FK Partizani Tirana

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Partizani Tirana
Vereinslogo
Basisdaten
Name FK Partizani Tirana
Sitz Tirana
Gründung 1946
Farben Rot-Gelb
Präsident Gazmend Demi
Website [1]
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Ilir Daja
Spielstätte Air Albania Stadium
Plätze 22.500
Liga Kategoria Superiore
2019/20 6. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Der FK Partizani Tirana ist ein albanischer Fußballverein aus der Hauptstadt Tirana. Aktuell spielt er in der höchsten Liga Kategoria Superiore und ist Meister der Saison 2018/19.

Partizani Tirana ist einer der erfolgreichsten Fußballklubs des Landes: Der Verein hat jeweils 16 Meistertitel und Pokalsiege aufzuweisen und gewann zudem zwei Mal den albanischen Supercup. Im neuen Jahrtausend stieg Partizani hingegen bis in die dritte Liga ab. Mit dem sechzehnten Meistertitel im Jahr 2019 konnte der Verein sich aber wieder in der Spitze des albanischen Fußballs etablieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung (1945–1946)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am 16. August 1946 gegründete Verein unterstand zur Zeit des kommunistischen Regimes wie alle Sportvereine Albaniens dem Staat. Partizani wurde dabei der albanischen Armee untergeordnet und somit vom Verteidigungsministerium kontrolliert. Daher war es üblich, gute Spieler anderer Mannschaften zum Militär einzuziehen, damit diese für Partizani auflaufen konnten.

FK Partizani Tirana wurde am 4. Februar 1946 kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs offiziell gegründet. Ein Jahr zuvor, 1945, hatten jedoch bereits die Teams von zwei Militärdivisionen an der ersten Meisterschaft nach dem Kriegsende teilgenommen. Die beiden Mannschaften Ylli Shkodra und Liria Korça wurden nach Ende der Saison als Vereine aufgelöst. Ihre besten Spieler wechselten nach Tirana, um sich der Ushtria anzuschließen, was wörtlich übersetzt „Die Armee“ bedeutete. Ushtria bestritt am 13. Januar 1946 in Tirana bei starkem Regen sein erstes Freundschaftsspiel gegen den amtierenden Meister KS Vllaznia Shkodra, das in einem torlosen Unentschieden endete. Es trat in markanten roten Trikots mit den Initialen jedes Spielers auf der Brust an. Im folgenden Monat, am 4. Februar, wurde Ushtria in einen ordentlichen Sportverein verwandelt, der zu Ehren der albanischen Partisanen benannt wurde, die für die Befreiung des Landes gekämpft hatten. In der Anfangszeit rekrutierte Partizani Spieler der Skanderbeg-Mittelschule und der albanischen Militärakademie sowie Spieler anderer Clubs, die von den regierenden Kommunisten angewiesen wurden, für Partizani zu spielen.

Am 7. April bestritt der Verein sein erstes offizielles Spiel unter dem Namen Partizani, das gegen den anderen Hauptstadtclub 17 Nëntori ausgetragen wurde. Partizani gewann das Spiel 2:0. Da der Verein nicht an der albanischen Meisterschaft 1946 teilnahm, unternahm er stattdessen eine Tour durch Albanien, um Freundschaftsspiele gegen einige der größten Vereine des Landes zu spielen. Die Bilanz der neun Spiele waren 26 erzielte Toren und 9 Gegentreffer. Dabei schoss Qamil Teliti elf Tore als bester Torschütze Partizanis.

Frühe Dominanz (1947–1964)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partizani nahm 1947 zum ersten Mal an der nationalen Meisterschaft teil. Bereits beim Debüt konnte der Club in der höchsten Spielklasse antreten. Partizani gewannen 14 Spiele, hatte ein Unentschieden und verloren ein Spiel und wurden gleich Meister knapp vor Vllaznia Shkodra, das die letzten beiden Meisterschaften gewonnen hatte. In der folgenden Saison beschloss der albanische Fußballverband, das Format der Meisterschaft zu ändern, und teilte die Mannschaften je nach geografischer Lage in zwei Gruppen ein, wobei Gruppe A Mannschaften aus dem Norden und Gruppe B Mannschaften aus dem Süden des Landes umfasste. Partizani wurde in Gruppe A platziert, die sie punktegleich mit Vllaznia Shkodra gewannen. Aufgrund eines besseren Torverhältnisses war Partizani der Gruppensieger und spielte am 25. August 1947 das Meisterschaftsfinale gegen Flamurtari Vlora. Das Finale in Tirana gewann Partizani mit 6:2 – der zweite Titel in Folge. Partizani gewann zudem 1948 den Pokalfinal.

Später spielten die beiden albanischen Fußballlegenden Loro Boriçi und Panajot Pano bei Partizani.

Privatisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1990er wurde Partizani als erstes albanisches Team privatisiert. Allerdings musste zur Klärung der Besitzfrage vor ein Gericht gezogen werden, und der Verein geriet infolgedessen in wirtschaftliche Probleme. Während vor Gericht gestritten wurde, landete der Verein in der Saison 1999/2000 auf dem letzten Platz und musste absteigen. Albert Xhani gewann den Rechtsstreit und übernahm auch die Präsidentenrolle im Verein.

2009 beendete Partizani die Meisterschaft auf dem 10. Platz. Das Relegationsspiel gegen Kastrioti Kruja ging verloren. Die Kategoria e parë 2009/10 beendete der Hauptstadtclub hinter drei anderen Absteigern auf dem 5. Platz. In der folgenden Saison der zweithöchsten Liga wurde Partizani letzter, nachdem Xhani seine Finanzspritzen eingestellt hatte. Nach einer Saison in der dritten Liga wurde Partizani 2012/13 Vizemeister der zweiten Liga, mitunter unter einer neue Clubführung.

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Nat. Name im Verein seit Vertrag bis vorheriger Verein Spiele1 Tore1
Torhüter
12 AlbanienAlbanien Alban Hoxha (C)Kapitän der Mannschaft 2013 2022 KS Besa Kavaja 193 0
77 AlbanienAlbanien Aldo Teqja 2019 2023 Skenderbeu Korca 4 0
98 AlbanienAlbanien Livio Malaj 2018 2024 Olympiakos Piräus 2 0
Abwehr
02 AlbanienAlbanien NordmazedonienNordmazedonien Egzon Belica 2018 2021 FC Riga 72 4
33 AlbanienAlbanien Eneo Bitri 2018 2022 FK Tomori Berat 20 1
60 AlbanienAlbanien NordmazedonienNordmazedonien Amir Bilali 2019 2021 FC Shkupi 2 0
15 AlbanienAlbanien Agim Dajci 2012 2023 eigene Jugend 3 0
23 AlbanienAlbanien Esin Hakaj 2019 2022 Teuta Durres 26 0
28 AlbanienAlbanien Hektor Idrizaj 2019 2020 FK Kamza 13 0
Mittelfeld
17 AlbanienAlbanien Bruno Telushi 2018 2020 Slaven Belupo 53 10
40 AlbanienAlbanien Rron Broja 2019 2022 FC Shkupi 21 1
- AlbanienAlbanien ItalienItalien Alessio Hyseni 2019 2023 Flamurtari Vlore 7 0
14 AlbanienAlbanien NordmazedonienNordmazedonien Besnik Ferati 2018 2023 eigene Jugend 16 1
20 AlbanienAlbanien Esat Mala 2018 2022 KF Ballkani 60 4
38 AlbanienAlbanien Kristi Kote 2018 2023 KF Liria 32 0
31 AlbanienAlbanien Eneid Kodra 2015 2024 eigene Jugend 8 0
15 AlbanienAlbanien Kevi Llanaj 2020 2021 eigene Jugend 9 0
26 BrasilienBrasilien William Cordeiro 2019 2021 FK Kukesi 27 5
Sturm
07 AlbanienAlbanien Erald Cinari 2018 2022 KS Vllaznia Shkoder 46 11
11 AlbanienAlbanien Jurgen Bardhi 2014 2023 eigene Jugend 116 12
90 NigeriaNigeria Theophilus Solomon 2019 2022 Ujpest Budapest 13 3
99 JamaikaJamaika Brian Brown 2019 2022 Reno 1868 FC 29 2
18 BrasilienBrasilien Lukas Ferreira Cardoso 2018 - FK Pelister Bitola 24 3
21 AlbanienAlbanien Jasir Asani 2017 2021 FK Pobeda Prilep 77 16
10 AlbanienAlbanien Tedi Cara 2020 2023 KS Besa Kavaja 6 0
Stand der Spielerstatistiken: 9. November 2020 (2. Spieltag der Saison 2020/21)Letzte Kaderaktualisierung: 9. November 2020

Namensänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946 – Ushtria Kombetare Tiranë
  • 1946 – KS Partizani Tiranë
  • 1998 – FK Partizani Tiranë

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1962/63 Europapokal der Landesmeister 1. Runde SchwedenSchweden IFK Norrköping 1:3 0:2 (A) 1:1 (H)
1963/64 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Bulgarien 1948Bulgarien Spartak Plowdiw 2:3 1:0 (H) 1:3 (A)
1964/65 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland 1. FC Köln 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)
1968/69 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde ItalienItalien FC Turin 1:3 0:0 (H) 1:3 (A)
1970/71 Europapokal der Pokalsieger Vorrunde SchwedenSchweden Åtvidabergs FF 3:1 1:1 (A) 2:0 (H)
1. Runde OsterreichÖsterreich Wacker Innsbruck 3:5 2:3 (A) 1:2 (H)
1971/72 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Bulgarien 1971Bulgarien ZSKA Sofia 0:4 0:3 (A) 0:1 (H)
1979/80 Europapokal der Landesmeister 1. Runde SchottlandSchottland Celtic Glasgow 2:4 1:0 (H) 1:4 (A)
1980/81 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde SchwedenSchweden Malmö FF 0:1 0:1 (A) 0:0 (H)
1981/82 Europapokal der Landesmeister 1. Runde OsterreichÖsterreich FK Austria Wien 2:3 1:3 (A) 1:0 (H)
1987/88 Europapokal der Landesmeister 1. Runde PortugalPortugal Benfica Lissabon 0:7 0:4 (A) 00:3 (H)1
1990/91 UEFA-Pokal 1. Runde RumänienRumänien FC Universitatea Craiova 0:2 0:1 (H) 0:1 (A)
1991/92 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde NiederlandeNiederlande Feyenoord Rotterdam 0:1 0:0 (H) 0:1 (A)
1993/94 UEFA Champions League 1. Runde IslandIsland ÍA Akranes 0:3 0:0 (H) 0:3 (A)
1995/96 UEFA-Pokal Vorrunde TurkeiTürkei Fenerbahçe Istanbul 0:6 0:2 (A) 0:4 (H)
2002/03 UEFA-Pokal Qualifikation IsraelIsrael Hapoel Tel Aviv 1:5 0:1 (A) 1:4 (H)
2003 UEFA Intertoto Cup 1. Runde IsraelIsrael Maccabi Netanja (a)3:3(a) 2:0 (H) 1:3 (A)
2. Runde Moldau RepublikRepublik Moldau FC Dacia Chișinău 0:5 0:2 (A) 0:3 (H)
2004/05 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde MaltaMalta FC Birkirkara 5:4 4:2 (H) 1:2 (A)
2. Qualifikationsrunde IsraelIsrael FC Bnei Sachnin 1:6 0:3 (A) 1:3 (H)
2006 UEFA Intertoto Cup 1. Runde Zypern RepublikRepublik Zypern Ethnikos Achnas 4:5 2:4 (A) 2:1 (H)
2008/09 UEFA-Pokal Vorrunde Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina NK Široki Brijeg 1:3 0:0 (A) 1:3 (H)
2015/16 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde NorwegenNorwegen Strømsgodset IF 1:4 1:3 (A) 0:1 (H)
2016/17 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde SlowakeiSlowakei ŠK Slovan Bratislava 2 0:0 (H) – (A)
2016/17 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde UngarnUngarn Ferencváros Budapest2 2:2
(3:1 i. E.)
1:1 (H) 1:1 n. V. (A)
3. Qualifikationsrunde OsterreichÖsterreich FC Red Bull Salzburg 0:3 0:1 (H) 0:2 (A)
2016/17 UEFA Europa League Play-offs RusslandRussland FK Krasnodar 0:4 0:4 (A) 0:0 (H)
2017/18 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde BulgarienBulgarien Botew Plowdiw 1:4 1:3 (H) 0:1 (A)
2018/19 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde SlowenienSlowenien NK Maribor 0:3 0:1 (H) 0:2 (A)
2019/20 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde AserbaidschanAserbaidschan Qarabağ Ağdam 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)
2019/20 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Moldau RepublikRepublik Moldau Sheriff Tiraspol 1:2 0:1 (H) 1:1 (A)
Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 61 Spiele, 7 Siege, 14 Unentschieden, 40 Niederlagen, 34:103 Tore (Tordifferenz −69)

1 Wertung durch die UEFA, da der FK Partizani Tirana wegen tätlicher Angriffe auf den Schiedsrichter disqualifiziert wurde.
2 Da KF Skënderbeu Korça von der Champions League ausgeschlossen wurde, rückte Vizemeister Partizani in den Wettbewerb nach.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Heimspiele trägt Partizani im Selman-Stërmasi-Stadion aus, das 12.500 Zuschauern Platz bietet. Bei bedeutenden Partien wich man früher ins Qemal-Stafa-Stadion, das albanische Nationalstadion, aus; hier konnten 19.000 Anhänger das Spiel verfolgen. 2016 wurde die Partie der UEFA Europa League und UEFA Champions League in der Elbasan Arena ausgetragen. Bei Stadtderbys wird das Air-Albania-Stadium verwendet.

Außerhalb Tiranas wird seit ein paar Jahren der Kompleksi Partizani gebaut.[1] Die Bauarbeiten sollen 2021 enden.

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ndryshon projekti, shtëpia e re e Partizanit do të jetë më e madhe (FOTO). In: Panorma Sport. 25. Oktober 2016, abgerufen am 13. Januar 2021 (albanisch).