Roncesvalles

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Gemeinde Roncesvalles/Orreaga
Roncesvalles003.JPG
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Roncesvalles/Orreaga
Roncesvalles (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: NavarraNavarra Navarra
Provinz: Navarra
Comarca: Auñamendi
Koordinaten 43° 1′ N, 1° 19′ W43.008868120266-1.3198399543762962Koordinaten: 43° 1′ N, 1° 19′ W
Höhe: 962 msnm
Fläche: 15,1 km²
Einwohner: 26 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1,72 Einw./km²
Postleitzahl: 31650
Gemeindenummer (INE): 31211 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch, Baskisch
Bürgermeister: Luis Echeverría Echávarren
(2003)
Website: www.roncesvalles.es
Lage der Gemeinde
Navarra - Mapa municipal Roncesvalles.svg

Roncesvalles [ˌronθesˈβaʎes] (baskisch Orreaga, französisch Roncevaux, wörtliche deutsche Übersetzung etwa Tal/Täler der Dornensträucher) ist ein Ort in der Autonomen Region Navarra in Spanien. Er liegt in den Pyrenäen am südlichen Fuß des Ibañeta-Passes (span. Puerto de Ibañeta, frz. Col de Roncevaux) am Fluss Urrobi.

Die Bekanntheit des Ortes ergibt sich zum einen aus seiner Eigenschaft als wichtige Pilgerstation am Jakobsweg, zum andern durch die Schlacht bei Roncesvalles am 15. August 778. Dabei wurde die Nachhut des Truppenzuges Karls des Großen unter der Führung von Roland durch die ortsansässigen Basken vernichtet, was die historische Grundlage für das Rolandslied bildete. Dort selbst lässt der Dichter die Mauren unter Marsilis als gegnerische Akteure auftreten, was aber dem damaligen Zeitgeist geschuldet sein dürfte.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon zu vorrömischer Zeit gab es hier einen Pyrenäenübergang und spätestens seit den Römern und ihrer Fernstraße Bordeaux–Astorga auch eine Passstation.

Karl der Große nutzte den Übergang von Roncesvalles für seinen Spanienfeldzug von 778, beim Rückzug kam es zur oben erwähnten Schlacht als Rache für die Zerstörung Pamplonas durch die Truppen Karls des Großen. Als Platz für diese Schlacht werden jedoch immer wieder auch andere Orte ins Spiel gebracht. Der Sage nach soll auch die knapp 100 km östlich gelegene Gesteinsformation der Brèche de Roland, eine 40 m breite und 100 m tiefe und 2807 m hohe Scharte im Pyrenäenhauptkamm, oberhalb des Cirque de Gavarnie, von einem Schlag Rolands mit seinem Schwert Durendart herrühren.

Roncesvalles wurde mit der Begründung des Jakobsweges von 813 immens wichtig: Drei der vier wichtigsten Pilgerwege nach Santiago de Compostela gehen hier gebündelt über die Pyrenäen (Via Podiensis von Puy und Conques, Via Turonensis – von Paris, Tours und Poitiers, Via Lemovicensis – von Vézelay, Limoges und Périgueux kommend. Die Via Tolosana – Arles, Toulouse – führt über den Somport).

Die Küstenroute mit den vielen (gefürchteten und teuren) Flussüberquerungen konnte so vermieden und gleichzeitig das Rolandsschlachtfeld besichtigt werden, wenn auch ein steiler Anstieg und Wetterumschwünge die Pilger abschreckten.

Der Ort mit dem alten Augustinerkloster von 1132 stellte einen wichtigen Haltepunkt auf dem Jakobsweg dar und hat diese Funktion mit der Revitalisierung des Weges wiedererlangt.

Nach dem Ort bzw. der Schlacht wurde auch eine Landfläche auf dem Saturnmond Iapetus als Roncevaux Terra benannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Orreaga-Roncesvalles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Muszla Jakuba.svg
Navigationsleiste Jakobsweg „Camino Francés

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