Mohammed Amin al-Husseini

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Mohammed Amin al-Husseini (1929)

Mohammed Amin al-Husseini (arabisch محمد أمين الحسيني, DMG Muḥammad Amīn al-Ḥusainī oder al-Hussaini, englisch al-Husayni; * 1895, 1896 oder 1897 in Jerusalem; † 4. Juli 1974 in Beirut) war ein islamischer arabischer Nationalist aus einer einflussreichen Familie Jerusalems. Als von Großbritannien eingesetzter Mufti von Jerusalem wurde er 1921 zum Führer der Palästinenser, die einen eigenen Nationalstaat anstrebten. Er vertrat eine Kombination von Islamismus, Antizionismus und verschwörungstheoretischem Antisemitismus und verbreitete diese Ideologie nachhaltig unter Arabern.

Von 1936 bis 1939 führte er den Arabischen Aufstand gegen jüdische Einwanderer und Briten an. Ab 1937 arbeitete er mit dem NS-Regime zusammen, das er seit 1933 unterstützt hatte. Ab Oktober 1941 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lebte er in Deutschland und verbreitete die nationalsozialistische Propaganda im arabischen Raum. Er unterstützte den Holocaust und wirkte aktiv daran mit, indem er Fluchtwege für Juden aus Osteuropa zu blockieren suchte und tausende geflohene Juden dem NS-Regime auslieferte. Zudem wurde er Mitglied der SS und mobilisierte Muslime für die Waffen-SS auf dem Balkan.

Nach dem Krieg wurde al-Husseini als Kriegsverbrecher festgenommen, aber nicht angeklagt. 1946 fand er in Ägypten Asyl, von wo aus er seine Ideen weiterverfolgte. Nach dem Palästinakrieg von 1948 und der Massenflucht von Palästinensern (Nakba) verlor er seine politische Führungsstellung. Er war Verwandter, Lehrer und Förderer von Jassir Arafat, dem späteren Führer der PLO.

Familie und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amīn al-Husseini wurde in Jerusalem geboren; Angaben zum Geburtsjahr schwanken zwischen 1895 und 1897.[1] Er stammte aus einer wohlhabenden arabischen Familie, die seit dem 19. Jahrhundert mit dem Clan der al-Nashashibis um Großgrundbesitz und Einfluss im südlichen Palästina konkurrierte. Mitglieder des al-Husseini-Clans hatten ab 1850 Führungsämter in Jerusalem inne, stellten oft den Bürgermeister und den Mufti, dem der Schutz des Tempelbergs und der heiligen Stätten des Islam dort oblag.[2]

Amins Vater Muḥammad Ṭāhir al-Husseini bekämpfte als Mufti von Jerusalem die Einwanderung von Juden in die osmanische Provinz Palästina. Seit 1891 wollte er jüdische Einwanderer zur Auswanderung drängen.[3] Als sich 1897 die Zionistische Weltorganisation gegründet hatte, bildete er eine Kommission, um Landkäufe von Zionisten in Palästina zu prüfen und zu unterbinden.[4] 1899 beantragte er im Stadtrat Jerusalems, jüdische Einwanderer physisch anzugreifen und zu vertreiben. Dies wurde abgelehnt.[5]

Amīn al-Husseini besuchte zunächst eine Koranschule, dann eine weiterführende osmanische und katholische Schule, wo er Türkisch und Französisch lernte.[6] Nach einem kurzen Studienaufenthalt an der Alliance Israélite Universelle[7] begann er islamisches Recht an der al-Azhar-Universität in Kairo zu studieren. Dort gründete er eine antizionistische palästinensische Studentenvereinigung mit. Einer seiner Lehrer und bis 1935 sein Mentor war Raschīd Ridā, einflussreicher Vordenker des Reformislam und Panarabismus. Zwei Jahre später brach al-Husseini dieses Studium ab.[8]

1913 pilgerte er mit seiner Mutter Zainab nach Mekka und erhielt den Ehrentitel eines Haddschi. Ab 1914 studierte er in Istanbul Verwaltungswissenschaften an einer modernisierten osmanischen Militärakademie.[9] Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er in die Osmanische Armee einberufen und der 47. Brigade in İzmir als Artillerieoffizier zugeteilt. 1916 wurde er wegen einer Erkrankung vom Militärdienst freigestellt und zog wieder nach Jerusalem.[10]

Politik 1916 bis 1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlauf der Arabischen Revolte (1916–1918) eroberten die Briten 1917 Jerusalem. Al-Husseini bot ihnen seine Dienste an und rekrutierte Soldaten für die Armee des Scherifen. Deren Anführer Thomas Edward Lawrence beklagte sich jedoch bei ihm über die Unzuverlässigkeit der Palästinenser in der Armee. Der spätere König Faisal I. erklärte ihm, er werde einem Palästinenser nie ein hohes Amt geben. Bei einem Clan-Treffen warf al-Husseini Faisal seinerseits vor, willfähriger Diener der Briten zu sein und mit den Juden zusammenzuarbeiten. Die Araber müssten einen Keil zwischen ihre Gegner treiben, sonst würden die Briten mithilfe des in Palästina zentrierten Weltjudentums die Herrschaft über die arabische Welt erlangen.[11]

Von da an trat al-Husseini als kompromissloser Gegner des Zionismus hervor, den er als langfristige Gefahr für ein arabisches Palästina ansah. Laut dem jüdischen Journalisten Abbady sagte er ihm damals, er habe nichts gegen in Palästina geborene Juden: „Aber jene fremden Invasoren, die Zionisten, werden wir massakrieren bis zum letzten Mann. Wir wollen keinen Fortschritt, keinen Wohlstand [durch jüdische Einwanderung]. Nichts anderes als das Schwert wird die Zukunft dieses Landes entscheiden.“[12] Von 1920 an beanspruchte al-Husseini kontinuierlich ganz Palästina als arabischen Staat, lehnte Gebietszugeständnisse an Juden ab und akzeptierte nur Juden, die bis 1917 in diesem Gebiet geboren worden waren; alle übrigen wollte er vertreiben oder vernichten.[13]

Beim pansyrischen Kongress in Damaskus 1919 unterstützte er Faisal als zukünftigen König von Syrien. In jenem Jahr trat er dem arabischen Nationalistenverein an-Nādī al-ʿArabī in Jerusalem bei und wurde dessen Vorsitzender. Er schrieb Artikel für die erste in Palästina gegründete Zeitung, Sūriyya al-Ǧanūbiyya („Süd-Syrien“), die in Jerusalem von September 1919 bis April 1920 erschien. Wie sie strebte al-Husseini ein Großsyrien mit Palästina als Südprovinz und Damaskus als Hauptstadt an. Im Sykes-Picot-Abkommen vom Juli 1920 erhielt jedoch Frankreich das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon. Die französische Armee besetzte Damaskus, besiegte König Faisal und zerschlug Großsyrien. Danach wandte sich al-Husseini einem arabischen Nationalismus zu, in dessen Mittelpunkt für ihn Palästina mit Jerusalem stand.

Die Nabi-Musa-Unruhen vom 4. bis 7. April 1920 in der Altstadt von Jerusalem stiftete al-Husseini an. Die britische Militärverwaltung verurteilte ihn dafür zu zehn Jahren Haft und ersetzte seinen ebenfalls beteiligten Cousin Musa als Bürgermeister von Jerusalem durch ein Mitglied des rivalisierenden al-Nashashibi-Clans.[14] Al-Husseini floh nach Syrien, konnte aber schon im September 1920 wieder nach Jerusalem zurückkehren und wurde begnadigt.[15]

Gemäß dem Völkerbundsmandat für Palästina löste dort 1921 eine zivile die bisherige militärische britische Verwaltung ab. Der erste britische Hochkommissar Herbert Samuel hob das Urteil gegen al-Husseini auf und ernannte ihn trotz seiner mangelnden religiösen Ausbildung zum Mufti von Jerusalem. Er erhoffte sich davon einen Interessenausgleich mit den palästinensischen Arabern und eine Befriedung des Husseini-Clans, dessen Angehörige das Amt seit mehr als 100 Jahren oft innehatten.[16] Weil die Jungtürken das Amt des Scheichülislam 1916 delegitimiert und 1920 faktisch abgeschafft hatten, wollten die Briten mit dem Mufti-Amt ein neues politisch-religiöses Oberhaupt schaffen und kontrollieren. Anders als in der osmanischen Tradition wählte nicht ein Kalif, sondern der britische Hochkommissar, ein Jude, den Mufti. Al-Husseini gehörte nicht zu den Kandidaten, die die palästinensischen Muftis nominiert hatten. Nur dass er Bruder des letzten Muftis Kamil al-Husseini war, gab für Samuel den Ausschlag.[17]

1922 wurde al-Husseini zudem Präsident des damals gegründeten Supreme Moslem Council. Es sollte islamische Einrichtungen, Stiftungen und Sharia-Gerichte verwalten und so Arabern der Region religiöse Selbstverwaltung ermöglichen. Weil er das höchste religiöse und politische Amt vereinte, galt al-Husseini als der einflussreichste Araber in Palästina.[18]

Seit Herbst 1928 ließ al-Husseini Juden, die an der Jerusalemer Klagemauer beten wollten, ständig belästigen. Sie wurden beschimpft und mit Steinen beworfen. Im August 1929 behaupteten Imame bei Freitagsgebeten, Juden wollten die heiligen Stätten des Islam entweihen und einen neuen Tempel errichten. Al-Husseini selbst predigte entsprechend im Felsendom. Daraufhin verprügelten Muslime Juden an der Klagemauer und verbrannten Tora-Rollen. Die Angriffe steigerten sich bis zum Massaker von Hebron (23. und 24. August 1929). Dabei ermordeten aufgehetzte Araber 67 Juden, vertrieben fast alle übrigen und zerstörten damit eine der ältesten jüdischen Gemeinden in der Region.[19] Erst die britische Polizei, die lange passiv blieb, stoppte das Judenpogrom. Vor der Untersuchungskommission von Sir Walter Shaw erklärte al-Husseini, das britische House of Commons sei „nichts anderes als ein Rat der Weisen von Zion“. Damit spielte er auf die gefälschten Protokolle der Weisen von Zion und deren antisemitische Verschwörungstheorie des Weltjudentums an.[20]

Ein Allgemeiner Islamischer Kongress 1931 war von Schaukat ʿAlī, dem Vorsitzenden der Khilafatbewegung, und von al-Husseini einberufen worden. Dort wählten ihn 130 muslimische Delegierte aus 22 Staaten zum Präsidenten. Das stärkte sein Ansehen unter den Muslimen weltweit. Der Kongress sollte den Widerstand gegen einen jüdischen Nationalstaat im Mandatsgebiet Palästina und dessen westliche Unterstützer organisieren. Die britischen Mandatsbehörden hatten einen rein religiösen Kongress festgelegt, unternahmen jedoch kaum etwas gegen die politischen Bestrebungen der Organisatoren.[21]

Arabischer Aufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1930er Jahren spitzten sich die Konflikte der verschiedenen Araberparteien in Palästina untereinander und mit den Briten zu. Al-Husseini lehnten jede Verständigung mit dem Jischuw (der jüdischen Gemeinschaft in Palästina) ab und verhandelte mit den Briten über einen Stopp der jüdischen Einwanderung. Seine Familie beanspruchte die Führung aller Palästinenser. Die Nashashibis und andere Clans strebten dagegen ein unabhängiges Palästina durch Zusammenarbeit mit den Briten und dem König Jordaniens an.[22] Im April 1936, nach einem Pogrom an Juden in Nablus, riefen arabische Nationalisten einen Generalstreik gegen die jüdische Einwanderung aus. Die arabischen Parteien bildeten ein gemeinsames Arabisches Hohes Komitee, um den Streik zu leiten, und wählten al-Husseini zu dessen Präsidenten, so dass er sich öffentlich positionieren musste. In einer leidenschaftlichen Rede am 7. Mai 1936 rief er alle Araber und Muslime weltweit dazu auf, die Palästinenser zu unterstützen, um ein „zweites Andalusien“ (ein tolerantes Zusammenleben mit den Juden) zu verhindern. Um eine direkte Konfrontation mit den militärisch überlegenen Briten und einen Dschihad gegen sie zu vermeiden, versuchte er den Obersten Muslimrat, dem er ebenfalls vorstand, aus dem Konflikt herauszuhalten. Er befürwortete anfangs keine Gewalt gegen die Briten, aber gegen jüdische Siedler, um den Druck auf die Briten zu erhöhen. Die radikaleren Nationalisten wollten alle Verhandlungen mit den Briten abbrechen. Das Komitee beschloss, den Streik zu verlängern und Steuern zu verweigern. Nach der Ermordung des britischen Distriktsbeauftragten für Galiläa, Lewis Andrews, löste die britische Militärverwaltung das Komitee auf und setzte al-Husseini als dessen Vorsitzenden ab. Er behielt jedoch sein Amt als Mufti, zog sich auf den Tempelberg zurück und entging so seiner Verhaftung. Dies stärkte sein Ansehen unter den Arabern in Palästina. Als deren nunmehr unangefochtener Anführer koordinierte er vom Tempelberg aus den laufenden arabischen Aufstand gegen die britische Mandatsherrschaft (1936–1939) und organisierte Angriffe auf Juden.[23]

Am 12. Januar 1937 trat al-Husseini als Sprecher aller Araber in Palästina vor der Peel-Kommission auf, die die Briten wegen des Aufstands gebildet hatten. Er forderte erneut einen Stopp der jüdischen Einwanderung und die Entfernung von 80 Prozent (rund 400.000) der schon eingewanderten Juden, um ihre Zahl auf 80.000 wie vor dem Ersten Weltkrieg zu reduzieren. Ferner forderte er, jeden Landverkauf an Juden in Palästina zu verbieten und das britische Mandat zu beenden. Den Kommissionsvorschlag einer Zwei-Staaten-Lösung lehnte er strikt ab und forderte stattdessen einen unabhängigen arabischen Staat.[24] Danach organisierte er Terroranschläge gegen moderate Palästinenser, die eine Verständigung mit den Briten einem Palästinenserstaat unter seiner Führung vorzogen. Damit begann die zweite, opferreiche Phase des Arabischen Aufstands.[25]

Im Oktober 1937 floh al-Husseini vor den Briten aus Jerusalem in den Libanon, 1939 in den Irak, dann nach Teheran im Iran, wo ihm die Botschaft Japans Zuflucht gewährte, 1941 über die Türkei nach Italien und von dort nach Deutschland. Gegenüber allen drei Achsenmächten setzte er sich für sein Ziel eines weitgehend „judenfreien“ Nationalstaats der Palästinenser ein.[26]

Im Weißbuch von 1939 gaben die Briten die Idee einer Teilung Palästinas auf, wollten die jüdische Einwanderung bis 1944 auf 75.000 Personen begrenzen und bis 1949 einen unabhängigen Staat Palästina schaffen, den Juden und Araber ihren Bevölkerungsanteilen gemäß zusammen regieren sollten. Die meisten Mitglieder des Arabischen Hohen Komitees begrüßten das Weißbuch, da es ihren Wünschen weit entgegen kam. Al-Husseini sorgte jedoch dafür, dass das Komitee das Weißbuch offiziell ablehnte. Obwohl die Briten ihn als Palästinenserführer abgesetzt hatten, stand er im engen Kontakt mit dem neuen „Zentralkomitee des Dschihad“ in Damaskus, das den Arabischen Aufstand nun verstärkte.[27]

Partner des NS-Regimes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. März 1933, einen Tag vor dem nationalsozialistischen Judenboykott, hatte sich al-Husseini mit dem deutschen Generalkonsul in Jerusalem Heinrich Wolff getroffen und ihm angeboten, das NS-Regime zu unterstützen. Er erklärte Wolff ausführlich, dass alle Muslime weltweit das NS-Regime „begrüßten und die Ausbreitung faschistischer antidemokratischer Staatsführung auf andere Länder erhoffen. Jetziger jüdischer Einfluss auf Wirtschaft und Politik sei überall schädlich und zu bekämpfen“.[28] Einem deutschen Aufruf zum Judenboykott werde die ganze islamische Welt begeistert beitreten; er selbst werde diese Idee unter allen Muslimen verbreiten und eine aktionsfähige Organisation dazu anregen. Deutschland möge ausreichend Industrieprodukte an Palästina liefern, damit Nichtjuden diese dort vertreiben könnten.[29] Al-Husseini und viele Araber nannten Adolf Hitler mit dem Ehrennamen Abu Ali („Vater Alis“, des Kalifen ʿAlī ibn Abī Tālib, auf den sich alle Muslime zurückführen).[30]

Ab 1937 gewährten das NS-Regime und das faschistische Italien al-Husseini Finanzhilfen.[31] Im Januar 1937 erklärte er laut The New York Times: Die Araber und Nazideutschland bekämpften gemeinsam den Zionismus in Palästina. Sie hätten denselben Feind, die Briten und die Juden.[32] Weil sich der Zweistaatenplan der Peel-Kommission abzeichnete, stoppte das NS-Regime im Juni 1937 die bis dahin geförderte Auswanderung deutscher Juden nach Palästina. Außenminister Konstantin von Neurath wies die deutschen Botschafter in London, Bagdad und Jerusalem an, das „Arabertum“ als Gegengewicht zum Zionismus zu stärken. Ein Judenstaat würde dem „Weltjudentum“ nur eine zusätzliche Machtbasis verschaffen und liege daher nicht im deutschen Interesse. Ein Runderlass des Auswärtigen Amtes bestätigte diese „Revision des deutschen Standpunktes“ gegenüber dem Judenstaat in Palästina: Deutsches Interesse sei, „die Zersplitterung des Judentums aufrecht zu erhalten“, weil dieses auch nach der Auswanderung deutscher Juden zwangsläufig der weltanschauliche und politische Gegner NS-Deutschlands bleibe. Ein Judenstaat könnte sich „für die deutsche Außenpolitik verhängnisvoll auswirken“.[33]

Im Oktober 1937 reisten die SS-Offiziere Adolf Eichmann und Herbert Hagen im Auftrag des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) nach Palästina, um die bisherige Auswanderungspraxis zu prüfen und Bündnispartner zu finden. Weil sie kein Transitvisum bekamen, trafen sie al-Husseini nicht persönlich und mussten von Haifa nach Kairo weiterreisen. In ihrem Reisebericht empfahl Eichmann, nur noch enteigneten und wenigen Juden die Auswanderung zu gestatten. Der Kurswechsel folgte aus den eigenen Eroberungs- und Vernichtungszielen und reagierte nicht auf die Wünsche des Muftis.[34] Eichmann und Hagen beschrieben al-Husseini als „das religiöse Oberhaupt der Araber“ und Leiter des Arabischen Hochkomitees in Damaskus. Als solcher habe er die „Terrorwelle“ vom 15. Oktober 1937 gegen Briten und Juden gelenkt. Sie bestätigten eine „nachrichtendienstliche Verbindung des Sicherheitsdienstes“ (SD) zum Großmufti und schlugen ein den gesamten Vorderen Orient umfassendes Nachrichtennetz aus deutschen und arabischen Kontaktleuten zu ihm vor.[35]

Ab 1938 lieferte Deutschland al-Husseinis Truppen auch Waffen. Ab 1940 wurden die Waffen über den nun vom Vichy-Regime beherrschten Libanon nach Palästina transportiert.[36] Ohne diese Hilfen, so erklärte al-Husseini später, hätte er den Arabischen Aufstand nicht durchführen können.[37]

Im Sommer 1940 gratulierte al-Husseini Hitler zum Sieg im Westfeldzug. Im September 1940 reiste sein Privatsekretär Osman Kemal Haddad nach Berlin und schlug dem NS-Regime vor, die Anhänger des Mufti könnten mit erbeuteten französischen Waffen eine antibritische Revolte in Syrien, Palästina und Transjordanien starten.[38] Seine wiederholte Bitte, das NS-Regime möge eine öffentliche Garantie für einen unabhängigen arabischen Staat in Palästina abgeben, lehnte Hitler jedoch ab.[30] Stattdessen sicherte Hitler 1940 General Philippe Pétain zu, er werde das Vichy-Regime nach Kräften bei der Rückgewinnung „geraubter Kolonien“ einschließlich Syriens und Palästinas unterstützen.[39]

Im Irak[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Beirut konnte al-Husseini von 1937 bis 1939 relativ unbehelligt agieren. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs verlangten die Briten seine Auslieferung, da er mit dem NS-Regime verbündet war. Frankreich lehnte ab. Viele Araber baten al-Husseini, nun öffentlich für die Alliierten Partei zu ergreifen. Er verlangte dafür, nach Jerusalem zurückkehren zu dürfen, was wiederum die Briten ablehnten. Am 3. Oktober 1939 floh er nach Bagdad und wurde dort von der antibritischen Bevölkerung begeistert begrüßt. Ab April 1940 unterstützte er den neuen Ministerpräsidenten Iraks Raschid Ali al-Gailani und wirkte darauf hin, antibritische und panarabische Kräfte im Irak zu vereinen und für ein Bündnis mit den Achsenmächten zu gewinnen. Er gründete die „Arabische Nationale Partei“ als Geheimorganisation mit dem Ziel, alle arabischen Gebiete vom westlichen Imperialismus zu befreien und dann zu einem Staat zu vereinen. Zudem bildete er ein Geheimkomitee aus geflohenen Palästinensern und Irakern, um probritische Regierungsmitglieder im Irak auszuschalten. Er vermittelte Treffen von Gailanis Regierung mit dem deutschen Botschafter in der Türkei Franz von Papen und dem deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop. Über diese Kontakte stellte er sich dem NS-Regime als Führer einer arabischen Elite dar, die ihn autorisiert habe, im Namen aller Araber zu sprechen. In einem Brief an Hitler vom 20. Januar 1941 beschrieb er seinen Zentralstatus, das Leiden der Araber unter Briten und Franzosen und das der Palästinenser unter den Juden, deren Geheimwaffen „Geld, Korruption und Intrige“ mit britischer Militärmacht verbunden sei. Mit Rücksicht auf die Interessen von Italien, Spanien und Vichy-Frankreich unterstützte das NS-Regime im April 1941 jedoch nur die von den Briten beherrschten arabischen Länder. Falls deren Bevölkerungen sich gegen die Briten erheben würden, wollte Deutschland seine Militärhilfe an sie erhöhen.[40]

Bereits am 7. Januar 1941 betonte Bernhard von Loßberg im Oberkommando der Wehrmacht (OKW), man brauche „den Arabern keine nur erträgliche Lösung der Judenfrage in Palästina zu versprechen“, sondern könne ihnen „mit gutem Gewissen […] auf diesem Gebiet jede Konzession machen“.[41] Im März 1941 war man sich einig, „dass der politische Hauptweg zur arabischen Welt über den Großmufti und seinen Sekretär gehen solle“. Wenige Wochen später lieferte Deutschland al-Husseinis Truppen 30.000 Karabiner, 600 Maschinengewehre, 600 Maschinenpistolen und weitere Waffen.[42] Im selben Zeitraum bombardierten die deutsche und die italienische Luftwaffe wiederholt Tel Aviv, Jaffa und Haifa. Neben hunderten Juden kamen dabei auch einige Araber ums Leben. Al-Husseinis Anhänger feierten die Angriffe.[43]

Ribbentrop empfahl dem Mufti Sabotage- und nachrichtendienstliche Aktionen zugunsten der Achsenmächte. Daraufhin wagten Gailanis Leute den Militärputsch im Irak 1941 (1. April) und schnitten die britischen Truppen vom Nachschub ab. Am 2. Mai 1941 begannen die Briten einen Gegenangriff. Am 15. Mai ließ das deutsche Außenamt den antibritischen Kräften um al-Husseini und Gailani 24 Kampfflugzeuge liefern. Dies genügte nicht für einen Sieg.

Al-Husseinis Einfluss auf die Politik des Irak und seine Annäherung an die Achsenmächte beunruhigten die Briten stark. Seit Oktober 1940 erwogen sie, ihn zu entführen oder zu ermorden. Das britische Colonial Office und später das Foreign Office lehnten jedoch ab, weil man fürchtete, dies werde seine Popularität bei Arabern vermehren. Nach dem Putsch ließ die britische Militärführung im Irak einige inhaftierte Irgun-Mitglieder frei, die Ölanlagen des Irak sabotieren sollten. Dabei wollte deren Kommandant David Raziel al-Husseini entführen. Er kam jedoch durch einen deutschen Bombenangriff auf die britische Luftwaffenstation im Irak ums Leben. Der Plan wurde fallengelassen.[44]

Die Briten besiegten die Putschisten im Irak nach wenigen Wochen, auch weil das NS-Regime die antibritischen Kräfte dort nur geringfügig unterstützte.[45] Al-Husseini gab jedoch „den Juden“ die Schuld. Am 9. Mai 1941 rief er die Muslime mit einer Fatwa, die irakische, deutsche und italienische Radiosender übertrugen, zum Dschihad gegen Briten und Juden auf. Folglich wurden am 2. Juni 1941 beim Farhud-Pogrom in Bagdad hunderte Juden ermordet, ihre Häuser und Läden zerstört.[46] Als Hauptursache des Farhud stellte eine britische Kommission im Juli 1941 fest: Al-Husseini habe unter dem Deckmantel von Panarabismus und islamischer Religion mit großer List Nazipropaganda verbreitet und führende Beamte in Iraks Militär so stark beeinflusst, dass er ihnen Befehle von seinem Wohnsitz aus erteilen konnte. Al-Husseini floh in den Iran, dessen neuer Regent Reza Schah Pahlavi ihm politisches Asyl garantierte. Am 25. August 1941 rückten britische und russische Truppen in den Iran ein. Al-Husseini entkam den Briten erneut und floh über die Türkei und den Balkan nach Italien und Deutschland.[47]

Damals forderte er eine von ihm formulierte Erklärung von den Achsenmächten: „Deutschland und Italien erkennen an, dass die arabischen Länder das Recht haben, die Judenfrage in Palästina und den anderen arabischen Ländern auf der Basis der nationalen und völkischen Interessen der Araber und auf der Basis des Modells, das Deutschland und Italien durchführen, zu lösen.“[38]

Am 11. Oktober 1941 erreichte er Rom. Am 27. Oktober traf er Benito Mussolini, der ihm die Gründung eines Staates Palästina ohne Juden versprach und betonte: Wenn die Juden ihren eigenen Staat wollten, sollten sie Tel Aviv nach Amerika verlegen. Es gebe für sie in Europa keinen Platz.[48] Al-Husseini vereinbarte mit Mussolini, die Araber würden den Krieg gegen Großbritannien aktiv unterstützen; dafür würden die Achsenmächte einen faschistischen arabischen Staat anerkennen, der Irak, Syrien, Palästina und Transjordanien umfassen sollte. Mussolini sagte ihm ferner das Recht der Araber zu, nach ihrem Belieben mit den Juden in Palästina umzugehen und einen Judenstaat dort zu eliminieren. Er sandte diese Erklärung an die deutsche Botschaft in Rom. Außenminister Galeazzo Ciano drängte Mussolini zudem, dem Mufti eine Finanzhilfe von einer Million Lire zu garantieren.[49] Trotz dieser Zusagen erhielt al-Husseini nicht die gewünschte öffentliche Erklärung.[50]

In NS-Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amin al-Husseini und Adolf Hitler (28. November 1941)

Islamistisch-antisemitische Propaganda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. November 1941 traf al-Husseini in Berlin ein. In den nächsten Tagen sprach er mit Staatssekretär Ernst von Weizsäcker und Außenminister Joachim von Ribbentrop. Am 28. November 1941 empfing Hitler den Mufti. Nach dem erhaltenen Gesprächsprotokoll erklärte dieser dem „von der ganzen arabischen Welt bewunderten Führer“: „Die Araber seien die natürlichen Freunde Deutschlands“, da sie die gleichen Feinde hätten: Engländer, Juden und Kommunisten. Sie stünden zur Kriegsteilnahme bereit, nicht nur für Sabotage und Revolten, sondern auch für eine arabische Legion. Ihr Ziel sei die Unabhängigkeit Syriens, Palästinas und des Irak. – Hitler erwiderte, zum kompromisslosen Kampf Deutschlands gegen die Juden gehöre selbstverständlich der Kampf gegen eine jüdische Heimstätte in Palästina, die nur ein staatlicher Mittelpunkt für den destruktiven Einfluss der jüdischen Interessen wäre. Er weihte den Mufti in seine Kriegs- und Holocaustpläne ein: Zuerst werde er die Sowjetunion völlig zerstören. Im Verlauf werde die Wehrmacht den Südausgang Kaukasiens erreichen. Dann werde er der arabischen Welt versichern, dass die „Stunde der Befreiung“ für sie gekommen sei. Das deutsche Ziel werde dann „lediglich die Vernichtung des im arabischen Raum unter der Protektion der britischen Macht lebenden Judentums sein.“[51] Zudem bemerkte Hitler, die blauen Augen und rötlichen Haare des Muftis seien ein untrügliches Zeichen für sein „arisches Blut“.[52]

Nach dem Treffen notierte al-Husseini in sein Tagebuch, der Führer sei entschlossen, Krieg gegen die Juden zu führen und bestehe darauf, dass die Nationalsozialisten und die Araber denselben Kampf führten, nämlich die Juden auszurotten.[53] Das Reichspropagandaministerium stellte den Mufti als Vertreter aller Palästinenser und Araber dar.[54] Das RSHA stellte ihm den Verbindungsoffizier Hans-Joachim Weise als Reisebegleiter und für seine persönliche Sicherheit zur Verfügung. Das Auswärtige Amt gab ihm dazu Werner Otto von Hentig.[55]

Seitdem erhielt al-Husseini für seine Propagandatätigkeit monatlich 75.000 Reichsmark vom deutschen Staat.[56] Von 1943 bis zum Kriegsende erhielt er laut Zeugenaussagen im Nürnberger Prozess (1946) „monatlich 90.000 Mark aus den Kassen des Auswärtigen Amtes“.[57] Auf Anordnung Hitlers erhielt er ein „arisiertes“ Haus in Berlin als „Residenz“ und einen großen Mitarbeiterstab. Ab Mai 1943 bat er um eine „größere Judenwohnung“ für sein „Büro des Großmufti“ und erhielt sie. Fortan residierte er in der Goethestraße 27 in Berlin-Zehlendorf.[58] Um ihn vor dem Bombenangriffen zu schützen, wurde seine Residenz ab Sommer 1944 in den Kurort Oybin verlegt, wo er bis Februar 1945 als persönlicher Gast Hitlers ein stattliches Haus bewohnte.[59]

Seine Radiopropaganda wurde vom Kurzwellensender Zeesen in die Nahostregion ausgestrahlt. 22 öffentliche Vorträge al-Husseinis in Deutschland sind erhalten, darunter 14 Radioreden. Dabei wahrte die deutsche Kriegspropaganda die Deutungshoheit und gab ihm nur wenige der rund 6000 Stunden Sendezeit in arabischer Sprache. Wegen Bombenangriffen konnte er seine Radiopropaganda wohl nur zwischen Juli 1942 und Juli 1943 im vollen Umfang betreiben. Ab November 1943 sind nur noch drei Radioreden al-Husseinis dokumentiert.[60] Jedoch standen dem Berliner „Büro des Großmufti“ auch die deutschen Auslandssender in Athen, Bari, Rom und Tokio zur Verfügung. Darüber rief al-Husseini Muslime weltweit zum Ermorden von Juden auf. Ferner organisierte er Spionage im Nahen und Mittleren Osten und trieb die Bildung der arabischen Legion und arabischen Brigade voran, die für NS-Deutschland kämpften. 1942 plante er eine „Deutsch-Arabische Lehrabteilung“, um dort eine Kampfeinheit für die Wehrmacht auszubilden.[61] Mehrfach nutzte er die Wilmersdorfer Moschee für seine Propagandareden.[62]

Am 18. Dezember 1942 eröffnete al-Husseini in Gegenwart von Joseph Goebbels ein „Islamisches Zentral-Institut“ in Berlin mit einer Rede, die Islamismus und Antisemitismus modellhaft verschmolz. Sie beschrieb „die Juden“ als im Koran verurteilte ewige Erzfeinde Allahs, seines Propheten Mohammed und aller Muslime sowie als heimliche Herrscher über die USA, Großbritannien, den Kommunismus, und als Verursacher des Weltkriegs:

„Zu den erbittertsten Feinden der Muslime, die ihnen seit altersher Feindseligkeit bekundet und allenthalben andauernd mit Tücke und List begegneten, gehören die Juden. Es ist jedem Muslim zu Genüge bekannt, wie die Juden ihm und seinem Glauben seit den ersten Tagen des jungen Islam zugesetzt haben, und welche Gehässigkeit sie dem größten Propheten bezeigten, wieviel Mühsal und Kummer sie ihm bereiteten, wie viele Intrigen sie anzettelten, wie viele Verschwörungen sie gegen ihn zustande brachten, dass der Koran das Urteil über sie fällte, sie seien die unversöhnlichsten Feinde der Muslime […] Der heilige Koran und die Lebensgeschichte des Propheten sind voll von Belegen jüdischer Charakterlosigkeit und für ihr tückisches, lügnerisches und betrügerisches Verhalten, was vollauf genügt, um die Muslime vor ihrer stets akuten Gefahr und Feindseligkeit bis ans Ende aller Tage zu warnen. Und so, wie die Juden zu Lebzeiten des großen Propheten gewesen sind, so sind sie zu allen Zeiten geblieben, intrigantenhaft und voller Hass gegenüber dem Muslim, wo sich ihnen Gelegenheit bietet.“[63]

Dies habe der Kriegsverlauf gezeigt, in dem die (angeblich) von den Juden beherrschten Engländer, Amerikaner und „Bolschewisten“ (Sowjetkommunisten) den Krieg in die islamisch-arabische Welt getragen und die Muslime millionenfach unterdrückt hätten. Doch der vom Weltjudentum entfesselte Krieg biete ihnen die beste Gelegenheit, sich von diesen Verfolgungen und Unterdrückungen zu befreien. In Form eines unbedingten Gebots rief er zuletzt zum weltweiten islamischen Widerstand gegen die Juden und Alliierten auf. Diesen Widerstand zu verweigern setzte er mit Apostasie gleich: „Der Muslim, der noch einen anderen Gott fürchtet, oder der sich seinen Feinden beugt und sein Schicksal freiwillig in deren Hände legt, ist kein Muslim mehr.“[63]

Diese Synthese von Islam und Nationalsozialismus diente dem Mufti bis 1945 zur Anwerbung von Muslimen für die SS, ihre ideologische Indoktrination und militärische Ausbildung. Er benutzte religiöse Rhetorik, Terminologie und Ikonographie gezielt, um Muslime für die eigenen politischen und militärischen Zwecke zu manipulieren. Auch die deutsche Radiopropaganda verknüpfte den Islam mit antijüdischer Hetze in einem bis dahin in der muslimischen Welt unbekannten Ausmaß.[64]

Mitwirkung am Vernichtungskrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Januar 1943, also in der Endphase der Schlacht von Stalingrad, deren Ergebnis den Zugang zum Mittleren Osten über den Kaukasus verhinderte, und während Nordafrika gerade von den West-Alliierten erobert wurde, wandte der Mufti sich in Berlin in französischer Sprache an die NS-Regierung und forderte sie auf, dem Krieg in Nordafrika mehr Gewicht zu verleihen. Die Araber seien zum Kampf an der Seite der Achse bereit. Frankreich dagegen sei unzuverlässig. Der Mufti bezog sich auf seine vorhergehende Demarche vom 18. November 1942. Der Tonfall des Dok. ist der einer offiziellen diplomatischen Vertretung. Das Dok. hat in der Wiedergabe keinen Adressaten.[65]

Al-Husseini (Mitte) mit Karl-Gustav Sauberzweig (links), Divisionskommandeur der 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1), beim Abschreiten bosnisch-muslimischer Freiwilliger der Waffen-SS (Aufnahme einer SS-Propagandakompanie vom November 1943)

Ab 1943 war al-Husseini mit der Organisation und Ausbildung von bosnisch-islamischen Einheiten der Wehrmacht und Waffen-SS-Divisionen befasst. Dazu rief er muslimische Rekruten zum Dschihad auf. Er hatte die Imame dieser SS-Truppen auszubilden, die für die ideologische Formierung der Kämpfer zuständig waren. Dazu plante er mit der SS-Führung seit Mai 1943 ein „Imam-Institut“ und vereinbarte mit ihr Richtlinien, die das Verhältnis des Nationalsozialismus zum Islam und die beiderseitigen Interessensphären absteckten.[66] Die größte muslimische SS-Truppe war die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1) (nach „Handschar“; 21.065 Mann), die ab Februar 1944 Operationen gegen serbische Zivilisten und Partisanen auf dem Balkan unternahm. Zuvor hatte sie zur „Ausbildung“ 1943 bereits in Frankreich gewütet, wo es auch zu Abspaltungen aus der Truppe gekommen war. Teile wandten sich gegen die SS, Überlebende der Erhebung flohen ins Maquis. Sie war für eine Reihe von Gräueltaten gegen die serbische Zivilbevölkerung in Bosnien-Herzegowina verantwortlich. Die 23. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Kama“ (3793 Mann) wurde nach fünf Monaten aufgelöst; ihre Angehörigen wurden auf andere Einheiten verteilt. Weitere Einheiten waren ein Moslem-SS-Selbstverteidigungsregiment im Sandschak, das sogenannte Arabische Freiheitskorps, die Arabische Brigade, die Legion Freies Arabien und ein „Osttürkischer Waffenverband“ der SS. Der Reichsführer SS ernannte al-Husseini zum SS-Gruppenführer.[67] Am 28. Juni 1944 versuchte das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, das unter der Führung des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg stand, weitere Staaten für sich und einen internationalen Kampf gegen Juden zu gewinnen, indem es für einen geplanten „antijüdischen Kongress“ in Krakau auch eine Einladung an Mohammed Amin al-Husseini verschickte. Das Projekt wurde einen Monat später endgültig aufgegeben.[68]

Mitwirkung beim Holocaust[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Treffen al-Husseinis mit Hitler im Dezember 1941 war der Holocaust im vollen Gang. Die Einsatzgruppen hatten seit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 schon hunderttausende Juden ermordet. Hitler hatte die europaweite „Endlösung der Judenfrage“ zwischen Oktober und Dezember 1941 beschlossen, die bei der bevorstehenden Wannseekonferenz organisiert werden sollte.[53] Nach Angaben von Dieter Wisliceny, einem „Judenberater“ aus dem Eichmannreferat, traf al-Husseini Anfang 1942 erstmals Heinrich Himmler, den Chef des RSHA, und kurz danach Adolf Eichmann. Dieser habe ihm Statistiken über die Bevölkerungsanteile von Juden in verschiedenen Ländern Europas gezeigt und ihm einen ausführlichen Vortrag zur „Lösung der europäischen Judenfrage“ gehalten. Al-Husseini habe Eichmann mitgeteilt, dass Himmler ihm zugesagt habe, nach dem Sieg der Achsenmächte einen „Judenbeauftragten“ als persönlichen Berater mit ihm nach Jerusalem zu senden. Auf Anfrage Eichmanns habe er, Wisliceny, diesen Auftrag jedoch abgelehnt. Der Mufti habe Eichmann und Himmler stark beeindruckt und Eichmann nach dessen Aussage bis 1944 mehrmals getroffen.[69]

Im Eichmann-Prozess von 1961 bestätigten mehrere Zeugen, Wisliceny habe ihnen von der Zusammenarbeit Eichmanns mit al-Husseini berichtet: „Der Mufti sei ein unerbittlicher Erzfeind der Juden und sei auch seit jeher der Vorkämpfer des Gedankens der Ausrottung der Juden“. Die weitere Angabe der Zeugen, al-Husseini sei auch einer der Initiatoren des Holocaust und ständiger Berater Himmlers und Eichmanns bei dessen Ausführung gewesen, gilt als überzeichnet. Wisliceny selbst bestätigte al-Husseinis Initiative nicht. Eichmann und al-Husseini behaupteten nach dem Krieg, einander nicht zu kennen.[70]

1942 führte al-Husseini ein Gespräch mit Friedrich Suhr, Abteilungsleiter im Eichmannreferat. Seine Mitarbeiter nahmen an einer Schulungstagung des SD teil.[69] Spätestens dann wusste al-Husseini vom laufenden Holocaust.[71] Am 26. Juni 1942 sprach SS-Generalmajor Erwin Ettel mit al-Husseini und notierte, dieser habe ihm gesagt: „Deutschland sei das einzige Land der Welt, das sich nicht darauf beschränke, den Kampf gegen die Juden im eigenen Land zu führen, sondern das kompromißlos dem Weltjudentum den Kampf angesagt habe. In diesem Kampf Deutschlands gegen das Weltjudentum fühlten sich die Araber mit Deutschland auf das engste verbunden.“[70]

Nur Tage später standen die deutschen Truppen im Afrikafeldzug vor El Alamein. Analog zu den Einsatzgruppen in Osteuropa sollte die Einsatzgruppe Ägypten unter Walter Rauff, dem Erfinder der Gaswagen, die Juden im britischen Mandatsgebiet Palästina ermorden. Am 13. Juli 1942 erhielt Rauff dazu vom Stab Erwin Rommels eine Einsatzrichtlinie, die Massenmorde an der Zivilbevölkerung erlaubte. Zu den dazu beauftragten Tätern gehörte auch al-Husseinis Verbindungsoffizier zum RSHA. Rauffs Einsatzgruppe befand sich seit 22. Juli 1942 abflugbereit in Athen.[72] Al-Husseini wollte den deutschen Vormarsch mit Arabern aus Palästina unterstützen. Dazu bot er dem Afrikakorps über seinen Verbindungsoffizier die „Aufstellung von bandenartigen arabischen Kräften und ihre Ausrüstung“ an, „die nach Ägypten und den anderen arabischen Ländern in Marsch gesetzt werden, um den Feind durch Zerstörung von Straßen, Brücken und überhaupt Verbindungsmöglichkeiten (zu) stören und im Innern des Landes Aufstände (zu) entfalten.“[73] Ab Juli 1942 tauchten plötzlich Kalkzeichen an Wänden jüdischer Häuser in Palästina auf. Damit machten Araber Besitzanprüche geltend, die den baldigen Einmarsch der Deutschen und eine Deportation der Juden erwarteten.[74] Den Juden in Palästina war die akute Gefahr bewusst, da sie über die Kontakte des Mufti zum NS-Regime und Hitlers Versprechen informiert waren, die Juden Palästinas in die Vernichtungslager zu deportieren. Einige verließen die Region, andere besorgten sich Zyanidkapseln, um bei einem deutschen Sieg gegen die Briten Suizid zu begehen.[75]

Im Sommer 1942 erreichte al-Husseini, dass seine Mitarbeiter das KZ Sachsenhausen besuchen durften. Nach dem Bericht von Fritz Grobba vom 17. Juli 1942 erregten besonders die dort internierten Juden das „Interesse der Araber“. Bei ihnen habe die Besichtigung „ohne Zweifel […] einen sehr günstigen Eindruck hinterlassen“.[76] Laut Wisliceny soll der Mufti auch das KZ Auschwitz-Birkenau besucht und die dortigen Gaskammern besichtigt haben. Für Husseini habe die nazistische „Endlösung“ auch das Ende der Probleme in Palästina bedeutet.[77]

Seit 1941 hatte das NS-Regime Juden die Ausreise aus dem Deutschen Reich gesetzlich verboten. Trotzdem versuchte das Internationale Rote Kreuz seit 1943, jüdische Kinder aus dem deutschen Machtbereich zu bringen, und erbat vom Auswärtigen Amt freies Geleit für Schifftransporte nach Palästina. Darauf verfügten Himmler und Eichmann im Mai 1943: „Die Auswanderung von Judenkindern muß grundsätzlich abgelehnt werden.“ Nur einmal wollte Eichmann ausnahmsweise kurzfristig 5000 jüdische Kinder gegen 20.000 im Ausland gefangene Deutsche austauschen. Dieter Wisliceny musste die laufende Verhandlung dazu jedoch auf Eichmanns Befehl abbrechen, weil al-Husseini interveniert hatte. Wisliceny bezeugte 1946 Eichmanns Begründung: Der Mufti habe von dem Plan durch seinen Nachrichtendienst in Palästina erfahren, darauf bei Himmler „schärfstens protestiert“, weil diese Kinder ja bald erwachsen wären und das „jüdische Element“ in Palästina stärken würden. Daraufhin habe Himmler die Aktion und jede Ausreise von Juden aus von Deutschland beherrschten Gebieten strikt verboten. Der jüdische Architekt Endre Steiner, mit dem Wisliceny 1943 verhandelt hatte, bezeugte, Wisliceny habe ihm erklärt: Da der Mufti eng mit Eichmann zusammenarbeite, könne keine deutsche Behörde das Ausreiseziel Palästina akzeptieren, um vor dem Mufti nicht bloßgestellt zu werden. Wisliceny bestätigte diese Zeugenaussage. Die Kinder wurden vom KZ Theresienstadt später nach Auschwitz gebracht und dort vergast.[78]

Einige mit Deutschland verbündete Staaten wollten 1943 Transporte jüdischer Kinder nach Palästina erlauben. Als al-Husseini davon erfuhr, schrieb er am 6. Mai 1943 an Bulgariens Außenminister:

„Die Juden könnten, einmal ausgewandert, ungehindert mit ihren Rassengenossen der übrigen Welt in Verbindung treten, und dem verlassenen Lande mehr Schaden zurichten als bisher. […] Außerdem kämen die Juden ihrem Ziele der ‚Errichtung eines jüdischen Nationalstaats‘ […] näher. Ich möchte mir erlauben, Ihre Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass es sehr angebracht und zweckmäßiger wäre, die Juden an der Auswanderung aus Ihrem Land zu verhindern und sie dorthin zu schicken, wo sie unter starker Kontrolle stehen, z.B. nach Polen. Damit entgeht man ihrer Gefahr und vollbringt eine gute, dankbare Tat dem arabischen Volk gegenüber…“[79]

Der Brief belegt, dass al-Husseini von den Lagern in Polen wusste und eventuell in der üblichen NS-Tarnsprache auf die Judenvernichtung dort anspielte.[79]

Am 13. Mai 1943 schrieb al-Husseini an den deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop:

„Das befreundete arabische Volk hat sich durch die Interessengemeinschaft in diesem Kampf gegen den Kommunismus und gegen die Angelsachsen ohne jedes Zögern an die Seite der Achsenmächte gestellt und erwartet von seinen Freunden […] die Lösung des Weltjudenproblems, indem sie die Juden unter starke Kontrolle stellen und sich somit ihrer Gefahr und ihrem Schaden entziehen. Die Auswanderung der Juden aus den bisher von ihnen bewohnten Ländern, und ihre Konzentration im Nahen Osten, wird ihnen erlauben, mit den übrigen Juden der Welt, bei Ausnützung ihrer bisher gesammelten kriegswichtigen Kenntnisse und ihrer bestehenden gut getarnten Organisationen […] ungehindert in Verbindung zu treten, und werden somit viel schädlicher und gefährlicher als bisher. Ich möchte deswegen Eure Exzellenz bitten, das Äußerste zu tun, Bulgarien, Rumänien und Ungarn von der Durchführung dieses an sich jüdisch-englisch-amerikanischen Planes Abstand nehmen zu lassen.“[80]

Am 10. Juni 1943 forderte al-Husseini Italiens Außenminister Galeazzo Ciano per Brief auf, die Ausreise von Juden aus Osteuropa, unter anderem aus Rumänien, nach Palästina zu unterbinden.[81] Am 28. Juni 1943 forderte er die Außenminister Rumäniens und Ungarns in analogen Schreiben auf, die dortigen Juden nach Polen zu deportieren, statt sie nach Palästina ausreisen zu lassen.[82] Er drängte also sowohl beim NS-Regime als auch bei dessen Verbündeten immer wieder auf den strikten Vollzug des Völkermords an den Juden.[83]

Laut seinem Tagebuch (als Memoiren erschienen 1999) teilte Heinrich Himmler al-Husseini am 4. Juli 1943 bei einem ihrer häufigen Treffen mit: „Wir haben bis jetzt ungefähr drei Millionen von ihnen [den Juden] vernichtet.“ Al-Husseini behauptete, er habe damals erstmals erfahren, dass die Deutschen bis dahin mehr als drei Millionen Juden „ausgerottet“ (arabisch abadna) hätten: „Ich war über die Zahl erstaunt, da ich bis dahin nichts von der Sache wusste.“ Himmler habe ihn gefragt, wie er die Judenfrage in seinem Land zu lösen gedenke. Er habe geantwortet: „Alles was wir wollen ist, zu sehen, dass sie in ihre Herkunftsländer zurückkehren.“ Himmler habe geantwortet: „Nach Deutschland werden wir sie niemals zurückkehren lassen.“[84]

In einer Radiosendung vom 21. September 1944 sprach al-Husseini von „nicht mehr als elf Millionen Juden in der Welt“. Die Zahlenangabe wurde damals als Versprecher oder Fehler im Manuskript abgetan. Doch ihm war bekannt, dass zum Kriegsbeginn rund 17 Millionen Juden weltweit lebten. Daraus folgern einige Historiker, dass er im Herbst 1944 genau über das Ausmaß der Judenvernichtung informiert war, wahrscheinlich durch seine Kontakte zu Himmler und Eichmann.[85]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 suchte Großbritannien al-Husseini als Kollaborateur des NS-Regimes, Jugoslawien suchte ihn als Kriegsverbrecher. Am 7. Mai 1945 versuchte er mit zwei seiner Mitarbeiter mit einer Siebel Si 204 illegal in die Schweiz einzureisen. Auf dem Flughafen Bern-Belp wurde er festgenommen und am 8. Mai 1945 französischen Behörden übergeben.[86]

In Frankreich nahm der frühere Hochkommissar der Levante Henri Ponsot al-Husseini in sein Haus auf und setzte sich für seine baldige Freilassung ein. Großbritannien und Jugoslawien forderten, al-Husseini als Kriegsverbrecher an sie auszuliefern. Bis September 1945 entschied Frankreichs Regierung jedoch, ihn in ein arabisches Land zu überstellen, weil er kein Kriegsverbrecher, sondern ein politischer Gefangener sei.[87] Obwohl Frankreichs Regierung in der internen Korrespondenz mit ihm einräumte, dass er als Kriegsverbrecher anzusehen und die britische Forderung berechtigt sei, wollte sie ihn nach Kairo bringen, um ihn zur Stärkung von Frankreichs Einflusszonen in der Levante und Nordafrika zu benutzen. Denn Kairo war bevorzugter Fluchtort für antifranzösische arabische Nationalisten, die der britische Geheimdienst unterstützte. Die Arabische Liga führte damals von ihrem Sitz in Kairo aus Kampagnen gegen Frankreichs Kolonialherrschaft in Nordafrika durch. Zugleich drängten britische Agenten arabische Führer, al-Husseinis Freilassung zu fordern, und britisch-arabische Medien warfen Frankreich vor, ihn zu misshandeln. Darum arrangierten französische Geheimdienstler im Juni 1946 al-Husseinis Flucht in das Königreich Ägypten. Dessen Regierung unter König Faruq hatte die fingierte Flucht mit geplant und hieß ihn willkommen. Um den britischen Einfluss in Nahost möglichst stark zu schädigen, war der Fluchttermin auf den Tag gelegt worden, an dem eine panarabische Konferenz in Bludan begann und der Bericht des angloamerikanischem Komitees für Palästina erschien.[88]

Noch im selben Jahr begann al-Husseini, seinen Kampf gegen die Juden in Palästina neu zu organisieren und warb um Aktivisten.

Hassan al-Banna, der Führer der Muslimbruderschaft, pries al-Husseini 1946 mit den Worten: „Der Mufti ist soviel wert wie eine ganze Nation. Der Mufti ist Palästina, und Palästina ist der Mufti. O Amin! Was bist Du doch für ein großer, unbeugsamer, großartiger Mann! Hitlers und Mussolinis Niederlage hat Dich nicht geschreckt. Was für ein Held, was für ein Wunder von Mann. Wir wollen wissen, was die arabische Jugend, Kabinettsminister, reiche Leute und die Fürsten von Palästina, Syrien, Irak, Tunesien, Marokko und Tripolis tun werden, um dieses Helden würdig zu sein, ja dieses Helden, der mit der Hilfe Hitlers und Deutschlands ein Empire herausforderte und gegen den Zionismus kämpfte. Deutschland und Hitler sind nicht mehr, aber Amin al-Husseini wird den Kampf fortsetzen.“[89]

Die Bestrebungen des Großmufti im Sinne des Nationalsozialismus in jenen Jahren lassen sich in einer kurzen Formel zusammenfassen:

„Infiltration der Muslimbrüder mit nationalsozialistischem Gedankengut und Kooperation mit ihren Kämpfern beim Verhindern eines Judenstaates, Aufwiegelung der arabischen Bevölkerung im britischen Mandatsgebiet und Anstachelung zum arabischen Angriff auf Israel im Jahr 1948 waren Werk des Großmuftis von Jerusalem und seiner muslimischen Nationalsozialisten.“[90]

Am 22. September 1948 rief al-Husseini im Gazastreifen eine „arabische Regierung für ganz Palästina“ aus, am 1. Oktober einen unabhängigen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt. Dieser Staat wurde anerkannt von Ägypten, Syrien, dem Libanon, dem Irak, Saudi-Arabien und dem Jemen, aber nicht von Jordanien und von keinem nichtarabischen Land. Seine Regierung hing völlig von Ägypten ab. Als der jordanische König Abdallah ibn Husain I. 1951 den Posten des Großmufti von Jerusalem an einen anderen vergab, organisierte al-Husseini dessen Ermordung in Jerusalem. 1959 löste Ägypten die „Arabische Regierung für ganz Palästina“ auf.

Von seiner Handschar-Truppe wurde der „Oberimam“ der SS-Division „Osttürkischer Waffenverband“, Nureddin Namangani, später noch einmal berühmt. Ihn bestimmte die bayerische Staatsregierung Ende der 1950er Jahre zum Vorsitzenden einer Moscheebau-Kommission für München, um die dort konzentrierten SSler zu formieren. Er war bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands aktiv gewesen. Bei seiner Wahl saß jedoch Said Ramadan, als damals bekanntester Führer der Muslimbruderschaft, mit im Raum. Denn die CIA hatte diesen prominenten Muslimbruder als ihren Kämpfer gegen den Kommunismus nach München geholt. Schon 1960 hatten dann die „Brüder“ die Mufti-SS-Kader um Namangani aus der Moscheebau-Kommission verdrängt, die CIA hatte die Bayern an die Wand gespielt.[91]

Auf Vorwürfe einiger Araber, seine Parteinahme für Hitler und Mussolini habe der arabischen Sache geschadet, verteidigte sich al-Husseini 1969: Deutschland habe keinen einzigen arabischen oder islamischen Staat verletzt. „Ich war und bleibe überzeugt, dass, wären Deutschland und Italien siegreich gewesen, dann kein Rest des Zionismus in Palästina oder den arabischen Staaten übrig geblieben wäre.“ Dies wird als Festhalten am Ziel der Judenvernichtung verstanden. Bis an sein Lebensende bedauerte der Mufti Hitlers Niederlage und hoffte, sie umzukehren. Entgegen den Belegen bestritt er jede Kenntnis vom Holocaust während des Krieges.[92]

Al-Husseini starb 1974 im Krankenhaus der Amerikanischen Universität Beirut. Laut jordanischen und libanesischen Presseberichten bat die Waqf-Behörde Jerusalem Israels Regierung, ihn in Jerusalem begraben zu dürfen, was diese jedoch ablehnte. So wurde er in Beirut beigesetzt. 40 Tage nach seinem Tod fand eine Gedenkveranstaltung in der Islamischen Fakultät der Universität von Jordanien statt, bei der sich König Hussein durch seinen Premierminister Zaid Al-Rifai vertreten ließ.[93]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Palästina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Al-Husseini war Vorbild und Mentor von Jassir Arafat, dem späteren PLO-Führer. Um sein Ansehen und seinen Führungsanspruch zu stärken, behauptete Arafat stets, er stamme wie der Mufti aus dem Clan der Husseinis und sei wie dieser in Jerusalem geboren. Seit 1946 ermutigte al-Husseini Arafat, der in Kairo studierte, die politische Führung der Palästinenser anzustreben. Ein deutscher NS-Offizier, der den Mufti nach Ägypten begleitet hatte, gab Arafat geheime Unterrichtsstunden. Unter diesem Einfluss beteiligte sich Arafat 1948 mit der ägyptischen Muslimbruderschaft am Palästinakrieg gegen Israel. Al-Husseini brachte Arafat auch mit dem König von Saudi-Arabien in Kontakt und finanzierte ebenso wie dieser Arafats 1958 gegründete Fatah mit. Die Charta der 1964 gegründeten PLO wurde wahrscheinlich von al-Husseini verfasst. Als dieser 1974 starb, schritt Arafat bei seinem Begräbnis in Beirut direkt hinter seinem Sarg her und führte damit die Trauerprozession tausender Palästinenser an. Der Beiruter PLO-Vertreter bekannte sich in einer emphatischen, religiös aufgeladenen Trauerrede zu al-Husseini, ebenso einige Tage darauf die säkulare Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP).

Arafat nannte den Mufti noch 2002 in einem Interview „unseren Helden“, den die Westmächte „als einen Verbündeten der Nazis betrachteten“ und vergeblich loszuwerden versucht hätten. Der Mufti habe 1948 gegen Israel gekämpft, „und ich war einer seiner Soldaten“. Diesem Selbstverständnis gemäß behielt Arafat das Ziel eines judenfreien Gesamtpalästinas bei.[94] Al-Husseini inspirierte laut Historikern auch islamistische Terrorgruppen wie Hamas, Hisbollah, Islamischer Dschihad und al-Qaida.[95]

Arafats Vertreter in Deutschland Abdallah Frangi bestritt al-Husseinis Zusammenarbeit mit dem NS-Regime und behauptete in seinem Buch „PLO und Palästina. Vergangenheit und Gegenwart“ (1982) faktenwidrig, die Deutschen hätten den Mufti in seiner Zeit in Berlin „vollständig ignoriert“. 2001 forderte Frangi in einem Interview einen militärischen Einsatz der NATO-Staaten einschließlich Deutschlands gegen Israel, analog zum Kosovokrieg von 1998/1999. Das palästinensische Schulbuch des NGO-Verlags Tamer „Die moderne Geschichte Palästinas“ pries al-Husseini 2008 als Führer „unserer vaterländischen Bewegung“, die von den „Angehörigen unserer führenden gebildeten Familien“ getragen werde. Der PLO-Führer Mahmud Abbas pries al-Husseini 2013 zum Jahrestag der Fatah-Gründung als „unseren Vorkämpfer“.[96]

In der Geschichtswissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bedeutung und Wirkung des Muftis sind umstritten. David G. Dalin und John F. Rothmann schreiben ihm eine wichtige Rolle im Holocaust zu. Der Mufti habe die bosnische Waffen-SS aufgebaut und mehrmals interveniert, um die Flucht von Juden aus Europa nach Palästina zu unterbinden. Auch sei er maßgeblich an den nationalsozialistischen Plänen beteiligt gewesen, die Juden Palästinas zu vernichten. In Absprache mit dem Mufti sei im Sommer 1942 die Einsatzgruppe Ägypten unter Walter Rauff aufgestellt worden, die nach dem erwarteten militärischen Sieg im Mittleren Osten die jüdische Bevölkerung Palästinas habe ermorden sollen.[97] Die beiden Autoren ziehen eine Traditionslinie von der anti-jüdischen Ideologie des Muftis zum islamistischen Terrorismus Anfang des 21. Jahrhunderts. Diese Ideologie habe Jahrzehnte des Judenhasses in der islamischen Welt inspiriert. Der radikale Islam sei die Hauptquelle des Antisemitismus in der modernen Welt. Die Fatwa, die der Mufti 1943 im deutschen Rundfunk verlesen habe, sei ein Slogan, der Generationen von Terroristen von Arafat über Osama bin Laden bis Ahmed Omar Saeed Sheikh inspiriert habe. Als Begründer des radikal-islamischen Antisemitismus des 20. Jahrhunderts sei der Mufti das Bindeglied zwischen dem alten Antisemitismus und dem neuen Judenhass und der Holocaustleugnung in der muslimischen Welt.[98]

Die Glaubwürdigkeit von Wislicenys Aussagen ist umstritten. Im Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961 widersprach Eichmann der Behauptung, er sei mit dem Mufti befreundet gewesen. Während Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers eher Wisliceny vertrauen,[99] sieht Bettina Stangneth darin eine Verteidigungsstrategie Wislicenys.[100]

In Israel steht das Bild vom Treffen des Muftis mit Hitler für die Zusammenarbeit der arabischen Welt mit den Nationalsozialisten. Israelische Politiker haben daraus eine Ablehnung jeder Verständigung mit den Palästinensern abgeleitet. Benjamin Netanjahu etwa erklärte anlässlich einer Gedenkstunde in der Knesset am 27. Januar 2012 Mohammed Amin al-Husseini zu einem „der leitenden Architekten der ‚Endlösung‘. Er fuhr nach Berlin, er hat auf Hitler eingewirkt“. Netanjahu machte nicht nur den Mufti zum palästinensischen Initiator und Hitler zum Vollstrecker der „Endlösung“, sondern auch den Jerusalemer Mufti des Jahres 2012 zum direkten Nachfolger dieser Politik.[101] Bereits im Zusammenhang mit dem Eichmann-Prozess waren in Israel Vorwürfe laut geworden, al-Husseini habe die Ermordung der europäischen Juden inspiriert.

Die Historikerin Idith Zertak kritisiert, dass der Ankläger im Eichmann-Prozess, Gideon Hausner, ohne Beweise die Rolle des Muftis bei der Planung und Umsetzung der NS-Verbrechen übertrieben und damit, wenn auch unfreiwillig, die Verantwortung der wahren Täter kleingeredet habe. Dies habe dem politisch-pädagogischen Anliegen David Ben-Gurions entsprochen. Aber auch in der Enzyklopädie des Holocaust wird al-Husseini ausführlicher dargestellt als Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich zusammen.[102] Bernard Lewis wies darauf hin, dass die Nazis wohl kaum zusätzliche Ermutigung für ihre Vernichtungspolitik gebraucht hätten.[103]

David Motadel warnt davor, den sehr begrenzten Einfluss des Muftis in Berlin zu überschätzen. Dessen Plan, konkrete Konzessionen und Garantien für arabische und palästinensische Unabhängigkeit zu erreichen, sei gescheitert. Erfolgreich sei er nur insoweit gewesen, wie seine Vorschläge deutschen Interessen entsprachen, etwa als er intervenierte, um die jüdische Emigration aus den deutschen Satellitenstaaten in Südosteuropa nach Palästina zu unterbinden. Es sei sinnvoller, ihn als Teil einer breiter angelegten deutschen Politik gegenüber der islamischen Welt anzusehen. Er habe den Deutschen als Propagandafigur gedient, wenn es die Umstände erforderten.[104]

Der Historiker Zvi Elpeleg hält fest, das Ausmaß der Konsequenzen von al-Husseinis Bemühungen zur Verhinderung der Flucht von Juden aus deutsch besetzten Ländern sei unmöglich abzuschätzen. Es könne aber kein Zweifel bestehen, dass der Mufti nicht nur den Zionismus gehasst habe, sondern die Juden an sich. Der Mufti habe zweifellos gewusst, welches Schicksal die Juden erwartete, deren Emigration er verhinderte. Seine Kommentare zeigten auch, dass er über die nationalsozialistische „Endlösung“ sehr erfreut war.[105]

Weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primärquellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Höpp (Hrsg.): Mufti-Papiere. Briefe, Memoranden, Reden und Aufrufe Amin al-Husainis aus dem Exil 1940–1945. Schwarz (Schiler), Berlin 2001, ISBN 3-87997-180-3.
  • Abd al-Karim Umar (Hrsg.): Muzakkirat al-Hagg Muhammad Amin al-Husaini. Damaskus 1999 (Memoiren, arabisch).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biografisches

  • Klaus Gensicke: Der Mufti von Jerusalem und die Nationalsozialisten. Eine politische Biographie Amin el-Husseinis. (1988) Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, ISBN 3-534-24802-3.
  • Wolfgang G. Schwanitz: al-Husaini, Muhammad Amin. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus Band 2/1, 2009, S. 9 f.
  • David G. Dalin, John F. Rothmann: Icon of Evil. Hitler’s Mufti and the Rise of Radical Islam. Random House, 2008, ISBN 1-4000-6653-0.
  • Jennie Lebel: The Mufti of Jerusalem Haj-Amin El-Husseini and National-Socialism. Čigoja štampa, Belgrad 2007, ISBN 86-7558-531-4.
  • Rainer Zimmer-Winkel (Hrsg.): Hadj Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem. Eine umstrittene Figur. Kulturverein Aphorisma, Trier 1999, ISBN 3-932528-45-X.
  • Zvi Elpeleg: The Grand Mufti. Haj Amin al-Hussaini, Founder of the Palestinian National Movement. (1988) Frank Cass, London 1993, ISBN 0-7146-4100-6.
  • Philip Mattar: The Mufti of Jerusalem. Al-Hajj Aminal-Husayni and the Palestinian National Movement. Columbia University Press, New York 1988, ISBN 0-231-06463-2.
  • Taysīr Jabārah: Palestinian Leader Hajj Amin Al-Husayni: Mufti of Jerusalem. Kingston Press, 1985, ISBN 0-940670-10-0
  • Anthony R. De Luca: 'Der Grossmufti' in Berlin: The Politics of Collaboration. In: International Journal of Middle East Studies, Band 10, Nr. 1 / 1979, DOI: 10.2307/162482, S. 125–138
  • Joseph B. Schechtman: The Mufti and the Fuehrer. The rise and fall of Haj Amin el-Husseini. T. Yoseloff, New York 1965

Zeitgeschichtliches Umfeld

  • David Motadel: Für Prophet und Führer. Die Islamische Welt und das Dritte Reich. Klett-Cotta, Stuttgart 2017, ISBN 3-608-98105-5.
  • David Motadel: Islam and Nazi Germany's War. Harvard University Press, London 2014, ISBN 0-674-72460-7.
  • Klaus-Michael Mallmann, Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina. 3. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 3-89678-728-4.
  • Jeffrey Herf: Nazi Propaganda for the Arab World. Yale UP, New Haven 2010, ISBN 0-300-14579-9.
  • Klaus-Michael Mallmann, Martin Cüppers: Nazi Palestine: The Plans for the Extermination of the Jews in Palestine. Enigma, 2010, ISBN 1-929631-93-6
  • Klaus-Michael Mallmann, Martin Cüppers: „Beseitigung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina“. Das Einsatzkommando bei der Panzerarmee Afrika 1942. In: Jürgen Matthäus, Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): Deutsche Juden, Völkermord. Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-18481-5, S. 153–176

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mohammed Amin al-Husseini – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zvi Elpeleg: The Grand Mufti, London 1993, S. 1
  2. Jochen Töpfer, Max Friedrich Bergmann: Jerusalem – Berlin – Sarajevo: Eine religionssoziologische Einordnung Amin al-Husseinis. Springer VS, Wiesbaden 2019, ISBN 3-658-24633-2, S. 22
  3. Benny Morris: 1948 – A History of the First Arab-Israeli War. Yale University Press, New Haven 2008, ISBN 0-300-14524-1, S. 6.
  4. Lawrence J. Epstein: The Dream of Zion: The Story of the First Zionist Congress. Rowman & Littlefield, London 2016, ISBN 1-4422-5467-X, S. 106
  5. Leslie Stein: The Hope Fulfilled: The Rise of Modern Israel. Praeger, 2003, ISBN 0-275-97141-4, S. 44
  6. Gudrun Krämer: Geschichte Palastinas: Von der Osmanischen Eroberung bis zur Gründung des Staates Israel. 6. Auflage, Beck, München 2015, ISBN 3-406-67215-9, S. 224
  7. Henry Laurens: La Question de Palestine, Tome deuxieme: Une mission sacrée de civilisation. Paris 2002, (Online) S. 462.
  8. Gudrun Krämer: Geschichte Palastinas, Berlin 2011, S. 219.
  9. Weldon C. Matthews: Confronting an Empire, Constructing a Nation: Arab Nationalists and Popular Politics in Mandate Palestine. London 2006, S. 31.
  10. Eve E. Grimm: Al-Husseini, Haj Amin. In: Paul R. Bartrop, Michael Dickerman: The Holocaust: An Encyclopedia and Document Collection. ABC–CLIO, 2017, ISBN 1-4408-4083-0, S. 18–20, hier S. 18
  11. Isaiah Friedman: Palestine, a Twice-Promised Land? The British, the Arabs & Zionism 1915–1920. New Brunswick 2000, S. 192
  12. Richard L. Rubenstein: Jihad and Genocide. Rowman & Littlefield, Lanham 2010, ISBN 0-7425-6202-6, S. 60
  13. Benny Morris: 1948 – A History of the First Arab-Israeli War. New Haven 2008, S. 8
  14. David Patterson: A Genealogy of Evil: Anti-Semitism from Nazism to Islamic Jihad. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 0-521-13261-4, S. 109
  15. Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock. 5. Auflage, Edition Telok, Berlin 2016, ISBN 3-9813486-2-1, S. 33
  16. Tom Segev: Es war einmal ein Palästina – Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. 4. Auflage, München 2007, S. 174 ff.
  17. Gilbert Achcar: Die Araber und der Holocaust: Der arabisch-israelische Krieg der Geschichtsschreibungen. Edition Nautilus, Hamburg 2012, ISBN 3-96054-126-0, S. 215
  18. Sönke Zankel: Der Jude als Anti-Muslim. Amin al-Husseini und die „Judenfrage“. In: Niklas Günther, Sönke Zankel (Hrsg.): Abrahams Enkel. Juden, Christen, Muslime und die Schoa. Steiner, Stuttgart 2006, ISBN 3-515-08979-9, S. 41–52, hier S. 42
  19. Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock. Berlin 2016, S. 34 f.
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  22. Zvi Elpeleg: The Grand Mufti, London 1993, S. 35f.
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  28. Klaus Gensicke: Der Mufti von Jerusalem, 2007, S. 30.
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  30. a b Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock. Berlin 2016, S. 42
  31. Jochen Töpfer, Max Friedrich Bergmann: Jerusalem – Berlin – Sarajevo, Wiesbaden 2019, S. 99
  32. David G. Dalin, John F. Rothmann: Icon of Evil, London 2009, S. 57
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  38. a b Georges Bensoussan: Jews in Arab Countries: The Great Uprooting. Indiana University Press, 2019, ISBN 0-253-03857-X, S. 355
  39. Klaus Gensicke: Der Mufti von Jerusalem, 2007, S. 85
  40. Zvi Elpeleg: The Grand Mufti, 1993, S. 56–59
  41. Klaus Michael Mallmann, Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz, Darmstadt 2011, S. 74
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  45. Frank Schellenberg: Zwischen globalem Erinnerungsdiskurs und regionaler Perspektive: Der deutsche Nationalsozialismus in den Debatten arabischer Intellektueller seit dem Ende des Kalten Krieges. Ergon, 2018, ISBN 3-95650-400-3, S. 82.
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  50. Richard L. Rubenstein: Jihad and Genocide. Lanham 2010, S. 78
  51. Rolf Steininger: Deutschland und der Nahe Osten, Reinbek 2015, S. 80-82; Volltext im NS-Archiv.de
  52. Simon Sebag Montefiore: Jerusalem, die Biographie, Frankfurt am Main 2014, S. 538
  53. a b David Patterson: A Genealogy of Evil, Cambridge 2010, S. 115; Joseph Schechtman: The Mufti and the Fuehrer, New York 1965, S. 306
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  55. Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem: Das unbehelligte Leben eines Massenmörders. Rowohlt, Reinbek 2014, ISBN 3-499-62269-6, S. 65
  56. Klaus Michael Mallmann, Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz, Darmstadt 2011, S. 108.
  57. Robert M. W. Kempner: Das Dritte Reich im Kreuzverhör. Aus den unveröffentlichten Vernehmungsprotokollen des Anklägers in den Nürnberger Prozessen. Mit einer Einführung von Horst Möller. Herbig, München 2005, ISBN 3-7766-2441-8, S. 305 f.
  58. Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock. Berlin 2016, S. 43
  59. Jochen Töpfer, Max Friedrich Bergmann: Jerusalem – Berlin – Sarajevo, Wiesbaden 2019, S. 119
  60. Jochen Töpfer, Max Friedrich Bergmann: Jerusalem – Berlin – Sarajevo, Wiesbaden 2019, S. 131f.
  61. David Patterson: A Genealogy of Evil, Cambridge 2010, S. 116
  62. Dietmar Pieper, Rainer Traub (Hrsg.): Der Islam: 1400 Jahre Glaube, Krieg und Kultur. 2. Auflage, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011, ISBN 3-421-04520-8, S. 139
  63. a b David Motadel: Für Prophet und Führer, Stuttgart 2017, S. 81
  64. Jeffrey Herf: Nazi Propaganda for the Arab World, New Haven 2010, S. 201ff.
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  66. Hans-Christian Harten: Himmlers Lehrer: Die Weltanschauliche Schulung in der SS 1933 - 1945. Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 3-657-76644-8, S. 415
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  73. Klaus-Michael Mallmann, Martin Cüppers: „Beseitigung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina“. Das Einsatzkommando bei der Panzerarmee Afrika 1942. In: Jürgen Matthäus, Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): Deutsche, Juden, Völkermord, Darmstadt 2006, S. 168
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  75. Heidemarie Wawrzyn: Nazis in the Holy Land 1933-1948. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 3-11-030629-8, S. 117
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  78. Klaus Michael Mallmann, Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz, Darmstadt 2011, S. 117
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  82. Gerhard Höpp (Hrsg.): Mufti-Papiere, Berlin 2001, S. 179; Rolf Steininger: Deutschland und der Nahe Osten, Reinbek 2015, S. 88
  83. Klaus-Michael Mallmann, Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz, Darmstadt 2011, S. 118
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  87. Tsilla Hershco: le grand mufti de Jerusalem en France: Histoire d'un Evasion. In: Controverses, N° 1: Théologie politique de l'altermondialisation. Editions de l'Eclat, 2006, ISBN 2841621154, S. 244–275, hier S. 253f.
  88. Meir Zamir: The Secret Anglo-French War in the Middle East: Intelligence and Decolonization, 1940-1948. Routledge, London 2014, ISBN 1138787817, S. 171f.
  89. Sineb El Masrar: Emanzipation im Islam - Eine Abrechnung mit ihren Feinden. Herder, Freiburg 2018, ISBN 3-451-03148-5, S. 136; Jeffrey Herf (Hrsg.): Hitlers Dschihad. Nationalsozialistische Rundfunkpropaganda für Nordafrika und den Nahen Osten. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Oldenbourg, München 2010, S. 259–286
  90. Rainer Bieling: Von Deutschland lernen heißt, erinnern lernen. Welt online, 4. Juli 2012
  91. Ian Johnson: A Mosque in Munich: Nazis, the CIA, and the Muslim Brotherhood in the West. Melia, Godalming 2010, ISBN 0-15-101418-3
  92. Richard L. Rubenstein: Jihad and Genocide. Lanham 2010, S. 78
  93. Zvi Elpeleg: The Grand Mufti, London 1993, S. 164
  94. Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock, Berlin 2016, S. 95–100
  95. David G. Dalin, John F. Rothmann: Icon of Evil, London 2009, S. 15
  96. Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock, Berlin 2016, S. 90–92
  97. David G. Dalin, John F. Rothmann: Icon of evil, London 2009, S. 58–61.
  98. David G. Dalin, John F. Rothmann: Icon of evil, London 2009, S. 107f.
  99. Richard L. Rubinstein: Jihad and Genocide. Rowman and Littlefield, Lanham 2010, S. 90.
  100. Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem. Das unbehelligte Leben eines Massenmörders. Arche, Zürich 2011, S. 74 f. und 552.
  101. Moshe Zimmermann: Umgang der Opfer mit der Propaganda der Täter. Israel und die Nazis. In: Christian Kuchler (Hrsg.): NS-Propaganda im 21. Jahrhundert. Zwischen Verbot und öffentlicher Auseinandersetzung. Böhlau, Köln 2014, S. 219f.
  102. Idith Zerṭal: Israel’s Holocaust and the politics of nationhood. Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 0-521-85096-7, S. 101–103.
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  104. David Motadel: Islam and Nazi Germany’s war. Harvard University Press, Cambridge 2014, ISBN 0-674-72460-7, S. 43f.
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