Illerkirchberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Illerkirchberg
Illerkirchberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Illerkirchberg hervorgehoben
48.31888888888910.011944444444520Koordinaten: 48° 19′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 520 m ü. NHN
Fläche: 11,45 km²
Einwohner: 4686 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 409 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89171
Vorwahl: 07346
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 137
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 49
89171 Illerkirchberg
Webpräsenz: www.illerkirchberg.de
Bürgermeister: Anton Bertele
Lage der Gemeinde Illerkirchberg im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Illerkirchberg ist eine Gemeinde im östlichen Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Illerkirchberg liegt etwa acht Kilometer südlich von Ulm und erstreckt sich grob zwischen dem Illertal im Osten sowie dem Weihungstal im Westen.

Geologie[Bearbeiten]

In Illerkirchberg befindet sich die Typlokalität der Kirchberger Schichten. Die tonreichen, fossilführenden Schichten (mit Haifischzähnen, Brackwassermuscheln, Schnecken und Fischen) sind Teil der sog. Brackwasser-Molasse und wurden vor rund 17 bis 18 Mio. Jahren im Zeitalter des Miozän (Tertiär) (Stufe Ottnang-Karpat; früher: Helvet) abgelagert. Die Kirchberger Schichten breiten sich zunächst in einem schmalen Streifen von der Schweiz (Schaffhausen) her kommend nach Osten aus. In Richtung Südosten öffnet sich dieser Ablagerungsbereich dann, so dass die Kirchberger Schichten auch in Tiefbohrungen östlich des Chiemsees beobachtet werden können. In Illerkirchberg treten die Schichten vor allem am Steilhang zur Iller, entlang des Weihungstals und des Fischbachs in Erscheinung (wenn sie nicht gerade vom Boden bedeckt sind). Im Alpenvorland sind die Kirchberger Schichten in der Regel von mehreren hundert Metern jüngerer Sedimentablagerungen der Oberen Süßwassermolasse überdeckt und können in großen Bereichen des Molassebeckens nur in Tiefbohrungen angetroffen werden. Ausführlich beschrieben werden die Kirchberger Schichten u. a. in Arbeiten von Eser (1850), Sandberger (1875), Gümbel (1887), Kranz (1904), Schlickum (1963), Reichenbacher (1989) und Doppler (1995).

In Illerkirchberg treten zudem die Grimmelfinger Schichten in Erscheinung, die zu den Ablagerungen der Graupensandrinne gezählt werden und die ebenfalls während des Miozän in der Süß-Brackwassermolasse abgelagert wurden und unterhalb der Kirchberger Schichten auftreten. Sie bestehen aus grau- bis gelbweißen Sanden. Daneben treten in Illerkirchberg Lößlehmdecken sowie Schotter-/ Kiesablagerungen der Günz- und Mindelkaltzeit in Erscheinung.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt rund 750 mm und die Durchschnittstemperatur etwa 8 °C. Illerkirchberg hat ein gemäßigtes Klima und liegt im Einflussbereich der atlantischen Westwindzone. Markante Wetterlagen sind der lang anhaltende Nebel im Herbst und Winter sowie der gelegentlich auftretende Alpenföhn. Ortsteile, die sich unmittelbar im Illertal befinden, sind bei Starkregenereignissen oder schlagartigen Schneeschmelzen im Allgäu von Illerhochwässern bedroht.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Westen und Norden an Ulm, im Osten an die bayrische Stadt Senden, im Süden an Illerrieden und Staig.

Gliederung[Bearbeiten]

Illerkirchberg besteht aus Oberkirchberg und Unterkirchberg sowie den kleineren Ortsteilen Mussingen, Buch, Beutelreusch und Oberweiler

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Illerkirchberg entstand im Zuge der baden-württembergischen Gebietsreform am 1. April 1972 durch den freiwilligen Zusammenschluss der damals selbstständigen Gemeinden Oberkirchberg und Unterkirchberg.

Oberkirchberg[Bearbeiten]

Wappen

Oberkirchberg wurde erstmals 1087 als Stammsitz der Grafen von Kirchberg erwähnt[2]. Auf dem Bergsporn, der heute noch das Schloss trägt, stand wohl schon im Mittelalter eine Burg. Die Grafen von Kirchberg verarmten in 15. Jahrhundert und starben 1519 aus. 1498 gelangte das Gebiet zu Bayern, wurde jedoch bereits 1507 an die Fugger verkauft. Die Grafen Fugger – Kirchberg haben heute noch ihren Sitz auf dem 1767 von Franz Anton Bagnato erbauten Schloss. Von 1805 bis 1810 gehörte die Grafschaft Kirchberg erneut zu Bayern, um dann gemäß dem Grenzvertrag zwischen Bayern und Württemberg vom 18. Mai 1810 zu Württemberg zu kommen.

Unterkirchberg[Bearbeiten]

Wappen

Unterkirchberg wurde ebenfalls 1087 erstmals erwähnt und gehörte, genau wie Oberkirchberg, zur Grafschaft Kirchberg. Allerdings befand sich auf dem Gebiet des Dorfes bereits in der Antike ein Kastell, das offenbar in der Zeit des Kaisers Claudius (um das Jahr 50 n. Chr.) errichtet worden war. Früher wurde es mit dem Namen Viana oder evtl. auch Phaeniana in Verbindung gebracht, was aber nach neueren Erkenntnissen nicht korrekt sein dürfte. Das Unterkirchberger Kastell reiht sich in eine Kette weiterer Kastelle ein, die unmittelbar südlich der Donau in den Jahren 41 bis 54 n. Chr. errichtet wurden und zur Sicherung der römischen Provinz Rätien diente („ältere Donaulinie des Rätischen Limes bzw. Donaulimes“). Die Kastelle waren durch Straßen miteinander verbunden (Donausüdstraße bzw. Donautalstraße) und wurden nicht von Legionären, sondern von Hilfstruppen (Auxiliartruppen) bezogen. Das Kastell war eines der größten der Donau-Linie und dürfte, den Funden nach zu urteilen, von einer Reitereinheit besetzt gewesen sein. Später wurden die Kastelle weiter nach Norden verlagert (Alblimes ab etwa 74 bzw. 85 n. Chr.). Das Kastellgelände wurde danach noch für einige Jahrzehnte zivil genutzt. Aus der Alamannenzeit bzw. dem frühen Mittelalter stammen Reihengräber, die auf dem Gelände der Grundschule gefunden wurden. Auf dem Geländesporn, auf dem heute die Kirche steht, waren noch bis in die 1960er Jahre Burggräben und Wälle einer mittelalterlichen Burg erkennbar. Heute ist nur noch der Wall und der Graben der Hauptburg auf dem vorgelagerten Kreuzberg erhalten. Bis Ende 18. Jahrhunderts wurde dieser Teil des Bergs noch „Niedere Burg“ genannt. Diese Burg ist im 11./12. Jahrhundert wohl aufgegeben worden, und seitdem wurde das Schloss in Oberkirchberg von den Grafen von Kirchberg bewohnt. Die ersten Benediktiner, die das Kloster Wiblingen gründeten, wohnten die ersten Monate bis zur Fertigstellung der Klostergebäude noch in dieser Burg. In den folgenden Jahrhunderten bis zur Säkularisation konnte das Kloster Wiblingen bedeutenden Einfluss in Unterkirchberg gewinnen. Das prächtige Pfarrhaus zeugt heute noch von dieser Periode.

Religionen[Bearbeiten]

Bereits seit 1194 ist eine Kirche (St. Martin) in Unterkirchberg nachgewiesen, welche damals auch die geistliche Versorgung für Oberkirchberg leistete. Illerkirchberg ist bis heute eine katholisch geprägte Gemeinde. Im Ortsteil Oberkirchberg befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Sebastian, in Unterkirchberg die römisch-katholische Kirche St. Martin.

Politik[Bearbeiten]

Illerkirchberg ist der Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Kirchberg-Weihungstal, dem neben Illerkirchberg die Gemeinden Hüttisheim, Schnürpflingen und Staig angehören.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung (in Klammern Veränderung zur Wahl 2004):

  • FW: 41,8 % (+5,5 %) / 6 Sitze (+1)
  • CDU: 32,7 % (-5,0 %) / 5 Sitze (-1)
  • Grüne: 15,6 % (+15,6 %) / 2 Sitze (+2) (erstmals angetreten)
  • SPD: 9,8 % (-8,9 %) / 1 Sitz (-1)

Wappen[Bearbeiten]

In gespaltenem Schild vorne in Gold (Gelb) eine rot gekleidete und rot gekrönte Mohrin, in der Linken eine rote Mitra haltend, hinten in schwarz ein doppelarmiges goldenes (gelbes) Kreuz (Patriarchenhochkreuz). Die Flaggenfarben sind Rot-Gelb (Rot-Gold).[3]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1988 besteht eine Städtepartnerschaft mit der etwa 5.000 Einwohner zählenden Gemeinde Brives-Charensac im Departement Haute-Loire in der Auvergne, Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Illerkirchberg gehört den Zweckverbänden Wasserversorgung Steinberggruppe und Klärwerk Steinhäule an.

Bildung[Bearbeiten]

In Illerkirchberg gibt es drei Kindergärten, einer in Oberkirchberg, zwei in Unterkirchberg. Auch befindet sich in den Ortsteilen Oberkirchberg wie auch in Unterkirchberg je eine Grundschule. Weiterführende Schulen sind in der Nachbargemeinde Staig (Hauptschule) bzw. in Ulm (Realschule, Gymnasium).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Fugger-Schloss Oberkirchberg
Oberkirchberg, Kirche St. Sebastian und Eingang zum Schloss
  • Illerkirchberg liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.
  • In Oberkirchberg gibt es:
    • das Fuggerschloss [4]
    • die Kirche St. Sebastian
    • die Friedhofskapelle "Zu Unserer Lieben Frau" [5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Illerkirchberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geschichte von Oberkirchberg
  3. Wappengeschichte der Gemeinde Illerkirchberg
  4.  Martin Kluger: Die Fugger um Augsburg, München und Ulm. Adel, Schlösser und Kirchen. 1 Auflage. Context Verlag Augsburg, Augsburg 2012, ISBN 978-3-939645-43-6.
  5. http://www.bildindex.de/obj20670244.html