Amstetten (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Amstetten
Amstetten (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Amstetten hervorgehoben
48.5794444444449.8744444444444628Koordinaten: 48° 35′ N, 9° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 628 m ü. NN
Fläche: 49,8 km²
Einwohner:

3947 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73340
Vorwahl: 07331
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 008
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lonetalstraße 19
73340 Amstetten
Webpräsenz: www.amstetten.de
Bürgermeister: Jochen Grothe
Lage der Gemeinde Amstetten im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Amstetten ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Geographische Lage [Bearbeiten]

Alter Ortskern Amstetten-Dorf von Südwesten aus gesehen

Amstetten liegt auf der nördlichen Schwäbischen Alb am Kopf der Geislinger Steige, etwa 25 km nordwestlich von Ulm. Hier überquert eine uralte Handelsstraße aus dem Filstal kommend die Alb.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Geislingen an der Steige im Landkreis Göppingen, im Osten an Gerstetten im Landkreis Heidenheim, Altheim (Alb) und Weidenstetten, im Süden an Lonsee und im Westen an Nellingen.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Zur Gemeinde Amstetten gehören die Ortsteile Bräunisheim, Hofstett-Emerbuch, Reutti, Schalkstetten und Stubersheim. Der Ort Amstetten selbst gliedert sich in das alte Amstetten-Dorf und das nach dem Bahnbau neu entstandene Amstetten-Bahnhof.

Geschichte [Bearbeiten]

Die um 1000 entstandene Laurentiuskirche prägt den alten Ortskern.

Spuren einer römischen Straßenstation am Kopf der Geislinger Steige belegen die wichtige verkehrsgeographische Lage. Während in Amstetten selbst bisher Spuren einer frühmittelalterlichen Besiedlung fehlen, belegen Funde aus den Ortsteilen Schalkstetten, Bräunisheim und Stubersheim eine Besiedlung mindestens seit der Merowingerzeit. Die erste urkundliche Erwähnung Amstettens stammt aus dem Jahr 1275 im Liber decimationis, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz. Im Spätmittelalter gehörte die Region überwiegend den Grafen von Helfenstein, die ihren Besitz jedoch Ende des 14. Jahrhunderts an die Reichsstadt Ulm verpfänden mussten.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden nach Amstetten eingemeindet:

  • 1. März 1972: Hofstett-Emerbuch und Stubersheim
  • 1. Dezember 1973: Bräunisheim
  • 1. Januar 1975: Reutti und Schalkstetten

Die früheren Gemeinden gehörten bis zu dessen Auflösung zum Landkreis Ulm.

Wappen der eingemeindeten Gemeinden [Bearbeiten]

Hofstett-Emerbuch
Hofstett-Emerbuch
Stubersheim
Stubersheim
Bräunisheim
Bräunisheim
Reutti
Reutti
Schalkstetten
Schalkstetten

Ortsteile [Bearbeiten]

Bräunisheim [Bearbeiten]

Siedlungsbelege liegen bereits aus der späten Bronzezeit, aus der Eisenzeit und aus römischer Zeit vor, archäologische Funde im Ortsbereich belegen eine Siedlung seit der Merowingerzeit. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1143. Nachdem es bereits 1382 an Ulm verpfändet worden war, gehörte das Dorf 1480 komplett zu der Reichsstadt Ulm. 1803 gelangte Bräunisheim vorübergehend an Bayern, kam jedoch bereits 1810 wieder zu Württemberg, wo es dem Oberamt Geislingen zugeordnet wurde. Bei der Einführung der Landkreise 1938 kam Bräunisheim zum Landkreis Ulm.

Mit der Gemeindereform der 1970er Jahre wurde Bräunisheim nach Amstetten eingemeindet. Sein bisheriger Teilort Sontbergen wurde hingegen Gerstetten (Landkreis Heidenheim) zugeordnet.

Der Ortsteil hat heute rund 250 Einwohner.

Schalkstetten [Bearbeiten]

Schalkstetten, Dorfmitte

Die ersten Nachweise einer Nutzung der späteren Gemarkung Schalkstetten stammen aus der Jungsteinzeit. Eine erste Besiedlung ist für die keltische Zeit (Latènezeit) und die römische Periode bekannt. Archäologische Siedlungsfunde des frühen und hohen Mittelalters wurden bei Baumaßnahmen am südlichen Ortsrand entdeckt. Die ältesten nachrömischen Funde stammen aus der Völkerwanderungszeit, sind also älter als der Ortsname, dessen Endung auf -stetten auf die späte Merowingerzeit zurückgehen dürfte.

Reste einer mittelalterlichen Landwehr, wohl der Reichsstadt Ulm, haben sich am nördlichen Ortsrand erhalten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schalkstetten – gemeinsam mit Amstetten – im Jahre 1275. 1396 gelangte es in den Besitz von Ulm, die weitere Geschichte entspricht der von Bräunisheim. Der Ort auf der Stubersheimer Alb ist auch heute landwirtschaftlich geprägt.

Der Ortsteil hat heute 353 Einwohner (Stand 31. Dezember 2006).

In der Ortsmitte befindet sich das Heimatmuseum des Brauchtumsvereins mit Exponaten, die uns das häusliche und landwirtschaftliche Leben unserer Großeltern und Urgroßeltern näherbringt. Geöffnet ist das Museum immer nachmittags an Fahrtagen der Dampflok der Ulmer Eisenbahnfreunde.

Stubersheim [Bearbeiten]

Johanneskirche in Stubersheim (2012)

Stubersheim wurde im 6. und 7. Jahrhundert von den Alemannen besiedelt. Am 2. Mai 1092 fand Stubersheim erste urkundliche Erwähnung bei einer Schenkung an das Kloster Schaffhausen. Die Brüder Adelbert und Beringer werden als Zeugen in der Urkunde aufgeführt. Im 12. und 13. Jahrhundert wird die Johanneskirche erbaut. Für Stubersheim ist aus schriftlichen Quellen ein mittelalterlicher Adelssitz zu erschließen, der jedoch bald seine Bedeutung verloren hat. Er ist im östlichen Teil des Dorfes zu lokalisieren. Nach ihm benannten sich die Herren von Stubersheim, die dem Hochadel angehört haben dürften. Zu Ulmer Zeiten war Stubersheim Sitz eines Vogtes.

Reutti [Bearbeiten]

Reutti hat ca. 170 Einwohner und liegt südlich von Amstetten. Das Dorf wurde 1108 erstmals erwähnt.

Politik [Bearbeiten]

Gemeinderat [Bearbeiten]

Bei der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 erhielt die Freie Wählergemeinschaft 6 Sitze (4 weniger als 2004), die Freie Wählervereinigung 8 Sitze (gleich wie 2004) und die Bürgernahe Liste 6 Sitze (sie war im vorhergehenden Gemeinderat nicht vertreten). Freie Wählergemeinschaft und Freie Wählervereinigung bilden zusammen die Fraktion unabhängiger Gemeinderäte.

Wappen [Bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf silbernen (weißen) Grund eine schwarze Schäferschippe, die mit einem silbernen (weißen) fünfspeichigen Rad belegt ist. Die Gemeindeflagge entspricht mit schwarz-weiß diesem Wappen. Wappen und Flagge wurden 1958 verliehen.

Die Farben des Wappens erinnern an die Stadt Ulm, zu der Amstetten einst gehörte. Die Schäferschippe erinnert an die früher in dieser Gegend weit verbreitete Schafzucht und das fünfspeichige Rad erinnert als Symbol des Verkehrs und der Industrie an den Bahnhof, dem Amstetten ihre wirtschaftliche Entwicklung verdankt.

Partnerschaften [Bearbeiten]

Amstetten unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Celles-sur-Belle in Frankreich seit 1989.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Verkehr [Bearbeiten]

Amstetten liegt an der B 10 StuttgartUlm.

Eisenbahn/Nebenbahnen [Bearbeiten]

Das Albbähnle auf der Fahrt von Amstetten/Württ. nach Oppingen
Historischer Wegweiser in Amstetten-Dorf

Die Bahnlinie Stuttgart–Ulm–München (Filstalbahn) führt durch die Gemeinde. Der Bahnhof Amstetten hatte früher durch die Anbindung zweier Nebenlinien sowie durch die Lage am Kopf der Geislinger Steige Bedeutung.

Heute fahren auf den Nebenstrecken zeitweise noch zwei Museumseisenbahnen. Die Lokalbahn Amstetten–Gerstetten (Spurweite 1435 mm) verkehrt auf einer 20 Kilometer langen Strecke nach Gerstetten. Das Albbähnle nach Oppingen (Spurweite 1000 mm) verkehrt auf einem Teilstück der ehemaligen Bahnlinie nach Laichingen. Nach deren Stilllegung 1985 gelang es, den Abbau der 6 Kilometer langen Trasse zwischen Amstetten und Oppingen zu verhindern.

Sport [Bearbeiten]

Der Ortsteil Stubersheim hat in Deutschland in der Spielzeit 2010/ 2011 die Fußballmannschaft mit den wenigsten Punkten und den meisten Gegentoren, pro Spiel im Durchschnitt 13.[2]

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
  2. http://www.welt.de/print/wams/sport/article13687890/Die-Schiessbude-der-Republik.html

Literatur [Bearbeiten]

  • Rainer Schreg: Grabungen in einer früh- bis hochmittelalterlichen Siedlung am Ortsrand von Schalkstetten, Gde. Amstetten, Alb-Donau-Kreis. in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2005, S. 181–183.
  • H.-E. Dietrich: Streiflichter aus der Geschichte von Stubersheim. Festschrift aus Anlaß der Kirchenrenovierung 1981–84 und des 400-jährigen Kirchenbaujubiläums im Jahre 1984. Stubersheim 1984
  • H.-E. Dietrich: Streiflichter aus der Geschichte von Bräunisheim. Geislingen 1993
  • H.-J. Knupfer: Schmalspurig nach Laichingen. Die Geschichte der Alb-Bahn Amstetten–Laichingen. Schweinfurt 2002.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Amstetten (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien