Rayerschied

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Rayerschied
Rayerschied
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rayerschied hervorgehoben
50.0186111111117.5863888888889392Koordinaten: 50° 1′ N, 7° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Simmern/Hunsrück
Höhe: 392 m ü. NHN
Fläche: 2,51 km²
Einwohner: 107 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55469
Vorwahl: 06766
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 121
Adresse der Verbandsverwaltung: Brühlstraße 2
55469 Simmern/Hunsrück
Webpräsenz: www.rayerschied.de
Ortsbürgermeister: Hans-Werner Aßmann-Huppert
Lage der Ortsgemeinde Rayerschied im Rhein-Hunsrück-Kreis
Boppard Badenhard Beulich Bickenbach (Hunsrück) Birkheim Dörth Emmelshausen Gondershausen Halsenbach Hausbay Hungenroth Karbach (Hunsrück) Kratzenburg Leiningen (Hunsrück) Lingerhahn Maisborn Mermuth Morshausen Mühlpfad Ney (Hunsrück) Niedert Norath Pfalzfeld Schwall (Rhein-Hunsrück-Kreis) Thörlingen Utzenhain Alterkülz Bell (Hunsrück) Beltheim Braunshorn Buch (Hunsrück) Dommershausen Gödenroth Hasselbach (Hunsrück) Hollnich Kastellaun Korweiler Mastershausen Michelbach (Hunsrück) Roth (Rhein-Hunsrück-Kreis) Spesenroth Uhler Bärenbach (Hunsrück) Belg Büchenbeuren Dickenschied Dill (Gemeinde) Dillendorf Gehlweiler Gemünden (Hunsrück) Hahn (Hunsrück) Hecken (Hunsrück) Heinzenbach Henau (Hunsrück) Hirschfeld (Hunsrück) Kappel (Hunsrück) Kirchberg (Hunsrück) Kludenbach Laufersweiler Lautzenhausen Lindenschied Maitzborn Metzenhausen Nieder Kostenz Niedersohren Niederweiler (Hunsrück) Ober Kostenz Raversbeuren Reckershausen Rödelhausen Rödern (Hunsrück) Rohrbach (Hunsrück) Schlierschied Schwarzen Sohren Sohrschied Todenroth Unzenberg Wahlenau Womrath Woppenroth Würrich Argenthal Benzweiler Dichtelbach Ellern (Hunsrück) Erbach (Hunsrück) Kisselbach Liebshausen Mörschbach Riesweiler Rheinböllen Schnorbach Steinbach (Hunsrück) Damscheid Laudert Niederburg Oberwesel Perscheid Sankt Goar Urbar (Rhein-Hunsrück-Kreis) Wiebelsheim Bubach Riegenroth Laubach (Hunsrück) Horn (Hunsrück) Klosterkumbd Budenbach Bergenhausen Rayerschied Wahlbach (Hunsrück) Altweidelbach Pleizenhausen Mutterschied Niederkumbd Simmern/Hunsrück Neuerkirch Wüschheim (Hunsrück) Reich (Hunsrück) Biebern Külz (Hunsrück) Kümbdchen Keidelheim Fronhofen Holzbach Nannhausen Tiefenbach (Hunsrück) Ohlweiler Sargenroth Schönborn (Hunsrück) Oppertshausen Belgweiler Ravengiersburg Mengerschied Hessen Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Birkenfeld Landkreis Bernkastel-Wittlich Rhein-Lahn-Kreis Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-ZellKarte
Über dieses Bild
Katholische Kirche im Dorfzentrum

Rayerschied ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück an.

Geographie[Bearbeiten]

Die ländliche Wohngemeinde Rayerschied liegt im Hunsrück zwischen Pleizenhausen und Benzweiler, 7 km von Simmern entfernt.

Zu Rayerschied gehören auch die Wohnplätze Berghof und Wagnersmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Stiftungsurkunde der Kirche in Mörschbach aus dem Jahre 1006 wird Heriradessneida (althochdeutsch für: Waldgrenze des Herirad[3]) erwähnt.[4] Dieser Ort wird von manchen Historikern mit Rayerschied identifiziert.[5][6] Andere Historiker sehen in dieser Bezeichnung eine reine Waldgrenze und keinen Hinweis auf eine Siedlung.[7] In der in Bezug auf Rayerschied oftmals genannten Schenkungsurkunde des Heinrichs von Dycke an das Kloster Kumbd aus dem Jahre 1204 wird der Ort nicht explizit erwähnt.[8] Im Jahre 1420 erwarb Pfalzgraf Stefan das Gebiet um Rayerschied von Bertram von Vilvil, der den Besitz durch seine Frau Else von Reiffenberg erhalten hatte, sowie von Eberhard von Schonenberg. Rayerschied wird in den zugehörigen Urkunden Reussraid bzw. Reuspraid genannt.[9] Der Ort kam damit zum neu gegründeten Fürstentum Pfalz-Simmern-Zweibrücken, später Pfalz-Simmern. Im Jahre 1523 wurden die Gerichtstage des Kumbder Gerichts, also des Gerichtsbezirks der um das Kloster Kumbd liegenden Gebiete, die bisher zu Kumbd unter der Linde abgehalten wurden, nach Rayerschied verlegt. In der Grenzbeschreibung des Kumbder Gerichts vom Jahre 1560 wird die Gemeinde als Rairschiedt erwähnt.[10]

In Rayerschied scheint im 16. Jahrhundert die Hexenverfolgung in nicht unerheblichem Maße geherrscht zu haben. Dies belegen zwei Urteile um 1530: Deckers Leyse aus Rayerschied wird als Zauberin am Galgen zu Simmern verbrannt und Vincents Alsa aus Rayerschied wird, nachdem sie als Hexe zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt worden war, von einem Mann mit 50 Talern freigekauft.[11]

1673 kam Rayerschied nach dem Tod des Pfalzgrafen Ludwig Heinrich zur Kurpfalz. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, 1815 wurde er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg zeitweise wieder französisch besetzt, wurde der Ort seit 1946 Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Rayerschied besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • mehrere Grabhügel[13]
  • Katholische Kirche, 1896 bis 1902 im neugotischen Stil erbaut

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Rayerschied

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rayerschied – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 40 (PDF; 2,3 MB)
  3.  P. P. Schweitzer: Altdeutscher Wortschatz - Ein sprachgeschichtliches Wörterbuch. 2002, S. 124 (Volltext).
  4.  Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden Mittelrheinischen Territorien. Band 1: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169, Koblenz 1874, S. 337 f. Reg. 285 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  5.  Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen geographisch-historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rheine. III, Frankfurt und Leipzig 1787, S. 484 f. (Volltext in der Google-Buchsuche).
  6.  B. Schemann: Die Wüstungen des Vorderen Hunsrücks. Köln 1968, S. 172.
  7.  J. Heinzelmann: Der Weg nach Trigorium. In: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte. 21. Jahrgang, 1995, S. 66.
  8.  K. Büttinghausen: Beyträge zur Pfälzischen Geschichte. II. Band, Mannheim 1782, S. 325 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  9.  W. Fabricius: Das Pfälzische Oberamt Simmern. In: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst. Band 28, 1909, S. 78 f..
  10.  W. Wagner: Das Zisterzienserinnenkloster Kumbd. Aloys Henn Verlag, Ratingen 1977, ISBN 3-450-34034-X (formal falsche ISBN), S. 117 ff..
  11.  W. Wagner: Das Zisterzienserinnenkloster Kumbd. Aloys Henn Verlag, Ratingen 1977, ISBN 3-450-34034-X (formal falsche ISBN), S. 115.
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  13.  M. Backes, H. Caspary, N. Müller-Dietrich: Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises, Teil 1: Ehemaliger Kreis Simmern. Band 2, München/Berlin 1977, S. 798 f..