Schülp b. Rendsburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schülp b. Rendsburg
Schülp b. Rendsburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schülp b. Rendsburg hervorgehoben
54.269.62972222222227Koordinaten: 54° 16′ N, 9° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Jevenstedt
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 10,71 km²
Einwohner: 1129 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 24813,
24768 (Lotsenstation),
24797 (Jevenberg, Moltkestein)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04331
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 148
Adresse der Amtsverwaltung: Meiereistraße 5
24808 Jevenstedt
Webpräsenz: www.amt-jevenstedt.de
Bürgermeister: Wolfgang Wachholz (KWG)
Lage der Gemeinde Schülp b. Rendsburg im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Schülp b. Rendsburg (dänisch: Scullebi) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort liegt auf einer sandigen Erhebung direkt südlich von Rendsburg auf beiden Seiten des Nord-Ostsee-Kanals. Im Gemeindeteil Rüsterbergen befindet sich eine Lotsenstation, auf der die Lotsen aus Kiel oder Brunsbüttel wechseln. Östlich verläuft die Bundesstraße 77 von Rendsburg nach Itzehoe.

Geschichte[Bearbeiten]

Einige Flintartefakte (Scharber, Beile) aus der Jungsteinzeit (etwa 4300-2300 v. Chr.) sind die ältesten Spuren auf dem heutigen Gemeindegebiet.

Wann genau die Siedlung gegründet wurde, aus der das heutige Schülp hervorging, ist unbekannt. Sie lag jedenfalls an einer Eiderfurt, welche für den Nord-Süd-Verkehr über die jütische Halbinsel wichtig war (Bernsteinweg / Ochsenweg). Der Chronist Helmold von Bosau (etwa vor 1120 bis nach 1177) berichtet in seiner Slawen-Chronik, dass sich um 1149 der holsteinische Graf Adolf II. bei Schülp eine Schlacht mit Dänen und Dithmarschern lieferte. Der Kampfplatz lag etwa bei der nördlichen Gemeindegrenze, wo bis zum Bau des Nord-Ostsee-Kanals eine Eiderfähre fuhr. Von Norden her traf der Heerweg dort etwa aus der Richtung Nübbel kommend auf eine gut passierbare Furt.

Die nächsten schriftlichen Zeugnisse über Schülp gibt es erst wieder aus dem 15. Jahrhundert: In einer Klageschrift erwähnt im Jahr 1447 Graf Adolf VIII. die Übergriffe der Dithmarscher auf Holsteiner Gebiet. Opfer der Plünderung würde Schülp. Der Ort wird hier zum ersten Mal deutsch geschrieben und heißt ´Schulpe´.

Das Dorf unterstand 1580 dem Amt Rendsburg, das damals zum königlich-dänischen Anteil der Herzogtümer Schleswig und Holstein gehörte. So mussten die Schülper seit dem 16. Jahrhundert ihren Beitrag zum Bau der Festung Rendsburg leisten, welche im 17. Jahrhundert zur stärksten dänischen Festung nach Kophenhagen ausgebaut wurde.

1712 wütete eine Pestepidemie, welche alle Einwohner bis auf zwei Familien wegraffte. Der damals angelegte Pestfriedhof wird heute noch genutzt.

Um 1770 erfolgte die Verkoppelung und aus dem Jahr 1803 gibt es die erste verläßliche Angabe über die Einwohnerzahl. Sie betrug 110. Der Ort profitierte von dem 1777 bis 1784 gebauten Schleswig-Holstein Kanal (Eiderkanal), unter anderem durch die Entwicklung einer kleinen Werftindustrie an der Eider.

Mit der preußischen Landgemeindeverordung verwandelte sich die Dorfschaft Schülp 1867 in eine Gemeinde mit gewähltem Gemeindevorsteher.

1887 bis 1895 wurde der Nord-Ostsee-Kanal gebaut, der das Gemeindegebiet fortan teilte. Bis 1973 verkehrte in Rüsterbergen eine Kettenfähre zwischen den Ortsteilen.

Zwischen 1901 und 1957 verband außerdem die Rendsburger Kreisbahn Schülp mit Rendsburg.

Ortsnamendeutung[Bearbeiten]

Schülp wurde als Scullebi in der Slawen-Chronik, von Mönch Helmold von Bosau Ende des 12. Jahrhunderts verfasst, erwähnt. Der Name bedeutet wahrscheinlich „versteckte Biegung, Krümmung“.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung erhielt die Wählergemeinschaft KWG bei der Kommunalwahl 2008 fünf, die CDU vier und die SPD zwei Sitze.

Seit 2013 gliedern sich die Sitze wie folgt auf: KWG sechs Sitze, CDU drei Sitze und SPD zwei Sitze.[2] Bürgermeister Otto Schneider (CDU) wurde von Wolfgang Wachholz (KWG) abgelöst.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein schmalerer silberner Wellenbalken über einem silbernen Balken; oben ein goldener Schiffsrumpf auf einer (einfachen) Helling. Im Schildfuß ein goldener Dreiberg.“[3]

Im Mittelpunkt des Wappens geben das schmale, bewegte und das breite, starre silberne Band die Eider und den Nord-Ostsee-Kanal wieder. Die beiden Wasserläufe führen, wie im Wappen dargestellt, in enger Nachbarschaft und fast parallel mitten durch die Schülper Gemarkung.

Der Schiffsrumpf auf der Helling in der oberen Wappenhälfte versinnbildlicht die Schülper Blütezeit des Holzhandels und Schiffszimmererhandwerks in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Dreiberg im Schildfuß bezieht sich auf landschaftliche Besonderheiten im Gemeindegebiet, wie mehrere ausgedehnte Binnendünen (Timmerbarg, Schütterberg und Moritzberg). Die Farben Rot und Silber dokumentieren die Zugehörigkeit der Gemeinde zu Holstein. Das Gold des Schiffsrumpfes bezieht sich auf den einstigen Wohlstand der Werftindustrie, das Gold des Dreibergs auf die natürliche Färbung des Sandes.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • siehe hierzu auch: Liste der Kulturdenkmale in Schülp b. Rendsburg
    • Heimatmuseum mit „Preußischem Standesamt“
    • Pestfriedhof
    • Moltkestein
    • Lotsenstation Rüsterbergen (bis 30. November 1973 Anlegestelle der Kanalfähre zum Nordufer zum Moltkestein[4])
    • Rüsterberg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schülp b. Rendsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Mitglieder der Gemeindevertretung Schülp b. RD. Abgerufen am 23. September 2013.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. W. Langes: Wagenfähren in Deutschland ab 1900. Nord-Ostsee-Kanal / Kiel-Kanal. Abgerufen am 10. März 2014.