Jemgum
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Leer | |
| Höhe: | 2 m ü. NN | |
| Fläche: | 78,48 km² | |
| Einwohner: |
3598 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 46 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 26844 | |
| Vorwahlen: | 04958, 04902 (Ditzum, Hatzum, Nendorp, Pogum) | |
| Kfz-Kennzeichen: | LER | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 57 012 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hofstraße 2 26844 Jemgum |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Johann Tempel (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Jemgum im Landkreis Leer | ||
Jemgum ist eine Gemeinde in Ostfriesland und gehört politisch zum Landkreis Leer in Niedersachsen. Sie liegt im Rheiderland, einem der vier historischen Landstriche des Landkreises Leer. Mit gut 3600 Einwohnern ist Jemgum nach Bevölkerungszahl die kleinste Einheitsgemeinde des Landkreises Leer und auch die kleinste Einheitsgemeinde auf dem ostfriesischen Festland. Die Gemeinde verzeichnete im Verlauf der vergangenen vier Jahrzehnte insgesamt einen Bevölkerungsschwund.
In Jemgum befand sich das Römerlager Bentumersiel, eine der wenigen römischen Fundstellen im norddeutschen Raum. Am Unterlauf der Ems in deren Flussmarschen gelegen, sind einzelne Orte der Gemeinde bereits für das Hochmittelalter als dauerhafte Siedlungen nachzuweisen. Im 16. Jahrhundert war der heutige Hauptort Jemgum Schauplatz zweier Schlachten: derjenigen von 1533 im Zuge der für Ostfriesland bedeutenden Geldrischen Fehde und derjenigen von 1568 im Rahmen des niederländischen Freiheitskampfes.
Wirtschaftlich ist das Gebiet der heutigen Gemeinde seit Jahrhunderten von der Landwirtschaft, aber auch von der Fischerei geprägt. Über mehr als drei Jahrhunderte war das nördliche Rheiderland zudem das Zentrum der ostfriesischen Ziegeleiproduktion, die letzte Ziegelei schloss erst im vergangenen Jahrzehnt ihre Werkstore. In den vergangenen Jahrzehnten wuchs die Bedeutung des Tourismus.
Zum herausragenden kulturellen Erbe der Gemeinde zählen elf Kirchen, wobei selbst die beiden kleinsten Ortschaften mit einer nur zweistelligen Einwohnerzahl über eigene Kirchen verfügen. Die Liudgeri-Kirche in Holtgaste aus dem 13. Jh. gilt als die älteste Kirche des Rheiderlands.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Lage und Ausdehnung [Bearbeiten]
Die Gemeinde Jemgum liegt in dem ostfriesischen Landstrich Rheiderland, das vom Dollart im Westen und von der Ems im Norden und Osten umgeben ist. Die Gemeinde Jemgum umfasst das nördliche Gebiet des Rheiderlands. Die nächstgelegenen Städte sind Weener, Leer und Emden. Während die Gemeinde an die Stadt Weener und an den einzigen linksemsischen Stadtteil Leers, Bingum, direkt angrenzt, liegt Emden jenseits der Ems. Die am nächsten gelegenen Großstädte sind Oldenburg in Deutschland und Groningen in den Niederlanden. Das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Leer teilt dem Hauptort Jemgum die Funktion eines Grundzentrums für das Gemeindegebiet zu.[2]
Das Rheiderland liegt innerhalb Ostfrieslands insofern recht isoliert, weil es durch die Ems vom deutlich größeren, einwohnerstärkeren und wirtschaftlich potenteren Rest der Region abgegrenzt ist. In der Vergangenheit wurde diese Randlage innerhalb der Region durch Fährverbindungen zumindest abgemildert. Von ehemals drei Fährverbindungen von Jemgumer Dörfern aus ist lediglich diejenige zwischen Ditzum und dem Emder Stadtteil Petkum übriggeblieben. Auf dem Straßenwege hingegen blieb besonders das nördliche Rheiderland, also die Gemeinde Jemgum, lange Zeit eher abgeschieden. Aus diesem Grund wurde der nordwestlichste Ort der heutigen Gemeinde, Pogum, im ohnehin schon innerhalb Deutschlands peripher gelegenen Ostfriesland als dat Endje van de Welt (das Ende der Welt, mit dem für das Ostfriesische Platt typischen Diminutiv -je) bezeichnet. [3] Verstärkt wurde diese „doppelte“ Randlage innerhalb Ostfrieslands und innerhalb Deutschlands noch durch die gleichzeitige Grenzlage zu den Niederlanden – eine Tatsache, die erst durch die Grenzöffnungen im Zuge der europäischen Einigung an Bedeutung verloren hat. Der Bau der Bundesautobahn 31, auf dem Gebiet des Rheiderlands Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre zum Abschluss gekommen, hat die verkehrliche Randlage etwas abgemildert.
Die Ausdehnung der Gemeinde Jemgum beträgt sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung ca. acht Kilometer. Auf dieser Fläche gibt es 18 Kilometer Küstenlinie und mehr als 80 Kilometer Wasserläufe.
Geologie, Böden und Hydrologie [Bearbeiten]
Der geologische Untergrund der Gemeinde wird durch Sedimente aus dem Holozän bestimmt. Jemgum ist aufgrund seiner Lage an Ems und Dollart eine der wenigen Gemeinden Ostfrieslands, die keinerlei Anteil an der Geest hat und daher oberflächennah auch keine pleistozänen Schichten aufweist. Die vorherrschende Landschaftsform ist die Marsch. Das Gemeindegebiet ist von den Flussmarschen der Ems, einem kleinen Anteil Seemarsch am Dollart sowie einem Moorgebieten im südlich-zentralen Teil der Gemeindefläche geprägt.[4]
Außendeichs an der Ems befinden sich noch unentwickelte Flussmarschböden, denen unmittelbar binnendeichs Übergangs-Brackmarschböden folgen, weiter im Binnenland dann abgelöst von schweren Knickmarschböden und im südlichen Gemeindegebiet, zwischen Ditzumerhammrich und Holtgaste, überschlickten Randmooren (Überflutungsmoore). Die beiden letztgenannten weisen eine hohe Dichte auf, weil in früheren Jahrhunderten bei Überflutungen die feinsten Schwebstoffe am weitesten landeinwärts drangen und sich ablagerten, die Körnigkeit des Bodens daher sehr fein ist. Dementsprechend sind die Knick- und Moormarschböden ackerbaulich auch schwerer zu bearbeiten als die Brackmarschböden. Der südliche Teil der Dollartküste der Gemeinde Jemgum gehört zum 1795 erstmalig eingedeichten Heinitzpolder und zum 1877 eingedeichten Kanalpolder. Die beiden Polder bestehen aus Seemarschböden, Kalkmarsch- und Kleimarschböden aus Ton und Schluff von hoher Ertragsfähigkeit.
Durchzogen ist die Gemeinde von einem engmaschigen Netz aus Gräben und Sieltiefen, die zur Entwässerung dringend nötig sind.[5] Die Schöpfwerke Pogum, Ditzum, Coldeborgersiel und Großsoltborg sorgen für die nötige Pumpleistung, um das Land zur Ems zu entwässern. Sie wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgebaut oder neu errichtet und lösten mehrere kleinere Siele und Schöpfwerke ab. Die zu den heutigen und früheren Sielen und Schöpfwerken führenden Tiefs verlaufen im südlichen Gemeindegebiet ungefähr in West-Ost-Richtung und münden im rechten Winkel in die Ems. Im nördlichen Gemeindegebiet verlaufen die Tiefs in Süd-Nord-Richtung und münden ebenfalls in die Ems, die bei der Gemeinde Jemgum ihre Fließrichtung von Nord nach West ändert. Einzig das Midlumer Sieltief verläuft in nordwestlicher Richtung, nach Aufgabe des dortigen Siels wird es jedoch nicht mehr im gleichen Maße wie die übrigen Sieltiefs unterhalten und hat daher an Breite eingebüßt. Durch das Dwarsdeep (plattdt.: Quertief), das in etwa parallel zur Ems verläuft, sind die einzelnen Tiefs miteinander verbunden. Von Süd nach Nordwest verlaufen die folgenden Tiefs durch die Gemeinde: Das Großsoltborger Sieltief beginnt bei Bunderhee und nimmt in seinem Verlauf mehrere weitere Seitenkanäle auf. Es entwässert Teile Bundes und den Nordwesten von Weener. Bei Soltborg mündet das Sieltief in die Ems. Nördlich davon fließt das Bentumersieltief zum gleichnamigen Ort, nördlich von diesem das Jemgumer Sieltief zum Hauptort der Gemeinde. Das Midlumer Sieltief folgt weiter nördlich. Im Norden der Gemeinde sind drei Sieltiefs zu finden, deren Abfluss zur Ems von Schöpfwerken unterstützt wird. Das kürzeste von ihnen ist das Coldeborger Sieltief. Deutlich länger ist das Ditzumer-Bunder Sieltief, das die beiden genannten Orte verbindet und neben Teilen Bundes auch die nordwestlich davon gelegenen, im 17. und 18. Jahrhundert eingedeichten Polder entwässert. Das längste der Tiefs ist das etwa 20 Kilometer lange Wymeerer Sieltief, das den südlichsten und nördlichsten Punkt des Rheiderlands verbindet. Es wurde in den 1920er-Jahren angelegt, als die Entwässerung der tief liegenden Moorgebiete um Wymeer nach der Anlegung des Kanalpolders zunehmend schwieriger wurde.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Angrenzende Gemeinden sind im Süden die ebenfalls zum Rheiderland gehörenden Gemeinden Bunde und Weener sowie der Leeraner Ortsteil Bingum, jenseits der Ems liegen zudem im Osten die Gemeinde Moormerland und die Stadt Leer, im Norden die Ortsteile Petkum und Widdelswehr der Stadt Emden.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die Gemeinde Jemgum besteht aus elf Dörfern mit umliegenden Höfen. Die Größe der Ortschaften unterscheidet sich dabei teils deutlich. So leben im namensgebenden Hauptort Jemgum allein 1514 Einwohner, was knapp 42 Prozent der Bevölkerung der Gemeinde entspricht. Im Gegensatz dazu wohnen in den Dörfern Böhmerwold und Marienchor lediglich 56 und 44 Einwohner. Zweitgrößte Ortschaft ist Ditzum mit knapp 700 Einwohnern, die anderen Orte haben allesamt eine kleine dreistellige Einwohnerzahl.
Nachfolgend die einzelnen Ortschaften (geordnet nach ihrer Einwohnerzahl, Stichdatum: 30. Nov. 2008) sowie die zugehörigen Wohnplätze:[6]
| Ortschaft | Einwohner | Fläche (km²) | zugehörige Ortsteile |
|---|---|---|---|
| Jemgum | 1514 | 11,89 | Eppingawehr, Jemgumgaste, Klimpe, Neu-Sappenborg (früher Timpe genannt), Sappenborg |
| Ditzum | 696 | 10,39 | Aaltukerei (teilweise), Ditzumerhammrich (teilweise), Großwarpen, Kleinwarpen |
| Midlum | 316 | 7,42 | Eppingawehr |
| Holtgaste | 254 | 8,46 | Soltborg, Groß-Soltborg, Bentumersiel, Jemgumkloster, Deddeborg, Geise |
| Pogum | 225 | 4,75 | Dyksterhusen |
| Hatzum | 169 | 9,79 | Boomborg, Eilingwehr, Hatzumerfehn |
| Critzum | 160 | 6,97 | Coldeborg, Coldeborger Burgplatz, Coldeborgersiel, Marienchorer Balkhaus |
| Nendorp | 147 | 4,22 | Wischenborg |
| Oldendorp | 103 | 5,29 | Arche, Entennest, Ledige Platz, Leegeplatz, Oldendorper Hammrich, Oosting, Wischenborg |
| Böhmerwold | 56 | 4,73 | Bovenhusen |
| Marienchor | 44 | 4,57 | Marienchorer Bülthäuser |
| Gesamt | 3784 | 78,48 | — |
Die etwa 3600 Einwohner verteilen sich auf rund 78,5 Quadratkilometer, was eine Einwohnerdichte von 46 pro Quadratkilometer ergibt, einer der fünf niedrigsten Werte für ostfriesische Kommunen. Ostfriesland ist mit rund 148 Einwohnern pro Quadratkilometer bereits dünner besiedelt als Niedersachsen (etwa 168) und die Bundesrepublik Deutschland (zirka 230).
Flächennutzung [Bearbeiten]
| Nutzung | Hektar |
|---|---|
| Gebäude- und Freifläche | 291 |
| davon Wohnfläche | 142 |
| davon Gewerbe- und Industriefläche | 22 |
| Betriebsfläche | 3 |
| Erholungsfläche | 23 |
| davon Grünanlage | 17 |
| Verkehrsfläche | 253 |
| davon Straße, Weg, Platz | 252 |
| Landwirtschaftsfläche | 6334 |
| Wasserfläche | 709 |
| Waldfläche | 12 |
| Flächen anderer Nutzung | 224 |
| davon Friedhöfe | 2 |
| davon Unland | 34 |
| Gesamtfläche | 7848 |
Die Flächennutzungstabelle[7] zeigt den überragenden Anteil an Landwirtschaftsflächen in der Gemeinde. Der Anteil liegt bei 80,7 Prozent und ist damit einer der höchsten unter den ostfriesischen Städten und Gemeinden. Ostfriesland in seiner Gesamtheit weist einen Anteil an Landwirtschaftsflächen von rund 75 Prozent[8] auf, der damit schon klar über dem Bundesdurchschnitt von 52 Prozent liegt.
Im ohnehin schon waldarmen Ostfriesland (Waldanteil: 2,6 Prozent, Bundesdurchschnitt: etwa 29,5 Prozent) liegt die Gemeinde Jemgum mit einem Waldanteil von nur etwa 0,15 Prozent weit unter dem Durchschnitt: Die Kommune besteht fast ausschließlich aus Marschland, Bäume sind lediglich als Einfriedungen, Straßengrün und bei Gehöften zu finden. Sie dienen vor allem als Windschutz.
Mit rund 9 Prozent Wasserflächenanteil liegt Jemgum hingegen klar über dem Bundesdurchschnitt von etwa zwei Prozent, was auf die Lage des Marschlandes an Ems und Dollart sowie die damit einhergehenden, unzähligen Entwässerungsgräben und -kanäle zurückzuführen ist.
Schutzgebiete [Bearbeiten]
Der deutsche Teil des Dollarts südlich des Emsfahrwassers und westlich der Deichlinie der Gemeinde gehört zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Das Deichvorland gehört als Schutzzone II dazu, das Gewässer selbst zählt zur „roten Zone“, die am strengsten geschützt ist.[9] Seit 2009 zählt das Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Als Naturschutzgebiete (NSG) ausgewiesen sind das Nendorper Deichvorland an der Ems bei der namensgebenden Ortschaft (11,5 ha, Unterschutzstellung 2004) sowie ein Teil der 593 ha großen Emsauen zwischen Ledamündung und Oldersum, die seit 2009 unter Naturschutz stehen. Als geschützter Landschaftsbestandteil mit einer Größe von weniger als einem Hektar kommt Baumbestand am Coldeborger Tief hinzu (seit 2008).[10]
Den größten Anteil hat Jemgum zudem am 8.750 ha großen Landschaftsschutzgebiet „Rheiderland“, das etwa 85 Prozent des Gemeindegebietes umfasst und sich auch auf die Nachbarkommunen Bunde und Weener erstreckt. Es hat laut NLWKN „nationale bis internationale Bedeutung (...) für nordische Gänse, die hier überwintern und denen landwirtschaftliche Nutzflächen zur Nahrungssuche dienen. Die Grünlandbereiche haben nationale bis internationale Bedeutung als Zwischenrastplatz namentlich für Goldregenpfeifer, Großer Brachvogel, Regenbrachvogel und Kiebitz.“[11]
Im Vogelschutzgebiet Hatzumerfehn ist die Zahl seltener Wiesenvögel zwischen 2002 und 2010 gestiegen. So erhöhte sich die Zahl der Kiebitzpaare von 22 auf 67, der Uferschnepfenpaare von 23 auf 37 und der Feldlerchenpaare von 35 auf 37. Anzutreffen sind zudem Rotschenkel, Austernfischer, Wiesenpieper und Bekassinen.[12]
Klima [Bearbeiten]
Die Gemeinde liegt in der gemäßigten Klimazone, im Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.
Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich die Gemeinde in der Einteilung Cfb.[13] (Klimazone C: warm-gemäßigtes Klima, Klimatyp f: feucht-gemäßigtes Klima, Untertyp b: warme Sommer). Innerhalb der gemäßigten Zone wird es dem Klimabezirk Niedersächsisches Flachland Nordsee-Küste zugeordnet, der maritim geprägt ist und sich durch relativ kühle und regenreiche Sommer, verhältnismäßig milde, schneearme Winter, vorherrschende West- und Südwestwinde sowie hohe Jahresniederschläge auszeichnet.
Wetterdaten werden für das benachbarte Leer erhoben, das ähnliche klimatische Bedingungen aufweist: Die Temperaturen liegen dort derzeit im Jahresmittel bei 9 °C mit Höchstwerten in den Monaten Juli und August um die 20 °C und mittleren Niedrigstwerten um −2 °C im Dezember und im Januar. Die meisten Regentage gibt es mit jeweils 14 im November und Dezember, die wenigsten im März und Mai, wo an neun Tagen Niederschlag fällt. Die Zahl der durchschnittlichen Sonnenstunden pro Tag schwankt zwischen einer (Dezember/Januar) und sechs Stunden (Mai/Juni).[14] Die mittlere frostfreie Zeit wird mit 170 bis 187 Tagen angegeben. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei 738 mm/Jahr, die mittlere jährliche Sonnenscheindauer bei 1550 bis 1600 Stunden.[15]
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Klimatabelle für Leer
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Geschichte [Bearbeiten]
Ur- und Frühgeschichte [Bearbeiten]
Bis zum Einsetzen des Deichbaus im hohen Mittelalter war die Besiedlung des heutigen Jemgumer Gemeindegebietes extrem vom Absenken (Regression) und Anstieg (Transgression) des Meeresspiegels abhängig. Daher finden sich – im Gegensatz zu den ostfriesischen Geestgegenden – deutlich weniger Spuren urgeschichtlicher Besiedlung im vorliegenden Gebiet.
Aus der Mittelsteinzeit sind entlang der Ems Funde gemacht worden, die auf die Anwesenheit von Menschen hindeuten. Selbiges gilt für die benachbarten, aber deutlich besser erforschten Nordostniederlande. Aus dem Emder Hafen wurden bei Baggerarbeiten zwei donauländische Dechsel geborgen, darüber hinaus ein Flintbeil und ein Tongefäß aus der Trichterbecherkultur. „Möglicherweise konnte der Emsuferwall bei einem Stillstand des Meeresspiegelanstiegs auf den Ablagerungen der Calais-II-Transgression besiedelt werden. Etwa eintausend Jahre später war das auf den Ablagerungen der Calais-III-Transgression offenbar wieder möglich.“[18] Im nahe gelegenen Landschaftspolder in der Nachbargemeinde Bunde wurde 1992 „eine Geweihaxt aus dem Geweih eines erlegten Rothirsches aus dem Mesolithikum oder der jüngeren Bronzezeit“ gefunden.[19]
Die Flussmarsch der Ems wurde ab der älteren vorrömischen Eisenzeit, etwa im 7. Jahrhundert v. Chr., planmäßig besiedelt. Die Menschen siedelten auf einem schmalen Streifen auf dem Emsuferwall, der sowohl Schutz vor dem Wasser des Flusses bot als auch hoch genug gelegen war, um die Moräste des Sietlandes zu umgehen. Dieses hatte sich westlich des Emsuferwalls gebildet, als sich durch einen Anstieg des Meeresspiegels das Emswasser zunehmend staute und der natürlich Abfluss des Regenwassers aus dem Hinterland immer mehr ins Stocken geriet. Die Siedler fanden, vom Fluss aus betrachtet landeinwärts, eine von der Tide beeinflusste Schilfzone, Weichholzauen mit Weidengebüschen und -wald sowie Hartholzauen mit Ulmen, Erlen, Eichen und Eschen vor.[20]
„Die ersten Siedler rodeten die auf den Sedimenten der Dünkirchen-0-Transgression gewachsenen Auenwälder. Dabei bevorzugten sie die Hartholzaue auf den hohen Lagen des Uferwalls als Siedlungsplätze und Ackerland. Hier war es trockener, und Eschen, Eichen und auch Ulmen boten geeignetes Bauholz für den Hausbau in nächster Nähe. Die niedrigere Weichholzaue am Flußufer und die Bruchwälder am Rande des Sietlandes lieferten Weiden- und Erlenholz für die Flechtwände der Häuser und andere Bedürfnisse. Aus den farnreichen Röhrichten, den Großseggenrieden und den Erlenbrüchen des Sietlandes im Westen gewann man Stallstreu, Heu und vermutlich auch Schilf für die Dächer der Häuser.“
– Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland, S. 154
Bis dato sind neun dieser Siedlungen im vorliegenden Gebiet bekannt, zwei davon nahe Jemgum und Hatzum eindeutiger erforscht. Die Siedlung bei Jemgum bestand aus zwei Wohnhäusern und drei Speichern, deren hölzerne Fundamente im Gleyboden gut konserviert wurden. Das Siedlungsareal erstreckte sich auf einer Fläche von etwa 25 mal 35 Metern. Die dreischiffigen Häuser waren mit einem Walmdach versehen, die Seitenwände bestanden aus vierkantig zubehauenene, aufeinander gestapelten und verbundenen Hölzern. Ebenfalls dreischiffige Häuser fanden sich bei Hatzum. Wie in Jemgum waren auch hier Wohn- und Stallteil unter einem Dach vereint. Der Stallteil fiel zur Schmalseite ein wenig ab, so dass Jauche leichter hinaustransportiert werden konnte. Auf der etwa 1,5 Hektar großen Siedlungsfläche standen (in verschiedenen Siedlungsperioden) etwa zehn bis 14 Gehöfte.[21] Aus der Größe der Häuser ließen sich jedoch keine Rückschlüsse ziehen, ob einzelne sich als eine Art Oberhaupt herauskristallisierten.[22] Fundstücke zur Bestattungskultur jener Epoche wurden im Gemeindegebiet bis dato nicht gefunden, wohl aber im nahe gelegenen Weener-Süderhilgenholt: Dort fanden sich Urnen, die auf die Verbrennung von Leichen hinwiesen. In Hatzum wurde zudem ein Webgewicht gefunden, das Kenntnisse im Weben und Spinnen nachweist.[23]
Die Marschsiedlungen erlaubten sowohl Viehzucht als auch Ackerbau. Unter den Nutztieren waren Rinder und Schafe vorherrschend. In der Hatzumer Siedlung wurden 53 Prozent Rinderknochen und 22 Prozent Schafsknochen bei Ausgrabungen entdeckt. Demgegenüber lag der Anteil an Pferde- (acht Prozent) und Hundeknochen (drei Prozent) sehr niedrig. Während die Rinder auf den süßen Weiden der Flussmarsch grasten, wurden die Schafe auf den minderwertigeren Böden gehalten. Genutzt wurde bei den Rindern deren Fleisch, Milch, Knochen und Fell, außerdem dienten sie als Zug- und Lasttiere. Inwieweit dies auch auf das Pferd zutraf, ist bis dato nicht festzustellen gewesen. Schafe lieferten darüber hinaus Wolle. Über weitere Haustiere, etwa Geflügel, ist ebenfalls noch nichts bekannt.[24] Der Fischfang war trotz der Nähe zum Fluss nur von untergeordneter Bedeutung.[25] Neben Pflanzen, die auch auf der Geest angebaut wurden wie etwa Emmer oder Nacktgerste, fanden sich – wegen der besseren Anbaubedingungen in der Marsch – auch Hinweise auf den Anbau von Ackerbohnen und Lein.
Bei Jemgum befand sich in der Antike das Römerlager Bentumersiel.
Mittelalter [Bearbeiten]
Im 13. Jahrhundert wurden in Ostfriesland zahlreiche Kirchen gebaut, darunter auch die Kirchen in Midlum, Ditzum, Critzum und Hatzum. Die Liudgeri-Kirche (Holtgaste) gilt als älteste Kirche des Rheiderlandes. Mitte des 13. Jahrhunderts gründete der Johanniterorden im Westen Jemgums ein Doppelkloster, die Kommende Jemgum. Neben der großen Klosterkirche St. Johannes aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, deren Lokalisierung unklar ist, existierte die ehemalige Sixtuskirche als Hauptkirche am westlichen Ortsrand auf dem heutigen Friedhof sowie eine kleine Klosterkapelle, die in die heutige Kirche umgebaut wurde.[26] Hatzum war im Mittelalter eine katholische Propstei innerhalb des Bistums Münster.
Die Zweite Marcellusflut im Jahre 1362 führte zu einem ersten größeren Einbruch des Dollarts. Die Emsdörfer waren aufgrund der geschützteren Lage davon zwar nicht so sehr betroffen wie der westliche Teil des Rheiderlands, jedoch gab es auch Landverluste im westlichen Teil des heutigen Gemeindegebiets, der jedoch weit weniger bevölkert war als der Emsuferwall.
Vom 14. bis zum frühen 16. Jahrhundert lassen sich verschiedene Häuptlinge nachweisen, vor allem in Hatzum als Sitz der Propstei. Auch in Holtgaste sind Häuptlinge nachgewiesen, unter anderem Hoyteed Tammana, der als Schiedsrichter in einem Streit zwischen dem Johanniterkonvent und zwei Anliegern über Grundstücke schlichtete. In Jemgum wurden Häuptlinge im Zusammenhang mit Urkunden der Kommende erwähnt. Häuptlinge von Oldendorp sind für die 1430er- und 1440er-Jahren urkundlich bezeugt, als Philipp der Gute von Burgund sie und andere ostfriesische Häuptlinge im Zusammenhang mit den Konflikten mit der Hanse in Schutz nimmt. Für 1438 sind Tyeert und Gerrit van Dockem erwähnt. 1443 spricht Tjardus Oldendorpius als Vertreter ostfriesischer Häuptlinge aus dem Hansetag in Deventer.[27] Die Stellung der Häuptlinge im Rheiderland innerhalb des gesamtostfriesischen Machtgefüges jener Tage war jedoch eine untergeordnete. Vor allem waren sie lokal Großgrundbesitzer. Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen dem Häuptlingsgeschlecht der tom Brok und Focko Ukena waren die Orte der heutigen Gemeinde auf Seiten Ukenas. Nach dessen Niederlage gegen Edzard Cirksena und den Freiheitsbund der Sieben Ostfrieslande kam das vorliegende Gebiet unter die Herrschaft der Cirksena und damit zur (seit 1464) Grafschaft Ostfriesland. Die Cirksena-Grafen teilten ihre Grafschaft in Ämter ein, das vorliegende Gebiet gehörte fortan zum Amt Emden. Gewissermaßen als Nachfolger der Häuptlinge traten gräfliche Amtmänner in Emden auf.
Unter den Cirksena (1664 bis 1744) [Bearbeiten]
Die Zweite Cosmas- und Damianflut 1509 brachte für die Bewohner des Rheiderlands erneut Landverluste. Auch mussten ganze Ortschaften, die mit dem heutigen Jemgumer Gemeindeverbindung bis dahin in einer Landverbindung standen, aufgegeben werden. Teils versanken sie in den Fluten des nun seine größte Ausbreitung erfahrenden Dollarts. Teils wurden beim Durchbruch der Ems Ortschaften vom Rheiderland getrennt. Vor der Flut war es möglich, auf einer Landverbindung bis an das Emden gegenüberliegende Emsufer nahe dem Ort Nesse zu gelangen. Nach der Flut wurden der Ort und seine Umgebung eine Insel, Nesserland genannt.
Bei dem Ort fanden zwei folgenreiche Schlachten (Schlacht von Jemgum (1533) und Schlacht von Jemgum (1568)) der ostfriesischen Geschichte statt.
Im Dreißigjährigen Krieg war Ostfriesland nicht Schauplatz von Kampfhandlungen, wurde jedoch von Truppen als Ruheraum genutzt. Dreimal (1622–1624, 1627–1631 und 1637–1651) zogen fremde Truppen in die Region ein, worunter auch das Rheiderland zu leiden hatte. Besonders stark betroffen war die Region von der Besetzung durch die Mansfelder. Die beiden folgenden Besetzungen bedeuteten zwar ebenfalls Belastungen durch Kontributionen. Die Besatzer von 1627 bis 1631 jedoch, kaiserliche Truppen unter Tilly, „hielten Manneszucht und vermieden Ausschreitungen“[28] desgleichen die von 1637 bis 1651 einquartierten hessischen Truppen unter Wilhelm V. von Hessen-Kassel. Auch materiell stellte sich die Situation unter den beiden Besetzungen anders dar als unter Mansfeld: Es wurden zwar Kontributionen eingetrieben, doch wurden diese auch wieder in der Region ausgegeben.[29] Während des Krieges brach in Ostfriesland auch die Pest aus, Todeszahlen für das vorliegende Gebiet sind jedoch nicht dokumentiert.[30]
Von Preußen zu Hannover [Bearbeiten]
Im Zuge einer Exspektanz kam Ostfriesland – und damit das heutige Gemeindegebiet – an Preußen. Eine Übersicht der preußischen Verwaltung aus dem Jahr 1756 weist Ditzum als den größten Handwerks- und Kaufleutestandort des Amtes Emden aus. Dort wurden allein 39 Kaufleute und Handwerker gezählt, darunter je sechs Leineweber und Schuster, fünf Zimmerleute, je drei Bäcker und Schneider, je zwei Böttcher und Schmiede und ein Glaser. Die elf Kaufleute handelten mit Kräuterwaren, zum Teil auch mit Tee, Kaffee und Tabak, in vier Fällen auch mit Kattun und Leinen. Gegenüber Ditzum fielen die anderen Ortschaften deutlich zurück: So wurden in Hatzum und Midlum je zwölf, in Critzum fünf, in Nendorp und Oldendorp je drei und in Pogum und Marienchor je ein Gewerbetreibende(r) registriert.[31] Innerhalb des heutigen Gemeindegebietes wurde Ditzum mit seiner Wirtschaftskraft nur noch vom Flecken Jemgum übertroffen. Für den Flecken sind 1756 beispielsweise alleine 17 Leinenreeder und deren Weberknechte überliefert. Auch gab es in jenem Jahr in Jemgum allein sechs Brauer.[32]
Kaiserreich [Bearbeiten]
Als die preußische Regierung 1885 die alte Ämterstruktur zugunsten von Landkreisen abschaffte, wurde der Landkreis Weener aus den Gemeinden des Rheiderlands gebildet. Die Gemeinden des vorliegenden Gebiets gehörten seit jenem Jahr zum genannten Landkreis.
Während des gesamten 19. Jahrhundert und auch bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es große soziale und wirtschaftliche Gegensätze zwischen reichen Großbauern und armen Landarbeitern. So entstand auf Betreiben des seit 1886 im benachbarten Landschaftspolder ansässigen Pastors der dortigen Kirchengemeinde, Arnold Wilhelm Nordbeck, im Jahre 1907 der Christliche Arbeiterverein für Ditzumerverlaat, in den auch Landarbeiter aus den angrenzenden Dörfern der heutigen Gemeinde Jemgum eintraten. Der Verein hatte die Erhöhung der Bildungschancen zum Ziel, verfolgte aber auch gezielte Verbesserungen der wirtschaftlichen Situation, wozu der Erwerb von kleinen Grundstücken zur Selbstversorgung der Arbeiter zählte.[33] Für Jemgum kann festgestellt werden, was auch für andere ostfriesische Marschgemeinden wie die Krummhörn galt: „In der Marsch wirkten sich die sozialen Unterschiede besonders scharf und hart aus: Auf der einen Seite zähe und stolze Bauern, Herren durch und durch, auf der anderen Seite die Tagelöhner. Auch sie gleichen Stammes und den Bauern an Stolz nicht nachstehend, aber wirtschaftlich in drückender Abhängigkeit.“[34]
In Berichten von Landarbeitern[35] heißt es, dass die Arbeitstage von 4 bis 18 Uhr dauerten, unterbrochen von einer eineinhalbstündigen Mittagspause. Die Landarbeiter schliefen, so sie kein eigenes (und wenn doch, ein zumeist sehr ärmliches) Häuschen besaßen, oftmals mit dem Vieh im Stall. Schon mit etwa 13 Jahren, direkt nach dem Schulbesuch, wurde der Nachwuchs über sogenannte „Gesindemakler“ an Bauern vermittelt. Neben anderen gesundheitlichen Problemen war auch Alkoholismus weit verbreitet.
Nachkriegszeit [Bearbeiten]
In der unmittelbaren Nachkriegszeit war der Landkreis Leer unter den drei ostfriesischen Landkreisen am stärksten mit Ostflüchtlingen belegt, weil er – im Gegensatz zu den Landkreisen Aurich und Wittmund – nicht als Internierungsgebiet für kriegsgefangene deutsche Soldaten diente.[36] Allerdings nahm der Landkreis Leer in der Folgezeit unter allen niedersächsischen Kreisen die meisten Personen auf, die schon in den Ostgebieten arbeits- oder berufslos waren. Auch der Anteil der Über-65-Jährigen lag höher als im Durchschnitt Niedersachsens. Hingegen verzeichnete der Landkreis Leer unter allen niedersächsischen Landkreisen den geringsten Anteil an männlichen Ostflüchtlingen im Alter von 20 bis 45 Jahren.[37]
1961 schlossen sich die Gemeinden Jemgum, Midlum, Holtgaste, Critzum, Böhmerwold und Marienchor zur ersten Samtgemeinde Niedersachsens zusammen.[38]
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1973 kamen im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform die Gemeinden Böhmerwold, Critzum, Ditzum, Hatzum, Holtgaste, Marienchor, Midlum, Nendorp, Oldendorp und Pogum zur namengebenden Einheitsgemeinde.[39]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Wie andere in der Marsch gelegene Gemeinden Ostfrieslands auch (beispielsweise die Krummhörn), zeichnet sich Jemgum dadurch aus, dass die heutige Einwohnerzahl vieler Ortschaften kaum höher und in mehreren Fällen sogar niedriger liegt als im 19. Jahrhundert. Zu begründen ist dies mit Landflucht wegen der abnehmenden Bedeutung der Landwirtschaft als Arbeitsmarktfaktor. Besonders das Berufsbild des Landarbeiters ist kaum noch zu finden – abgesehen von Mitarbeitern landwirtschaftlicher Lohnunternehmen, die aber nicht notwendigerweise auch in der Gemeinde wohnen. So lag beispielsweise die Einwohnerzahl Midlums 1823 bei 323, 2008 betrug sie 316. Ditzum hatte 1823 676 Einwohner, 185 Jahre später waren es 696.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es durch die Aufnahme vieler Ostflüchtlinge zu einem zwischenzeitigen starken Anstieg der Bevölkerung, der jedoch nicht von langer Dauer war. Seit mehreren Jahren nimmt die Bevölkerung der Gemeinde geringfügig, aber kontinuierlich ab. Lebten im Jahr 2000 noch 3807 Personen in der Gemeinde, so lag die Zahl zehn Jahre später bei 3617[40], was einem Rückgang um 190 Personen oder 4,99 Prozent entspricht.
Politik [Bearbeiten]
Wie das gesamte Rheiderland (und auch Ostfriesland als Ganzes) ist die Gemeinde Jemgum eine Hochburg der SPD.[41] Im Gemeinderat hat die SPD die absolute Mehrheit. Der direkt gewählte Bürgermeister Johann Tempel hingegen ist parteilos, kandidierte jedoch für die CDU.
Die Stärke der SPD in der Gemeinde ist historisch auf die zahlreichen Landarbeiter und Arbeiter in den Ziegeleien zurückzuführen sowie auf die Tatsache, dass besonders der mit Abstand einwohnerstärkste Ortsteil, der Hauptort Jemgum, wie auch das benachbarte Midlum ausgesprochene SPD-Hochburgen sind. Schon bei der ersten Bundestagswahl 1949 gewannen die Sozialdemokraten hier deutlich, daran änderte sich auch in den folgenden Jahrzehnten nichts. Mehrheiten für die CDU ergaben sich hingegen in den deutlich kleineren Ortsteilen, die sehr stark von der Landwirtschaft geprägt waren, in denen es jedoch keine oder kaum Landarbeitersiedlungen gab.[42]
In jüngerer Zeit hat im Rheiderland eine Diskussion über die Fusion der drei rheiderländischen Kommunen (Stadt Weener, Gemeinden Bunde und Jemgum) begonnen, neuerlich angestoßen vom Weeneraner Bürgermeister Wilhelm Dreesmann. Entsprechende Vorschläge hatte es aber auch schon in der Vergangenheit gegeben. Begründet wurde der Vorstoß mit möglichen finanziellen Vorteilen durch Zusammenlegungen und Einsparungen, aber auch durch höhere Gestaltungsspielräume in bestimmten kommunalpolitischen Bereichen, etwa bei der Planung von Schuleinzugsgebieten. Dies traf jedoch auch auf Kritik und Skepsis. Jemgums Bürgermeister Johann Tempel und Bundes Bürgermeister Gerald Sap blieben zunächst zurückhaltend.[43] [44] [45]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat der Gemeinde Jemgum besteht aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3.001 und 5.000 Einwohnern.[46] Die 14 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.[47] Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Johann Tempel.[47]
Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[48]
| Partei | Anteilige Stimmen | Anzahl Sitze | Veränderung Sitze |
|---|---|---|---|
| SPD | 59,3 % | 8 | 0 |
| CDU | 26,2 % | 4 | 0 |
| Einzelbewerber | 6,2 % | 1 | +1 |
| FDP | 5,0 % | 1 | -1 |
| Die Linke | 3,3 % | 0 | 0 |
Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 63,7 %[48] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 %.[49]
Vertreter in Bundestag und Landtag [Bearbeiten]
Jemgum gehört zum Landtagswahlkreis 84 Leer/Borkum, der die Städte Borkum und Weener sowie die Gemeinden Bunde, Jemgum, Moormerland und Westoverledingen umfasst. Bei den vergangenen Landtagswahlen setzten sich ausschließlich die Kandidaten der SPD bei den Erststimmen durch. Direkt gewählte Abgeordnete ist Johanne Modder aus Bunde, seit 2013 niedersächsische SPD-Fraktionsvorsitzende. Jemgum gehört zudem zum Bundestagswahlkreis Unterems (Wahlkreis 26), der aus dem Landkreis Leer und dem nördlichen Teil des Landkreises Emsland besteht. Im Bundestag wird der Wahlkreis von der CDU-Abgeordneten Gitta Connemann aus Leer vertreten.
Wappen und Flagge [Bearbeiten]
| Blasonierung:
„Das Wappen der Gemeinde Jemgum zeigt auf grünem Grund über einem goldenen Wellenbalken im Schildfuß eine goldene Holländermühle, umgeben von 11 goldenen sechszackigen Sternen.[50]“ |
|
| Beschreibung:
Der Wellenbalken im unteren Bereich weist auf die Wellen der Ems bzw. des Dollart hin. |
Die Flagge der Gemeinde zeigt in Längsrichtung oben einen grünen und unten einen gelben Streifen. In der Mitte der Flagge ist das Gemeindewappen abgebildet.[50]
Religionen [Bearbeiten]
Christentum [Bearbeiten]
Das Gebiet der heutigen Gemeinde Jemgum gehörte im Mittelalter zur Propstei Hatzum im Bistum Münster. Sieben Dörfer verfügten bereits im 13. Jahrhundert über ein Gotteshaus aus Backstein und hatten einen eigenen Priester.[51] Eine 1526 durchgeführte öffentlichkeitswirksame Versammlung katholischer Geistlicher in Jemgum provozierte reformatorische Gegenprediger. Ulrich von Dornum sandte seinen Prediger Hinrich Arnoldi, der gegen den Dominikanerprior Laurens Laurensen auftrat, was zum Oldersumer Religionsgespräch führte.[52] Die Kirchengemeinden nahmen das reformiert Bekenntnis an, das bis heute im gesamten Rheiderland vorherrschend ist. Missionsbemühungen der Baptisten in den 1850er Jahren und der Darbysten in 1880er Jahren, die sich zeitweise in eigenen Gottesdiensten versammelten, führten nicht zu selbstständigen Gemeinden.[53] Evangelisch-reformierte Kirchengemeinden gibt es heute in den Ortschaften Böhmerwold, Critzum, Ditzum, Hatzum, Jemgum, Midlum und Oldendorp-Nendorp. Sie gehören zum Synodalverband Rheiderland, der 20 Gemeinden mit insgesamt 19.000 Mitglieder umfasst.[54] Jemgum teilt sich mit Böhmerwold und Marienchor eine Pastorenstelle und Ditzum eine mit Oldendorp-Nendorp.
Hinzu kommen zwei evangelisch-lutherische Kirchengemeinden: die Kirchengemeinde Pogum und die Ludgerigemeinde in Holtgaste, die pfarramtlich mit Bingum verbunden ist. Die Gemeinden sind Teil des 2013 neu gegründeten Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Emden-Leer, in dem 26 Gemeinden mit knapp 60.000 Mitgliedern zusammengeschlossen sind. Pogum ist die kleinste Gemeinde in diesem Kirchenkreis. Katholiken gibt es kaum und daher auch keine katholische Gemeinde. Deren nächstgelegene befinden sich in Weener und Leer.
Judentum [Bearbeiten]
Heute existiert keine jüdische Gemeinde in Jemgum mehr (siehe: Jüdische Gemeinde Jemgum). Allerdings gibt es westlich von Jemgum (Richtung Jemgumgaste/Bunderhee) einen jüdischen Friedhof.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
Im Ortsteil Midlum befindet sich ein Ziegeleimuseum, das an die einst vielen Ziegeleien in der Gemeinde erinnert.
Kirchen und Orgeln [Bearbeiten]
Die Kirchen in der Gemeinde Jemgum sind Backsteinkirchen, die auf Warften errichtet wurden. Als älteste Kirche des Rheiderlands gilt die Liudgeri-Kirche in Holtgaste. Die Backsteinkirche stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Ihre Ursprünge gehen etwa auf das Jahr 820 zurück, als das Kloster Werden durch ihre Benediktinermönche eine hölzerne Kirche errichten ließ. Die heutige Kirche ersetzte diese Vorgängerkirchen. Ein gewölbter Chor auf nahezu quadratischer Grundfläche trat an die Stelle der ursprünglichen Apsis. Der spitzbogige Triumphbogen trennt Chor und Schiff. Die ältere Glocke wurde zwischen 1280 und 1300 gegossen und gehört damit zu den ältesten in Ostfriesland. 1644 wurden die Längsmauern neu aufgeführt und der Westteil um sechs Meter verkürzt. Aus dieser Zeit datiert auch die von Meister Tönnies Mahler reich verzierte Kanzel, der vermutlich auch das gotische Weihwasserbecken durch einen geschnitzten Aufsatz in ein Taufbecken umwandelte. Arnold Rohlfs baute 1864/65 die kleine Orgel mit sieben Registern, die unverändert erhalten ist.[55]
Auch die Hatzumer St.-Sebastians-Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie war ursprünglich eine Kreuzkirche, die im 17. Jahrhundert ihre Seitenarme verlor. In vorreformatorischer Zeit war sie Sitz einer Propstei im Bistum Münster, was den repräsentativen Bau erklärt. Das romanische Taufbecken aus Baumberger Sandstein datiert aus der Erbauungszeit der Kirche. Ein Abendmahlsbecher wurde 1586 von der Hatzumer Häuptlingsfamilie Isempt von Hatzum gestiftet.[56] Auf der im 17. Jahrhundert errichteten steinernen Chormauer steht eine Orgel von Ahrend & Brunzema (1964), die mit ihren Flügeltüren und der mitteltönigen Stimmung an die Blütezeit des ostfriesischen Orgelbaus im 17. Jahrhundert anknüpft.
Ebenfalls im 13. Jahrhundert wurde die Midlumer Kirche als einschiffiger Apsissaal gebaut, die noch über die kleinen romanischen Rundbogen-Fenster in der Apsis verfügt. Auch das Hagioskop in der Südwand ist erhalten. Im Jahr 1766 baute Hinrich Just Müller die Orgel, die vor größeren Veränderungen bewahrt blieb. Das Rückpositiv in der Brüstung ist als Attrappe gestaltet und lässt das Instrument eindrucksvoller erscheinen. Weithin bekannt wurde die Kirche durch ihren dreigeschossigen, 14 m hohen Glockenturm, der vermutlich der älteste in Ostfriesland ist. Er neigt sich mit 6,74° stärker als der Schiefe Turm von Pisa (4,56°) und als der Kirchturm von Suurhusen (5,19°), gilt aufgrund seiner großen Grundfläche aber nicht als Turm im engeren Sinne.[57]
Die Critzumer Kirche diente den lokalen Häuptlingen als Wehrkirche. Der rechteckige Saalbau wurde im 13. Jahrhundert errichtet, erfuhr im 15. Jahrhundert aber einen Umbau, infolgedessen etliche der kleinen romanischen Fenster und Portale zugemauert wurden. Die Kanzel aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zeigt mythologische Fabelwesen mit Klauen. Ursprünglich soll der Glockenturm höher gewesen sein und den Schiffen auf der Ems als Seezeichen den Weg gewiesen haben.[58]
Die Ditzumer Kirche wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert, spätestens aber 1350 als Einraumsaal mit Ostapsis gebaut, im Laufe der Jahrhunderte aber mehrfach eingreifend umgestaltet. Die Apsis wurde entfernt, die Fenster vergrößert, die Portale zugemauert, der Fußboden erhöht und ein neues Westportal geschaffen. Aus dem 17. Jahrhundert stammen Kanzel, Abendmahlstisch und ein Kelch. Älter als die Kirche ist der neben der Kanzel aufgerichtete Sarkophagdeckel aus Sandstein, auf dem das verwitterte Relief einer betenden Frau zu sehen ist. Die Orgelwerkstatt Karl Schuke baute 1965 eine neue Orgel, da das Vorgängerinstrument 1945, wie auch das gesamte Gebäude, durch Artilleriebeschuss stark gelitten hatte. Der Ditzumer Marten Bruns Schmidt baute 1846 den Glockenturm in Gestalt eines Leuchtturms, der auch als Seezeichen diente.[59]
Die Oldendorper Kirche aus dem 13. oder 14. Jahrhundert weist romano-gotische Übergangsformen auf. Fenster und Mauern der rechteckigen Saalkirche wurden später teilsweise erneuert. Der achteckige Taufstein wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts angefertigt, die Kanzel 1645 und ein Kelch 1675. Die Gebrüder Rohlfs schufen die kleine Orgel im Jahr 1870, die noch weitgehend erhalten ist.
Die Reformierte Kirche in Jemgum ist wahrscheinlich die umgebaute Klosterkapelle des Johanniterordens aus dem 14. Jahrhundert. 1846 baute Marten Bruns Schmidt den heutigen Turm, der mit seiner leuchtturmartigen Gestalt und dem Segelschiff als Wetterfahne zum Wahrzeichen Jemgums wurde. Ein Jahr später wurde auch das Gotteshaus nach den Plänen Schmidts auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes im klassizistischen Stil neu errichtet, musste aber nach Bränden in den Jahren 1930 und 2004 erneuert werden. Der Innenraum wurde mit den Einrichtungsgegenständen, die den letzten Brand überstanden hatten, wieder im Stil des Expressionismus gestaltet.[60] Die Orgel von Joseph William Walker mit 19 Registern datiert von 1844 und bereichert die Orgellandschaft Ostfriesland durch ein englisches Instrument.
Die Gemeinde Jemgum verfügt über drei Kirchen aus der Barockzeit: Die St.-Maria-Kirche in Marienchor von 1668 ist ein rechteckiger Saalbau mit rundbogigen Fenstern, deren Kanzel, Gestühl und Leuchter aus dem Erbauungsjahr der Kirche datieren. Die kleine Böhmerwolder Kirche aus dem Jahr 1703 wird durch einen polygonalen Chor abgeschlossen, ein Westturm später angebaut. Die weitgehend erhaltene Orgel schuf Johann Gottfried Rohlfs 1828 unter Verwendung älterer Pfeifen. Dadurch und aus dem Umstand, dass Rohlfs zeitgleich an der Orgel aus dem Auricher Schloss arbeitete, entstand die Legende, es handele sich in Böhmerwold um die „Fürstenorgel“ aus Aurich.[61] Die Pogumer Kirche ist ebenfalls eine barocke Saalkirche, die im Jahr 1776 anstelle des mittelalterlichen Vorgängerbaus errichtet wurde. Zwei trapezförmige Grabsteine aus rotem Sandstein stammen aus dem 12. Jahrhundert, die Kanzel von 1681 und die kleine Orgel von Johann Adam Berner aus den Jahren 1758/59. Die Hälfte des Registerbestandes ist erhalten; Martin ter Haseborg rekonstruierte 1999 die drei verlorenen Register. Bereits vom Klassizismus geprägt ist die Nendorper Kirche von 1820, eine rechteckige Saalkirche, die die hölzerne Vorgängerkirche von 1610 ersetzte. Der westliche Glockenturm aus dem Jahr 1754 stand ursprünglich frei und gehörte zur Vorgängerkirche. Aus der alten Kirche wurde die Kanzel (1611) übernommen.[62]
Weitere Bauwerke [Bearbeiten]
In Jemgum ist das Albahaus erhalten geblieben, das 1567 von dem Häuptlingsnachfahren Heuwe Syrt(ken) in der Art friesischer Steinhäuser errichtet wurde. Hier soll Herzog Alba 1568 angeblich Quartier bezogen haben, was jedoch der Legendenbildung zuzuschreiben ist. Das Bürgerhaus grenzt an den ehemaligen Burgplatz, die Westerwierde.
Im Hauptort Jemgum steht eine Galerieholländer-Windmühle von 1756. Sie verfügt über eine Windrose und Jalousieflügeln und hat 1995 ein neues Reetdach erhalten. Gleichzeitig wurden die Flügel repariert. Die Mühle in Ditzum ist ein vormals zweistöckiger, jetzt dreistöckiger Galerieholländer von 1883 mit Windrose. In der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs wurde sie durch Phosphorbomben zerstört und anschließend wiederaufgebaut.[63]
Das Alte Siel in Ditzum ist noch funktionstüchtig. Zusammen mit dem Hafen, der „Hühnerbrücke“ und alten Häusern bildet es den Dorfkern. Ein beachtenswertes technisches Bauwerk neueren Datums ist das Emssperrwerk, das allerdings nur von der gegenüberliegenden Emsseite bei Gandersum für Besucher zugänglich ist. Auf Jemgumer Seite ist Nendorp der nächstgelegene Ort.
Sprache [Bearbeiten]
In der Samtgemeinde wird neben Hochdeutsch auch Ostfriesisches Platt gesprochen. Zumindest unter Erwachsenen ist Platt durchaus Alltagssprache. Die Samtgemeinde fördert – auch mit Unterstützung des Plattdütskbüros der Ostfriesischen Landschaft – den Gebrauch und damit den Erhalt des Plattdeutschen.
Der Kindergarten in Midlum gehörte 2006 zu den ersten vier Kindergärten, die vom Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft als „Meersprakig Kinnergaarn/Mehrsprachiger Kindergarten“ ausgezeichnet wurden.[64]
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
In einer der Kirchen der Gemeinde Jemgum wird für gewöhnlich eines der Konzerte der Reihe Musikalischer Sommer in Ostfriesland gegeben. 2010 und 2011 fand bzw. findet das Konzert in der Ditzumer Kirche statt. In Ditzum veranstaltet der örtliche Segelsportverein im Hochsommer Regatten. Noch jüngeren Datums ist das Traditionsschifftreffen in Ditzum, das 2011 zum dritten Mal veranstaltet wird. Zum traditionellen Müggenmarkt in Jemgum wird ebenfalls eine Regatta veranstaltet. Jährlich im Juli findet ein Kreierrennen im Dollart nahe einer ehemaligen Gasbohrplattform statt. Damit wird an die Tradition des Reusenfischens erinnert, das Rennen hat sich aber – ähnlich wie das Pendant bei Pilsum in der Gemeinde Krummhörn – inzwischen zu einer reinen Spaß-Veranstaltung gewandelt. 2011 findet das Rennen zum 32. Mal statt.[65] Zudem nehmen Mühlen, Kirchen und weitere historische Gebäude an Veranstaltungen wie dem Deutschen Mühlentag oder dem Tag des offenen Denkmals teil, an denen oft die Besuchszeiten verlängert und die Verpflegung ausgeweitet werden. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bietet regelmäßig geführte Touren in Vogelrastgebieten an.
Sport [Bearbeiten]
Durch die Lage an Ems und Dollart finden sich Segel- bzw. Yachtclubs in Jemgum, Midlum und Ditzum, wo sich auch Häfen oder Marinas befinden. Außerdem gibt es in der Gemeinde mehrere Angelsportvereine. Universalsportvereine sind der SV Ems Jemgum von 1926 (etwa 640 Mitglieder, u.a. Fußball, Handball Tennis, Tischtennis)[66] und der MTV Ditzum.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Landwirtschaft und Fischerei sowie Tourismus sind prägende Bestandteile der Wirtschaft in der Gemeinde. Nach Fertigstellung der Autobahn-Anschlussstelle Jemgum wurde in unmittelbarer Nähe der Abfahrt ein neun Hektar großes Gewerbegebiet angelegt, in dem sich mehrere Betriebe angesiedelt haben, darunter Stahl-, Maschinen- und Anlagenbauunternehmen sowie die zwei Elektronikhersteller Poelmann Elektronik und JovyAtlas, von denen JovyAtlas einen Zweigbetrieb anlegte. Deren Hauptwerk steht in Leer. Durch diese Ansiedlungen verfügt die Gemeinde nach dem Niedergang der Ziegeleien wieder über einige Industriebetriebe. Ein Traditionsunternehmen in der Gemeinde ist die Bültjer-Werft in Ditzum mit 16 Beschäftigten, die sich auf den Bau von Kuttern und Yachten spezialisiert hat und eine reine Holzbootwerft ist.[67]
In der Gemeinde gab es (Stand: 2007) 912 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, allerdings nur 416 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Jemgum ist somit eine Auspendler-Gemeinde: 224 Einpendler standen 720 Auspendlern gegenüber.[68]
Daten zur Arbeitslosigkeit in der Gemeinde selbst werden nicht erhoben. Im Geschäftsbereich Leer der Agentur für Arbeit, der den Landkreis Leer ohne Borkum umfasst, lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2010 bei 7,8 Prozent.[69] Sie lag damit 0,7 Prozentpunkte über dem niedersächsischen Durchschnitt.
Landwirtschaft und Fischerei [Bearbeiten]
Von den etwas mehr als 78 Quadratkilometern Gesamtfläche entfallen auf Landwirtschaftsflächen etwa 65 Quadratkilometer,[70] mithin 83 Prozent. Aufgrund der Bodenverhältnisse überwiegt in der Gemeinde Jemgum die Milchwirtschaft. In der Gemeinde sind im Landwirtschaftsektor deutlich mehr als 200 Personen beschäftigt.[71] Hinzu kommen Fischer (vor allem Krabben-, aber auch Muschelfischer) im Ortsteil Ditzum. Da in beiden Berufsgruppen zumindest die Betriebsinhaber in der Regel selbstständig sind, sind die betreffenden Personen zu der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hinzuzurechnen und nicht Teil von ihnen. Der Landkreis Leer zählt zu den zehn größten Milcherzeuger-Landkreisen Deutschlands.[72] Als zwar nur durchschnittlich große, aber vom Flächenanteil der Landwirtschaft an der Gesamtfläche bedeutende Gemeinde trägt Jemgum zu diesem Umstand bei, zumal es sich in der Gemeinde fast ausschließlich um Grünland handelt. Die übliche Betriebsgröße in der Milchviehhaltung liegt bei etwa 80 Milchkühen. Es gibt jedoch auch Betriebe mit einer (kleineren) dreistelligen Zahl von Milchkühen. Da ab einer gewissen Größenordnung die Arbeit von der Landwirtsfamilie allein nicht mehr zu bewältigen ist, wird die Anstellung von externem Personal nötig.[73] Zum Schutz von Vögeln bestehen Möglichkeiten für Landwirte zur Teilnahme an staatlich geförderten, freiwilligen Schutzprogrammen.[74] Ein geplanter Hähnchenmaststall stößt in der Gemeinde auf Widerstand.[75]
Tourismus [Bearbeiten]
In der Gemeinde werden jährlich mehr als 60.000 Übernachtungen registriert. 90 Betriebe stellen dafür 706 Betten zur Verfügung.[76] Ein touristischer Schwerpunkt ist der Siel- und Fischerort Ditzum, der als einziges Dorf der Gemeinde staatlich anerkannter Erholungsort ist. Im Rekordjahr 2009, in dem erstmals mehr als 70.000 Übernachtungen registriert wurden, entfielen davon auf Ditzum mehr als 46.000. Tourismus stellt damit für die Gemeinde einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar, auch wenn die Übernachtungszahlen im Vergleich zu den nördlicher gelegenen Küstengemeinden (auch vergleichbarer Größe) deutlich geringer sind: So verzeichnete etwa die Gemeinde Dornum (4.800 Einwohner) rund 500.000 Übernachtungen. Der mit den Übernachtungen generierte Umsatz wird auf knapp 3,4 Millionen Euro geschätzt.[77]
Mit den Mühlen in Jemgum in Ditzum liegt die Gemeinde an der touristischen Themenroute Niedersächsische Mühlenstraße. Neu eröffnet wurde im Jahr 2010 einen Rad-Themenroute, die die Schiffsüberführungen der Meyer Werft zum Thema hat (Kreuzfahrtweg-Route).[78]
Energie [Bearbeiten]
Durch die Lage in Küstennähe und den stetigen Wind sowie die dünne Besiedlung eignet sich das Gemeindegebiet für die Erzeugung von Windenergie. In der Gemeinde befinden sich Windparks. Durch Repowering wird deren Leistung gesteigert.[79] Wie in anderen Gemeinden kommt es dabei zu Konflikten zwischen Betreibern und Naturschutzverbänden.[80] Auch ein anderer Energie-Bereich ist Teil des Wirtschaftslebens: In unterirdischen Salzstöcken wollen die Unternehmen EWE Gasspeicher und Wingas Erdgas einlagern.[81][82] Die entsprechenden Anlagen sind derzeit (Stand: Juni 2011) im Bau.
Verkehr [Bearbeiten]
Erst mit dem Bau des Emstunnels im Zuge der A 31 (Fertigstellung 1989) wurde die Gemeinde an das deutsche Autobahnnetz angeschlossen, zeitgleich wurde damit eine durchgehende Verbindung von Groningen durch das südliche Ostfriesland nach Oldenburg geschaffen. Damit wurde die verkehrsferne Lage der Gemeinde, die sich nach dem Aufkommen der Massenmotorisierung nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich gezeigt hatte, abgemildert. Die Anschlussstelle Jemgum liegt exakt auf der Grenze zwischen Jemgum und der Stadt Leer (Ortsteil Bingum).
Zwei Landesstraßen sichern den Anschluss der Gemeinde an das überregionale Fernstraßennetz: Die L 15 beginnt nahe dem Ortsteil Ditzum und führt parallel zur Ems über Hatzum und Jemgum zur Anschlussstell Jemgum an der A 31. Die L 16 beginnt an der gleichen Stelle (Abzweig von der L 15) und führt in südlicher Richtung über Bunderhee nach Bunde, wo die Straße an der Anschlussstelle Weener an der A 31 nahtlos in die Bundesstraße 436 übergeht. Die Ortsteile, die nicht an einer Landesstraße liegen, werden über Kreisstraßen angebunden.
Das Radwegenetz in der Gemeinde ist gut ausgebaut. Jemgum liegt am Radfernweg Internationale Dollard Route (in der niederländischen Schreibweise des Dollarts gehalten).
Von Ditzum aus führt die Fähre Ditzum–Petkum als letzte verbliebene Emsfähre auf ostfriesischem Boden in den Emder Stadtteil Petkum. War diese Verbindung in früheren Jahrzehnten für Berufspendler (bspw. zu den Emder Werften) noch von einigem Belang, so dient sie heute fast ausschließlich touristischen Zwecken. Die Fähre mit dem Namen Ditzum, 1926 auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut, wurde 2006 generalüberholt und kann seitdem auch Reisemobile (maximales Fahrzeuggewicht: vier Tonnen) überführen, zuvor maximal Personenkraftwagen. Die Ditzum hat eine maximale Tragfähigkeit von zehn Tonnen. Sie wird vom Landkreis Leer betrieben und verkehrt zweimal am frühen Morgen sowie zwischen 9 und 17 Uhr stündlich, im Sommerhalbjahr zusätzlich noch einmal um 18.30 Uhr ab Ditzum.[83]
Im Sommerhalbjahr gibt es darüber hinaus einen touristischen Fährverkehr von Ditzum nach Emden und weiter ins niederländische Delfzijl im Rahmen des Radfernwegs Dollardroute sowie weiteren Ausflugsverkehr emsaufwärts nach Leer und emsabwärts nach Borkum.
Einen Eisenbahnanschluss hat Jemgum nie besessen, der nächstgelegene Fernbahnhof mit Anschluss an das nationale InterCity-Netz befindet sich in Leer. Dort ist auch der nächstgelegene Flugplatz zu finden, der nächstgelegene internationale Verkehrsflughafen mit Linienflügen ist derjenige in Bremen.
Medien [Bearbeiten]
Im Rheiderland erscheinen zwei miteinander konkurrierende Tageszeitungen: zum einen die Ostfriesen-Zeitung, zum anderen die Rheiderland-Zeitung. Die Ostfriesen-Zeitung ist die einzige Tageszeitung, die in ganz Ostfriesland mit mehreren Lokalausgaben erscheint, während die Rheiderland-Zeitung auf das gleichnamige Gebiet (Weener, Bunde, Jemgum) beschränkt ist. Aus der Gemeinde berichtet zudem der Bürgerrundfunksender Radio Ostfriesland.
Bildung [Bearbeiten]
Die Gemeinde Jemgum unterhält zwei Grundschulen in den Ortsteilen Jemgum und Ditzum. Daneben gibt es im Hauptort Jemgum die Carl Goerdeler-Schule, eine Haupt- und Realschule für Schüler aus der gesamten Gemeinde sowie dem benachbarten Leeraner Ortsteil Bingum.[84] Für die frühkindliche Betreuung stehen in den Ortsteilen Midlum und Pogum zwei Kindergärten zur Verfügung.[85] Zudem gibt es in der Gemeinde eine Außenstelle der Volkshochschule Leer. Ein Gymnasium gibt es in der 3700-Einwohner-Gemeinde nicht, die nächstgelegenen sind das Ubbo-Emmius-Gymnasium und das Teletta-Groß-Gymnasium in Leer. Dort sind auch Berufsbildende Schulen zu finden. Die nächstgelegene Fachhochschule ist die Hochschule Emden/Leer, die nächstgelegene (deutsche) Universität die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Neben der Gemeindeverwaltung und nachgeordneten Betrieben wie dem Bauhof befinden sich nur wenige öffentliche Einrichtungen in der Gemeinde. Die Rheider Deichacht und die Sielacht Rheiderland haben ihren Sitz in der Gemeinde. Beide sind eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und zuständig für die Deichunterhaltung bzw. die Entwässerung in den drei rheiderländischen Kommunen sowie im linksemsischen Leeraner Stadtteil Bingum. Die Rheider Deichacht ist zuständig sowohl für den Seedeich am Dollart als auch den westlichen Flussdeich an der Ems mit insgesamt 49,9 Kilometern Länge. Damit hat sie unter den sieben ostfriesischen Deichachten die längste Deichstrecke zu unterhalten.[86] Die Rettungsstation für das Rheiderland befindet sich aus geografischen Gründen in Bunde, weil sowohl die Ortschaften der Gemeinde Jemgum als auch das Weeneraner Stadtgebiet von dort aus am schnellsten zu erreichen sind. Das Feuerwehrwesen ist ehrenamtlich strukturiert, mit Freiwillige Feuerwehren in den Ortsteilen Critzum, Ditzum, Hatzum, Holtgaste und Jemgum.[87]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Georg Schnedermann (* 1818 in Hatzum; † 1881), deutscher Chemiker und Professor
- Luise Ahlborn (1834–1921), deutsche Schriftstellerin
- Jan Cornelius, Liedermacher, lebt in Jemgum
- Hermann Tempel (* 29. November 1889 in Ditzum; † 27. November 1944 in Oldenburg), Sozialdemokratischer Politiker
- Wilhelmine Siefkes
- Still Jürn
- Mekke Willms Swyter
Literatur [Bearbeiten]
- Annelene Akkermann: Aufstieg und Machtergreifung der Nationalsozialisten im Rheiderland 1929-1936, in: Herbert Reyer (Hrsg.): Ostfriesland zwischen Republik und Diktatur, Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-10-X, S. 239–298.
-
- Die Autorin beleuchtet den Aufstieg der Nationalsozialisten zur beherrschenden Kraft in der Gemeinde Jemgum seit den späten 1920er-Jahren.
- Helmut Anneessen (Hrsg.): In: Die Familien der Kirchengemeinde Jemgum (1674–1900). 2 Bde., Upstalsboom-Gesellschaft, Aurich 2005, ISBN 3-934508-20-0 (Ostfrieslands Ortssippenbücher, Bd. 72; Deutsche Ortssippenbücher, Bd. A 388).
- Paul Weßels: Ziegeleien an der Ems. Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte Ostfrieslands (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Band 80), Ostfriesische Landschaftliche Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Aurich 2004, ISBN 3-932206-44-4.
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- Der Autor zeichnet detailliert die Geschichte des bis weit ins 20. Jahrhundert wichtigsten Industriezweiges in der Gemeinde nach.
- Harm Wiemann: Studien zur Geschichte der Häuptlinge des Rheiderlands. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Band 48 (1968), S. 5–24.
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- Wiemann liefert einen Überblick über das Häuptlingswesen auch für den Bereich der Gemeinde Jemgum
Daneben sind die folgenden Werke, die sich mit Ostfriesland im Allgemeinen beschäftigen, auch für die Historie und Beschreibung der Gemeinde insofern bedeutsam, als sie einzelne Aspekte beleuchten:
- Heinrich Schmidt: Politische Geschichte Ostfrieslands. Rautenberg, Leer 1975 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 5), ohne ISBN
- Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland , Verlag Schuster, Leer 1995, ISBN 3-7963-0323-4.
- Karl-Heinz Sindowski et al.: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 1), Deichacht Krummhörn (Hrsg.), Selbstverlag, Pewsum 1969, ohne ISBN.
- Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte. Selbstverlag, Pewsum 1974 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6), ohne ISBN
- Harm Wiemann/Johannes Engelmann: Alte Wege und Straßen in Ostfriesland. Selbstverlag, Pewsum 1974 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 8), ohne ISBN
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ www.landkreis-leer.de: Regionales Raumordnungsprogramm des Landkreises Leer 2006, pdf-Datei, S. 13 nach ursprünglicher Paginierung, abgerufen am 21. Januar 2012.
- ↑ Arend Remmers: Von Aaltukerei bis Zwischenmooren – Die Siedlungsnamen zwischen Ems und Dollart, Verlag Schuster, Leer 2004, ISBN 3-7963-0359-5, S. 180
- ↑ Angaben in diesem und den folgenden Absätzen stammen, sofern nicht anders referenziert, aus Heinz Voigt, Günter Roeschmann: Die Böden Ostfrieslands. In: Karl-Heinz Sindowski, Heinz Voigt, Günter Roeschmann, Peter Schmid, Waldemar Reinhardt, Harm Wiemann: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands. (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 1), Verlag Deichacht Krummhörn, Pewsum 1969, S. 51-106, hier S. 96 sowie kartografische Beilage.
- ↑ Die Angaben in diesem Absatz stammen aus: Theodor Janssen: Gewässerkunde Ostfrieslands. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1967, ohne ISBN, S. 174–180.
- ↑ www.jemgum.de: Strukturdaten, abgerufen am 1. Januar 2012.
- ↑ Quelle: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, abgerufen am 1. Januar 2013.
- ↑ Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 115. Im Folgenden Rack: Landeskunde.
- ↑ www.nationalpark-wattenmeer.de: Karte des Schutzgebietes, abgerufen am 1. Januar 2013.
- ↑ Die Angaben können auf einer interaktiven Karte unter www.meine-umweltkarte-niedersachsen.de angesehen werden.
- ↑ www.nlwkn.niedersachsen.de: Landschaftsschutzgebiet „Rheiderland“, abgerufen am 29. April 2013.
- ↑ Michael Mittmann: Zahl der Kiebitze hat sich verdreifacht. In: Ostfriesen-Zeitung, 12. Januar 2010, abgerufen am 13.Juni 2011.
- ↑ www.koeppen-geiger.vu-wien.ac.at: Aktualisierte Klimaweltkarte der Köppen-Geiger-Klimaklassifikation, abgerufen am 28. Dezember 2011.
- ↑ www.holidaycheck.de: Klima und Wetter für Leer, eingesehen am 28. Dezember 2011.
- ↑ Rack: Landeskunde. S. 35 ff.
- ↑ Niederschlagsdaten nach ehemals kostenfreiem Deutschen Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
- ↑ Temperaturangaben, Sonnenstunden sowie Regentage laut holidaycheck.de: Klima und Wetter für Leer, eingesehen am 28. Januar 2012.
- ↑ Wolfgang Schwarz: Die Urgeschichte in Ostfriesland , Verlag Schuster, Leer 1995, ISBN 3-7963-0323-4, S. 35. Im Folgenden Schwarz: Urgeschichte.
- ↑ Hartmut Rebuschat (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Landschaftspolder, pdf-Datei, S. 1, abgerufen am 20. Februar 2013.
- ↑ Schwarz: Urgeschichte. S. 153 f.
- ↑ Schwarz: Urgeschichte. S. 154-157.
- ↑ Schwarz: Urgeschichte. S. 192.
- ↑ Schwarz: Urgeschichte. S. 179.
- ↑ Schwarz: Urgeschichte. S. 161 f.
- ↑ Schwarz: Urgeschichte. S. 184.
- ↑ Gerhard Kronsweide (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Jemgum (PDF-Datei; 76 kB), gesehen 6. Juni 2011.
- ↑ Harm Wiemann: Studien zur Geschichte der Häuptlinge des Rheiderlands. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Band 48 (1968), S. 5–24.
- ↑ Walter Deeters: Ostfriesland im Dreißigjährigen Krieg. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Bd. 78 (1998), S. 32–44, hier: S. 39. Im Folgenden Deeters: Ostfriesland im Dreißigjährigen Krieg.
- ↑ Darauf hatte bereits der ostfriesische Geschichtsschreiber Tileman Dothias Wiarda in Band 5 seiner „Ostfriesischen Geschichte“ (Aurich 1795) hingewiesen: „Da indessen durch die langjährigen Einquartierungen diese Kontributionen fast völlig wieder in der Provinz verzehrt wurden, und das Geld immer in Circulation blieb, so läßt sich das aufgeworfene Rätsel einigermaßen auflösen.“ Zitiert in: Deeters: Ostfriesland im Dreißigjährigen Krieg. S. 43.
- ↑ Deeters: Ostfriesland im Dreißigjährigen Krieg. S. 38.
- ↑ Karl Heinrich Kaufhold; Uwe Wallbaum (Hrsg.): Historische Statistik der preußischen Provinz Ostfriesland (Quellen zur Geschichte Ostfrieslands, Band 16), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-08-8, S. 386.
- ↑ Karl Heinrich Kaufhold; Uwe Wallbaum (Hrsg.): Historische Statistik der preußischen Provinz Ostfriesland (Quellen zur Geschichte Ostfrieslands, Band 16), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1998, ISBN 3-932206-08-8, S. 308.
- ↑ Menno Smid: Ostfriesische Kirchengeschichte (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 6). Verlag Deichacht Krummhörn, Pewsum 1974, S. 42. Im Folgenden Smid: Kirchengeschichte.
- ↑ Theodor Schmidt: Untersuchung der Statistik und einschlägiger Quellen zu den Bundestagswahlen in Ostfriesland 1949-1972. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1978, S. 70.
- ↑ Abgedruckt und kommentiert in: Onno Poppinga, Hans Martin Barth, Hiltraut Roth: Ostfriesland. Biografien aus dem Widerstand., Syndikat Autoren- und Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main 1977, ISBN 3-8108-0024-4, S. 26–32.
- ↑ Bernhard Parisius: Viele suchten sich ihre Heimat selbst. Flüchtlinge und Vertriebene im westlichen Niedersachsen (Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands, Band 79), Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 2004, ISBN 3-932206-42-8, S. 47. Im Folgenden Parisius: Flüchtlinge.
- ↑ Parisius: Flüchtlinge. S. 78/79.
- ↑ Rudi Meyer: Als Jemgum im Januar 1962 für Schlagzeilen sorgte, in: Ostfriesen-Zeitung, 12. Januar 2012, pdf-Dokument, abgerufen von der Webseite der Gemeinde Jemgum am 1. Januar 2013.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 263.
- ↑ www.jemgum.de: Strukturdaten, abgerufen am 1. Januar 2012.
- ↑ Klaus von Beyme: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland: Eine Einführung. VS Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-33426-3, S. 100, abgerufen bei Google Books am 22. Mai 2011.
- ↑ Theodor Schmidt: Untersuchung der Statistik und einschlägiger Quellen zu den Bundestagswahlen in Ostfriesland 1949-1972. Ostfriesische Landschaft, Aurich 1978, kartografischer Anhang.
- ↑ Michael Mittmann: „Gemeinde Rheiderland würde besser gefördert”, in: Ostfriesen-Zeitung, 16. Dezember 2008, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ Michael Mittmann: Großgemeinde Rheiderland hätte Vorteile, in: Ostfriesen-Zeitung, 22. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ Michael Mittmann: Großgemeinde Rheiderland stößt auf Skepsis, in: Ostfriesen-Zeitung, 23. Dezember 2010, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ www.nds-voris.de (Niedersächsisches Vorschriften-Informationssystem): Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 7. November 2011.
- ↑ a b www.jemgum.de: Zusammensetzung des Rates der Gemeinde Jemgum, abgerufen am 26. November 2011.
- ↑ a b www.jemgum.de: Gesamtergebnis der Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 26. November 2011.
- ↑ www.ndr.de: Abwärtstrend bei Wahlbeteiligung gestoppt, abgerufen am 4. November 2011.
- ↑ a b www.jemgum.de: Hauptsatzung der Gemeinde Jemgum, abgerufen am 26. November 2011.
- ↑ Smid: Kirchengeschichte.S. 42.
- ↑ Smid: Kirchengeschichte. S. 124.
- ↑ Smid: Kirchengeschichte. S. 541, 550.
- ↑ www.ditzum-kirche.reformiert.de: Synodalverband Rheiderland, abgerufen am 1. Januar 2013.
- ↑ www.evlka.de (Homepage der Kirchengemeinde Holtgaste): Wir über uns, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Hatzum (PDF-Datei; 44 kB), abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ Paul Weßels (Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft): Midlum, PDF-Datei, 26 kB, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Critzum, PDF-Datei, 34 kB, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 153.
- ↑ Gottfried Kiesow: Architekturführer Ostfriesland. Verlag Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2010, ISBN 978-3-86795-021-3, S. 149.
- ↑ Harald Vogel, Reinhard Ruge, Robert Noah, Martin Stromann: Orgellandschaft Ostfriesland. Soltau-Kurier-Norden, Norden 1995, ISBN 3-928327-19-4, S. 105.
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- ↑ www.jemgum.de: Strukturdaten, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ www.jemgum.de: Wirtschaft, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ Leer liegt mit 384.000 Tonnen (Erhebungsjahr: 2006) auf dem achten Rang. Zum Vergleich: Die drei höchsten Werte wurden ermittelt im Landkreis Cuxhaven (564.000 Tonnen), im Landkreis Unterallgäu (451.000 Tonnen) und im Landkreis Schleswig-Flensburg (448.000 Tonnen). Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Statistik, zitiert in: Ostfriesischer Kurier, 14. August 2008, S. 12.
- ↑ Michael Mittmann: Die Santens erwarten mehrere 1000 Besucher, in: Ostfriesen-Zeitung, 2.Juni 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
- ↑ Michael Mittmann: Kartierer suchen Kiebitz und Uferschnepfe, in: Ostfriesen-Zeitung, 10. März 2011, abgerufen am 12. Juni 2011.
- ↑ Stephan Schmidt: Nicht jeder unterschreibt gegen Mastställe, in: Ostfriesen-Zeitung, 20. Juli 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
- ↑ www.jemgum.de: Urlaub und Erholung, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ Michael Mittmann: Jemgum feiert Rekord bei Übernachtungszahlen, in: Ostfriesen-Zeitung, 24. März 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
- ↑ Rudi Meyer: Mit Rückenwind von Halte bis Ditzum, in: Ostfriesen-Zeitung, 20. September 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
- ↑ Michael Mittmann: Rat gibt grünes Licht für Windparkplanung, in: Ostfriesen-Zeitung, 28. Januar 2011, abgerufen am 30. April 2013.
- ↑ Michael Mittmann: Gänse grasen in Holtgaste neben den Windrädern, in: Ostfriesen-Zeitung, 11. Januar 2011, abgerufen am 13. Juni 2011.
- ↑ Michael Mittmann: Bohrturm der EWE ist abgebaut worden, in: Ostfriesen-Zeitung, 3. August 2010, abgerufen am 13. Juni 2011.
- ↑ www.ewe-gasspeicher.de: Gasspeicher Jemgum, abgerufen am 14. Juli 2012
- ↑ www.landkreis-leer.de: Fähre Ditzum-Petkum, abgerufen am 5. Juni 2011.
- ↑ www.jemgum.de: Schulen, abgerufen am 1. Januar 2013.
- ↑ www.jemgum.de: Kindergärten, abgerufen am 1. Januar 2013.
- ↑ www.rheider-deichacht.de: Daten und Fakten, abgerufen am 6. Juni 2011.
- ↑ www.jemgum.de: Strukturdaten, abgerufen am 6. Juni 2011.
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