8. Königlich Bayerische Reserve-Division

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Kappenabzeichen der 8. Reserve-Division, 1917

Die 8. Reserve-Division war ein Großverband der Bayerischen Armee im Ersten Weltkrieg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Division wurde am 31. Dezember 1914 speziell für den Einsatz im Gebirgsgelände der Vogesen gebildet und war ab 20. Januar 1915 mobil gestellt. Der Großverband stand von Februar 1915 bis Juli 1916 an der Westfront im Oberelsaß, unterbrochen von einem kurzzeitigen Einsatz im Juni 1915 an der Ostfront in Polen. Von Ende Juli bis August 1916 kämpfte sie in der Schlacht an der Somme. Ab Oktober 1916 war sie am Krieg gegen Rumänien beteiligt. Im Oktober 1917 kam sie wiederum an die Westfront nach Flandern. 1918 war sie u. a. in die Frühjahrsoffensive 1918 eingebunden. Der Verband wurde von der alliierten Aufklärung als erstklassig eingestuft.

Professor August Gallinger (1871–1959), Regimentsoberarzt in dem zu dieser Formation gehörenden Bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment 18, veröffentlichte 1921 seine (auch ins Englische übersetzte) vielbeachtete Schrift „Gegenrechnung“, zu Verbrechen an deutschen Kriegsgefangenen während des Ersten Weltkrieges. Dazu sammelte er als Belege eine Vielzahl von Zeugenaussagen ehemaliger Soldaten. Hintergrund der Publikation waren u.a. seine eigenen Erlebnisse, als er 1918 in französische Kriegsgefangenschaft kam und dabei regelrecht ausgeplündert wurde.[1]

Gefechtskalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1915[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 21. Januar bis 17. Mai --- Stellungskämpfe im Oberelsass
    • 19. Februar bis 20. März --- Schlacht bei Münster
    • 17. April bis 17. Mai --- Kämpfe bei Metzeral
  • 18. Mai bis 3. Juni --- Reserve der OHL
  • 4. bis 11. Juni --- Reserve der 11. Armee
  • 12. bis 15. Juni --- Durchbruchsschlacht von Lubaczów
  • 16. Juni --- Gefechte bei Oleszyce und Dachnow
  • 17. bis 22. Juni --- Schlacht bei Lemberg
  • 23. Juni bis 15. Juli --- Reserve der OHL bei der 11. Armee und Armeeabteilung Falkenhausen
  • ab 16. Juli --- Stellungskampf im Oberelsass
    • 20. Juli bis 14. Oktober --- Zweite Schlacht um Münster
    • 7. bis 12. November --- Gefecht am Hilsenfirst

1916[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 4. Juli --- Stellungskampf im Oberelsass
  • 4. bis 19. Juli --- Reserve der OHL bei der 2. Armee
  • 19. Juli bis 23. August --- Schlacht an der Somme
  • 1. bis 25. September --- Stellungskämpfe bei Roye-Noyon
  • 25. September bis 8. Oktober --- Reserve der 2. Armee
  • 8. bis 18. Oktober --- Reserve der OHL
  • 19. Oktober bis 24. November --- Gebirgskämpfe am Roter-Turm-Pass (Teile der Division)
  • 19. Oktober bis 22. Dezember --- Gebirgskämpfe am Ojtozgebiet (Teile der Division)
  • 19. Oktober bis 8. Dezember --- Gebirgskämpfe im Predeal- und Bodzagebiet (Teile der Division)
    • 4. bis 27. November --- Abwehrkämpfe im Gyergyo-Gebirge
    • 25. bis 30. November --- Verfolgungskämpfe bei Curtea de Argeș-Pitești (Teile der Division)
  • 28. November bis 26. Dezember --- Verteidigungsschlacht im Gyimes-Uz-Gebiet
  • 1. bis 3. Dezember --- Schlacht am Arges (Teile der Division)
  • 4. bis 8. Dezember --- Verfolgung nach der Schlacht am Argeș (Teile der Division)
  • 9. bis 20. Dezember --- Verfolgungskämpfe an Jalomita-Prahova und Buzaul (Teile der Division)
  • 21. bis 27. Dezember --- Schlacht bei Schlacht bei Rimnicul-Sarat (Teile der Division)
  • ab 26. Dezember --- Neujahresoffensive im Trotus-Gebiet
  • ab 27. Dezember --- Stellungskämpfe in den Siebenbürgischen Grenzkarpathen

1917[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 7. Januar --- Neujahresoffensive im Trotus-Gebiet
  • bis 11. Juli --- Stellungskämpfe in den Siebenbürgischen Grenzkarpathen
    • 4. bis 8. Januar --- Schlacht an der Putna (Teile der Division)
    • 6. bis 9. Januar --- Stellungskrieg an Putna und Sereth (Teile der Division)
    • 8. Januar bis 24. Februar --- Stellungskämpfe zwischen Putna- und Slanic-Tal (Teile der Division)
  • 13. bis
  • 22. Juli --- Stellungskämpfe an der Lomnica bei Kalusz
  • 23. Juli bis 5. August --- Verfolgungskämpfe in Ostgalizien und der Bukowina
  • 6. August bis 1. September --- Stellungskämpfe nordöstlich Czernowitz
  • 3. September bis 10. Oktober --- Stellungskämpfe an der Ostgrenze der Bukowina
  • 15. Oktober bis 3. Dezember --- Schlacht in Flandern
  • ab 4. Dezember --- Stellungskämpfe in Flandern

1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 9. April --- Stellungskämpfe in Flandern
  • 9. bis 30. April --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois
  • 2. Mai bis 18. Juni --- Kämpfe bei Richecourt, Seicheprey und Flirey
  • 19. Juni bis 5. Juli --- Stellungskämpfe zwischen Maas und Mosel
  • 7. Juli bis 3. August --- Stellungskämpfe bei Reims
  • 7. Juli bis 3. August --- Angriffsschlacht an der Marne und in der Champagne
    • 18. bis 25. Juli --- Abwehrschlacht zwischen Soissons und Reims
    • 26. Juli bis 3. August --- Bewegliche Abwehrschlacht zwischen Marne und Vesle
  • 4. August bis 9. Oktober --- Stellungskämpfe bei Reims
  • 10. bis 12. Oktober --- Kämpfe vor der Hunding- und Brunhild-Front
  • 13. bis 24. Oktober --- Stellungskämpfe an der Aisne
  • 25. Oktober bis 1. November --- Abwehrschlacht in der Hundingstellung
  • 2. bis 4. November --- Stellungskämpfe an der Aisne
  • 5. bis 11. November --- Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung
  • ab 12. November --- Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegsgliederung vom 31. Dezember 1914[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 15. Reserve-Infanterie-Brigade
    • Reserve-Infanterie-Regiment 18
    • Reserve-Infanterie-Regiment 19
  • 16. Reserve-Infanterie-Brigade
    • Reserve-Infanterie-Regiment 22
    • Reserve-Infanterie-Regiment 23
    • Reserve-Radfahr-Kompanie 8
    • Reserve-Kavallerie-Abteilung 8
    • Reserve-Feldartillerie-Regiment 8
    • Reserve-Feldartillerie-Regiment 9
  • 3. Batterie/Reserve-Fußartillerie-Bataillon 6
  • Stab/Reserve-Pionier-Bataillon 2
    • Reserve-Pionier-Kompanie 8
    • Reserve-Pionier-Kompanie 9
    • Reserve-Divisions Brückentrain
    • Reserve-Fernsprech-Abteilung 2

Kriegsgliederung vom 28. Juni 1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 16. Reserve-Infanterie-Brigade
    • Reserve-Infanterie-Regiment 19
    • Reserve-Infanterie-Regiment 22
    • Reserve-Infanterie-Regiment 23
    • Reserve-Kavallerie-Abteilung 8
  • Artillerie-Kommandeur 8
    • Reserve-Feldartillerie-Regiment 9
    • Fußartillerie-Regiment 19
  • Pionier-Bataillon 20
  • Divisions-Nachrichten-Kommandeur 408

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum[2]
Generalleutnant Hermann Freiherr von Stein 20. Januar 1915 bis 11. Januar 1917
Generalleutnant Albert Seekirchner 12. Januar 1917 bis 11. April 1917
Generalmajor Maximilian Jehlin 12. April 1917 bis Kriegsende

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 63, 101–102.
  • Bayerisches Kriegsarchiv: Die Bayern im Großen Kriege. München 1923.
  • Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army which Participated in the War (1914–1918). compiled from records of Intelligence section of the General Staff, American Expeditionary Forces, at General Headquarters, Chaumont, France 1919 (1920) (Reprint: London Stamp Exchange, 1989).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Tilitzki: Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich, Verlag Walter de Gruyter, 2002, S. 461, ISBN 3050079819; (Digitalscan)
  2. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag. Osnabrück 1990. ISBN 3-7648-1780-1. S. 670.