Lautzenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lautzenhausen
Lautzenhausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lautzenhausen hervorgehoben
49.9380555555567.2730555555556470Koordinaten: 49° 56′ N, 7° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Hunsrück-Kreis
Verbandsgemeinde: Kirchberg (Hunsrück)
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 4,95 km²
Einwohner: 355 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55483
Vorwahl: 06543
Kfz-Kennzeichen: SIM, GOA
Gemeindeschlüssel: 07 1 40 082
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 5
55481 Kirchberg (Hunsrück)
Webpräsenz: Lautzenhausen
Ortsbürgermeisterin: Corina Velten
Lage der Ortsgemeinde Lautzenhausen im Rhein-Hunsrück-Kreis
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Über dieses Bild

Lautzenhausen ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirchberg (Hunsrück) an.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort und die Gemarkung liegen auf einem Hochplateau inmitten der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks. Auf großen Teilen der Gemarkung befindet sich der Flughafen Frankfurt-Hahn. Die Anbindung an den überörtlichen Verkehr ist über die ein Kilometer vom Ort entfernte Bundesstraße 50 gegeben.

Nachbarorte

der Flughafen Frankfurt-Hahn, Hahn und die Mosel Schwarzen und Würrich Bärenbach und Ober Kostenz
Lötzbeuren Nachbargemeinden Kirchberg
Irmenach Büchenbeuren Sohren

Geschichte[Bearbeiten]

Beim Bau der Landebahn des Militärflugplatzes wurde 1951 neben der damaligen Trasse der Hunsrückhöhenstraße ein etwa 100 Grabhügel umfassendes etwa drei km langes frühgeschichtliches Gräberfeld gefunden, das der Hunsrück-Eifel-Kultur zuzurechnen ist. Einige Funde wurden sichergestellt und befinden sich heute im Heimatmuseum in Simmern. Eine systematische Grabung war aus Zeit- und Finanzgründen nicht möglich. Weitere auf der Gemarkung gefundene Mauer-, Brunnen- und Fundamentreste und zahlreiche Keramikscherben weisen auf eine villa rustica aus der Römerzeit hin, die leider auch nicht wissenschaftlich ergraben wurde. Gut dokumentiert ist der Fund eines wohl zu dieser villa gehörendes reichen Brandgrabes aus der zweiten Hälfte des 1. Jh. nach Christus der auf den Moselhöhen siedelnden Treverer, dessen Hügel 1928 geöffnet wurde (Funde in Simmern).[2]

Der Name des Ortes mit der Endung auf -hausen deutet auf eine Inbesitznahme des Landes in der Zeit der Fränkischen Landnahme hin. Der Namensteil Lautzen mag auf die Siedlung eines Ludwigs/Lutzen und dessen Nachkommen hindeuten.

Die erste urkundliche Erwähnung eines Sponheimer Hofes in Lautzenhausen stammt aus dem Jahre 1260. Das Schachbrettmuster blau/gelb im heutigen Ortswappen stammt von den Sponheimern. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen wurde der Ort französisch, 1814 wurde er auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Haus Fürst Dominik, ehemalige Rotlicht Kneipe

Bis in die 1950er Jahre war das Dorf landwirtschaftlich geprägt. Dies änderte sich mit dem Bau des heute zivil genutzten Flughafens. Er wurde 1946 zuerst von den Franzosen geplant, in den folgenden Jahren jedoch von den Amerikanern gebaut. Der Flughafen wurde von den Amerikanern Hahn Air Base genannt, angeblich weil sie Lautzenhausen nicht aussprechen konnten. Eine wahrscheinlichere Erklärung ist, dass ein großer Teil des Flughafens auf der Gemarkung des Ortes Hahn liegt, wie einige Pläne der damaligen Zeit zeigen. Da das Haupttor der Airbase direkt am Ortseingang von Lautzenhausen war, entstand hier eine Schnittstelle zwischen Militär- und Zivilbereich. Für den Ort war es ein Einschnitt für die nächsten Jahrzehnte: vorher teilweise landwirtschaftlich genutzte Gebäude wurden umgebaut, Neubauten kamen hinzu. In ihnen wurden Hotels, Gaststätten, Bars und Betriebe des Rotlichtmilieus installiert, um den Mitgliedern der US-Streitkräfte geeignete Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung anbieten zu können.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Lautzenhausen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

In Lautzenhausen wurde 1960/61 der Film Schwarzer Kies unter der Regie von Helmut Käutner gedreht. Inhalt: In dem imaginären Ort Sohnen (Lautzenhausen) verkauft Robert Neidhardt (Helmut Wildt) Kies, der für den Bau der Startbahn auf dem nahe gelegenen Militärflugplatz gedacht ist, schwarz an kleinere Firmen. Als die Polizei davon erfährt, geschieht auf der Flucht ein Unglück.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lautzenhausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. M. Thoma: Lautzenhausen bei Regionalgeschichte.net, Hunsrück [1] (Zugriff Juni 2011)
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen