Heimat- und Naturkunde-Museum Wanne-Eickel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heimat- und Naturkunde-Museum Wanne-Eickel
Herne Heimatmuseum building.jpg

Museumsgebäude
Daten
Ort Herne
Art Heimatmuseum
Eröffnung 1927
Betreiber Stadt Herne
Website Zum Museum
ISIL DE-MUS-140910

Das Heimat- und Naturkunde-Museum Wanne-Eickel ist einer der drei Standorte des Emschertal-Museums. Im Jahre der Stadtgründung von Wanne-Eickel (1926) wurde es als Heimatmuseum eingerichtet. Nach mehrmaligem Standortswechsel ist es heute in der ehemaligen Volksschule des nun Herner Stadtteiles Unser Fritz untergebracht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das Museum von dreißig heimatgeschichtlich interessierten Bürgern aus Wanne und Eickel, die sich 1925 in der Gesellschaft für Heimatkunde organisiert hatten und selbst Material sammelten. Die Eröffnung fand im März 1927 statt. Damals gab es eine kulturgeschichtliche, eine prähistorische, eine diluviale und eine mineralogische Abteilung. Außerdem wurden Schriften, Bilder, Kriegserinnerungen und alten Waffen gesammelt.

1940 übereigneten die Gründer das Museum der Stadt Wanne-Eickel.

Die Bude

Durch den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach kam es zu starken Veränderungen im Museumsbestand. Zum einen gingen durch Umzüge, Einlagerungen, Diebstähle und Zerstörungen Materialien verloren, zum anderen musste auf Anordnung der damaligen Militärregierung die Waffensammlung abgeliefert werden. Auch in den Folgejahren belegte das Museum noch verschiedene Standorte, bevor es 1968 in die erste Etage der ehemaligen Volksschule einzog. 1971 kam dann das Erdgeschoss dazu. 1978 wurde die aktuelle Bezeichnung „Heimat- und Naturkunde-Museum Wanne-Eickel“ übernommen.[1] Nach einer Neugestaltung wurde die Dauerausstellung im April 2017 wiedereröffnet.[2]

Exponate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute werden dort Exponate aus der Arbeitswelt von Bergbau, Binnenschifffahrt und Verkehrsbetrieben des Ruhrgebiets, den ehemals zahlreichen Großbäckereien von Wanne-Eickel sowie dem häuslichen Leben vorgestellt. Besondere Exponate sind die begehbare Nachbildung einer Abbau-Strecke, die vollständig erhaltene Jugendstil-Einrichtung einer Drogerie von 1905, die Backstube mit Ofen aus dem Jahr 1903 und die kunstvolle Bude von 1900 im Hof. Dort sind auch zahlreiche historische Straßenbahnen, Schienenfahrzeuge und Fahrzeuge des Bergbaus aufgestellt. Im Obergeschoss ist die Naturkundesammlung untergebracht, die durch die Ausschachtungen des nahegelegenen Rhein-Herne-Kanals zu originalen Mammutknochen und Fossilien kam.

Figurenensemble[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herne Heimatmuseum statues.jpg

Die drei grauen Steinfiguren eines Bergmanns, eines Eisenbahners und eines Binnenschiffers, die an der Fassade des Gebäudes angebracht sind, stehen für die ausgestellten Inhalte: Eisenbahn, Bergbau, Kanalschifffahrt, den drei Säulen des Wanne-Eickeler Wirtschaftslebens. Sie wurden 1927 von dem Wanner Gewerbeoberlehrer und Bildhauer Wilhelm Braun geschaffen.[3] Bis 1970 waren die Figuren am Drei-Männer-Eck des Glück-auf-Platzes in Bahnhofsnähe angebracht. Heute steht unmittelbar vor dem Bahnhof eine Säule mit Kopien.

Fahrzeuge im Hof des Museums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den ausgestellten Schienenfahrzeugen des Ruhrgebiets gehören unter anderem eine Kohlelokomotive aus dem Jahr 1930 und eine Reinigungsstraßenbahn aus dem Jahr 1914. Der Straßenbahnwagen 181 sowie der Arbeitstriebwagen 601 wurden am 20. April 2015 durch die Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG verladen. Beide werden nun witterungsgeschützt verwahrt. Der Arbeitstriebwagen wird rollfähig und der Straßenbahnwagen betriebsfähig aufgearbeitet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zienius, Rudolf: Die Geschichte des Wanne-Eickeler Heimatmuseums bis 1974. In: 60 Jahre Emschertal-Museum (1926 - 1986), hrsg. vom Oberstadtdirektor der Stadt Herne, Emschertal-Museum, Stadt Herne, Herne 1986
  • Emschertal-Museum. Heimat- und Naturkunde-Museum Wanne-Eickel, hrsg. vom Oberstadtdirektor der Stadt Herne, Emschertal-Museum, Stadt Herne, Herne 1993

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heimat- und Naturkunde-Museum Wanne-Eickel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RVR Regionalverband Ruhr. kulturinfo ruhr: Kulturstätten im Ruhrgebiet. Heimat- und Naturkunde Museum (eingesehen am 14. Mai 2012)
  2. Heimatmuseum „Unser Fritz“ eröffnet neue Dauerausstellung. In: Steinkohle. Das Mitarbeitermagazin der RAG Aktiengesellschaft, Jg. 2017, Heft 5, S. 37.
  3. Wilhelm Braun im Portal wanne-eickel-historie.de, abgerufen am 22. Mai 2017.

Koordinaten: 51° 32′ 34″ N, 7° 8′ 39″ O