Noer

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Schleswig-Holstein. Zum indonesischen Politiker siehe Muhammad Noer.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Noer
Noer
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Noer hervorgehoben
54.4666666666671029Koordinaten: 54° 28′ N, 10° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Dänischenhagen
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 13,9 km²
Einwohner: 839 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24214
Vorwahl: 04346
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 116
Adresse der Amtsverwaltung: Sturenhagener Weg 14
24229 Dänischenhagen
Webpräsenz: www.gemeinde-noer.de
Bürgermeisterin: Sabine Mues (CDU)
Lage der Gemeinde Noer im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Noer (dänisch: Nør) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Sie besteht aus den beiden Ortsteilen Noer und Lindhöft.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten]

Noer liegt etwa 12 km östlich von Eckernförde an der Eckernförder Bucht der Ostsee. Durch den Ort verläuft die L 285, Küstenstrecke von Eckernförde Richtung Kiel. Die L 285 geht bei Sprenge in die Bundesstraße 503 über.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze und die Wählergemeinschaft WIN vier.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Unter gezinntem blauen Schildhaupt von Gold und Grün durch abgerundete linke Schrägstufe geteilt. Oben ein Wagenrad mit zwölf Speichen, unten ein gestürztes Lindenblatt mit einem Blütenstand in verwechselten Farben.“[2]

Erholung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich unter anderem das Naturschutzgebiet Bewaldete Düne bei Noer, die Bestandteil des Europäischen ökologischen Netzes Natura 2000 ist. Das Gebiet steht unter Schutz, weil sich hier auf engstem Raum sämtliche Stadien der Dünenentwicklung von der Spülsaumzone bis zum Wald finden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Noer stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Schloss Noer und Gut Lindhöft[Bearbeiten]

Das Gut Noer ist wahrscheinlich vom Rittergeschlecht von Ahlefeld im 15. Jahrhundert gegründet worden. Es blieb für zwei Jahrhunderte in der Familie. 1680 ging es an die Familie von Brockdorff. Wulf von Brockdorff ließ das schlossartige Herrenhaus 1708–1711 erbauen.

Sein Sohn Joachim von Brockdorff ließ 1733–1737 die neue Kirche in Krusendorf bauen. In der Eingangshalle dieser Kirche befindet sich die Begräbniskapelle für die Familie von Brockdorff. In Sarkophagen aus Marmor liegen dort Joachim von Brockdorff und seine Frau, Friederike Louise Gräfin von Holstein. 1832 kaufte die Herzogin von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg Noer und das benachbarte Gut Grönwohld für ihren Sohn. Er nahm den Namen Prinz von Noer an. Der Prinz von Noer Friedrich Emil August von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg war 1848 führend am Aufstand gegen das dänische Königshaus beteiligt. Als Kriegsminister der Provisorischen Regierung wartete er die Rückkehr der Delegation aus Kopenhagen nicht ab und überrumpelte mit dem ihm unterstellten Truppenteil die Festung Rendsburg, wodurch der Schleswig-Holsteinische Krieg (1848–1851) seinen Anfang nahm. Nach dem Zusammenbruch des schleswig-holsteinischen Aufstands (Erhebung) musste der Prinz seine Güter aufgeben und ins Exil gehen. 1864 wurde er vom österreichischen Kaiser zum Fürsten von Noer ernannt. Er und seine erste Frau sind in Krusendorf begraben.

Das Schloss brannte 1933 ab, wurde aber in alter Form wieder aufgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut aufgesiedelt. Das Herrenhaus wurde von der Schleswig-Holsteinischen Gesellschaft für Einrichtungen der Jugendpflege erworben und wird seit 1961 als Jugendbildungs- und Begegnungsstätte genutzt. Zusammen mit dem Inspektorenhaus und dem umgebauten Reitstall verfügt es über 143 Betten und ist wegen seiner Akustik bei Chören und Orchestern beliebt.

Das Gut Grönwohld wurde bereits 1938 der Deutschen Jägerschaft vermacht. Der zugehörige Wald ist heute Lehrrevier für die Ausbildung der Jäger.

Auch Gut Lindhof, jetzt ein Versuchsgut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, befindet sich im Gemeindegebiet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Noer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein