Bovenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bovenau
Bovenau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bovenau hervorgehoben
54.3313888888899.830277777777816Koordinaten: 54° 20′ N, 9° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Eiderkanal
Höhe: 16 m ü. NHN
Fläche: 26,2 km²
Einwohner: 1071 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24796
Vorwahlen: 04331, 04334 u. 04357Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 026
Adresse der Amtsverwaltung: Schulstraße 36
24783 Osterrönfeld
Webpräsenz: www.bovenau.de
Bürgermeister: Jürgen Liebsch (CDU)
Lage der Gemeinde Bovenau im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Bovenau ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Die Güter Dengelsberg, Georgenthal, Kluvensiek, Osterrade und Steinwehr liegen im Gemeindegebiet.

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Verkehr[Bearbeiten]

Bovenau liegt etwa 10 km östlich von Rendsburg an der Bundesautobahn 210 von Rendsburg nach Kiel. Nördlich des Ortes befinden sich der ehemalige Eider-Kanal mit der Schleuse bei Kluvensiek sowie der Nord-Ostsee-Kanal.

Geschichte[Bearbeiten]

Rekonstruiertes Megalithgrab

Bovenau wurde 1240 zum ersten Mal als Kirchdorf erwähnt. Der Name leitet sich vom niederdeutschen „boven de Au“ ab, was so viel wie „oberhalb der Au“ bedeutet. Auf dem Gebiet der Siedlung wurden mehrere Hügelgräber gefunden.

Güter[Bearbeiten]

Gut Dengelsberg[Bearbeiten]

Gut Dengelsberg wurde erst 1920 selbständig und gehörte vorher zum Gut Kluvensiek.

Gut Georgenthal[Bearbeiten]

Das Gut ist seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts ein selbständiges adliges Gut. Es wird auch heute noch landwirtschaftlich genutzt.

Herrenhaus Kluvensiek

Gut Kluvensiek[Bearbeiten]

Das Gut wurde 1450 erstmals als Besitz von Otto von Sehestedt erwähnt. Das Geschlecht erlosch im 18. Jahrhundert Danach wechselte das Gut mehrfach den Besitzer. Das heutige Herrenhaus wurde 1777 errichtet und 1837 um das zweite Geschoss erweitert.[2]

Gut Osterrade[Bearbeiten]

Das Gut, das heute zwischen dem Nord-Ostsee-Kanal und dem Eider-Kanal liegt, wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Das heutige Herrenhaus wurde 1723 von Detlev Brockdorff errichtet und später klassizistisch umgestaltet.

Schon lange symbolisiert das Baudenkmal Osterrade ländliche Lebensart für „Unox“.

Gut Steinwehr[Bearbeiten]

Das Gut war ursprünglich ein Meierhof zu den Gütern Kluvensiek und Osterrade und wurde erst im Jahr 1806 selbständig. Das 1763 erbaute Herrenhaus liegt heute direkt am Nord-Ostsee-Kanal, in dem es einen eigenen Fähranleger hat. Das Gut wird auch heute noch landwirtschaftlich genutzt, vor allem für den Himbeeranbau.

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze und die SPD fünf.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Rot und Silber stufengiebelförmig schräglinks geteilt. Oben eine silberne verzierte Schale, unten ein blauer Abendmahlskelch.“ Die fünf Stufen weisen auf die fünf zur Gemeinde gehörenden Gutsbezirke hin. Bei der Schale handelt es sich um einen Fund aus einem Großsteingrab. Der Kelch wurde der Kirche 1630 von Benedict und Christina von Ahlefeld auf Gut Osterrade gestiftet un d ist bis heute in Gebrauch.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Bovenau stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Maria-Magdalenen-Kirche[Bearbeiten]

Maria-Magdalenen-Kirche in Bovenau

Die Bovenauer Kirche wurde nach der Schlacht bei Bornhöved (1227) von Graf Adolf IV. von Schauenburg als „Dankeskirche“ gestiftet. Da Maria Magdalena die Tagesheilige des 22. Juli, des Tages der Schlacht, ist, wurde die Kirche ihr geweiht. Der Bau aus Feldsteinen stammt aus dieser Zeit, das bronzene, beheizbare Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert. Nach der Einführung der Reformation trugen die Besitzer der umliegenden Güter als Kirchenpatrone zur Ausstattung der Kirche bei. Wulf Jasper von Brockdorff stiftete der Kirche mehrere Gemälde und ließ einen Anbau an der Nordseite der Kirche als Mausoleum für sich und seine Frau errichten. Ende des 18. Jahrhunderts erhielt die Kirche ihren hölzernen Kirchturm. 1844 wurde das Kircheninnere komplett umgestaltet, wobei fast alles mittelalterliche Inventar entfernt wurde und ein Kanzelaltar angeschafft. Dieser wurde 1960 durch einen schlichten Steintisch ersetzt, über dem ein Triumphkreuz aus dem 15. Jahrhundert hängt.[5]

Wakendorfer Mühle[Bearbeiten]

Der Naturerlebnisraum „Wakendorfer Mühle“ wurde 2009 vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein anerkannt.[6] Dieser verläuft längs des Baches „Bovenau“ im Süd-Osten der der Gemeinde.

Eider-Kanal-Schleuse Kluvensiek[Bearbeiten]

In der Nähe von Gut Kluvensiek liegt im Verlauf des ehemaligen Eider-Kanals die Schleuse Kluvensiek, eine der 6 Schleusen des Kanals. Ursprünglich war hier eine hölzerne Brücke vorhanden, die 1850 durch eine gußeiserne Klappbrücke aus der Rendsburger Karlshütte ersetzt wurde. Die Schleuse mit ehemaliger Klappbrücke wurde 2012 restauriert.[7][8]

Vereine[Bearbeiten]

SV Bovenau

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bovenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gut Kluvensiek
  3. Sitzverteilung Kommunalwahl 2013
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Geschichte der Kirche Bovenau
  6. Natur wird zum Erlebnis: Naturerlebnisraum Wakendorfer Mühle in Bovenau wird durch Umweltminister von Boetticher anerkannt
  7. Schleuse Kluvensiek restauriert. Canal-Verein, abgerufen am 13. März 2014.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBarbara Runtsch: Der Schleswig-Holsteinische Kanal / Eiderkanal - Kluvensiek. In: Kulturlandschaft-historisches Gutachten. Gemeinde Bovenau, September 2001, abgerufen am 13. März 2014.