Liste von Fahrradherstellern

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Bei Fahrradherstellern ist die Fertigungstiefe unterschiedlich. Traditionelle Herstellerländer für Fahrräder und -komponenten waren Deutschland, Frankreich, Benelux, Italien, Schweiz, Großbritannien.

Fahrräder aus italienischen Columbusrohren oder englischen Reynoldsrohren galten früher als hochwertige Fahrräder. Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts haben sich in südostasiatischen und osteuropäischen Staaten neue Schwerpunkte der Fahrradherstellung entwickelt. Westeuropäische und nordamerikanische Markenhersteller lassen ihre Modelle teilweise oder vollständig in ostasiatischen und osteuropäischen Staaten herstellen. Außerdem gibt es inzwischen vor allem taiwanische und zunehmend auch osteuropäische Markenhersteller. Rahmen aus den obengenannten Stahlrohren sind heute überwiegend teure Spezialanfertigungen in Handarbeit.

Große international präsente Fahrradhersteller[Bearbeiten]

Zu den weltweit größten Herstellern gehören heute Trek aus den USA sowie Giant aus Taiwan. Beide beanspruchen für sich den Titel des größten Fahrradherstellers der Welt, dies kann jedoch nicht definitiv festgelegt werden.[1]

Andere Fahrradhersteller gehören heute vielfach zu größeren Unternehmensgruppen, d. h. sie führen mehrere Produktnamen – sogenannte „Brands“ (Marken). Beispiele sind die Accell Group aus dem niederländischen Heerenveen, die Cycleurope Group mit Sitz im schwedischen Stockholm und die Dorel Industries in Kanada. Größter europäischer Hersteller ist die Pon Holding aus dem niederländischen Almere, die Eigentümerin der deutschen Derby Cycle Werke ist und bei der die Fahrradproduktion nur eine Nischensparte darstellt. Indische Hersteller wie Atlas und Avon sind Marktführer in Afrika.

Nennenswerte Absatzzahlen sind in China, Indien und Vietnam bekannt, diese stammen von einer Vielzahl mittelgroßer Unternehmen, die jedoch nur für den nationalen Markt produzieren. In Europa und Nordamerika sind sehr viele Fahrradhersteller beheimatet, deren Umsatz sich ebenfalls überwiegend auf den jeweiligen nationalen Markt beschränkt. Derartige Marken erreichen jedoch oftmals eine wesentlich stärkere Bekanntheit als die großen internationalen Hersteller.

Viele ehemalige Fahrradmarken werden seit 2000 wiederbelebt und sollen mit dem ehemals „guten Namen“ für Käufer sorgen. Beispiele sind Dürkopp, ehemals Hersteller hochwertiger Rennräder, heute in chinesischem Besitz oder NSU, heute Marke der ZEG sowie Zündapp, mittlerweile Marke der Supermarktkette Real.

Zugehörigkeit einiger Marken und Tochterunternehmen[Bearbeiten]

  • Accell Group (NL): Batavus, Koga, Raleigh-Gruppe (internat.), Winora (Haibike, Staiger, XLC)
  • Aldi: Cyco (Süd), Curtis (Nord), teilweise von MIFA und Prophete hergestellt
  • AT Zweirad: Vélo de Ville (VdV)
  • BBF: Checker Pig, Columbus, Panther
  • Bico Zweirad Marketing: Cyclewolf, Falter, Morrison
  • B.O.C. Versand: Bicycles, Bocas
  • Bohle: Impac, Schwalbe
  • Brügelmann: Barellia
  • Dorel (CA): Cannondale, GT Bicycles, Mongoose, Schwinn
  • H&S Bike Discount: Radon
  • Hartje: Contoura, Victoria
  • Karstadt: Torpedo
  • Kleinebenne: Patria
  • Maxcycles: Feinwerk
  • MIFA: FunLiner, Germatec, Grace, McKenzie, Steppenwolf, Vortex
  • Pon (NL) / Derby Cycle: Focus, Gazelle, Kalkhoff, Kynast, Raleigh (Deutschland), Rixe, Union, Univega
  • Prophete / Cycle Union: Epple, Kreidler, Rabeneick, Rex / Alu-Rex, Unit, vsf Fahrradmanufaktur
  • Rose Versand: Red Bull (ehem.)
  • Stadler: Bike Manufaktur, Dynamics, Hera, Exte, Tecnobike
  • Stevens: Oxygen
  • Trek: Bontrager, Diamant, Villiger
  • ZEG: Bulls, Hercules, NSU, Pegasus, Triumph, Wanderer, Yazoo, Zemo, Zündapp (?)

  • Nicht zugeordnet/eigenständig: Gudereit, Kettler, KTM, Puky
  • Nicht mehr aktiv: Biria (Dürkopp), Heidemann HWE

Fahrradhersteller[Bearbeiten]

Benelux[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Eine Reihe deutscher Fahrradhersteller produziert für den europäischen Massenmarkt bis in die mittlere Preisklasse (beispielsweise MIFA, Prophete, Winora). Ebenso werden alte, renommierte Marken wieder reanimiert, indem sie auf preiswerten Rädern wieder auftauchen (beispielsweise Adler, Bauer, Bismarck, Brennabor, Dürkopp, Göricke, NSU oder Wanderer). Für höherwertige Fahrradtechnik entstehen spezielle Unternehmen unter neuen Markennamen mit der Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“ (beispielsweise Bergwerk, Bionicon, Cheetah Bikes, Focus, Fusion, MAXX, Rotwild oder Votec). Weitere Fahrradmarken profilieren sich über das Design, die Qualitätseingangskontrolle und den Vertrieb, während die Herstellung oft vollständig im Ausland erfolgt (beispielsweise Bergamont, Canyon, Cube, Ghost, Stevens, Storck oder ZEG mit der Marke Bulls). Ebenso gibt es kleinere Manufakturen, in denen Rahmen und Kompletträder einzeln nach Kundenwunsch gefertigt werden.

Frankreich[Bearbeiten]

Italien[Bearbeiten]

Die Massenware der italienischen Fahrräder wird meist von verschiedensten Firmen in Ostasien gefertigt, dann als Rohling importiert und schließlich in Italien lackiert und aufgebaut. Räder, die noch tatsächlich vollständig aus Italien kommen sind oft Maßanfertigungen aus Stahl, aber auch aus Aluminium, Titan oder Carbon.

Österreich[Bearbeiten]

Die österreichischen Fahrradhersteller haben sich hauptsächlich auf den Bereich High-Tech-Räder, zum Teil mit Individualanfertigung spezialisiert. Der breite Massenmarkt wird mit Modellen aus Taiwan und anderen asiatischen Ländern bedient, die Räder werden teilweise aber noch in Österreich zusammengeschraubt.

Japan[Bearbeiten]

Polen[Bearbeiten]

Schweden[Bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten]

Taiwan und Südostasien[Bearbeiten]

Aus Taiwan und Südostasien kommen Fahrräder aller Preis- und Qualitätsklassen. Die Herkunftsbezeichnung „Made in Taiwan“ ist bei Fahrrädern nicht mehr Synonym für Billigware. Taiwanische Firmen lassen Fahrräder in Vietnam und Laos fertigen, weil die Lohnkosten auch in Taiwan inzwischen relativ hoch sind.

Großbritannien[Bearbeiten]

Aus Großbritannien kamen und kommen Fahrräder aller Preis- und Qualitätsklassen.

USA und Kanada[Bearbeiten]

Die Firmen aus USA und Kanada bedienen auf dem europäischen Markt überwiegend den mittel- bis hochpreisigen Markt der Mountainbikes. In den letzten Jahren wurden von Trek durch den Aufkauf europäischer Hersteller (Villiger, Diamant) neue Märkte erschlossen. Kerngebiet der Handelstätigkeit bleibt der Mountainbikebereich, auch wenn durch die Erfolge von Lance Armstrong versucht wird, die Marke Trek in Europa zu etablieren.

Weitere europäische Herstellerländer[Bearbeiten]

Aufgrund des Binnenmarkteinflusses verlagerte sich die Schweizer Fahrradfertigung in andere EU-Länder (z. B. Deutschland, Österreich, Spanien, osteuropäische Länder).

Einige wichtige Komponentenhersteller[Bearbeiten]

  • ACROS (Deutschland – Schaltung, Naben, Steuersätze)
  • Bontrager (USA (zu Trek gehörend) – Komponenten aller Fahrradtypen)
  • Campagnolo (Italien – überwiegend Rennrad sowie Werkzeug, sämtliche Komponenten)
  • DT Swiss (Schweiz – diverse Komponenten)
  • Fox Racing Inc. (USA – Federgabeln, Dämpfer)
  • LOOK (Frankreich – Rahmen, Pedale, Gabeln)
  • Magura (Deutschland – hydraulische Bremsen, Gabeln)
  • Marzocchi (Italien – Gabeln)
  • Mavic (Frankreich - überwiegend Rennrad, Laufräder und Bekleidung)
  • Pletscher (Schweiz – hochwertige Gepäckträger & Körbe mit System)
  • Race Face (Kanada – Komponenten, Bekleidung, Protektoren)
  • RockShox (USA – Federgabeln)
  • Rohloff (Deutschland – Ketten, 14-Gang-Nabenschaltung)
  • Selle Royal (Italien – Sättel der Marken Selle Royal, LOOKIN, Fizik)
  • Shimano (Japan – Massen- bis Profibereich, alle Fahrradtypen)
  • SRAM (USA – Komponenten aller Fahrradtypen)
  • Suntour (Japan – Federgabeln, Kurbelgarnituren)
  • Tune - (Deutschland - Leichtbaukomponenten)
  • Ritchey

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. z.B. ride.ch: Zu Besuch beim weltweit grössten Fahrradhersteller abgerufen am 21. Oktober 2012

Weblinks[Bearbeiten]