Lady Gaga

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Lady Gaga bei der Born This Way Ball Tour in Antwerpen (2012)
Unterschrift von Lady Gaga

Lady Gaga (* 28. März 1986 in New York City, New York als Stefani Joanne Angelina Germanotta) ist eine US-amerikanische Popsängerin, Songschreiberin und Schauspielerin.

Mit dem Debütalbum The Fame gelang ihr 2008 der internationale Durchbruch. Sie gehört mit über 150 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart und erhielt bislang fünf Grammy Awards.

Leben

Germanotta wurde als Tochter italoamerikanischer Eltern geboren. Ihr Vater Joseph arbeitet als Internetunternehmer, ihre Mutter Cynthia Bissett ist Assistentin in einer Telekommunikationsfirma.[1] Germanotta besuchte die katholische Mädchenschule Convent of the Sacred Heart,[2] stammt jedoch nicht aus einer wohlhabenden Familie.[3] Auf der High School spielte sie Musical-Hauptrollen wie Adelaide in Guys and Dolls und Philia in A Funny Thing Happened on the Way to the Forum.[4]

Im Alter von 17 Jahren begann sie, an der Tisch School of the Arts der New York University Musik zu studieren und konnte sich im Bereich Songwriting durch das Schreiben von Essays und analytischen Arbeiten mit dem Schwerpunkt auf Themen wie Kunst, Religion, Soziales und Politik fortbilden.[5] Im vierten Semester verließ sie die Hochschule, um sich auf ihre musikalische Karriere zu konzentrieren.[6] Nachdem sie im Alter von 18 Jahren aus ihrem Elternhaus ausgezogen war, arbeitete sie als Go-Go-Girl, da ihre Eltern sie finanziell nicht unterstützen wollten.[7] In dieser Zeit begann sie Drogen zu konsumieren, worauf ihr Vater den Kontakt zu ihr vorübergehend abbrach.[8]

In einem Interview bei Larry King Live erklärte sie, an der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes zu leiden. An dieser Erkrankung sei bereits eine ihrer Tanten gestorben. Die von den Ärzten ermittelten Werte der Krankheit befänden sich jedoch im Grenzbereich, und bei ihr hätten sich bislang keine der typischen Symptome gezeigt.[9] Seit 2011 ist sie mit dem US-amerikanischen Schauspieler und Model Taylor Kinney liiert.

Karriere

Musikalische Anfänge

Im Kindesalter begann Lady Gaga mit dem Klavierspielen; als Jugendliche komponierte sie bereits eigene Lieder.[10] Ihre ersten Auftritte hatte sie in der Rock-, vor allem aber in der Camp- und Queer-Szene in Lower East Side, wo sie unter anderem im Vorprogramm von Glam- und Garage-Rock-Bands wie Semi Precious Weapons zu sehen war.[11] Im Alter von 19 Jahren unterzeichnete Lady Gaga bei Def Jam Recordings einen Plattenvertrag, der aber nach nur drei Monaten wieder aufgelöst wurde.[12] Kurz danach lernte sie den Musikproduzenten RedOne kennen, mit dem sie das Lied Boys Boys Boys komponierte.[13]

Lady Gaga (rechts) mit Lady Starlight (2007)

Der Musikproduzent Rob Fusari verglich einige der Gesangsharmonien in Lady Gagas selbst geschriebenen Songs mit denen von Freddie Mercury. Fusari kreierte per Zufall den Künstlernamen von Lady Gaga,[14] er sagte:

„Jeden Tag, wenn Stef [Lady Gaga] ins Studio kam, fing ich an Radio Ga Ga zu singen, anstatt hallo zu sagen. 'Lady Gaga' war eigentlich eine Panne; Ich tippte 'Radio Ga Ga' in eine SMS und es führte Autokorrektur durch, so änderte sich 'Radio' irgendwie in 'Lady'. Sie schrieb mir zurück: „Das ist es.“ Nach diesem Tag war sie Lady Gaga.“

Fusari[8]

2007 arbeitete Gaga mit der Künstlerin Lady Starlight zusammen, die ihre Bühnenoutfits kreierte.[15] Das Duo trat schließlich unter dem Namen „Lady Gaga and the Starlight Revue“ auf; im August spielten sie beim Musikfestival Lollapalooza.[16]

2008−2010: Der internationale Durchbruch

Im Jahr 2008 zog Lady Gaga nach Los Angeles, um ihr Debütalbum The Fame fertigzustellen.[8] Dieses wurde schließlich im August veröffentlicht. Das Album wurde mit rund 15 Millionen verkauften Tonträgern ein weltweiter kommerzieller Erfolg; es erreichte Platz eins in sechs Ländern und Platz zwei in den USA.[17] Die ersten beiden Singleauskopplungen des Albums, Just Dance und Poker Face, waren ebenfalls kommerziell erfolgreich. Poker Face gewann im Jahr 2011 einen Grammy in der Kategorie Best Dance Recording. Das Album The Fame gewann einen Grammy Award in der Kategorie Best Electronic/Dance Album. Zudem gewann sie bei den MTV Video Music Awards in den Kategorien Best New Artist sowie Best Art Direction und Best Special Effects jeweils für die vierte Singleauskopplung Paparazzi. Das erste Mal ging Lady Gaga im Vorprogramm der Boygroup New Kids on the Block auf Tournee.[18] Ihre erste Tournee als Headliner war die The Fame Ball Tour im Jahr 2009.[19]

Am 20. November 2009 wurde die EP The Fame Monster mit acht neuen Liedern veröffentlicht.[20] Die erste Single Bad Romance erreichte Platz eins in achtzehn Ländern[21] und wurde über vier Millionen Mal digital heruntergeladen. Damit ist Gaga die erste Sängerin, die drei Singles − Just Dance, Poker Face, Bad Romance − über vier Millionen Mal in den USA digital verkaufen konnte.[22] Als zweite Single wurde das Lied Telephone ausgekoppelt, eine Zusammenarbeit mit Beyoncé Knowles. Der Song wurde Gagas vierter Nummer-eins-Hit im Vereinigten Königreich. Ihre anschließende The Monster Ball Tour umfasste rund 200 Konzerte.

2011–2012: Born This Way und Filmdebüt

Am 11. Februar 2011 wurde die aus ihrem nächsten Album die gleichnamige Single-Auskopplung Born This Way veröffentlicht. Wenige Stunden nach der Veröffentlichung stand das Lied auf Platz eins verschiedener Downloadportale und hatte alle iTunes-Charts in allen 23 Ländern erobert.[23] Born This Way war der erste Song, der nur durch Downloads Platz eins der deutschen Singlecharts erreichte; es ist Lady Gagas vierter Nummer-eins-Hit in Deutschland innerhalb von zwei Jahren. Lady Gaga gewann für Born This Way bei den Europe Music Awards zwei Preise, unter anderem den Preis für den besten Song. Insgesamt gewann sie am Abend vier Preise. Poker Face und Just Dance sind in den Vereinigten Staaten die ersten Songs, die mehr als sechs Millionen Mal heruntergeladen wurden.[24] Die Musikvideos von Lady Gaga wurden auf dem Internetportal YouTube über eine Milliarde Mal aufgerufen, was zuvor keinem anderen Musiker gelang.[25]

Lady Gaga als ihr Alter Ego Jo Calderone bei den MTV Video Music Awards 2011

Am 22. Mai 2011 stellte Lady Gaga in Großbritannien einen Rekord auf: Sie ist die erste Solokünstlerin seit Ruby Murray 1955, die es geschafft hat, mit vier Singles gleichzeitig in den Top-20 vertreten zu sein, nämlich mit Born This Way, Judas, The Edge of Glory und Hair.[26] Ihren ersten Deutschland-Auftritt im Rahmen der Promotion-Tour zum neuen Album absolvierte Lady Gaga am 9. Juni 2011, als sie im Finale der Casting-Show Germany’s Next Topmodel in Köln auftrat. Am 6. November 2011 trat sie live bei den MTV Europe Music Awards auf. Dort war sie für sechs Preise nominiert, von denen sie vier gewann.[27] Am 10. November 2011 trat sie beim Bambi 2011 mit dem Titel Marry the Night in einer Live-Version auf. Kurz darauf wurde ihr von Karl Lagerfeld der Bambi in der Kategorie Pop International überreicht.[28] Lady Gaga lag 2011 mit Einnahmen von mehr als 25 Millionen US-Dollar auf Platz vier der finanziell erfolgreichsten Musiker weltweit.[29]

Am 27. April 2012 startete sie ihre Tour The Born This Way Ball in Seoul; es folgten über 100 Shows weltweit. 2013 gab sie ihre Schauspieldebüt mit der Rolle der La Chameleón in Robert Rodriguez’ Film Machete Kills.[30]

Einflüsse und Musikstil

Musikalisch ist Lady Gaga von Musikern wie David Bowie, Queen, Madonna, Michael Jackson, Grace Jones und Debbie Harry beeinflusst worden.[12] Ihr Gesang wird mit dem von Madonna und Gwen Stefani verglichen, während ihre Musik als Pop der 1980er und Europop der 1990er Jahre bezeichnet wird.[31] Im Rückblick auf ihr Debütalbum The Fame schrieb die Zeitung The Sunday Times: „Wenn man die Musik, Mode, Kunst und die Technologie kombiniert, erinnert Lady Gaga an Madonna, als sie gut war, an Gwen Stefani etwa zur Zeit von Hollaback Girl, an Kylie 2001 oder an Grace Jones gerade jetzt.“[32] Ähnlich kommentierte die Kritikerin Sarah Rodman von The Boston Globe, dass sie „Inspirationen von Madonna bis Gwen Stefani bezieht … in ihrem mädchenhaften, aber stabilen Piepsen und ihren lebendigen Beats.“[33]

Vergleiche zwischen ihr und Madonna kommentiert Gaga folgendermaßen: „Ich will nicht überheblich klingen, aber ich habe es zu meinem Ziel gemacht, die Popmusik zu revolutionieren. Die letzte Revolution wurde von Madonna vor 25 Jahren eingeleitet.“.[34] In einem Interview bezeichnete sie sich als großen Fan von Iron Maiden, für die sie auch schon als Roadie arbeitete.[35]

Diskografie

Hauptartikel: Lady Gaga/Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen[36] Anmerkungen
DE AT CH UK US
2008 The Fame 1
(137 Wo.)
1
(129 Wo.)
1
(140 Wo.)
1
(166 Wo.)
2
(170 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. August 2008
Verkäufe Weltweit: 15.000.000 (zusammen mit The Fame Monster)
2011 Born This Way 1
(38 Wo.)
1
(32 Wo.)
1
(38 Wo.)
1
(49 Wo.)
1
(53 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Mai 2011
Verkäufe Weltweit: 6.000.000
2013 Artpop 3
(11 Wo.)
1
(10 Wo.)
2
(15 Wo.)
1
(15 Wo.)
1
(28 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. November 2013
Verkäufe Weltweit: +2.500.000[37]
2014 Cheek to Cheek 12
(4 Wo.)
6
(… Wo.)
7
(6 Wo.)
10
(9 Wo.)
1
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. September 2014
(mit Tony Bennett)

Filmografie

Auszeichnungen

In ihrer Karriere gewann Lady Gaga bisher 5 Grammys und war 12 mal nominiert. Außerdem gewann sie 13 MTV Video Music Awards bei 31 Nominierungen, 17 Billboard Music Awards, 8 MTV Europe Music Awards, 3 BRIT Awards und zahlreiche anderen Preise. Des Weiteren war sie 2010 unter den einflussreichsten Menschen der Welt aufgelistet. Die Liste wurde wie jedes Jahr von dem Time-Magazin veröffentlicht.

2012 wurde eine Gattung der Farne, die 19 Arten umfasst, von einer Arbeitsgruppe um die Biologie-Professorin Kathleen Pryer (Duke University) nach Lady Gaga benannt, darunter die Artnamen Gaga germanotta (in Anspielung auf ihrer Familiennamen) und Gaga monstraparva („Gagas kleine Monster“). Ein auffälliges gemeinsames Merkmal dieser Farne sei die Abfolge das Nukleinbasen G-A-G-A in einem ihrer Gene.[38][39]

Grammy Awards

Literatur

  • Lady Gaga, Terry Richardson: Lady Gaga x Terry Richardson a.d. Engl. v. Helmut Dierlamm. Goldmann, München 2011, ISBN 978-3-442-31313-6.
  • Maureen Callahan: Lady Gaga. Die Biografie. a. d. Engl. v. Irene Eisenhut. Heyne, München 2010, ISBN 978-3-453-64047-4.
  • Lizzy Goodman: Lady Gaga. Grenzbereich Mode. White-Star-Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-86726-168-5.
  • Michael Fuchs-Gamböck: Lady Gaga. vgs Egmont, Köln 2010, ISBN 978-3-8025-3709-7.

Weblinks

 Commons: Lady Gaga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Lady Gaga – Zitate

Einzelnachweise

  1. http://www.news-register.net/page/content.detail/id/525756.html
  2. http://www.bild.de/unterhaltung/leute/suri-cruise/tom-cruise-und-katie-holmes-tochter-katholische-schule-25212768.bild.html
  3. The Times | UK News, World News and Opinion
  4. How Lady Gaga Became the World's Biggest Pop Star - New York Magazine
  5. Lady Gaga : Biography
  6. Lady GaGa Brings Her Artistic Vision Of Pop Music To New Album - And A New Kids Song - Music, Celebrity, Artist News | MTV.com
  7. Ich bin Gaga
  8. a b c Lady Gaga - Biography, Photos, News, Videos, Reviews and Tour Dates and Tickets - Contactmusic.com
  9. Bericht über die Erkrankung im T-Online-Webportal
  10. The Times | UK News, World News and Opinion
  11. Camp Music. Hilfe! „Camp“ ist wieder da! Beitrag bei Tracks
  12. a b Lady Gaga | AllMusic
  13. A&R, Record Label / Company, Music Publishing, Artist Manager and Music Industry Directory
  14. Lady Gaga's outrageous persona born in Parsippany, New Jersey | NJ.com
  15. Meet the woman who inspired Lady Gaga - Thaindian News
  16. Lady GaGa: Celebrities: Wmagazine.com
  17. Lady Gaga - The Fame - Music Charts
  18. International Pop Star Lady Gaga Set to Tour With New Kids on the Block | Reuters
  19. Lady Gaga / May 2, 2009 / New York (Terminal 5)
  20. http://gagadaily.com/2009/09/official-the-fame-monster-release-date/
  21. Lady Gaga - Bad Romance - Music Charts
  22. Week Ending June 20, 2010: Let’s Thank Him Now | Chart Watch - Yahoo! Music
  23. Lady Gaga knackt internationale iTunes Charts. Musikmarkt (abgerufen am 23. Mai 2011)
  24. Ask Billboard: J. Cole Helps Bring R&B/Hip-Hop Back To No. 1 - Chart Beat | Billboard.com
  25. BBC - Newsbeat - Lady Gaga beats Justin Bieber to YouTube record
  26. UK-Charts: Adele wehrt Kate Bush ab | Musikmarkt
  27. http://www.billboard.com/#/news/mtv-europe-music-awards-lady-gaga-justin-1005478362.story?page=2
  28. Auflistung der Bambi-Preisträger 2011
  29. Billboard: Top Money Makers Music
  30. Stern.de: „Lady Gaga wird zur Gangsterbraut“, aufgerufen am 27. Juli 2012
  31. Lady Gaga: The Fame | Music | The Guardian
  32. The Times | UK News, World News and Opinion
  33. Lady Gaga - Boston.com
  34. THE FEAR FACTOR; Lady Gaga used tough times as inspiration for her new album. - Free Online Library
  35. Lady Gaga Roadie für Iron Maiden auf Metal Hammer vom 22. Juli 2011
  36. Chartquellen: DE, AT, CH, UK, US
  37. http://www.buffalonews.com/gusto/concert-reviews/lady-gaga-dazzles-fans-with-fun-solid-show-20140707
  38. Duke University vom 19. Oktober 2012: Nineteen Species of Fern Named for Lady Gaga. Researcher says the inspiration was literally written in the DNA sequences.
  39. Pro Sieben vom 24. Oktober 2012: Jetzt wird schon Grünzeug nach der Gaga benannt!
  40. List of Grammy winners - CNN.com
  41. a b c 53rd annual Grammy awards: The winners list – The Marquee Blog - CNN.com Blogs