Ennepe-Ruhr-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Ennepe-Ruhr-Kreises Deutschlandkarte, Position des Ennepe-Ruhr-Kreises hervorgehobenp1
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Schwelm
Fläche: 408,31 km²
Einwohner:

335.914 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte: 823 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: EN
Kreisschlüssel: 05 9 54
Kreisgliederung: 9 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Hauptstraße 92
58332 Schwelm
Webpräsenz:
Landrat: Arnim Brux (SPD)
Lage des Ennepe-Ruhr-Kreises in Nordrhein-Westfalen
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Der Ennepe-Ruhr-Kreis liegt in der Mitte Nordrhein-Westfalens und gehört zum Ruhrgebiet. Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Räumliche Lage

Der Name des Kreises beschreibt bereits seine wichtigsten geographische Kennzeichen – er erstreckt sich vornehmlich entlang den Tälern der Flüsse Ruhr und Ennepe am nördlichen Rand des Rheinischen Schiefergebirges. Die Landschaft und Siedlungsstruktur ist ungemein vielfältig. Von der Glörtalsperre auf die Höhen des Sauerlands (Breckerfeld) über Ennepetal mit seiner Kluterthöhle bis hin ins Ruhrtal zwischen Herdecke und Hattingen durchquert man trotz des relativ kleinen Kreisgebietes eine sehr abwechslungsreiche Gegend.

Im Südosten des Ennepe-Ruhr-Kreises ragt in Breckerfeld der 442 m hohe Wengeberg empor, die höchste Erhebung im Kreisgebiet.[2] Die tiefste Stelle liegt mit 60 m an den Ufern der Ruhr am nördlichen Stadtrand von Hattingen.

[Bearbeiten] Kreisgliederung

EN-Gemeinden nach Einwohnerzahl

Der Ennepe-Ruhr-Kreis setzt sich aus neun Gemeinden zusammen. Alle neun führen den Titel Stadt. Von diesen neun sind die zwei Städte Hattingen und Witten Große kreisangehörige Städte, da ihre Einwohnerzahlen über 60.000 liegen bzw. lagen. Die anderen sieben führen den Titel Mittlere kreisangehörige Stadt, da ihre Einwohnerzahlen zwischen 25.000 und 60.000 liegen, als Ausnahme gilt hier die alte Hansestadt Breckerfeld mit einer geringeren Einwohnerzahl, aber Stadtrechten seit 1396.

(In Klammer die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2008[3])

  1. Breckerfeld (9319)
  2. Ennepetal (31.111)
  3. Gevelsberg (31.952)
  4. Hattingen (56.119)
  5. Herdecke (25.048)
  6. Schwelm (29.248)
  7. Sprockhövel (25.546)
  8. Wetter (Ruhr) (28.445)
  9. Witten (99.126)
Ennepe-Ruhr-Kreis Nordrhein-Westfalen Kreis Unna Dortmund Bochum Essen Kreis Mettmann Wuppertal Märkischer Kreis Hagen Schwelm Ennepetal Sprockhövel Wetter Gevelsberg Hattingen Witten Herdecke BreckerfeldMunicipalities in EN.svg
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Im allgemeinen Sprachgebrauch wird häufig - wegen des Kennzeichens EN - vom Kreis Ennepetal gesprochen, wenn der Ennepe-Ruhr-Kreis gemeint ist. Das ist falsch, da die Kreisstadt Schwelm ist.

[Bearbeiten] Nachbarkreise/-städte

Der Ennepe-Ruhr-Kreis grenzt an den Märkischen Kreis, den Oberbergischen Kreis und den Kreis Mettmann sowie an die kreisfreien Städte Bochum, Dortmund, Hagen, Wuppertal und Essen.

[Bearbeiten] Geschichte

Der Ennepe-Ruhr-Kreis entstand am 1. August 1929 durch Vereinigung des Landkreises Schwelm mit den Gebietsteilen der Landkreise Hattingen und Hagen, die nicht in die Städte Hagen und Bochum eingemeindet wurden.

[Bearbeiten] Gebietsreformen

Am 1. Januar 1970 wurden mit der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen die bis dahin 28 Gemeinden und fünf Ämter des Kreises zu neun Städten (einschließlich Herbede) zusammengefasst. Durch ein Urteil des Verfassungsgerichtshofes in Münster wurde die Eingemeindung der damaligen Gemeinde Waldbauer in die Stadt Hagen am 18. Dezember 1970 rückgängig gemacht. 1975 wurde in der seither letzten Gebietsreform die um Herbede vergrößerte bis dahin kreisfreie Stadt Witten in den Ennepe-Ruhr-Kreis eingegliedert.[4]

[Bearbeiten] Geschichte des Gebietes vor der Gründung des Kreises

Das Gebiet des heutigen Ennepe-Ruhr-Kreises, das dem Grafen von Isenberg bis 1225 unterstand, ging am 1. Mai 1243 mit dem Vertrag von Essen an die Grafschaft Mark über. Der größere Teil des Kreises kam erst 1324 mit der Vertreibung der Herren von Volmarstein an die Grafschaft Mark. 1609 erbte der Kurfürst von Brandenburg die Grafschaft Mark, die er bis 1614 gemeinsam mit einem Miterben und nach 1614 mit Abschluss des Jülisch-Klevischen Erbfolgekriegs im Vertrag von Xanten alleine regierte. Während der französischen Besatzung von 1807 bis 1813 lag das heutige Kreisgebiet fast vollständig im Arrondissement Hagen. Seit 1816 gehörte es wieder zu Preußen.[4]

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1975

Die Einwohnerzahl im Ennepe-Ruhr-Kreis beträgt heute rd. 340.000. Seit 2000 schrumpft die Bevölkerung allerdings kontinuierlich.

[Bearbeiten] Politik

Die heutige Kreisordnung besteht seit 1953.

Im Rahmen der Sozialreformen nach Hartz IV wurde der Ennepe-Ruhr-Kreis als eine von 69 Optionskommunen zugelassen. Demzufolge kümmert sich die JobAgenturEN seit 2005 alleine um die Förderung der Langzeit-Arbeitslosen.

[Bearbeiten] Kreistag und Landrat

An der letzten Kommunalwahl im September 2004 beteiligten sich 56,0 % der Wahlberechtigten im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Der Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises ist Dr. Arnim Brux. Er wird von der 1. stellvertretenden Landrätin Sabine Kelm-Schmidt und dem 2. stellvertretenden Landrat Willibald Limberg unterstützt.

Sitzverteilung im Kreistag
Parteien u. Wählergemeinschaften Sitze
2009 2004
SPD 28 23
CDU 22 21
Bündnis 90/Die Grünen 9 7
FDP 6 4
Wählergemeinschaft Ennepe-Ruhr 1 2
WBG Wittener Bürgergemeinschaft 1 1
NPD 1 1
Die Linke (früher PDS) 4 1

Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen im Ennepe-Ruhr-Kreis ab 1970 und Ergebnisse der Kommunalwahlen 1946 bis 1964

[Bearbeiten]

Logo des Ennepe-Ruhr-Kreises

Sein Wappen wurde dem Ennepe-Ruhr-Kreis am 2. Oktober 1937 verliehen. Die heraldisch korrekte Wappenbeschreibung lautet: „In Gold ein rot-silberner Schachbalken, oben und unten begleitet von je einem blauen Wellenbalken.“ Der Schachbalken steht für die Grafschaft Mark, zu der das Kreisgebiet seit dem Mittelalter bis Anfang des 19.Jahrhunderts gehörte, die beiden Wellenbalken für die Flüsse Ennepe und Ruhr, die dem Kreis den Namen gaben.

Das Logo des Ennepe-Ruhr-Kreises zeigt neun orange-rote kleine Quadrate vor dem Hintergrund eines in zwei Blautönen gehaltenen großen Quadrates. Diese Elemente symbolisieren die neun Gemeinden des Kreises sowie die beiden Flüsse, nach denen der Ennepe-Ruhr-Kreis benannt ist. Zudem orientiert sich die Gestaltung des Logos an dem von Otto Herbert Hajek entworfenen Vorplatz des Gebäudes der Kreisverwaltung in Schwelm.[5] Bis das aktuelle Logo im Jahre 2004 eingeführt wurde, stellten die Buchstaben EN lange Zeit in verschiedenen Formen das Emblem des Kreises dar.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Der Süden des Kreisgebietes war früher von der Kleineisenindustrie geprägt, der Norden dagegen von der Großindustrie der Eisenverarbeitung und Stahlerzeugung.

Noch heute ist der Kreis einer der am stärksten gewerblich-industriell geprägten Räume in Nordrhein-Westfalen. Doch wie auch andernorts hat der sekundäre Wirtschaftssektor gegenüber dem tertiären Sektor bis in die 1990er Jahre erheblich an Bedeutung verloren. Seither sind Politik und Unternehmen bemüht, den Wirtschaftsstandort besonders über Dienstleistungen im Bereich der Gesundheit, der Freizeit und des Tourismus neu zu definieren. So sind im Bereich der Gesundheitswirtschaft schon heute viele mittelständische Unternehmen sowie bedeutende Fachkliniken und Forschungsinstituten im Ennepe-Ruhr-Kreis zu finden. Der Tourismus zielt besonders auf Besucher aus dem Ruhrgebiet, dem Bergischen Land und dem Sauerland ab.[6]

Seit 1996 gibt es die EN-Agentur für Wirtschaftsförderung.

Mit einem Wert von 108,7 lag im Jahre 2006 der Kaufkraftindex im Ennepe-Ruhr-Kreis leicht über dem Bundesdurchschnitt.[7]

[Bearbeiten] Infrastruktur

Die Kriminalitätsrate im Ennepe-Ruhr-Kreis ist eine der niedrigsten in ganz Nordrhein-Westfalen.[8]

[Bearbeiten] Bildung

Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist Träger dreier Berufskollegs (in Ennepetal, Hattingen und Witten), einer Gesamtschule (in Sprockhövel) und zweier Förderschulen (in Witten und Sprockhövel). Seit 1982 gibt es im Ennepe-Ruhr-Kreis die Privatuniversität Witten/Herdecke, die einzige deutsche Voll-Universität in nicht-staatlicher Trägerschaft.

[Bearbeiten] Verkehr

Der Kreis wird von den Autobahnen A 1, A 43, A 44, A 45 und A 46 sehr gut erschlossen. Bis auf Sprockhövel und Breckerfeld haben alle Städte Anschluss an das Nahverkehrs-Bahnnetz. Die nächsten Fernbahnhöfe sind Hagen, Wuppertal, Bochum, Dortmund und Essen.

Im Jahre 2006 waren fast 195.000 PKW auf das Kennzeichen EN des Ennepe-Ruhr-Kreises zugelassenen.[9] Aus der Verkehrsunfallstatistik des Landes Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2004 geht hervor, dass zumindest damals im Ennepe-Ruhr-Kreis pro Einwohner die wenigsten Unfälle passierten und die wenigsten Menschen im Verkehr verunglückten.[10]

[Bearbeiten] Medien

Im Kreis haben folgende Zeitungen Lokalredaktionen:Westfälische Rundschau (überall), Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Witten, Hattingen, Sprockhövel), Ruhr Nachrichten (Witten) und Westdeutsche Zeitung (Sprockhövel). In allen Städten gibt es darüber hinaus wöchentliche Anzeigenblätter, die teilweise über Stadtgrenzen hinaus berichten.

Radio Ennepe-Ruhr ist der private Radiosender für den Kreis. Er sendet vom Funkhaus in Hagen täglich drei Stunden selbstproduziert, das übrige Programm wird von Radio NRW übernommen. Zu Anfang des Jahres 2007 hatte der Radiosender von Montag bis Freitag täglich knapp 50.000 Hörer.[11]

WDR 2 versorgt das Kreisgebiet mit Nachrichten aus seinem Dortmunder Studio. Offene Kanäle gibt es nicht, sehr wohl aber Bürgerfunk mit zwei anerkannten Radiowerkstätten: In Gevelsberg sowie in Witten das Ruhrstadtstudio Witten.

[Bearbeiten] Katastrophenschutz

Als untere Katastrophenschutzbehörde ist der Ennepe-Ruhr-Kreis Träger des Katastrophenschutzes im gesamten Kreisgebiet. Er ist dem Regierungsbezirk Arnsberg unterstellt, der wiederum die mittlere Katastrophenschutzbehörde darstellt. Zusammen mit der Berufsfeuerwehr Dortmund bildet der Ennepe-Ruhr-Kreis den 3. Verband.

Im Kreisgebiet wird in enger Zusammenarbeit mit den 9 kreisangehörigen Städten und den Hilfsorganisationen der Katastrophenschutz sichergestellt.

Die vom Land Nordrhein-Westfalen (NRW) gestellten GW-SAN (Gerätewagen Sanitätsdienst) werden vom Deutschen Roten Kreuz und vom Arbeiter-Samariter-Bund in Witten und der Johanniter-Unfall-Hilfe in Herdecke betrieben. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat einen vom Land NRW bereitgestellten AB-MANV (Abrollcontainer) in der Stadt Herdecke stationiert. Dieser wird von einer Teileinheit der Freiwilligen Feuerwehr Herdecke technisch betrieben und von den Hilfsorganisationen werden die Vorgaben des BHP50 sichergestellt. Seit Juni 2009 wird ein zweiter AB-MANV von der Feuerwehr der Stadt Witten betrieben.

[Bearbeiten] Brandschutz

Der Brandschutz wird von den Kommunen sichergestellt. Lediglich die Stadt Witten unterhält eine Berufsfeuerwehr und eine Freiwillige Feuerwehr. Die Kommunen Hattingen, Ennepetal, Schwelm und Gevelsberg unterhalten eine Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften, die übrigen Kommunen Freiwillige Feuerwehren.

[Bearbeiten] Rettungsdienst

Träger des Rettungsdienst ist der Ennepe-Ruhr-Kreis. Neben den Feuerwehren wird der Rettungsdienst von den Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Arbeiter-Samariter-Bund sowie der Rettungswachen der Städte Wetter/Ruhr und Herdecke sichergestellt. Im Kreisgebiet gibt es insgesamt zehn Rettungsdienststandorte sowie die vier NEF(Notarzt)-Standorte Witten, Herdecke, Hattingen und Schwelm.

[Bearbeiten] Kreisleitstelle

Die 2005 neu gebaute integrierte Leitstelle für Feuerschutz, Rettungsdienst und Großschadenslagen ist im Kreishaus in Schwelm untergebracht. Dank des politischen Willens wurde die neue Kreisleitstelle auf knapp 900 m² realisiert und auch das marode Gleichwellenfunknetz auf Richtfunktechnik modernisiert. Die zuständigen Leitstellendisponenten alarmieren zentral alle Hilfskräfte im Kreis.

[Bearbeiten] Kultur

Zusammen mit vier Städten und zwei Museen richtete der Kreis das Gemeinschaftsprojekt EN-Kunst aus. An verschiedenen Orten wie der Kluterthöhle in Ennepetal, dem Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen, dem Westfälischen Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten, im Stadtgarten Gevelsberg und im Kreishaus in Schwelm wurden von nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern Bilder, Skulpturen und Installationen ausgestellt. Die letzte EN-Kunst fand 2006 statt.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis beteiligt sich an der Bewerbung des Ruhrgebiets als Kulturhauptstadt 2010.

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen - Amtliche Bevölkerungszahlen (Hilfe dazu)
  2. Website des Ennepe-Ruhr-Kreises - Pressemeldungen
  3. Information und Technik Nordrhein-Westfalen - Amtliche Bevölkerungszahlen
  4. a b Website des Ennepe-Ruhr-Kreises
  5. Website des Ennepe-Ruhr-Kreises - Pressemeldungen
  6. Ennepe-Ruhr-Kreis
  7. EN-Agentur (Hrsg.): Wirtschaftsstandort Ennepe-Ruhr. Nordhausen: Mehlis, 2006.
  8. Schwelmer Stadtanzeiger vom 14. März 2007
  9. Wir über uns
  10. Innenministerim des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.): Verkehrsunfallstatistik der Polizei NRW 2004.
  11. Vgl. Westfälische Rundschau vom 10. März 2007.

[Bearbeiten] Weblinks

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