Dornstadt

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Dieser Artikel behandelt den Ort Dornstadt in Baden-Württemberg; zum gleichnamigen Ortsteil von Auhausen siehe Dornstadt (Auhausen). Dornstadt ist auch der deutsche Name der rumänischen Stadt Teiuș in Siebenbürgen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dornstadt
Dornstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dornstadt hervorgehoben
48.4691666666679.9416666666667590Koordinaten: 48° 28′ N, 9° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 590 m ü. NHN
Fläche: 59,24 km²
Einwohner: 8566 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 145 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89160
Vorwahlen: 07348, 07336, 07304
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 031
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 2
89160 Dornstadt
Webpräsenz: www.dornstadt.de
Bürgermeister: Rainer Braig
Lage der Gemeinde Dornstadt im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Dornstadt ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg (Deutschland). Sie liegt acht Kilometer nördlich von Ulm.

Geographie[Bearbeiten]

Dornstadt

Geographische Lage[Bearbeiten]

Dornstadt liegt auf der am Südrand der Schwäbischen Alb gelegenen Ulmer Alb. Dornstadt selbst liegt auf 590 m über NN[2], der Teilort Scharenstetten auf 707 m über NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Lonsee, im Osten an Westerstetten und Beimerstetten, im Süden an die Stadt Ulm, im Südwesten an Blaustein, und im Nordwesten an Merklingen, Laichingen und Nellingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Dornstadt um 1900

Der Ort wurde 1225 erstmals urkundlich erwähnt. Die verbreitete Jahreszahl 1209 wird von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg nicht bestätigt.[3] Bis 1465 gehörte Dornstadt zu den Besitztümern des Klosters Lorch und ging dann über in den Besitz des Klosters Elchingen und war dem Pflegamt Tomerdingen unterstellt. Kirchlicherseits gehörte Dornstadt bis 1674 zur Tormerdinger Pfarrei Mariä-Himmelfahrt und wurde dann zur selbständigen Pfarrei erhoben. [4] Im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses im Jahre 1803 verlor das Kloster Elchingen seinen Landbesitz. Dornstadt wurde vorübergehend bayerisch, bis es schließlich 1810 dem Königreich Württemberg zufiel.[5]

Heute ist der Ort Dornstadt selbst mit rund 4400 Einwohnern der größte Teilort der Gesamtgemeinde.

Die Gemeinde in ihrer jetzigen Zusammensetzung entstand Mitte der 1970er Jahre. Nachdem die Gemeinde Bollingen mit ihrem Ortsteil Böttingen bereits am 1. Juli 1971 eingemeindet worden war, vereinigten sich am 1. Januar 1975 die Gemeinden Dornstadt und Tomerdingen zur neuen Gemeinde Dornstadt, und die Gemeinden Scharenstetten und Temmenhausen wurden in die neue Gemeinde eingegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[6] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 2.634
1. Dezember 1880 ¹ 2.729
1. Dezember 1890 ¹ 2.833
1. Dezember 1900 ¹ 2.598
1. Dezember 1910 ¹ 2.626
16. Juni 1925 ¹ 2.579
16. Juni 1933 ¹ 2.610
17. Mai 1939 ¹ 2.728
13. September 1950 ¹ 3.822
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 4.592
27. Mai 1970 ¹ 6.458
31. Dezember 1980 8.680
27. Mai 1987 ¹ 8.356
31. Dezember 1990 8.857
31. Dezember 1995 8.510
31. Dezember 2000 8.523
31. Dezember 2005 8.571
31. Dezember 2010 8.408

Ortsteile[Bearbeiten]

Bollingen Kirche St. Stephanus
Der Wasserturm in Scharenstetten
Der Altar von Scharenstetten
Tomerdingen Martinskirche
Klifflinie bei Temmenhausen

Bollingen[Bearbeiten]

Wappen Bollingen liegt am Rande des Kiesentals und kann auf urkundliche Erwähnungen aus dem 12. Jahrhundert zurückblicken. Es hat derzeit rund 1100 Einwohner.

Enge Bindungen bestehen zum benachbarten Weiler Böttingen.

siehe auch Burgrest Bollingen

Scharenstetten[Bearbeiten]

Wappen Scharenstetten hat ca. 800 Einwohner und liegt auf einer Anhöhe der Mittleren Kuppenalb und ist von Weitem vor allem durch den 28 m hohen Wasserturm und den 23 m hohen Kirchturm sichtbar. Der Name des Dorfes kommt vermutlich vom Gründer des Dorfes, einem "Scaro". Die erste urkundliche Nennung erfolgte 1260. Besonders sehenswert ist die Laurentiuskirche. Das Kirchenschiff in seiner jetzigen Form ist wahrscheinlich erst 200 Jahre alt, der Kirchturm mit den gekuppelten, doppelbogigen Schallfenstern allerdings stammt aus dem 11. Jahrhundert.

Die Fresken aus dem 14. Jahrhundert im Chorbereich wurden bei Renovierungsarbeiten 1958 festgelegt. Die Apostelbilder des Tomerdinger Barockmalers Josef Wannenmacher kamen 1767 in die Kirche. Von besonderer Bedeutung ist der Altar der Kirche, der aus der Schule von Hans Multscher stammt und um 1450 entstand. Während des Bildersturms wurde er aus dem Ulmer Münster, wo er ursprünglich stand, in ein Ulmer Magazin verlagert. 1760 wurde er in der Laurentiuskirche aufgestellt, da der vorhandene Scharenstetter Altar in keinem guten Zustand war und der damalige Scharenstetter Amtmann das Ulmer Pfarrkirchenbaupflegeamt um einen alten Altar gebeten hatte.

Temmenhausen[Bearbeiten]

Wappen Temmenhausen liegt direkt am Anstieg von der Mittleren Flächenalb zur Mittleren Kuppenalb, der sogenannten Klifflinie, und damit am Strand eines ehemaligen Meeres, das vor einigen Millionen Jahren austrocknete.

Temmenhausen beheimatet gut 600 Menschen.

Für die Jugend gibt es zwei Jugendtreffs, den Container Temmenhausen und die Molke Temmenhausen.

Tomerdingen[Bearbeiten]

Wappen Der flächenmäßig größte Teilort Tomerdingen mit etwa 1800 Bewohnern war schon während der La-Tène-Zeit besiedelt. In der Kirche St. Martin finden sich Siedlungsfunde seit der Karolingerzeit.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 22. April 2007 wurde Rainer Braig mit 51,4 Prozent der Stimmen gewählt. Er hat sein Amt am 1. Juli 2007 angetreten.[7] Zuvor war Erich Georg Mack Bürgermeister (1991 bis 2007).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 25. Mai 2014: (25 statt zuvor 23 Sitze)

Freie Wähler 46,3 % (+3,5) 11 Sitze (+1)
CDU/BWV 34,9 % (-6,8) 9 Sitze (-1)
SPD 18,9 % (+3,4) 5 Sitze (+2)

Partnerschaften[Bearbeiten]

Dornstadt pflegt seit 1989 eine Partnerschaft zum französischen Coutras im Département Gironde der Region Aquitanien. [8]

Verkehr[Bearbeiten]

Dornstadt liegt direkt an der A 8 StuttgartMünchen, Autobahnausfahrt Ulm-West/Dornstadt (Ausfahrt 62).

Die Ortsteile Scharenstetten, Tomerdingen und Temmenhausen liegen am Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg, einem Pilgerweg, der nach Ulm und weiter nach Spanien führt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Dornstadt hat ein 40 ha großes Gewerbegebiet namens Himmelweiler eingerichtet, Expansionsraum für Unternehmen in der Region Ulm/Neu-Ulm. Zudem gibt es einen Containerbahnhof, der im November 2005 eröffnet wurde. Die günstige Verkehrslage macht Dornstadt für viele Unternehmen attraktiv.

Windpark Temmenhausen[Bearbeiten]

Seit Anfang 2007 sind zwischen Temmenhausen und Bermaringen (Gde. Blaustein) fünf Windkraftanlagen der Firma Vestas in Betrieb. Die Nabenhöhe der drei Windräder, welche auf der Bermaringer Seite liegen, beträgt 108 m, die der beiden bei Temmenhausen 98 m.

Militär[Bearbeiten]

Das Logistikbataillon 471 der Bundeswehr ist in der Rommel-Kaserne auf dem Lerchenfeld stationiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Obstwiesenfestival

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Obstwiesenfestival

Jeden Sommer findet in Dornstadt das Obstwiesenfestival statt, auf dem zahlreiche, mitunter auch gut bekannte Live-Bands auftreten. Der Eintritt ist frei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Zürn/ F. Fischer, Die keltische Viereckschanze von Tomerdingen. Materialh. Vor- u. Frühgesch. Bad.-Württ. 14, Stuttgart, 1991
  • v. Memminger, Beschreibung des Oberamts Blaubeuren, 1830. Reprint bei Horst Bissinger KG, Verlag und Druckerei, Magstadt, 1976, ISBN 3-7644-0007-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.dornstadt.de/2679_DEU_WWW.php
  3. Amtliche Kreisbeschreibung des Alb-Donau-Kreises 1989 Herausgeber Landesarchivdirektion Baden-Württemberg
  4. Dornstadt in der Beschreibung des Oberamts Blaubeuren und Meister Hartmann Dornstadter Altar in Schriften des Alb-Donau-Kreises Nr. 37
  5. Martin Nestler: Ulm, Geschichte einer Stadt
  6. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012
  7. amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Dornstadt "Dornstadter Nachrichten"
  8. Website Dornstadt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dornstadt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien