Marchena

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Gemeinde Marchena
Marchena – Iglesia San Juan Bautista
Marchena – Iglesia San Juan Bautista
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Marchena
Marchena (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Andalusien
Provinz: Sevilla
Comarca: Campiña de Morón y Marchena
Koordinaten 37° 20′ N, 5° 25′ WKoordinaten: 37° 20′ N, 5° 25′ W
Höhe: 131 msnm
Fläche: 378,25 km²
Einwohner: 19.691 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 52,06 Einw./km²
Postleitzahl: E-41620
Gemeindenummer (INE): 41060 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: [www.marchena.es Marchena]

Marchena ist eine südspanische Kleinstadt mit 19.691 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2017) in der Provinz Sevilla in der Autonomen Gemeinschaft Andalusien. Der Ortskern wurde als Conjunto histórico-artístico klassifiziert.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marchena liegt knapp 70 km östlich der Provinzhauptstadt Sevilla bzw. ca. 143 km nordwestlich von Málaga in einer Höhe von ca. 135 m ü. d. M.[2] Das Klima im Winter ist gemäßigt, im Sommer dagegen warm bis heiß; die Niederschlagsmengen (ca. 630 mm/Jahr) fallen – mit Ausnahme der nahezu regenlosen Sommermonate – verteilt übers ganze Jahr.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2016
Einwohner 13.005 12.468 20.326 18.086 19.773

Die Einwohnerzahlen der Stadt bzw. der Gemeinde unterliegen seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur noch leichten Schwankungen.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marchena liegt in der ländlichen Zone der Provinz Sevilla, am rechten Rand des Guadalquivir-Tales, begrenzt durch den Zufluss des Corbones. Die Böden werden zu 95 % landwirtschaftlich genutzt, es werden hauptsächlich Getreide und Oliven angebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet wurden jungsteinzeitliche Kleinfunde gemacht, auch bronzezeitliche Keramikscherben wurden entdeckt. In der Antike stand die Gegend unter phönizischem, später unter karthagischem Einfluss. Aus römischer Zeit sind lediglich die Fundamente eins Landguts (villa rustica) ausgegraben worden. Aus westgotischer Zeit weiß man so gut wie nichts. Zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde die Region von den Mauren überrannt; sie nannten den Ort Marsenʿah. Um das Jahr 1240 wurde der Ort von den Truppen Ferdinands III. von Kastilien (reg. 1230–1252) zurückerobert (reconquista) und anschließend in das Königreich Sevilla inkorporiert. Im Jahr 1309 kam Marchena in den Besitz von Fernando Ponce de León, einem kastilischen Granden (ricohombre) und Urenkel Alfons IX. von León. Im Jahr 1369 wurde der Ort von den Truppen Muhammads V. von Granada verwüstet. Daraufhin wurde die bereits existierende Stadtmauer (muralla) erneuert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen und Klöster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche San Juan Bautista
Die Johannes dem Täufer (span. Juan Bautista) geweihte, fünfschiffige Kirche wurde um 1490 im Mudéjarstil erbaut. Das Altarbild stammt aus dem 16. Jahrhundert, während der Chor 1715 bis 1717 barock gestaltet wurde. Außerdem befindet sich eine Ausstellung von Goldschmiedearbeiten und Stickereien in der Kirche sowie eine Sammlung von neun Bildern von Francisco de Zurbarán aus dem Jahr 1634. Die Kirche besitzt zwei historische Orgeln.
Kirche Santa María de la Mota
  • Kirche San Miguel (15. Jahrhundert, Mudéjar)
  • Kirche San Sebastián (18. Jahrhundert, barock; Turm aus dem 16. Jahrhundert)
  • Kirche Santa María de la Mota (ca. 1360) mit später aufgestocktem Turm
  • Kirche Santo Domingo (1517)
Die Kirche wurde von Rodrigo Ponce de León II., dem damaligen Herren von Marchena und Herzog von Arcos gegründet, der in der Kirche begraben wurde. Neben den Grabmalen Ponces und seiner Familie wurden die Wände 1638 mit Kacheln geschmückt. Das Altarbild stammt aus der Renaissance.
  • Kirche Veracruz (15./16. Jahrhundert)
  • Kloster La Concepción (1623)
Das Kloster wurde von Rodrigo Ponce de León III. gegründet.
  • Kloster San Andrés (1537)
  • Kloster San Agustín (17. Jahrhundert, barock)
  • Kloster Santa Clara (1502)
  • Kloster Santa Isabel (16. Jahrhundert)

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Palast der Herzöge von Arcos (18. Jahrhundert)
  • historische Stadtbefestigung mit verschiedenen Türmen (u. a. polygonaler Torre del Oro) und Stadttoren (Puerta de Morón, Puerta de Sevilla, auch Arco de la Rosa genannt, Puerta del Tiro de Santa María)

Bedeutende Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marchena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Marchena – Karte mit Höhenangaben
  3. Marchena – Klimatabellen
  4. Marchena – Bevölkerungsentwicklung