Hasselbach (Hunsrück)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hasselbach
Hasselbach (Hunsrück)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hasselbach hervorgehoben
50.0397222222227.4505555555556410Koordinaten: 50° 2′ N, 7° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Kastellaun
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 4,79 km²
Einwohner: 178 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56288
Vorwahl: 06762
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 046
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstraße 1
56288 Kastellaun
Webpräsenz: hasselbachhunsrueck.de
Ortsbürgermeister: Werner Gaukler
Lage der Ortsgemeinde Hasselbach im Rhein-Hunsrück-Kreis
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Über dieses Bild

Hasselbach ist eine Ortsgemeinde inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kastellaun an.

Geographie[Bearbeiten]

Die Ortsgemarkung von Hasselbach liegt in einer Tallage zwischen dem Gimbach und dem aus Richtung Hundheim kommenden Hundheimer Bach. Die beiden Bäche vereinigen sich in der Gemarkung von Alterkülz zum Külzbach. Die Feldgemarkung der Gemeinde Hasselbach liegt zum größten Teil in Hanglage. Zu Hasselbach gehört auch der Wohnplatz Müllers-Mühle.[2]

Nachbarorte[Bearbeiten]

Bell Stadt Kastellaun Spesenroth und Laubach
die Pydna, Völkenroth und Leideneck Nachbargemeinden Horn
Hundheim, der Goßberg und Wüschheim Michelbach und Reich Alterkülz

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges Rathaus

Erstmals erwähnt wurde Hasselbach 1310 im Sponheimischen Gefälleregister der Grafschaft Sponheim.

Hasselbach gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts landesherrlich zur Hinteren Grafschaft Sponheim und war zuletzt im Besitz des Herzogs von Pfalz-Zweibrücken. Innerhalb des Amtes Kastellaun war Hasselbach Hauptort eines als Pflege bezeichneten Verwaltungs- und Gerichtsbezirks. Zur Pflege Hasselbach gehörten auch die Orte Alterkülz, Hundheim, Michelbach und Neuerkirch (jenseits der Külzbach).[3]

Mit der Besetzung des Linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, von 1798 bis 1814 gehörte er zum Kanton Kastellaun, der dem Rhein-Mosel-Departement zugeordnet war. Auf dem Wiener Kongress (1815) wurde die Region dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung unterstand Hasselbach von 1816 an der Bürgermeisterei Kastellaun im Kreis Simmern und gehörte von 1822 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zur Rheinprovinz. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz und gehört seit 1969 zum Rhein-Hunsrück-Kreis.

Das ehemalige Rathaus von Hasselbach (erbaut: 1750) wurde 1977 wegen Unbenutzbarkeit abgebaut und 1978/79 im Freilichtmuseum in Bad Sobernheim wieder aufgebaut. Der im Obergeschoss liegende kleine Saal, der „Ratssaal", wurde einst für alle möglichen Anlässe - Gemeinderatssitzungen, sonstige Versammlungen und Festlichkeiten - genutzt. Im Erdgeschoss ist das Backhaus wieder errichtet. Das Backen war in früheren Zeiten in Hasselbach einer Ordnung unterworfen. Sie legte fest, wie die Reihenfolge der Backwilligen zu ermitteln war. Durch Los wurde festgelegt wer die Öfen zu befeuern und den Raum zu reinigen hatte.

1954 wurde für den Gemeindehausneubau ein Grundstück erworben, aber erst 1964 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Am 4. Mai 1968 fand die Einweihung des neuen Gemeindehauses statt. In den Jahren 1987/88 wurden umfassende Renovierungs- und Umbauten durchgeführt.

Bekannt wurde Hasselbach in den Jahren 1983–1989 durch die Ostermärsche der Friedensbewegung gegen die Stationierung von Cruise Missiles, die im Rahmen des NATO-Doppelbeschlusses in der nahe gelegenen Raketenbasis Pydna stationiert werden sollten.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Hasselbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 175
1835 210
1871 228
1905 219
1939 208
Jahr Einwohner
1950 250
1961 197
1970 190
1987 165
2005 198

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hasselbach besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Die Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises in Simmern hat mit Urkunde vom 27. Oktober 2009 der Gemeinde Hasselbach die Führung eines Gemeindewappens genehmigt.

Die Blasonierung lautet: „Schild gespalten durch blaue Wellenleiste, vorn rot-silber geschachtet, hinten grüner Haselnusszweig in Gold“.

Die früheren Formen des Ortsnamens Hasilbach, Haselbach von Hasala = Haselstrauch werden dargestellt als kleiner Zweig mit Haselnussblättern und Nüssen. Das rot-silberne Schach weist auf die frühere Zugehörigkeit zum sponheimischen Amt Kastellaun hin. Getrennt wird es durch eine blaue Linie in Form eines Baches.

Freizeit[Bearbeiten]

Seit 1996 entsteht jedes Jahr im August ein riesiges Zeltlager in der westlich gelegenen Gemarkung von Hasselbach, damit die Teilnehmer der Technoveranstaltung Nature One einen Platz finden um ihre Zelte für die Dauer der Veranstaltung dort aufschlagen zu können.

Auf der Gartenroute Hunsrück-Mittelrhein kann auch ein großer Garten, der zum alten Schulhaus von Hasselbach gehört, besichtigt werden. Das alte Schulhaus beherbergt heute ein Museum, in dem Spielsachen aus den vergangenen 150 Jahren gezeigt werden.

Nur wenige Meter vom Ortsrand entfernt befindet sich der Schinderhannes-Radweg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Fachwerkhaus, Dorfstraße 11

Literatur[Bearbeiten]

  • Hasselbach im Hunsrück, Spurensuche von Doris Wesner; Herausgeber: Ortsgemeinde Hasselbach.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hasselbach (Hunsrück) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 37 (PDF; 2,3 MB)
  3. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 450.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen