47. Reserve-Division (Deutsches Kaiserreich)

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47. Reserve-Division
Aktiv 25. August 1914 bis 2. August 1918
Land Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Streitkräfte Preußische Armee
Typ Infanteriedivision
Grobgliederung Siehe: Gliederung

Die 47. Reserve-Division war ein Großverband der Preußischen Armee im Ersten Weltkrieg.

Gliederung[Bearbeiten]

Kriegsgliederung im September 1914[Bearbeiten]

  • 93. Reserve-Infanterie-Brigade
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 217
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 218
  • 94. Reserve-Infanterie-Brigade
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 219
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 220
    • Reserve-Kavallerie-Abteilung Nr. 47
  • Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 47
  • Reserve-Pionier-Kompanie Nr. 47

Kriegsgliederung im Februar 1918[Bearbeiten]

  • 94. Reserve-Infanterie-Brigade
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 218
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 219
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 220
    • MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 47
    • 4.Eskadron/Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 4
  • Artillerie-Kommandeur Nr. 47
    • Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 47
    • Fußartillerie-Bataillon Nr. 158
  • Pionier-Bataillon Nr. 347
  • Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 447

Geschichte[Bearbeiten]

Die Division wurde ab 25. August 1914 aufgestellt. Sie war Teil des XXIV. Reserve-Korps unter General der Infanterie Friedrich von Gerok an der Westfront, wurde im September 1914 zur 5. Armee verlegt und stand zwischen Maas und Mosel im Stellungskrieg. Ende November erfolgte der Abtransport der Division an die Ostfront. Die wurde sie im Raum Krakau ausgeladen und der österreichisch-ungarischen 4. Armee des Erzherzog Joseph Ferdinand an die Karpathenfront zugeführt. Sie kämpfte Anfang Dezember 1914 während der Schlacht von Limanowa-Lapanow an der Stradomka bei Muchowka.[1]Die Division unter Führung des Generalleutnants Alfred von Besser bildete bei der Gegenoffensive der Korpsgruppe „Roth“ auf der Orlowka-Höhe 597 und bei Raibrot einen starken Frontpfeiler und hatte großen Anteil am österreichischen Erfolg. Nach dem russischen Rückzug sicherte die Division bis zum März 1915 am Dunajec.

Anfang Mai 1915 beteiligte sich die Division am Frontdurchbruch zwischen Gorlice–Tarnów. Sie stand wiederum im Verband der k. u. k. 4. Armee. Zwischen 15. Mai bis 23. Juni absolvierte die Division weitere Stellungskämpfe am San-Abschnitt bei Nieroda und Maziarnia und stieß danach bis zum Wisznia-Abschnitt vor. Nach Kämpfen bei Krasnik erfolgte Ende Juli der weitere Vormarsch von der Wysnika bis zum Wieprzfluss. Zwischen 20. August und 3. September 1915 folgte die Division dem Vormarsch der deutschen 11. Armee zwischen Bug und Jasiolda nach Norden. Im September 1915 im Raum Slonim vorgehend unterstellte sich die Division dem Landwehrkorps Woyrsch. Es folgten zur Jahreswende Stellungskämpfe an der oberen Schtschara im Raum Ostrow. Die Division wurde dabei dem XXXVIII. Reserve-Korps zugeteilt. Im Juli und August 1916 kämpfte die Division erfolgreich in der Abwehrschlacht bei Baranowitschi-Goroditsche gegen russische Angriffe und verblieb die nächsten Monate wieder in Unterstellung der Armeeabteilung Woyrsch. [2]

Anfang Mai 1917 kehrte die Division an die Westfront zurück. Bis Anfang Juni wurde sie im Raum Toul an der Linie Remenauville-Regnieville eingesetzt. Nach der Schlacht an der Aisne verstärkte sie im Juni 1917 die Stellungen am Chemin des Dames, bis Ende November 1917 bestand die Division Stellungskämpfe an der Ailette.

Ab 21. März 1918 kämpfte die Division in der deutschen Frühjahrsoffensive am Südflügel der im Raum beidseitig St. Quentin konzentrierten 18. Armee. Die Division stieß im Verband der Gruppe Gayl (13. Landw.-Div. und 47. R.Div.) über die Oise aus dem Raum La Fère nach Westen vor, am 22. März überwand sie den Crozat-Kanal bei Tergnier. Bis 24. März besetzte die Division Chauny und verstärkte das Vorgehen der nun übergeordneten Gruppe Conta (IV. Reserve-Korps) auf Noyon und Lassigny. [3]

Nach Verlegung zur 7. Armee (Max von Boehn) im Raum Laon erfolgte am 28. Mai der Vorstoß über die Vesle auf Soissons. Die Division stand dabei als Reserve im Verband des VIII. Reserve-Korps (Gruppe Wichura) und beteiligte sich am Vorstoß auf Villers-Cotterêts. Die Division griff am 2. Juni im Zentrum Wichuras ein und verblieb danach bis Mitte Juli als Reserve im Hinterland von Hartennes. Nach der alliierten Gegenoffensive erfolgte der notwendige Rückzug hinter die Aisne. [4]Die Division verteidigte dabei bis Ende Juli einen Vesle-Abschnitt der schwerbedrängten Front zwischen Soissons und Reims und wurde dann herausgezogen. Am 2. August 1918 wurde die Division in Lothringen aufgelöst.

Kommandeure[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
Generalleutnant Bogislav von Bagenski 25. August 1914 bis 10. November 1914
Generalleutnant Alfred von Besser 11. November 1914 bis 26. April 1917
Generalmajor Hartwig Freiherr von Eichendorff 26. April 1917 bis 2. August 1918

Literatur[Bearbeiten]

  • 47. Reserve-Division (Hrsg.): In West und Ost. Kriegsbilder aus der Geschichte der 47. Reserve-Division. F. Bruckmann Verlag, München 1917.
  • Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs. Militär-Verlag. Berlin 1927. S. 59, 83–84.
  • Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army Which Participated in the War (1914–1918). United States War Office as War Department Document No. 905. Office of the Adjutant. 1920. S. 33–35.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Österreich-Ungarns letzter Krieg. Band 1. Wien 1930. S. 805ff und Skizze 55.
  2. Reichsarchiv. Band 9: Die Kämpfe um Baranowitschi. Berlin 1925. S. 32ff und Skizze 2.
  3. Reichsarchiv: Der Weltkrieg 1914-1918, Band XIV., S.126 f.
  4. Reichsarchiv: Der Weltkrieg 1914-1918, Beilagen-Band XIV, Lagekarten Beilage 18 und 24