Zeven

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Zeven
Zeven
Deutschlandkarte, Position der Stadt Zeven hervorgehoben
53.2969444444449.278888888888924Koordinaten: 53° 18′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Rotenburg (Wümme)
Samtgemeinde: Zeven
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 73,9 km²
Einwohner: 13.659 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27404
Vorwahl: 04281
Kfz-Kennzeichen: ROW, BRV
Gemeindeschlüssel: 03 3 57 057
Webpräsenz: www.zeven.de
Bürgermeister: Hans-Joachim Jaap (CDU)
Lage der Stadt Zeven im Landkreis Rotenburg (Wümme)
Bremen Hamburg Schleswig-Holstein Landkreis Cuxhaven Landkreis Diepholz Landkreis Harburg Landkreis Osterholz Landkreis Stade Landkreis Heidekreis Landkreis Verden Ahausen Alfstedt Anderlingen Basdahl Rotenburg (Wümme) Bötersen Bothel Breddorf Bremervörde Brockel Bülstedt Deinstedt Ebersdorf (Niedersachsen) Elsdorf (Niedersachsen) Farven Fintel Gnarrenburg Groß Meckelsen Gyhum Hamersen Hamersen Hassendorf Heeslingen Hellwege Helvesiek Hemsbünde Hemslingen Hepstedt Hipstedt Horstedt (Niedersachsen) Horstedt (Niedersachsen) Kalbe (Niedersachsen) Kirchtimke Kirchwalsede Klein Meckelsen Lauenbrück Sittensen Lengenbostel Oerel Ostereistedt Reeßum Rhade Rotenburg (Wümme) Sandbostel Scheeßel Seedorf (bei Zeven) Selsingen Sittensen Sittensen Sottrum Stemmen (Landkreis Rotenburg) Tarmstedt Tiste Tiste Vahlde Vahlde Vierden Visselhövede Vorwerk (Niedersachsen) Westertimke Westerwalsede Wilstedt Wohnste ZevenKarte
Über dieses Bild

Zeven ['t͡se:fən] ist eine Gemeinde im Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen. Sie bildet mit den Gemeinden Elsdorf, Gyhum und Heeslingen die Samtgemeinde Zeven.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Mitte des Städtedreiecks Bremerhaven, Bremen und Hamburg. Zeven liegt in der Zevener Geest und wird von der Mehde-Aue durchflossen, die etwa zwei Kilometer nördlich der Stadt in die Oste mündet. Zu Zeven zählen auch die umliegenden Ortsteile Aspe, Badenstedt, Bademühlen, Brauel, Brüttendorf, Oldendorf und Wistedt.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Ostereistedt Seedorf Heeslingen
Kirchtimke Nachbargemeinden Elsdorf
Bülstedt Gyhum Elsdorf

Geschichte[Bearbeiten]

Die St.-Viti-Kirche mit einem Teil des Klostergebäudes
„Pferdehändler“ am Rathaus (Claus Homfeld, 1982)

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Zeven 986 als „kivinan à Heeslingen“ (Kivinan zu Heeslingen) in der ältesten Urkunde des nahegelegenen Klosters Heeslingen, das 1141 nach Zeven verlegt wurde. Das Kloster Zeven, dessen Kirche seit einer Übertragung von Reliquien aus Corvey im Jahre 1231 unter dem Patrozinium des heiligen Vitus stand, spielte fortan eine wichtige Rolle für den Ort. Historisch bedeutsam war Zeven durch zwei hier stattfindende Ereignisse: zum einen durch eine Konferenz im Mai 1694 mit Vertretern Bremens und Schwedens, bei der über den Status von Stadt und Herzogtum Bremen beraten wurde, zum anderen durch die Zevener Konvention, bei der während des Siebenjährigen Krieges im September 1757 ein Waffenstillstand zwischen dem Befehlshaber der hannoverschen und dem der französischen Truppen unterzeichnet wurde. Die Regelung hatte allerdings keinen Bestand, da der britische König die Anerkennung verweigerte.

Nach dem Wiener Kongress gehörte Zeven zum Königreich Hannover. Im Auftrag des hannoverschen Königs kam Carl Friedrich Gauß 1824/25 nach Zeven, um die trigonometrische Landesaufnahme des Königreichs abzuschließen. Vom Kirchturm der St.-Viti-Kirche aus nahm er Messungen vor. Ab 1866 gehörte Zeven zur preußischen Provinz Hannover. Der Flecken blieb Sitz eines Landratsamtes; ab 1885 regierte in Zeven ein königlich-preußischer Landrat.

Die Einwohnerzahl blieb in dieser Zeit fast hundert Jahre lang konstant bei rund 1.200. Insbesondere wegen der grassierenden Cholera und vielen Auswanderern nach Amerika nahm die Bevölkerung nicht zu. Erst zum Beginn des 20. Jahrhunderts konnte ein Aufschwung verzeichnet werden. 1906 kam es zur Eröffnung der Bahnstrecke von Zeven nach Rotenburg (Wümme) und Zeven erhielt eine Straßenbeleuchtung in Form von Öllampen. 1929 wurde Zeven der Übergang zur städtischen Verfassung gestattet. Der Landkreis Zeven wurde allerdings kurz darauf 1932 aufgelöst und mit Bremervörde zu einem neuen Landkreis Bremervörde zusammengeschlossen.

Das Christinenhaus ist der älteste erhaltene Profanbau der Stadt

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Zeven 3.233 Einwohner. Nach dem Krieg hatte sich diese Zahl durch den Zuzug von Flüchtlingen fast verdoppelt. Die Stadt wurde von britischen Truppen besetzt, die sich ebenfalls in die Wohnräume einquartierten, so dass es in der Stadt zu einem großen Mangel an Wohnraum kam. Der Ausbau der Stadt stand daher in den Nachkriegsjahren im Vordergrund. Zeven entwickelte sich in der Nachkriegszeit auch zu einem wichtigen regionalen Industriestandort. Das Industriegebiet Zeven-Aspe, im Süden der Stadt, beherbergt eine Anzahl überregional bekannter Industriebetriebe. Ein weiteres Industriegebiet wurde im Norden der Stadt angesiedelt (Nord-West-Ring).

1965 kam es zur Gründung der Samtgemeinde Zeven. 1977 wurde der Landkreis Bremervörde aufgelöst; Zeven gehört seitdem zum Landkreis Rotenburg (Wümme). 2001/02 wurde die Innenstadt neu gestaltet. Die Lange Straße, die bis dahin eine viel befahrene Durchgangsstraße war, wurde zur Fußgängerzone umgebaut und der Verkehr über eine Umgehungsstraße geleitet. 2009 wurde die Zevener Westumgehung eröffnet, die die Bundesstraße 71 und die Bremer Straße verbindet.

Statue der Königin Christine von Schweden
„Vitus-Brunnen“ von Wolfgang Zach
„Welle“ in der Fußgängerzone (Martina Benz, Granit, 2002)
Wassermühle Bademühlen

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Badenstedt, Brauel, Brümmerhof, Brüttendorf, Oldendorf und Wistedt eingegliedert.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Museum Kloster Zeven
  • Königin-Christinen-Haus
  • St.-Viti-Kirche
  • Feuerwehrmuseum
  • Vitus-Brunnen von Wolfgang Zach
  • Gauß-Zimmer Zeven
  • Wassermühle Bademühlen

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Grundschule Klostergang
  • Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule
  • Janusz-Korczak-Schule
  • Gosekamp-Grundschule
  • Kivinan - Das berufliche Bildungszentrum
  • St. Viti-Gymnasium

Ehemalige:

  • Carl-Friedrich-Gauß-Hauptschule
  • Carl-Friedrich-Gauß-Realschule

Religionen[Bearbeiten]

Die St.-Viti-Kirche am Klostergang gehört zum Sprengel Stade der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Die katholische Christ-König-Kirche an der Straße Hoftohorn ist eine Filialkirche der Rotenburger Pfarrgemeinde Corpus-Christi. Die neuapostolische Kirche an der Kirchhofsallee gehört zur Neuapostolischen Kirche in Norddeutschland.

Sport[Bearbeiten]

Von 2007 bis 2009 fand im Oktober jährlich der „Große Preis von Zeven“ statt. Bei der Laufveranstaltung stand neben dem Halbmarathon der 10-km-Lauf und (ab 2008) ein 5-km-Jedermannlauf im Angebot; nach dem Rückzug des Titelsponsors wurde diese Veranstaltung nicht weitergeführt. Für den Laufnachwuchs wurden Kinderläufe angeboten, Start und Ziel befanden sich in der Zevener Fußgängerzone. Zudem gehören der Reitverein Zeven und die LAV Zeven zum sportlichen Angebot.

Niederländische Einwohner[Bearbeiten]

Von 1963 an gab es eine niederländische Kaserne in der Nachbargemeinde Seedorf. Fast alle niederländischen Familien wohnten in Zeven. Die Gemeinschaft hatte eine eigene Schule und ein Gemeinschaftshaus (das „Hollandhaus“). 2006 wurde die niederländische Nato-Garnison aus Seedorf abgezogen, und die Familien kehrten zum größten Teil in die Niederlande zurück. Die Kaserne wird seitdem von der Bundeswehr genutzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Von Norden nach Süden durchquert die Bundesstraße 71 die Stadt.

Zeven liegt an den von der EVB heute nur noch im Güterverkehr betriebenen Bahnstrecken Bremervörde–Walsrode (Rotenburg (Wümme) – Zeven – Bremervörde) und Wilstedt–Tostedt (Zeven – HeeslingenSittensenTostedt). Für die Strecke von Zeven nach Wilstedt ist in der nächsten Zeit der Abbau geplant. Alternativ wird noch der Betrieb als touristische Draisinenstrecke erwogen. Es bestehen die Güterbahnhöfe Zeven (Han) an der Verbindung Rotenburg – Zeven – Bremervörde sowie Zeven Süd und Zeven Nord (beide an der Wilstedt-Zeven-Tostedter Eisenbahn). Die Bahnhöfe Zeven Süd und Zeven (Han) liegen direkt benachbart und besitzen eine Gleisverbindung.

Zeven liegt am Radfernweg Hamburg-Bremen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Das Unternehmen MAPA produziert Hygienehandschuhe und andere Haushaltsreinigungsprodukte der Marke Spontex sowie Kondome der Marken Blausiegel, Fromms und Billy Boy, dazu Babyartikel der Marke NUK.
  • Bundesweit bekannt ist die Marke „Milram“ für Milchprodukte des Zevener DMK (vormals Nordmilch).
  • Die LISEGA SE ist Weltmarktführer für Rohrleitungshalterungen. Sie beliefert die Meyer-Werft in Papenburg, Anlagen der Petrochemie sowie Kraftwerke.
  • Die SANOVO Eiprodukte GmbH & Co. ist einer der führenden Anbieter auf dem Gebiet der Eiprodukte.
  • Premium Fleisch AG, ein Unternehmen der Vion-Gruppe.
  • Die Zevener Volksbank hat ihren Sitz in Zeven.
  • Die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde hat ihre Zentrale in Zeven.
  • Die MT-Energie GmbH, ein Unternehmen im Bereich Biogas-Technologie, hat ihren Sitz in Zeven.

Medien[Bearbeiten]

  • Lokalnachrichten für Zeven und Umgebung stehen in der Zevener Zeitung.
  • Bei Zeven befindet sich ein ehemaliger DECCA-Sender, der heute zur Ausstrahlung von DGPS-Signalen genutzt wird.
  • Mast für Mobilfunk von 100 Metern Höhe in der Nähe des DECCA-Sendemasts
  • Der NDR besaß in Zeven ein Korrespondentenbüro

Sozialeinrichtungen[Bearbeiten]

Zeven ist Standort des OsteMed Martin-Luther-Krankenhauses, eines Akut-Krankenhauses der Sana Kliniken.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Zeven (Hrsg.): Zeven - Kloster · Flecken · Stadt. Verlag J. F. Zeller, Zeven 1980
  • Georg Meyer: Zeven und sein Benedictiner-Nonnenkloster St. Viti. Verlag J. F. Zeller, Zeven 1976

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zeven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Zeven – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 241.