Lisa Mayer (Leichtathletin)

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Lisa Mayer

Lisa Mayer (2016)
Mayer bei den Europameisterschaften 2016
in Amsterdam

Nation Deutschland Deutschland
Geburtstag 2. Mai 1996 (25 Jahre)
Geburtsort GießenDeutschland
Größe 171 cm
Gewicht 57 kg
Beruf Studentin (Germanistik und Geographie)
Karriere
Disziplin Sprint
Bestleistung 60 m: 7,12 s (Halle)
100 m: 11,12 s (+1,7 m/s)
200 m: 22,64 s (+1,7 m/s)
Verein Sprintteam Wetzlar
Trainer David Corell, vorm.: Rüdiger Harksen,
Rainer Finkernagel
Status aktiv
Medaillenspiegel
World Relays 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
U20-Weltmeisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
U20-Europameisterschaften 0 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Deutsche Meisterschaften 0 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Deutsche Hallenmeisterschaften 0 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Logo der World Athletics World Athletics Relays
Gold Nassau 2017 4 × 100 m
Bronze Yokohama 2019 4 × 100 m
Logo der EAA Europameisterschaften
Bronze Amsterdam 2016 4 × 100 m
Logo der World Athletics U20-Weltmeisterschaften
Bronze Eugene 2014 4 × 100 m
Logo der EAA U20-Europameisterschaften
Silber Eskilstuna 2015 100 m
Logo des DLV Deutsche Meisterschaften
Silber Kassel 2016 100 m
Silber Kassel 2016 200 m
Logo des DLV Deutsche Hallenmeisterschaften
Silber Leipzig 2016 200 m
Bronze Leipzig 2017 60 m
Bronze Leipzig 2020 60 m
letzte Änderung: 26. August 2020

Lisa Mayer (* 2. Mai 1996 in Gießen, Hessen) ist eine deutsche Leichtathletin, die sich auf 100- und 200-Meter-Läufe spezialisiert hat, aktuell startet sie für das Sprintteam Wetzlar.

Berufsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 2014 an der Butzbacher Weidigschule[1] studiert Mayer aktuell Germanistik und Geographie.[2] Im Herbst folgte der Umzug, einhergehend mit der Möglichkeit täglich und nicht nur zweimal wöchentlich in der Leichtathletikhalle in Kalbach zu trainieren.[3]

Sie gehörte zum Hessenteam 2016, denjenigen Sportlern, die durch die Sporthilfe gefördert werden und die höchste Förderstufe genießen, um sich bestmöglich auf die kommenden sportlichen Großereignisse vorzubereiten.[4]

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lisa Mayer hatte noch kein Faible für Sport, als zum Jahreswechsel 2007/2008 ihr Talent entdeckt wurde.[3] Ihr Interesse war geweckt, als sie im März 2008 die Waldlauf-Kreismeisterschaften gewann. Beim Ausprobieren ihrer Fähigkeiten stellte sich heraus, dass Wurfdisziplinen nicht ihre Sache sind.[1]

In den folgenden Jahren holte Mayer einige Titel und wurde 2011 gleich dreimal Meisterin bei den hessischen Hallenmeisterschaften in Stadtallendorf in der Altersgruppe der 15-jährigen Schülerinnen (W15): über 60 Meter, im Weitsprung und auf der 300-Meter-Langsprintdistanz der Schüler.[5]

2013 qualifizierte sich Mayer für die Teilnahme an den U18-Weltmeisterschaften und belegte beim 200-Meter-Lauf den siebten Platz.

2014 wurde sie Deutsche U20-Vize-Meisterin über 100 Meter und kam mit der 4-mal-100-Meter-Staffel bei den U20-Weltmeisterschaften auf den dritten Platz.

2015 reihten sich die Erfolge: Deutsche Hochschulhallenmeisterin und Deutsche U20-Hallenvizemeisterin jeweils über 60 Meter, Deutsche U20-Hallenmeisterin über 200 Meter, Deutsche U20-Meisterin und Deutsche U23-Vizemeisterin jeweils über 100 und 200 Meter, als auch U20-Europavizemeisterin über 100 Meter.

2016 begann für Mayer nicht minder erfolgreich als Deutsche Hochschulhallenmeisterin über 60 Meter und Deutsche Hallenvizemeisterin über 200 Meter. Während des Trainingslager in den USA zur Vorbereitung auf die Europameisterschafts- und Olympiasaison, hatte sie am 30. April bei einem Testwettkampf mit Weltklassebesetzung in Clermont (Florida) ihren ersten Auftritt in der Aktivenklasse und schaffte in persönlicher Bestzeit von 23,06 s die Norm für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Mayer war nicht nur schnellste Europäerin, sondern unterbot auch den hessischen Rekord (23,17 s) aus dem Jahre 1972 von Christiane Kaufmann.[6] Eine Woche später folgte am 7. Mai bei der Bahneröffnung in Wetzlar mit 11,25 s die Normerfüllung für die 100-Meter-Strecke. Weltjahresbestzeit von 42,00 s lief Mayer am 5. Juni 2016 bei der Sparkassen-Gala in Regensburg in der 4-mal-100-Meter-Staffel mit Tatjana Pinto, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase und verbesserte auf der 200-Meter-Distanz ihre persönliche Bestleistung auf 23,04 s. Im Juni holte sie sich zwei Vizemeistertitel bei den Deutschen Meisterschaften, über 100 und 200 Meter. Bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam gewann sie mit der deutschen Staffel die Bronzemedaille. Bei den Olympischen Spielen belegte sie mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel den vierten Platz. Im 200-Meter-Lauf erreichte sie die Halbfinalrunde.

2017 startete Mayer mit einem dritten Platz bei den Deutschen Hallenmeisterschaften über die 60 Meter. Im April 2017 holte sie bei den World Relays auf den Bahamas Gold für Deutschland mit der 4-mal-100-Meter-Staffel in der Besetzung Alexandra Burghardt, Lisa Mayer, Tatjana Pinto und Rebekka Haase (42,84 s) vor den internationalen Top-Teams aus Jamaika, China und den Niederlanden. Obwohl sie schon früh in der Wettkampfsaison bei der Kurpfalzgala in Weinheim eine persönliche Bestzeit über ihre Paradedisziplin, die 200 m, aufstellen konnte, verlief ihre Saison aufgrund einer Verletzung nicht wie geplant. So musste sie auf einen Einzelstart bei den Weltmeisterschaften verzichten. Sie belegte dort aber mit der 4-mal-100-Meter-Staffel (Pinto, Mayer, Lückenkemper, Haase) den vierten Platz.

2018 konnte Mayer ihre persönliche Bestleistung über 60 Meter beim Indoor Meeting in Karlsruhe auf 7,12 s steigern, sagte ihre Teilnahme an den Deutschen Hallenmeisterschaften kurz darauf aber ab. Wegen einer Oberschenkelverletzung musste sie Mitte des Jahres ihr Saisonaus bekannt geben,[7] womit auch Start bei den Heimeuropameisterschaften in Berlin ausfiel.[8]

2019 wurde Mayer nach überstandener Verletzungspause für die 4-mal-100-Meter-Staffel bei den World Relays in Yokohama, den inoffiziellen Staffelweltmeisterschaften, nominiert und errang Bronze im Team mit Lisa Marie Kwayie, Alexandra Burghardt, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase. Dies war jedoch ihr einziger Auftritt in der Saison, denn muskuläre Probleme gepaart mit grippalen Infekten, zwangen sie zum Saisonabbruch.[9]

2020 holte sie in 7,24 s über 60 Meter Bronze bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig. Bei den wegen der Covid-19-Pandemie später als geplant ausgetragen Deutschen Meisterschaften in Braunschweig qualifizierte sich Mayer zwar für das Finale des 100-Meter-Laufs, musste aber kurzfristig zurückziehen, weil ihr Beuger Probleme bereitete. Auf Grund ihrer anhaltenden Verletzungssorgen brauchte sie nach eigenen Angaben einen Neuanfang und trainierte ab Ende August bei David Corell.[10]

Am 29. Februar 2021 ging sie beim Indoor Meeting Karlsruhe im 60-Meter-Lauf an den Start und belegte im Finale in einer Zeit von 7,21 Sekunden den vierten Platz. Eine Woche später startete sie über die gleiche Strecke beim ISTAF Indoor in Berlin und musste sich im Finale in 7,26 Sekunden nur der Slowenin Maja Mihalinec Zidar geschlagen geben. Bei den Deutsche Leichtathletik-Hallenmeisterschaften 2021 in Dortmund ging sie am 20. Februar über die 60 Meter an den Start und verpasste im Finale in einer Zeit von 7,23 Sekunden als Fünfte eine Medaille. Am 15. Mai 2021 ging sie im Michael-Hoffmann-Stadion in Mannheim beim Wettbewerb „Road To Tokyo“ an den Start und sicherte sich im Finale über die 100 Meter nicht nur den Sieg, sondern verbesserte ihre bisherige persönliche Bestleistung um 0,02 Sekunden auf 11,12 Sekunden.

Aufgrund ihrer Vorleistungen wurde Lisa Mayer vom Deutschen Leichtathletik-Verband für die Leichtathletik-Team-Europameisterschaft 2021, welche zwischen dem 29. und 30. Mai in Chorzów stattfanden, im 100-Meter-Lauf und in der 4-mal-100-Meter-Staffel nominiert. Über die 100 Meter belegte sie in einer Zeit von 11,27 Sekunden den zweiten Platz hinter der Polin Pia Skrzyszowska und vor der Britin Imani Lansiquot. Damit steuerte sie sechs Punkte zum Ergebnis des DLVs bei. Im Staffel-Wettbewerb ging sie gemeinsam mit Jennifer Montag, Rebekka Haase und Lisa Nippgen an den Start. Das Quartett konnte das Rennen nicht erfolgreich beenden und konnte damit keine Punkte dem Ergebnis des DLVs beisteuern. Schlussendlich belegte das Team des DLV mit 171 Punkten den vierten Platz.

Eine Woche später nahm Lisa Mayer an den deutschen Meisterschaften im Eintracht-Stadion in Braunschweig teil und startete dort am 5. Juni 2021 über die 100-Meter-Lauf. Im Finale über die 100 Meter musste sie sich in 11,16 Sekunden nur Alexandra Burghardt geschlagen geben und gewann die Silbermedaille. Vom Deutschen Olympischer Sportbund wurde sie für die Olympischen Sommerspiele 2020, welche zwischen den 23. Juli 2021 und den 8. August 2021 in Tokio ausgetragen werden, nominierten und war für den Wettbewerb im 100-Meter-Lauf und für die 4-mal-100-Meter-Staffel vorgesehen.[11] Während des Pre-Camps in Miyazaki verletzte sich Lisa Mayer und musste ihren Start in Tokio absagen.[12]

Mayer gehörte zum Olympiakader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) und ist seit 2018/19 im Perspektivkader.

Vereinszugehörigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lisa Mayer startete in ihrer Jugend für die LG Langgöns/Oberkleen. 2017 wechselt sie zum Sprintteam Wetzlar.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mayer war mit dem 800-Meter-Läufer Marc Reuther (* 1996) liiert.[13][14]

Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 19. Mai 2021)

Halle
Freiluft
  • 100 m: 11,12 s (+1,7 m/s), Mannheim, 15. Mai 2021
  • 200 m: 22,64 s (+1,7 m/s), Weinheim, 27. Mai 2017

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National
International

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lisa Mayer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Uwe Martin: Lisa Mayer startet durch, auf: hlv.de, vom 4. Juli 2013, abgerufen am 10. März 2018
  2. Tammo Lotz: Lisa Mayer – In Lauerstellung bereit zur Attacke, Leute, auf: leichtathletik.de, vom 13. Februar 2015, abgerufen am 6. Juni 2016
  3. a b Tammo Lotz: Gold / Silber / Gold in 80 Minuten, auf: hlv.de, vom 17. Februar 2015, abgerufen am 10. März 2018
  4. Hessenteam 2016, auf: stiftung-sporthilfe-hessen.de, abgerufen am 7. Juni 2016
  5. Lisa-Mayer-Festspiele in der Herrenwaldhalle, auf: giessener-allgemeine.de, vom 2. März 2011, abgerufen am 7. Juni 2016
  6. Sport aus der Region. Lisa Mayer knackt Rio-Norm (Memento des Originals vom 8. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mittelhessen.de, auf: mittelhessen.de, vom 1. Mai 2016, abgerufen am 7. Juni 2016
  7. Alexandra Dersch: Saison-Aus für Lisa Mayer, Verletzungspech, auf: leichtathletik.de, vom 30. Juni 2018, abgerufen am 23. Februar 2020
  8. Verletzung: Topsprinterin Lisa Mayer verpasst Heim-EM. Süddeutsche Zeitung, 30. Juni 2018, abgerufen am 21. August 2020.
  9. Alexandra Dersch: Lisa Mayer will Verletzungssorgen vergessen machen, Zurück im Training, auf: leichtathletik.de, vom 29. Oktober 2019, abgerufen am 23. Februar 2020
  10. Lisa Mayer startet mit Trainer David Corell in die Olympia-Vorbereitung, Trainerwechsel, auf: leichtathletik.de, vom 26. August 2020, abgerufen am 27. August 2020
  11. DOSB nominiert 90 Leichtathletinnen und Leichtathleten für die Olympischen Spiele in Tokio. Deutscher Leichtathletik-Verband, 3. Juli 2021, abgerufen am 28. Juli 2021.
  12. Alexandra Dersch: Olympia-Aus für Lisa Mayer und Lisa Nippgen. Deutscher Leichtathletik-Verband, 26. Juli 2021, abgerufen am 28. Juli 2021.
  13. dpa: Lisa Mayer/Marc Reuther: Deutschlands rasantes Läufer-Paar, 19. Februar 2020
  14. Motiviert für Neues, FAZ: 17. September 2021