Erbach (Donau)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Erbach
Erbach (Donau)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Erbach hervorgehoben
48.3280555555569.8877777777778529Koordinaten: 48° 20′ N, 9° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 529 m ü. NHN
Fläche: 63,92 km²
Einwohner: 13.055 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89155
Vorwahlen: 07305, auch 07344 (Ringingen), 07394Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 039
Adresse der
Stadtverwaltung:
Erlenbachstraße 50
89155 Erbach
Webpräsenz: www.erbach-donau.de
Bürgermeister: Achim Gaus (seit 1. Januar 2011)
Lage der Stadt Erbach im Alb-Donau-Kreis
Landkreis Biberach Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Ulm Allmendingen (Württemberg) Allmendingen (Württemberg) Altheim (Alb) Altheim (bei Ehingen) Altheim (bei Ehingen) Amstetten (Württemberg) Asselfingen Ballendorf Balzheim Beimerstetten Berghülen Bernstadt (Alb) Blaubeuren Blaustein Breitingen Börslingen Dietenheim Dornstadt Ehingen (Donau) Ehingen (Donau) Emeringen Emerkingen Erbach (Donau) Griesingen Grundsheim Hausen am Bussen Heroldstatt Holzkirch Hüttisheim Illerkirchberg Illerrieden Laichingen Langenau Lauterach (Alb-Donau-Kreis) Lonsee Merklingen Munderkingen Neenstetten Nellingen Nerenstetten Oberdischingen Obermarchtal Oberstadion Öllingen Öpfingen Rammingen (Württemberg) Rechtenstein Rottenacker Schelklingen Schnürpflingen Setzingen Staig Untermarchtal Unterstadion Unterwachingen Weidenstetten Westerheim (Württemberg) Westerstetten BayernKarte
Über dieses Bild
Erbach um 1920
Donaurieden um 1900
Schloss Erbach 1844

Erbach ist eine Kleinstadt im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Erbach liegt am Südostrand des Hochsträß (Teil der Schwäbischen Alb) zwischen Ulm im Nordosten und Ehingen im West-Südwesten. Es befindet sich nahe dem linken bzw. nördlichen Ufer der Donau, von der es durch viele kleine Stillgewässer getrennt ist. Der südlich der Donau gelegene Stadtteil Dellmensingen befindet sich an der Einmündung der Schmiehe in die von Süden kommende Rot, die nördlich der Ortschaft in die von Südwesten kommende Donau mündet. Der vom Stadtteil Bach kommende Erlenbach fließt mitten durch Erbach und mündet nahe der Kläranlage in den kanalisierten Teil der Donau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Norden und Osten an die Stadt Ulm, im Süden an Hüttisheim sowie Achstetten im Landkreis Biberach, im Südwesten an Oberdischingen, im Westen an Altheim (bei Ehingen) und im Nordwesten an die Städte Schelklingen und Blaubeuren.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Erbach gehören neben der Kernstadt (mit den Wohnplätzen Riedmühle und Burren und dem Weiler Wernau) die Ortsteile Bach, Dellmensingen, Donaurieden, Ersingen und Ringingen.

In Dellmensingen befand sich die heute nicht mehr existente Wasserburg Dellmensingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Siedlungsüberreste aus Jungsteinzeit und Bronzezeit belegen eine frühe Besiedlung des Gebietes um Erbach. Zur Zeit der Kelten war die am Rand des Donautals aufragende Ortslage besiedelt, dies belegt eine sogenannte Viereckschanze und ein 1972 beim Kiesbaggern gefundenen von Grünspan überzogenes Bronzeschwert, es wurde wohl um 600 v. Chr. geschmiedete. Grabhügel beweisen, dass sich die damaligen Landherren edlen Schmuck aus Gold, Silber und Edelstein aus dem Mittelmeerraum leisteten.[2] Die Römer drangen erst verhältnismäßig spät in das waldreiche und unerschlossene Gebiet vor. 1887 wurden an der unteren Halde Reste eines römischen Gebäudes ausgegraben. Die dort gefundenen Gegenstände wurden während des Zweiten Weltkriegs, in Kisten verpackt, nach Ludwigsburg verfrachtet.[2] Der 1384 urkundlich erwähnte ture zu Elerbach bezeichnete den einstigen römischen Turm auf dem Schlossberg.

Bereits zur Zeit der Merowinger war das heutige Erbach Sitz einer Urpfarrei. In der Gründungsurkunde des Klosters St. Georgen von 1083 wird ein Fridericus de Helribach als Zeuge aufgeführt, der vermutlich aus dem heutigen Erbach stammte. Die Pfarrei Irlebach wurde erstmals im Jahr 1275 im Liber decimationis des Bistums Konstanz urkundlich erwähnt.

Zur Zeit Karl des Großen befand sich in Erbach eine dem gallischen Heiligen Martin von Tours geweihte Urpfarrei. Diese betreute das Umland mit 14 Kaplaneien.[2] Wie andernorts vereinigten sich weltliche und kirchliche Macht auf dem Burgberg. Zur Wiederbelebung der Landwirtschaft bemühte sich die Ortsherrschaft nach Pest- und Kriegszeiten für die vielen Witwen in Vorarlberg um junge und kräftige Männer.[2]

Das Stadtrecht erhielt Erbach am 1. August 2002.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinde Ringingen sowie am 1. Juli 1974 die Gemeinden Bach, Dellmensingen, Donaurieden und Ersingen eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die Amtszeit von Paul Roth endete am 26. November 2010. Sein Nachfolger ist Achim Gaus, der am 24. Oktober 2010 im zweiten Wahlgang gewählt wurde und sein Amt am 1. Januar 2011 angetreten hat.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl in Erbach 2009
Wahlbeteiligung: 55,1 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,9 %
36,1 %
10,8 %
10,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+1,0 %p
+3,8 %p
-7,4 %p
+2,6 %p

Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
CDU 42,9 % + 1,0 % 12 ± 0
FW 36,1 % + 3,8 % 10 + 1
SPD 10,8 % - 7,4 % 3 - 2
Grüne 10,2 % + 2,6 % 2 ± 0

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1981 besteht eine Städtepartnerschaft mit Wolkersdorf im Weinviertel (Österreich) und seit 1982 mit Thorigny-sur-Marne (Frankreich).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Erbach liegt an der B 311 zwischen Ulm und Ehingen (Donau) und an der Strecke der Württembergischen Südbahn zwischen Ulm und Lindau. Die Stadt gehört dem Donau-Iller-Nahverkehrsverbund an, in deren Tarifgebiet auch die Südbahn zwischen Ulm und Bad Schussenried fällt. Weiterhin hat Erbach einen Sportflugplatz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hochaltar der Pfarrkirche im Ortsteil Dellmensingen
Donaurieden, Kirchenberg

Erbach liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße sowie am Oberschwäbischen Jakobsweg, der von Ulm nach Konstanz verläuft.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt ist das Renaissanceschloss Erbach aus dem frühen 16. Jahrhundert, mit Mauer und Graben umgeben. Das Schloss befindet sich im Besitz der Reichsfreiherren von Ulm zu Erbach. Darin befindet sich auch Heimatgeschichtliches, das auf Anfrage besichtigt werden kann
  • Gleich neben dem Schloss liegt die barocke Pfarrkirche St. Martinus aus dem Jahr 1767, welche die Reichsfräulein von Ulm-Erbach stifteten, die in einem Klosterstift in Augsburg lebten. Ein romanisch-gotischer Vorgängerbau musste damals dem Neubau weichen. Ein sog. Ölberg, der sich in einem eigenen Schrein vor der Kirche befindet, wird bei hohen Feiertagen geöffnet. Von der Kirche aus bietet sich ein Ausblick weit übers ganze Land
  • Zum Friedhof, der separat gegenüber der Kirche liegt, gehört eine alte Lourdes-Grotte im hinteren Friedhofsmauernbereich, deren Vorbild die Grotte in Lourdes/Frankreich ist
  • Das sog. Grubänkle, eine kleine Kapelle an der alten Landstraße Richtung Donaurieden, diente früher vorbeifahrenden Händlern als Verschnaufstätte und fürs Gebet und ist noch heute Anlaufstation bei Prozessionen
  • Barocke Pfarrkirche St. Kosmas und Damian im Ortsteil Dellmensingen, erbaut 1711–1712 von Christian Wiedeman.
  • Kirche St. Michael, Donaurieden

Kulturelle Angebote[Bearbeiten]

Neben einer Musikschule gibt es in Erbach auch eine stadteigene Bücherei sowie einen Treff für Senioren und einen Jugendtreff. Im Schloss Erbach befindet sich auch die Spielstätte des Schloss Theater Erbachs.

Freizeit[Bearbeiten]

Die Stadt Erbach bietet verschiedene Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung:

  • Vereine in unterschiedlichen Bereichen
  • Badeseen in Erbach und Ersingen, die über sanitäre Anlagen, Kioskbetrieb, Spielplätze und Nichtschwimmerbereiche verfügen
  • Badeseen in Erbach, Donaurieden und Ersingen
  • Spielplätze
  • Donauradweg
  • die Nähe zur Schwäbischen Alb (Bsp. Wandertouren)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Kurt Efinger: Franz von Ulm-Erbach spricht über die Anfänge der Stadt. In: Schwäbische Zeitung vom 26. Juni 2012
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erbach (Donau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien