Oberhambach

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Wappen Deutschlandkarte
Oberhambach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Oberhambach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 41′ N, 7° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Birkenfeld
Verbandsgemeinde: Birkenfeld
Höhe: 412 m ü. NHN
Fläche: 5,1 km2
Einwohner: 247 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55765
Vorwahl: 06782
Kfz-Kennzeichen: BIR
Gemeindeschlüssel: 07 1 34 063
Adresse der Verbandsverwaltung: Schneewiesenstraße 21
55765 Birkenfeld
Website: www.vg-birkenfeld.de
Ortsbürgermeister: Günter Stolz
Lage der Ortsgemeinde Oberhambach im Landkreis Birkenfeld
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Karte
Der Sauerbrunnen

Oberhambach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Birkenfeld an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt am Hambach im Hunsrück. 57,5 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet.[2]

Oberhambach ist eine Nationalparkgemeinde im Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Sauerbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwas außerhalb der Ortschaft in westlicher Richtung befindet sich der Sauerbrunnen, eine schon seit vielen Jahrhunderten bekannte Heilquelle.[3][4] 1573 sollen die Quellen wiederentdeckt worden sein.[5] Allerdings ist der Gebrauch des Brunnens auch zuvor – beispielsweise 1571 – belegt.[6] Der Brunnen und sein Wasser wurde von einigen bekannten Ärzten untersucht: 1576 vom Straßburger Stadtarzt Sigismund Roth, 1577 von Ulrich Geiger (Chelius), 1583 von Tabernaemontanus (Jakob Dietrich), vor 1595 von Hans Jakob Wecker (1528–1586) aus Colmar und 1680 von Johannes Hiskias Cardilucius († 1697). Herzog Johann I. von Pfalz-Zweibrücken ließ die Quelle 1577 einfassen.[7] 1780 fand man römische Münzen und Reste hölzerner Wasserleitungen (Teicheln).[8]

Römischer Vier- und Achtgötterstein aus Hambach (vor 1781 in Becherbach bei Kirn). Die Abb. u. l. diente als Vorlage der Wappenzeichnung

Als Spolien wurden Göttersteine aus dem Ostchor der 1781 abgebrochenen Kirche von Becherbach bei Kirn, die für Reste eines römischen Altars gehalten wurden, auf Anordnung des markgräflich-badischen Landbaumeisters Wilhelm Frommel (1759–1837)[9] zu beiden Seiten der Treppe zum Hambacher Brunnen eingemauert.[10] 1884 wurden die Steine aus Hambach in das Birkenfelder Gymnasium überführt.

Vor allem durch den hohen Mineralienanteil, der dem Wasser einen ganz speziellen Geschmack verleiht, sind die Quelle und ihr Trinkwasser ein beliebtes Ausflugsziel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Oberhambach, damals nur Hambach genannt, gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Hinteren Grafschaft Sponheim. Der Ort war namensgebend für einen „Pflege“ genannten und dem Oberamt Birkenfeld unterstellten Verwaltungs- und Gerichtsbezirk. Zur Pflege Hambach gehörten auch die Dörfer Hattgenstein und Schwollen. Im Jahr 1607 lebten 24 Familien im Ort, 1699 waren es nur 6 und 1772 waren es 38. 1790 wurden 142 Einwohner gezählt.[11]

Im Jahr 1794 wurde das linke Rheinufer von französischen Revolutionstruppen eingenommen. Von 1798 bis 1814 gehörte Hambach zum Kanton Birkenfeld im Saardepartement. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam die Region 1817 zum oldenburgischen Fürstentum Birkenfeld. Die Gemeinde war der Bürgermeisterei Leisel im Amt Birkenfeld zugeordnet. Von 1918 an gehörte Hambach zum oldenburgischen „Landesteil Birkenfeld“ und kam 1937 zum preußischen Landkreis Birkenfeld. Die Namensänderung in Oberhambach erfolgte 1933, als aus den benachbarten Gemeinden Böschweiler, Burbach und Heupweiler die neue Gemeinde Niederhambach gebildet wurde. Seit 1946 ist Oberhambach Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Oberhambach, die Werte bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1939 139
1950 126
1961 136
1970 172
Jahr Einwohner
1987 207
1997 264
2005 268
2022 247

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Oberhambach besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[12] In der Wahlperiode 2009 bis 2014 gehörten dem Gemeinderat acht Ratsmitglieder an.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günter Stolz wurde am 24. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Oberhambach.[13][14] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 76,38 % für fünf Jahre gewählt worden.[15]

Der Vorgänger von Günter Stolz, Helmut Brächer, hatte das Amt 27 Jahre ausgeübt, war 2019 aber nicht erneut angetreten.[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Oberhambach
Wappen von Oberhambach
Blasonierung: „Unter rot-silbern geschachtem Schildhaupt in Blau ein goldenes Rechteck, darin zwei rotgewandete Figuren, die Aeskulap und Merkur darstellen.“[16]
Wappenbegründung: Das Schildhaupt verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Hinteren Grafschaft Sponheim. Das Hauptfeld zeigt eine vereinfachte Abbildung des in der Nähe des Hambacher Sauerbrunnens wiederaufgefundenen römischen Achtgöttersteins (ursprünglich aus Becherbach bei Kirn),[10] der heute im Heimatmuseum Birkenfeld aufbewahrt wird (Inv.-Nr. 531); Aeskulap insbesondere soll auf die schon seit vielen Jahrhunderten bekannten Heilquellen des Hambacher Sauerbrunnens hinweisen.

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen der Gemeinde existiert der Ferienpark Hambachtal, bestehend aus rund 200 Ferienappartements bzw. -doppelhaushälften sowie einem Hallenbad mit Sauna und einem Supermarkt.


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oberhambach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2022, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Henri-Christophe Rieken: Die eisenhaltigen Mineralquellen zu Hambach und Schwollen im Grossherzoglich Oldenburgischen Fürstenthume Birkenfeld. Carl Muquardt, Brüssel und Leipzig 1840, S. 102f (Google-Books).
  4. Eine 1577 von Philipp Schopf (ehemaliger Stadtarzt von Kreuznach) zusammengestellte medizinische Sammelhandschrift in Det Kongelige Bibliotek København (GkS 1683,4°, Band II, Bl. 30r) enthält Ratschläge über den Gebrauch des „Brunnens von Birkenfeld“ von der Hand zweier Ärzte; John William Schibby Johnsson: Badekurverordnungen im 16. Jahrhundert. In: Archiv für Geschichte der Medizin 5 (1911), S. 121–128; Wilhelm Haberling: Rezensionsnotiz in: Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften 11 (1912), S. 216 (Google-Books).
  5. Carl August Hoffmann: Taschenbuch für Aerzte, Physiker und Brunnenfreunde. 2. Auflage Hoffmann, Weimar 1798, S. 98 (Google-Books); Georg-Friedrich-Christian Fuchs: Systematische Beschreibung aller Gesundbrunnen und Bäder der bekannten Länder, vorzüglich Deutschlands, Bd. I. 2. Auflage Christian Ernst Gabler, Jena und Leipzig 1801, S. 405 (Google-Books).
  6. Johann Friedrich Ravenstein, Johann Martin Aulber: Bericht, von dem bey Birckenfeld befindlich Mineralischen Heil- und Gesund-Brunnen. Hallanzy, Zweibrücken 1744, S. 9 (dilibri.de).
  7. Johann Friedrich Ravenstein, Johann Martin Aulber: Bericht, von dem bey Birckenfeld befindlich Mineralischen Heil- und Gesund-Brunnen. Hallanzy, Zweibrücken 1744, S. 11–13, 15f und 19.
  8. Henri-Christophe Rieken: Die eisenhaltigen Mineralquellen zu Hambach und Schwollen im Grossherzoglich Oldenburgischen Fürstenthume Birkenfeld. Carl Muquardt, Brüssel und Leipzig 1840, S. 92f und 102.
  9. August Heidrich: Landbaumeister Frommel und der fürstliche Gesundbrunnen zu Hambach. In: Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld und der Heimatfreunde Oberstein 52 (1978), S. 10–20.
  10. a b Walburg Boppert: Römische Steindenkmäler aus dem Landkreis Bad Kreuznach. (Corpus signorum imperii Romani 2). Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Habelt, Bonn 2001, Nr. 18 und 19, S. 65–68.
  11. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, Die Karte von 1789 (2. Band), Bonn 1898. S. 443, 455
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  13. Peter Eli: Konstituierende Sitzung des Ortsgemeinderates Oberhambach. Einladung. In: Birkenfelder Anzeiger, Ausgabe 29/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 20. September 2020.
  14. a b Konstituierende Sitzung des Oberhambacher Gemeinderats. In: Birkenfelder Anzeiger, Ausgabe 32/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 20. September 2020.
  15. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Birkenfeld, Verbandsgemeinde, 23. Ergebniszeile. Abgerufen am 20. September 2020.
  16. H. Baldes, G. Behrens: Kataloge west- und süddeutscher Altertumssammlungen. III. Birkenfeld. S. 78/79.