Romandie

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Sprachgebiete (2000) – Lage der Romandie (grün)
Sprachgebiete der Schweiz – Mehrheitsverhältnis nach der BFS-Erhebung 2010; Karte mit einem Gemeindebestand per 1. Januar 2014
  • Deutsch
    (65,6 % der Bevölkerung; 73,3 % der Schweizer)
  • Französisch
    (22,8 % der Bevölkerung; 23,4 % der Schweizer)
  • Italienisch
    (8,4 % der Bevölkerung; 6,1 % der Schweizer)
  • Rätoromanisch
    (0,6 % der Bevölkerung; 0,7 % der Schweizer)

Als Romandie bzw. Suisse romande (auch französischsprachige Schweiz bzw. französische Schweiz, Welschland, Welschschweiz oder Westschweiz) werden die frankophonen Gebiete der Schweiz mit einer Bevölkerungszahl von rund 1,75 Millionen bezeichnet.

Die Romandie besteht aus den Kantonen Genf, Jura, Neuenburg und Waadt mit Französisch als Amtssprache sowie den frankophonen Teilen der zweisprachigen Kantone Bern (Biel/Bienne, Berner Jura), Freiburg und Wallis (Unterwallis).

Unterschiedliche Innen- und Aussensicht[Bearbeiten]

Da die Sprachregionen im politischen System der Schweiz nicht existieren, handelt es sich um eine relativ diffuse kulturelle «Einheit», die hauptsächlich durch die gemeinsame Sprache definiert ist.

Die Bewohner der Romandie nennen sich selbst Suisses romands oder (kurz) Romands. Dadurch grenzen sie sich einerseits explizit von der restlichen Schweizer Bevölkerung ab, andererseits von den Franzosen.

Sprache[Bearbeiten]

In der Romandie wird generell Standardfranzösisch gesprochen. Verschiedene regionale Dialekte (Patois) der Franko-Provenzalischen Sprache sind vom Aussterben bedroht (1990 sprachen nur noch 2 Prozent der frankophonen Bevölkerung der Schweiz Patois). In der Aussprache und im Vokabular sind noch einige Differenzen zur französischen Standardsprache bemerkbar. Dies fällt im Alltag besonders bei den Zahlwörtern auf: Hier heisst es «septante» (70), «huitante» (80, allerdings nur in den Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis und teilweise Genf) und «nonante» (90) statt «soixante-dix», «quatre-vingts» und «quatre-vingt-dix». Neben den aus dem Patois stammenden Archaismen sind auch viele Germanismen bekannt, die insbesondere entlang der Sprachgrenzen verstärkt eingesetzt werden.

Kulturelle Identität[Bearbeiten]

Obwohl die «Welschen» von den Deutschschweizern oft als kulturell einheitlich und mit einer eigenen Mentalität ausgestattet angesehen werden, betrachten sich die Romands selbst eher als der Schweiz oder ihrem Herkunftskanton zugehörig als der Romandie. Letztere sehen sie mehr als Interessengemeinschaft denn als eigenständige kulturelle Einheit. Trotzdem wird die Existenz eines politisch-kulturellen Röstigrabens als Grenze zur Deutschschweiz kaum in Frage gestellt.

Politisch ist die Verbindung der Suisses romands zu Frankreich gering, doch kulturell (im engeren Sinne) naturgemäss stärker, während sich die Deutschschweiz eher nach Deutschland und die italienische Schweiz eher nach Oberitalien orientiert.

Grösste Städte der Romandie[Bearbeiten]

Rang Name F 1995 F 2000 F 2005 F 2010 Kanton
1. Genf 173'549 174'999 178'722 187'470 Kanton GenfKanton Genf Genf
2. Lausanne 115'878 114'889 117'388 127'821 Kanton WaadtKanton Waadt Waadt
3. Biel/Bienne 50'733 48'840 48'735 51'203 Kanton BernKanton Bern Bern
4. La Chaux-de-Fonds 37'375 36'747 36'809 37'504 Kanton NeuenburgKanton Neuenburg Neuenburg
5. Freiburg 32'501 31'691 33'008 34'897 Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg

Kantonshauptstädte sind fett geschrieben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Romandie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Romandie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien