anderem gemeinsame Ausbildungsnormen fest.[6] Außerdem erstellt sie Risikoanalysen, verfolgt die Entwicklungen der für die Kontrolle und Überwachung der Außengrenzen relevanten Forschung, unterstützt die Mitgliedstaaten in Situationen, die eine verstärkte technische und operative Unterstützung an den Außengrenzen erfordern, und leistet die erforderliche Hilfe bei der Organisation gemeinsamer Rückführungsaktionen der Mitgliedstaaten.[7] Nach der EU-Strategie der inneren Sicherheit[8] soll Frontex in Zukunft einen stärkeren Beitrag zur Kriminalitätsbekämpfung an den Grenzen leisten.[9]

Die rechtliche Grundlage von Frontex bietet die am 26. Oktober 2004 vom Rat der EU erlassene Verordnung (EG) 2007/2004 „zur Errichtung einer Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Europäischen Union“, ergänzt durch die von Parlament und Rat der EU am 11. Juli 2007 erlassene Verordnung (EG) 863/2007 „über den Mechanismus zur Bildung von Soforteinsatzteams für Grenzsicherungszwecke und zwar Änderung der Verordnung (EG) 2007/2004 des Rates hinsichtlich dieses Mechanismus und der Regelung der Aufgaben und Befugnisse der abgestellten Beamten“.[10] Im Mai 2005 nahm Frontex daraufhin die Arbeit auf.

Frontex Westbalkan-Konferenz[Bearbeiten]

Am 13. und 14. November 2013 fand im österreichischen Innenministerium in Wien eine „Westbalkan-Konferenz“ statt. Hauptthema war die Zusammenarbeit im Bereich Migrationsmanagement. Teilnehmer waren Vertreter internationaler Organisationen (UNHCR, IOM, ICMPD,[11] UNODC, EULEX, EUROPOL, MARRI,[12] DCAF), der Westbalkan-Staaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, der Europäischen Kommission sowie der EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Polen, Schweden, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.[13]

Hauptaufgabenfelder von Frontex[Bearbeiten]

  • die Risiko- und Gefahrenanalyse bzgl. der EU-Außengrenzen und die daraus abgeleitete Sicherstellung einer ausgewogenen Verteilung der vorhandenen Überwachungs- und Sicherheitsressourcen entlang der Grenze. Die Risikoanalyse erfolgt mittels des 2002 von einer EU-Expertengruppe entwickelten Common Integrated Risk Analysis Modelles (CIRAM). Das bisher mit der Erstellung von Risikoanalysen beauftragte, 2003 in Helsinki gegründete Risk Analysis Centre (RAC) übergab diese Aufgabe an Frontex und wurde am 1. Mai 2005 geschlossen.[14]
  • die Koordination der operativen Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten in der Überwachung der EU-Außengrenzen
  • die Unterstützung von Mitgliedstaaten bei der Ausbildung von Grenzschutzbeamten an den nationalen Grenzen sowie die Einführung einheitlicher Ausbildungsstandards
  • die Beobachtung der Forschung im Bereich der Sicherheitstechnologie sowie die Beratung der Sicherheitsorgane der Mitgliedstaaten bezüglich moderner Technologien für die Grenzsicherung
  • die Unterstützung von Mitgliedstaaten in Situationen, die unmittelbar einen erhöhten technischen und personellen Bedarf erfordern
  • die Unterstützung von Mitgliedstaaten bei der Organisation von Rückführungsaktionen, d. h. Abschiebungen von Personen aus Drittstaaten
  • die enge Zusammenarbeit mit EU-Partnern wie Europol und CEPOL
  • die Koordination der Kooperation mit den Sicherheitsbehörden aus Drittstaaten[15]

Ein Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission sieht vor, die an einem Seeeinsatz beteiligten Einsatzkräfte ausdrücklich zu verpflichten, während des Einsatzes jedem in Seenot befindlichen Schiff und jeder in Seenot befindlichen Person Hilfe zu leisten.[16][17]

Am 16. April 2014 stimmte das Europäische Parlament über die Seeaußengrenzenverordnung ab. Diese bezieht sich auf die neue Richtlinie 2013/32/EU (Asylverfahrensrichtlinie) und regelt den Umgang von Frontex mit Flüchtlingsbooten unter Durchführung vorverlagerter Grenzkontrollen auf See. Zugleich ist klargestellt, dass Frontex die Pflicht zur Seenotrettung hat und Einwandererboote nicht mehr abdrängen oder zur Umkehr aufs offene Meer zwingen darf. Die Richtlinie legt das Ausschiffen in bestimmte Transitländer fest und verbietet das Ausschiffen in solche Länder, wo den Aufgegriffenen oder Geretteten eine Gefahr für Leben oder Freiheit droht.[18] [19] [20] [21]

Operationen[Bearbeiten]

Frontex hat mehrere Einsatzgebiete, in denen Operationen meist mit gleichlautenden Codewörtern beschrieben werden:[22]

  • Poseidon/Poseidon Land: östliches Mittelmeer, v. a. Griechenland, Bulgarien[23][24]
  • Hera: Kanarische Inseln/Küste Westafrikas
Am 11. August 2006 begann ein Frontex-Einsatz zur Überwachung der Kanarischen Inseln („Operation Hera II“).[25] 2006 landeten hier rund 31.000 Flüchtlinge auf überfüllten Booten. Das sind fast genauso viele wie in den vier Jahren zuvor. Die meisten kommen aus Senegal, Mali, Mauretanien, Gambia und Niger. Ihre Boote starten meist von der senegalesischen Küste, etwa 1300 Kilometer entfernt von den Inseln. Dies ist wohl eine Reaktion auf die Sperrung der nordafrikanischen Enklaven Ceuta und Melilla; dort verhindern abermals höher gezogene Stacheldrahtzäune ein Durchkommen.
  • Nautilus: Mittelmeer zwischen Nordafrika und Malta/Süd-Italien
  • Amazon: internationale Flughäfen, Kontrolle von Immigranten aus Lateinamerika[26]
  • Hermes 2011: Einsatz auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa
Bei den ersten Frontex-Vertretern der Mission Hermes 2011 handelt es sich um „Screener“ und „Debriefer“: Das sind Mitarbeiter aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten, die die Bootsflüchtlinge auf Lampedusa identifizieren und befragen sollen – unter anderem über die Transportwege. Derartige Spezialisten stammen meist aus dem Grenzschutz der am Einsatz beteiligten Länder.[27]
  • RABIT Operation: November 2010 bis Februar 2011, Grenze von Nord-Griechenland zur Türkei
Die RABITs (Rapid Border Intervention Teams) Operation wurde im März 2011 durch die Mission Poseidon 2011 Joint Operation ersetzt und arbeitet im Evros-Gebiet.[28]
  • Eurocup 12: im Zuge der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine[29]
  • Xenios – Zeus
  • Aspida – Schild: griechisch-türkische Grenze, August 2012 bis April 2013.

Frontex organisierte und finanzierte eine europäische Sammelabschiebung am 3. Juni 2009 von Wien nach Nigeria, und eine weitere (deutsch-polnische) Massenabschiebung am 8. Juni 2009 von Berlin nach Hanoi (Vietnam).[30][31]

Im Oktober 2010 teilte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström mit, dass bis zu 90 % der illegalen Einwanderer die EU über Griechenland erreichen. Athen forderte Grenzschützer der EU-Agentur Frontex an. Mit ihrer langen Küstenlinie und den zahlreichen Inseln ist die griechische Grenze schwer zu kontrollieren. Das Problem ist bislang (Stand März 2012) nicht eingedämmt. Im März 2012 forderten Deutschland, Österreich und fünf weitere EU-Länder von Griechenland einen besseren Grenzschutz, um die illegale Einreise von Flüchtlingen zu stoppen.[32]

An der bulgarischen Grenze zur Türkei, in Swilengrad, arbeiteten 2011 bereits Experten von Frontex aus Belgien, den Niederlanden, Rumänien, Deutschland und Österreich mit der dort ansässigen Grenzpolizei zusammen.[33][34]

Griechische und türkische Grenztruppen sind mit Frontex als „Endnutzer“ an einem EU-Forschungsprojekt zur Entwicklung von Überwachungsrobotern beteiligt. Entwickelt werden autonome Landroboter mit Überwachungskameras, die sowohl Fahrzeuge, Personen als auch „gefährliche Substanzen“ aufspüren sollen. Um die Gefangenen unterbringen zu können, kündigte die Regierung in Athen den Neubau von 30 Abschiebegefängnissen an.[35]

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und seine österreichische Kollegin Johanna Mikl-Leitner beklagten einen „signifikanten“ Anstieg von Asylbewerbern in ihren Ländern. Die Ursache dieser „illegalen Migrationsströme“ liege an der türkisch-griechischen Grenze („Diese Grenze ist offen wie ein Scheunentor.“) Falls sich die Lage nicht bessere, müsse darüber nachgedacht werden, Grenzkontrollen vorübergehend wieder einzuführen (siehe auch: Schengener Abkommen).

Die Grenzschutzagentur unterzeichnete im Juni 2012 ein Abkommen mit Ankara, das die Zusammenarbeit intensivieren soll. Im Gegenzug sollen Türken EU-Visaerleichterungen erhalten.[36]

Finanzierung/Ressourcen[Bearbeiten]

Frontex hat 256 Mitarbeiter (Stand Oktober 2010).[37] Für Einsätze setzt die Agentur auf das Konzept sogenannter Rapid Border Intervention Teams (Rabits), Einheiten, die in Ausnahmesituationen und dringenden Fällen für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden. Die hierfür benötigte technische Ausrüstung wird bei Bedarf über einen extra hierfür geschaffenen Katalog, den Centralised Record of Available Technical Equipment (CRATE) bereitgestellt.[38]

Das Frontex-Budget setzt sich aus Beiträgen der Schengen-Mitgliedstaaten sowie in einzelnen Jahren Beiträgen Norwegens, Islands, Irlands und dem Vereinigten Königreich zusammen. 2005 verfügte die Agentur über 6,2 Millionen Euro, 2006 über 19,2 Millionen Euro, 2007 über 22,2 Millionen Euro und 2008 über 70 Millionen Euro zuzüglich eines Reserve-Budgets von 13 Millionen Euro.[39] Für 2009 bis 2011 liegt das Budget jährlich bei ca. 88 Millionen Euro.[40]

Frontex verfügt zur Erfüllung ihrer Aufgaben über 20 Flugzeuge, 25 Hubschrauber und 100 Boote.[41]

Im Februar 2011 beklagte die Agentur, dass sie an der griechisch-türkischen Grenze stark ausgelastet sei, da die Zahlen der illegalen Grenzübertritte auf 100 bis 250 angestiegen sei. Es sei mehr Equipment und finanzielle Unterstützung notwendig um die europäischen Grenzen zu sichern. Gleichzeitig sei es aber auch wichtig, die Länder im Mittleren Osten und Nordafrika demokratisch zu stärken. Laitinen sagte, wenn die Menschen es schaffen wollen, die Grenze zu überqueren werden sie es tun. „Wir können sie nicht erschießen.“[42]

Das EU-Parlament in Straßburg hat am 13. September 2011 mit großer Mehrheit mehr Befugnisse für die europäische Grenzschutzagentur Frontex befürwortet. Die Agentur kann nun eigene Grenzschützer anfordern sowie eigene Ausrüstungen wie Hubschrauber und Fahrzeuge anschaffen. Damit ist sie nicht mehr so stark von den Zuweisungen der EU-Länder abhängig. Zudem soll ein Menschenrechtsbeauftragter künftig bei Einsätzen darauf achten, dass die Grundrechte eingehalten werden.[43]

Vorfälle[Bearbeiten]

Flüchtlinge aus dem Senegal beschrieben am 5. Oktober 2009 in Report Mainz, wie ihr Boot auf See aufgebracht wurde: „Wir hatten nur noch drei Tage zu fahren, da hat uns ein Polizeischiff aufgehalten. Sie wollten uns kein Wasser geben. Sie haben gedroht, unser Boot zu zerstören, wenn wir nicht sofort umkehren. Wir waren fast verdurstet und hatten auch Leichen an Bord. Trotzdem mussten wir zurück nach Senegal.“ Amnesty International, Pro Asyl und der Evangelische Entwicklungsdienst bestätigen auf Anfrage von Report Mainz übereinstimmend solche Berichte.[44]

In mehreren türkischen Medien wurde gemutmaßt, am 25. August 2011 sei es zu einem möglichen Schusswaffengebrauch von Grenzschutzbeamten im Rahmen der FRONTEX-Operation „Poseidon Land“ gegenüber Migranten an der türkisch-griechischen Landgrenze gekommen. Eine Gruppe von Migranten hätte versucht, mit Schlauchbooten den Evros (Meriç) zwischen der Türkei und Griechenland zu überqueren, als laut den Meldungen von griechischer Seite das Feuer auf die Boote eröffnet worden sei. Auf Anfrage war der Bundesregierung auch nach Verbindungsaufnahme mit Angehörigen der Bundespolizei vor Ort sowie mit den national zuständigen Behörden jedoch nichts bekannt.[45]

Am 1. März 2012 sollen Schleuser in der Nacht am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros nach Bedrohung das Feuer auf Beamte von Frontex eröffnet haben. Die Beamten hätten darauf angeblich das Feuer erwidert, berichtete die Polizei dem Staatsrundfunk zufolge. Dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Unter ihnen sollen ein mutmaßlicher Schleuser und ein Migrant sein. Bereits im Mai vergangenen Jahres war es zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen.[46]

Kritik[Bearbeiten]

Demonstration gegen Frontex vor dem Hauptsitz in Warschau, 2008

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen kritisieren Frontex in Zusammenhang mit militärischen Flüchtlings-Abwehrmaßnahmen in der Mittelmeer-Region.[47] Dabei kommt ein Rechtsgutachten des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zu dem Schluss, dass die EU-Grenzschützer auch außerhalb der Territorien der EU-Staaten – also etwa auch auf Hoher See jenseits der 12-Meilen-Zone – an Flüchtlings- und Menschenrechte gebunden sind.[48] Mitten auf dem Meer aufgegriffene Flüchtlinge haben demzufolge das Recht, einen Asylantrag zu stellen. Sie dürfen auch nicht zurückgeschoben werden, wenn ihnen möglicherweise Verfolgung oder Misshandlung droht. Um Flüchtlinge nicht bis zur Mittelmeerküste gelangen zu lassen, wird auch die Einrichtung von Lagern in entlegenen Wüstengebieten unterstützt. Hierzu zählen in Libyen die Kufra-Oasen[49] und Sabha.[50]

Nach Angaben von Pro Asyl sind in den 20 Jahren bis 2008 ca. 8100 Menschen an den EU-Außengrenzen ums Leben gekommen, allein 2007 etwa 2000.[51] Im April 2012 gab es zudem seitens der italienischen Regierung eine Fortführung und Ergänzung des Italienisch-Libyschen Freundschaftsvertrages, so dass Libyen die Grenzen sichern soll und im Gegenzug von der EU unterstützt wird, dies auch umzusetzen. Im November 2013 wurde der Agentur vorgeworfen direkt an „Push-Backs“ von Griechenland in die Türkei beteiligt zu sein.[52]

Menschenrechtsverletzungen[Bearbeiten]

Im Oktober 2013 gab Frontex-Direktor Ilkka Laitinen zu, dass Frontex jährlich mehrmals Flüchtlingsboote im Mittelmeer abgedrängt und Flüchtlinge auch unter Androhung von Gewalt ohne Asylprüfungsverfahren abgeschoben hatte. Die dieser Praxis zugrunde liegende EU-Verordnung hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bereits 2012 als Menschenrechtsverletzung verurteilt und für nichtig erklärt. Laitinen erklärte, diese „Push-back-Aktionen“ seien nicht akzeptabel, jedoch wiesen die Statistiken fünf- bis zehnmal jährlich solche Fälle nach, in denen einem entsprechenden Verdacht nachgegangen werden müsse.[53][54]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Fischer-Lescano, Timo Tohidipur: Europäisches Grenzkontrollregime. Rechtsrahmen der europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX. In: ZaöRV. 2007, S. 1219–1276.
  • Mark Holzberger: Europols kleine Schwester. Die Europäische Grenzschutzagentur „FRONTEX“. In: Bürgerrechte & Polizei/CILIP. 84 (2/2006), S. 56–63.
  • Andrew W. Neal: Securitization and Risk at the EU Border: The Origins of FRONTEX. In: Journal of Common Market Studies. (JCMS) 2009, S. 333–356.
  • Simon Neumann: Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex. Integrierter Außenschutz und humanitäre Standars. Berlin 2014, ISBN 978-3-428-14283-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Verordnung (EG) Nr. 2007/2004 des Rates vom 26. Oktober 2004 zur Errichtung einer Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, 25. November 2004, abgerufen am 22. Mai 2013 (PDF; 84,48 kB, deutsch).
  2. Rosalie Möllers: Wirksamkeit und Effektivität der Europäischen Agentur FRONTEX. Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt am Main 2010.
  3. Stock, In: Gunter Widmaier (Hrsg.): Münchener Anwaltshandbuch Strafverteidigung. 1. Auflage. 2006, ISBN 3-406-54531-9, § 83 Rn. 74.
  4. Wolfgang Kilb: Europäische Agenturen und ihr Personal – die großen Unbekannten? In: EuZW. 2006, 268, 271.
  5. Verordnung (EU) Nr. 1168/2011 des Europäischen Parlaments und de Rates vom 25. Oktober 2011 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 2007/2004 des Rates zur Errichtung einer Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union. In: Amtsblatt, L 304, S. 1–17. Europäische Gemeinschaft, 22. November 2011, abgerufen am 25. Oktober 2013 (PDF, deutsch).
  6. Stock, In: Gunter Widmaier (Hrsg.): MAH Strafverteidigung. § 83 Rn. 75.
  7. Bundespolizei kompakt 1-2009, S. 20, ISSN 0302-9468.
  8. Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat. EU-Strategie der inneren Sicherheit, KOM(2010) 673 vom 22. November 2010 (PDF), abgerufen am 13. Januar 2014.
  9. Vgl. Reinhard Priebe: Europäische Kommission: EU-Strategie für die Innere Sicherheit. In: EuZW. 2011, 2, 3.
  10. Fischer-Lescano/Tohidipur, ZaöRV 2007, 1219, 1229f.
  11. Homepage von ICMPD (englisch)
  12. Homepage von MARRI (englisch)
  13. Website der österreichischen Polizei Abgerufen am 17. November 2013.
  14. Frontex – FAQ
  15. Frontex – Tasks
  16. Artikel 9(1), Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Festlegung von Regelungen für die Überwachung der Seeaußengrenzen im Rahmen der von der Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union koordinierten operativen Zusammenarbeit /* COM/2013/0197 final - 2013/0106 (COD) */
  17. Javier Cáceres: EU-Kommission und Länder streiten über Seenotrettung. www.sueddeutsche.de, 18. Oktober 2013, abgerufen am 25. Oktober 2013.
  18. Protokoll Mittwoch, 16. April 2014 - Straßburg, Vorläufige Ausgabe, 7.22. Überwachung der Seeaußengrenzen (Abstimmung). Europäisches Parlament, 16. April 2014, abgerufen am 27. April 2014.
  19. Bendel: Ausschiffen von Flüchtlingen verletzt ihr Recht auf Asyl. Deutsche Welle, 15. April 2014, abgerufen am 27. April 2014.
  20. EU-Grenzschutz. Kein Push-Back: Strengere Regeln für Frontex. Wiener Zeitung, 17. April 2014, abgerufen am 27. April 2014.
  21. Kommentar: Frontex im Mittelmeer. Kein Asyl auf Hoher See. taz.de, 2. April 2014, abgerufen am 27. April 2014.
  22. Kasparek, Bernd; Wagner, Fabian (2012): Local Border Regimes or a Homogeneous External Border? The Case of the European Union’s Border (PDF; 1,9 MB), in: IMIS-Beiträge 40/2012, S. 173–190.
  23. Webseite des bulgarischen Innenministeriums: Abteilung Grenzpolizei Minister Tsvetanov: Konzentrieren Sie sich auf den Schmuggel an der grüne Grenze, nsgp.mvr.bg vom 22. Dezember 2011.
  24. Webseite des bulgarischen Innenministeriums: Abteilung Grenzpolizei Antwort der Bundesregierung (18/1446) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/1292), dip21.bundestag.de vom 3. Juni 2014.
  25. Sicco Rah: Asylsuchende und Migranten auf See. Staatliche Rechte und Pflichten aus völkerrechtlicher Sicht. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2009, ISBN 978-3-540-92930-7, S. 239f.
  26. Frontex – Jahresbericht 2006 (PDF, Englisch)
  27. Troendle, Stefan: Frontex startet Mission „Hermes 2011“, in: tagesschau.de, 20. Februar 2011.
  28. Frontex Press Release März 2011
  29. Matthias Monroy: Auch die Nato ist beim EM-Eröffnungsspiel in Warschau dabei, heise.de vom 31. Mai 2012.
  30. Protest gegen Massenabschiebung nach Nigeria. no-racism.net, 3. Juni 2009
  31. Mo 8.6.09 Berlin-SXF: AirBerlin/FRONTEX Massenabschiebung nach Vietnam. Flüchtlingsrat Berlin
  32. Europa drängt Griechen zu besserem Grenzschutz. auf: spiegel.de, 8. März 2012.
  33. Ivan Dikov: Frontex Spokesperson Michal Parzyszek: Ties with Turkey, Border Control Investments Help Bulgaria Tackle Illegal Migration. In: novinite.com, 27. Mai 2011.
  34. Tobias Klaus, Mathias Fiedler: Wenn du hier wohnst, wirst du ein trauriger Mann. In: Hinterland Magazin. #20 Juli 2012.
  35. Matthias Monroy: Panzergraben, Grenzzaun, Wachroboter und mehr deutsche Polizei. In: heise.de, 15. Mai 2012.
  36. Jürgen Gottschlich: Aufmarsch in der Türkei. In: taz.de, 3. Juni 2012.
  37. Frontex | European Union Agency / FAQ
  38. Frontex – Facts and Myths 11. Juni 2007.
  39. Vgl. o. V.: Europäisches Parlament beschließt Haushalt 2008. EuZW 2008, 37.
  40. Frontex – Budget
  41. Albert Scherr: Innere Sicherheit und soziale Unsicherheit. Sicherheitsdiskurse als projektive Bearbeitung gesellschaftsstrukturell bedingter Ängste? In: Axel Groenemeyer (Hrsg.): Wege der Sicherheitsgesellschaft. Gesellschaftliche Transformationen der Konstruktion und Regulierung innerer Unsicherheiten. 1. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-17798-4, S. 29.
  42. Christoph Schult: 'The Situation is Escalating': Europe's Frontex Border Guard Stretched to Limit. auf: spiegel.de, 21. Februar 2011.
  43. EU-Parlament stärkt Agentur Frontex – Mehr Personal soll Europas Grenzen besser schützen, in: tagesschau.de, abgerufen am 13. September 2011.
  44. Report Mainz: EU treibt Tausende Bootsflüchtlinge zurück nach Afrika. Abgerufen am 04. März 2012.
  45. dipbt.bundestag.de: Schriftliche Fragen: Mit den in der Woche vom 5. September 2011 eingegangenen Antworten der Bundesregierung (PDF; 3,1 MB) Abgerufen am 04. März 2012.
  46. Focus: Zwischenfall an Grenze Griechenland-Türkei: Schleuser schießen auf Frontex-Beamte Abgerufen am 04. März 2012.
  47. Warum die Kampagne „Stoppt das Sterben“? Pro Asyl
  48. Rechtsgutachten des ECCHR
  49. Dirk Godenau u. a. (Hrsg.): Immigration Flows and the Management of EU’s Southern Maritime Borders. CIDOB editions, Dezember 2008, S. 55. (englisch)
  50. Global Detention Project: Libya Detention Profile (englisch). Informationen basierend auf Berichten von Human Rights Watch und Fortress Europe (italienisch), abgerufen am 1. April 2011.
  51. Jochen Müter: Massengrab EU-Grenze, in: NTV, abgerufen am 17. Dezember 2012.
  52. Völkerrechtswidrige Push Backs – europäische Komplizenschaft Pro Asyl vom 7. November 2013.
  53. Frontex gibt Menschenrechtsverletzungen zu, Deutschlandradio, abgerufen am 17. Oktober 2013.
  54. Stefan Stuchlick: Abgedrängt von Europas Grenzschützern. In: tagesschau.de, 17. Oktober 2013.

52.23263520.998724Koordinaten: 52° 13′ 57″ N, 20° 59′ 55″ O