FK Partizani Tirana

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Partizani Tirana
Vereinslogo
Basisdaten
Name FK Partizani Tirana
Sitz Tirana
Gründung 1946
Farben Rot-Gelb
Präsident Gazmend Demi
Website www.partizani.al
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Ilir Daja
Spielstätte Elbasan Arena
Plätze 22.500
Liga Kategoria Superiore
2021/22 3. Platz
Heim
Auswärts

Der FK Partizani Tirana ist ein albanischer Fußballverein aus der Hauptstadt Tirana. Aktuell spielt er in der höchsten Liga Kategoria Superiore und ist Meister der Saison 2018/19.

Partizani Tirana ist einer der erfolgreichsten Fußballklubs des Landes: Der Verein hat 16 Meistertitel und 15 Pokalsiege aufzuweisen und gewann zudem zwei Mal den albanischen Supercup. Partizani Tirana gewann mit dem Balkanpokal 1970 als bislang einzige Mannschaft Albaniens einen internationalen Titel. Im neuen Jahrtausend stieg Partizani hingegen bis in die dritte Liga ab. Mit dem sechzehnten Meistertitel im Jahr 2019 konnte der Verein sich aber wieder in der Spitze des albanischen Fußballs etablieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung (1945–1946)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am 16. August 1946 gegründete Verein unterstand zur Zeit des kommunistischen Regimes wie alle Sportvereine Albaniens dem Staat. Partizani wurde dabei der albanischen Armee untergeordnet und somit vom Verteidigungsministerium kontrolliert. Daher war es üblich, gute Spieler anderer Mannschaften zum Militär einzuziehen, damit diese für Partizani auflaufen konnten.

FK Partizani Tirana wurde am 4. Februar 1946 kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs offiziell gegründet. Ein Jahr zuvor, 1945, hatten jedoch bereits die Teams von zwei Militärdivisionen an der ersten Meisterschaft nach dem Kriegsende teilgenommen. Die beiden Mannschaften Ylli Shkodra und Liria Korça wurden nach Ende der Saison als Vereine aufgelöst. Ihre besten Spieler wechselten nach Tirana, um sich der Ushtria anzuschließen, was wörtlich übersetzt „Die Armee“ bedeutete. Ushtria bestritt am 13. Januar 1946 in Tirana bei starkem Regen sein erstes Freundschaftsspiel gegen den amtierenden Meister KS Vllaznia Shkodra, das in einem torlosen Unentschieden endete. Es trat in markanten roten Trikots mit den Initialen jedes Spielers auf der Brust an. Im folgenden Monat, am 4. Februar, wurde Ushtria in einen ordentlichen Sportverein verwandelt, der zu Ehren der albanischen Partisanen benannt wurde, die für die Befreiung des Landes gekämpft hatten. In der Anfangszeit rekrutierte Partizani Spieler der Skanderbeg-Mittelschule und der albanischen Militärakademie sowie Spieler anderer Clubs, die von den regierenden Kommunisten angewiesen wurden, für Partizani zu spielen.

Am 7. April bestritt der Verein sein erstes offizielles Spiel unter dem Namen Partizani, das gegen den anderen Hauptstadtclub 17 Nëntori ausgetragen wurde. Partizani gewann das Spiel 2:0. Da der Verein nicht an der albanischen Meisterschaft 1946 teilnahm, unternahm er stattdessen eine Tour durch Albanien, um Freundschaftsspiele gegen einige der größten Vereine des Landes zu spielen. Die Bilanz der neun Spiele waren 26 erzielte Toren und 9 Gegentreffer. Dabei schoss Qamil Teliti elf Tore als bester Torschütze Partizanis.

Frühe Dominanz (1947–1964)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partizani nahm 1947 zum ersten Mal an der nationalen Meisterschaft teil. Bereits beim Debüt konnte der Club in der höchsten Spielklasse antreten. Partizani gewannen 14 Spiele, hatte ein Unentschieden und verloren ein Spiel und wurden gleich Meister knapp vor Vllaznia Shkodra, das die letzten beiden Meisterschaften gewonnen hatte. In der folgenden Saison beschloss der albanische Fußballverband, das Format der Meisterschaft zu ändern, und teilte die Mannschaften je nach geografischer Lage in zwei Gruppen ein, wobei Gruppe A Mannschaften aus dem Norden und Gruppe B Mannschaften aus dem Süden des Landes umfasste. Partizani wurde in Gruppe A platziert, die sie punktegleich mit Vllaznia Shkodra gewannen. Aufgrund eines besseren Torverhältnisses war Partizani der Gruppensieger und spielte am 25. August 1947 das Meisterschaftsfinale gegen Flamurtari Vlora. Das Finale in Tirana gewann Partizani mit 6:2 – der zweite Titel in Folge. Partizani gewann zudem 1948 den Pokalfinal.

Später spielten die beiden albanischen Fußballlegenden Loro Boriçi und Panajot Pano bei Partizani.

Privatisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1990er wurde Partizani als erstes albanisches Team privatisiert. Allerdings musste zur Klärung der Besitzfrage vor ein Gericht gezogen werden, und der Verein geriet infolgedessen in wirtschaftliche Probleme. Während vor Gericht gestritten wurde, landete der Verein in der Saison 1999/2000 auf dem letzten Platz und musste absteigen. Albert Xhani gewann den Rechtsstreit und übernahm auch die Präsidentenrolle im Verein.

2009 beendete Partizani die Meisterschaft auf dem 10. Platz. Das Relegationsspiel gegen Kastrioti Kruja ging verloren. Die Kategoria e parë 2009/10 beendete der Hauptstadtclub hinter drei anderen Absteigern auf dem 5. Platz. In der folgenden Saison der zweithöchsten Liga wurde Partizani letzter, nachdem Xhani seine Finanzspritzen eingestellt hatte. Nach einer Saison in der dritten Liga wurde Partizani 2012/13 Vizemeister der zweiten Liga, mitunter unter einer neuen Clubführung.

2021 nahm Partizani an der erstmaligen Austragung der Uefa Europa Conference League teil, schied dabei jedoch in der zweiten Qualifikationsrunde gegen den FC Basel aus.

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Nat. Name im Verein seit Vertrag bis vorheriger Verein Spiele1 Tore1
Torhüter
12 Albanien Alban Hoxha (C)ein weißes C in blauem Kreis 2013 2022 KS Besa Kavaja 193 0
77 Albanien Aldo Teqja 2019 2023 Skenderbeu Korca 4 0
Abwehr
2 Albanien Nordmazedonien Egzon Belica 2018 2021 FC Riga 72 4
15 Albanien Loti Celina 2021 2023 Strömsgodset IF 0 0
29 Albanien Emiljano Musta 2021 2023 KF Laçi 1 0
15 Albanien Agim Dajci 2012 2023 eigene Jugend 3 0
28 Albanien Elion Sota 2021 2024 FK Apolonia Fier 0 0
33 Albanien Dajan Shehi 2021 2023 KS Vllaznia Shkodra 1 0
30 Bulgarien Filip Gligorov 2021 2023 KF Shkupi 1 0
Mittelfeld
36 Albanien Denis Balla 2020 - eigene Jugend 0 0
7 Albanien Herald Marku 2021 2023 KS Vllaznia Shkodra 1 0
21 Albanien Valentino Murataj 2021 2023 KS Bylis Ballsh 21 1
6 Albanien Geri Selita 2021 2023 CD Tondela 1 1
99 Albanien Arinaldo Rrapaj 2021 2024 KF Skënderbeu 1 0
38 Albanien Kristi Kote 2018 2023 KF Liria 32 0
31 Albanien Eneid Kodra 2015 2024 eigene Jugend 8 0
17 Albanien Gerhard Hasa 2020 - eigene Jugend 2 0
Sturm
180 Brasilien Sténio Júnior 2021 - FC Riga 17 3
11 Albanien Jurgen Bardhi 2014 2023 eigene Jugend 116 12
7 Albanien Griechenland Dionis Çikani 2020 - KF Drenica 0 0
27 Albanien Franc Marinaj 2020 - eigene Jugend 0 0
18 Brasilien Lukas Ferreira Cardoso 2018 - FK Pelister Bitola 24 3
23 Albanien Kevi Llanaj 2020 2021 eigene Jugend 0 0
10 Albanien Tedi Cara 2020 2024 KS Besa Kavaja 6 0
Stand der Spielerstatistiken: 10. Juli 2021

Namensänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946 – Ushtria Kombetare Tiranë
  • 1946 – KS Partizani Tiranë
  • 1998 – FK Partizani Tiranë

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1962/63 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Schweden IFK Norrköping 1:3 0:2 (A) 1:1 (H)
1963/64 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Bulgarien 1948 Spartak Plowdiw 2:3 1:0 (H) 1:3 (A)
1964/65 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Deutschland Bundesrepublik 1. FC Köln 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)
1968/69 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Italien FC Turin 1:3 0:0 (H) 1:3 (A)
1970/71 Europapokal der Pokalsieger Vorrunde Schweden Åtvidabergs FF 3:1 1:1 (A) 2:0 (H)
1. Runde Osterreich Wacker Innsbruck 3:5 2:3 (A) 1:2 (H)
1971/72 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Bulgarien 1971 ZSKA Sofia 0:4 0:3 (A) 0:1 (H)
1979/80 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Schottland Celtic Glasgow 2:4 1:0 (H) 1:4 (A)
1980/81 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Schweden Malmö FF 0:1 0:1 (A) 0:0 (H)
1981/82 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Osterreich FK Austria Wien 2:3 1:3 (A) 1:0 (H)
1987/88 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Portugal Benfica Lissabon 0:7 0:4 (A) 00:3 (H)1
1990/91 UEFA-Pokal 1. Runde Rumänien FC Universitatea Craiova 0:2 0:1 (H) 0:1 (A)
1991/92 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Niederlande Feyenoord Rotterdam 0:1 0:0 (H) 0:1 (A)
1993/94 UEFA Champions League 1. Runde Island ÍA Akranes 0:3 0:0 (H) 0:3 (A)
1995/96 UEFA-Pokal Vorrunde Turkei Fenerbahçe Istanbul 0:6 0:2 (A) 0:4 (H)
2002/03 UEFA-Pokal Qualifikation Israel Hapoel Tel Aviv 1:5 0:1 (A) 1:4 (H)
2003 UEFA Intertoto Cup 1. Runde Israel Maccabi Netanja (a)3:3(a) 2:0 (H) 1:3 (A)
2. Runde Moldau Republik FC Dacia Chișinău 0:5 0:2 (A) 0:3 (H)
2004/05 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde Malta FC Birkirkara 5:4 4:2 (H) 1:2 (A)
2. Qualifikationsrunde Israel FC Bnei Sachnin 1:6 0:3 (A) 1:3 (H)
2006 UEFA Intertoto Cup 1. Runde Zypern Republik Ethnikos Achnas 4:5 2:4 (A) 2:1 (H)
2008/09 UEFA-Pokal Vorrunde Bosnien und Herzegowina NK Široki Brijeg 1:3 0:0 (A) 1:3 (H)
2015/16 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Norwegen Strømsgodset IF 1:4 1:3 (A) 0:1 (H)
2016/17 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Slowakei ŠK Slovan Bratislava 2 0:0 (H) – (A)
2016/17 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Ungarn Ferencváros Budapest2 2:2
(3:1 i. E.)
1:1 (H) 1:1 n. V. (A)
3. Qualifikationsrunde Osterreich FC Red Bull Salzburg 0:3 0:1 (H) 0:2 (A)
2016/17 UEFA Europa League Play-offs Russland FK Krasnodar 0:4 0:4 (A) 0:0 (H)
2017/18 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Bulgarien Botew Plowdiw 1:4 1:3 (H) 0:1 (A)
2018/19 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Slowenien NK Maribor 0:3 0:1 (H) 0:2 (A)
2019/20 UEFA Champions League 1. Qualifikationsrunde Aserbaidschan Qarabağ Ağdam 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)
2019/20 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Moldau Republik Sheriff Tiraspol 1:2 0:1 (H) 1:1 (A)
2021/22 UEFA Europa Conference League 1. Qualifikationsrunde Moldau Republik Sfîntul Gheorghe Suruceni 8:4 5:2 (H) 3:2 (A)
2. Qualifikationsrunde Schweiz FC Basel 0:5 0:3 (A) 0:2 (H)
2022/23 UEFA Europa Conference League 1. Qualifikationsrunde Georgien FC Saburtalo Tiflis 1:1
(4:5 i. E.)
1:0 (A) 0:1 n. V. (H)
Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 67 Spiele, 10 Siege, 14 Unentschieden, 43 Niederlagen, 41:113 Tore (Tordifferenz −72)

1 Wertung durch die UEFA, da der FK Partizani Tirana wegen tätlicher Angriffe auf den Schiedsrichter disqualifiziert wurde.
2 Da KF Skënderbeu Korça von der Champions League ausgeschlossen wurde, rückte Vizemeister Partizani in den Wettbewerb nach.

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Heimspiele trug Partizani lange im ehemaligen Qemal-Stafa-Stadion, später im Selman-Stërmasi-Stadion aus, das 12.500 Zuschauern Platz bietet. Bei bedeutenden Partien wich man früher ins Qemal-Stafa-Stadion, das albanische Nationalstadion, aus; hier konnten 19.000 Anhänger das Spiel verfolgen. 2016 wurde die Partie der UEFA Europa League und UEFA Champions League in der Elbasan Arena ausgetragen; 2021/22 wurde die ganze Saison in Elbasan gespielt.[1] Bei Stadtderbys wird das neue Nationalstadion Air Albania Stadium verwendet.

Am nordöstlichen Stadtrand Tiranas entstand der Kompleksi Partizani.[2] Die Bauarbeiten für dsa neue Vereinsstadion und Trainingsgelände wurden 2022 abgeschlossen.[3]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edi Hallaci: Partizani-Vllaznia ndez sonte Superioren në Elbasan Arena! In: Top Albania Radio. 26. September 2021, abgerufen am 16. April 2022 (albanisch): „[…] Elbasan Arena, stadium që mirëpret sërish ndeshjet e “të kuqve” në këtë fillim sezoni.“
  2. Ndryshon projekti, shtëpia e re e Partizanit do të jetë më e madhe (FOTO). In: Panorma Sport. 25. Oktober 2016, abgerufen am 13. Januar 2021 (albanisch).
  3. Denis Lala: Video + Foto/ Kompleksi i Partizanit është gati, të kuqtë nesër stërviten në shtëpinë e re. In: Panorama.al. 5. April 2022, abgerufen am 16. April 2022 (albanisch).