Simon Pagenaud

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Simon Pagenaud (2011)

Simon Pagenaud (* 18. Mai 1984 in Poitiers) ist ein französischer Automobilrennfahrer. 2006 gewann er die Atlantic Championship. 2010 erzielte er zusammen mit David Brabham den Meistertitel der American Le Mans Series. Seit 2012 tritt er in der IndyCar Series an. Seine beste Gesamtplatzierung ist ein dritter Platz 2013.

Karriere[Bearbeiten]

Pagenaud begann seine Motorsportkarriere im Formelsport 2001 in der französischen Formel Renault Campus und wurde auf Anhieb Vizemeister. 2002 wechselte er in die französische Formel Renault. Der Rennfahrer gewann ein Rennen und belegte den dritten Gesamtrang. Außerdem startete er bei einem Rennen des Formel Renault 2.0 Eurocups. 2003 blieb Pagenaud in beiden Rennserien. Während er sich in der französischen Formel Renault auf den sechsten Platz im Gesamtklassement verschlechterte, wurde er mit einem Sieg Dritter im Formel Renault 2.0 Eurocup. Darüber hinaus nahm er an zwei Rennen der deutschen Formel Renault teil.

2004 verteidigte er den sechsten Gesamtrang in der französischen Formel Renault und wurde mit zwei Siegen hinter Scott Speed Vizemeister im Formel Renault 2.0 Eurocup. 2005 wechselte er in die Formel Renault 3.5. Mit einem vierten Platz als bestes Resultat belegte er den 16. Platz im Gesamtklassement. 2006 wechselte er nach Nordamerika und startete für das Team Australia in der Atlantic Championship. Obwohl er nur ein Rennen gewann, sicherte er sich den Meistertitel vor Graham Rahal, der fünf Rennen für sich entschied.

2007 wechselte Pagenaud nach seinem Titelgewinn in die Champ-Car-Serie, wo er auch für das Team Australia antrat. Während sein Teamkollege Will Power zwei Rennen gewann, gelang Pagenaud keine Podest-Platzierung und vierte Plätze waren seine besten Ergebnisse. Am Saisonende belegte er den achten Gesamtrang. Nachdem die Champ-Car-Serie 2008 mit der IndyCar Series wiedervereinigt wurde, war der Rennfahrer ohne Cockpit.

Pagenaud wechselte stattdessen in die American Le Mans Series (ALMS) und wurde Teamkollege von Gil de Ferran. Die beiden beendeten die Saison auf dem neunten Platz in der LMP2-Wertung. Außerdem gab er sein Debüt beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. 2009 nahm er wie im Vorjahr an der ALMS teil. Zwar gewannen de Ferran und Pagenaud die Hälfte aller Rennen, es reichte aber nur zum Vizemeistertitel. 2010 wechselte er zu Patron Highcroft Racing und wurde Teamkollege von David Brabham. Die beiden gewannen vier Rennen und entschieden den Meistertitel in der LMP-Klasse für sich. 2009 und 2010 nahm er zudem an jeweils einem Rennen der Le Mans Series teil, das er gewann. 2011 blieb Pagenaud zunächst bei Highcroft Racing in der AMLS. Nach einem Rennen wechselte er zu Peugeot, für die er an einigen Sportwagenrennen der ALMS, Le Mans Series und des Intercontinental Le Mans Cups teilnahm. Zusammen mit Sébastien Bourdais gewann er das Rennen in Silverstone. Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans beendete er in einem Peugeot 908 als Zweiter. Dies war seine erste Zielankunft in Le Mans. Darüber hinaus kehrte Pagenaud in den Formelsport zurück und debütierte beim zweiten Rennen der IndyCar Series für Dreyer & Reinbold Racing. Er vertrat Ana Beatriz, die mit einer Handgelenkverletzung ausfiel, für ein Rennen[1] und kam auf dem achten Platz ins Ziel. Im weiteren Verlauf der Saison 2011 kam er noch mal bei Dreyer & Reinbold Racing, diesmal als Verletzungsvertreter für Justin Wilson, und einmal bei HVM Racing als Vertretung für Simona de Silvestro zu einem Einsatz. In der Gesamtwertung wurde er schließlich 31. Außerdem nahm er 2011 an zwei Rennen der V8 Supercar Championship Series teil.

Für die Saison 2012 erhielt Pagenaud ein IndyCar-Cockpit bei Schmidt Hamilton Motorsports.[2] Bereits bei Saisonauftakt in St. Petersburg erzielte er eine Trainingsbestzeit[3] und qualifizierte sich innerhalb der Top-6. Aufgrund eines vorzeitigen Motorenwechsels ging er jedoch vom 16. Startplatz ins Rennen.[4] Das Ziel erreichte er auf dem sechsten Platz, der seine bis dahin beste IndyCar-Platzierung darstellte. Beim zweiten Rennen in Birmingham gelang es ihm, diese Platzierung zu verbessern und er kam auf dem fünften Platz ins Ziel. Ein Rennen später in Long Beach folgte mit einem zweiten Platz schließlich seine erste Podest-Platzierung. In Detroit, beim Honda Indy 200 at Mid-Ohio und in Baltimore stand er als Dritter erneut auf dem Podium. Pagenaud entschied 2012 die Rookie-Wertung mit großem Vorsprung für sich und wurde als zweitbester Honda-Pilot Gesamtfünfter. Darüber hinaus nahm er an einem Rennen der American Le Mans Series teil. 2013 blieb Pagenaud in der IndyCar Series bei seinem Rennstall.[5] Nachdem er bei den ersten sechs Rennen viermal in die Top-10 gekommen war, gewann er das zweite Rennen in Detroit. Es war der erster IndyCar-Sieg für ihn und sein Team. Sechs Rennen später in Lexington führte Pagenaud das Rennen für einige Runden an. Er musste sich jedoch Charlie Kimball geschlagen geben und kam auf dem zweiten Platz ins Ziel. Nach einem fünften Platz beim darauf folgenden Rennen, gelang Pagenaud in Baltimore sein zweiter Saisonsieg. In der Gesamtwertung verbesserte er sich auf den dritten Platz und er wurde erneut zweitbester Honda-Pilot. Darüber hinaus trat er für Level 5 Motorsports zu zwei Rennen in der LMP2-Klasse der ALMS an. Dabei entschied er diese Wertung einmal zusammen mit Scott Tucker für sich. Außerdem ging Pagenaud zu einem Rennen der Rolex Sports Car Series an den Start.

2014 absolvierte Pagenaud für Schmidt seine dritte vollständige Saison in der IndyCar Series.[6] Nachdem er bereits in den ersten drei Rennen in die Top-5 gekommen war, erzielte er beim Grand Prix of Indianapolis einen Sieg. In Houston entschied Pagenaud ein weiteres Rennen für sich. Pagenaud hatte bis zum letzten Rennen eine Titelchance und wurde schließlich Fünfter in der Fahrerwertung. Damit war Pagenaud erstmals bester Honda-Pilot.

Für 2015 erhielt Pagenaud ein IndyCar-Cockpit beim Team Penske, die für ihn ein viertes Fahrzeug einführten.[7]

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

  • 2001: Französische Formel Renault Campus (Platz 2)
  • 2002: Französische Formel Renault (Platz 3)
  • 2002: Formel Renault 2.0 Eurocup (Platz 24)
  • 2003: Formel Renault 2.0 Eurocup (Platz 3)
  • 2003: Französische Formel Renault (Platz 6)
  • 2003: Deutsche Formel Renault
  • 2004: Formel Renault 2.0 Eurocup (Platz 2)
  • 2004: Französische Formel Renault (Platz 6)
  • 2005: Formel Renault 3.5 (Platz 16)
  • 2005: Französische Formel Renault

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2008 FrankreichFrankreich Oreca Courage-ORECA LC70 FrankreichFrankreich Olivier Panis SchweizSchweiz Marcel Fässler Ausfall Unfall
2009 FrankreichFrankreich Pescarolo Sport Peugeot 908 HDi FAP FrankreichFrankreich Jean-Christophe Boullion FrankreichFrankreich Benoît Tréluyer Ausfall Unfall
2010 FrankreichFrankreich Team Peugeot Total Peugeot 908 HDi FAP PortugalPortugal Pedro Lamy FrankreichFrankreich Sébastien Bourdais Ausfall Aufhängung
2011 FrankreichFrankreich Team Peugeot Total Peugeot 908 PortugalPortugal Pedro Lamy FrankreichFrankreich Sébastien Bourdais Rang 2

Einzelergebnisse in der IndyCar Series[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Punkte Rang
2011 Dreyer & Reinbold Racing STP ALA LBH SAO INDY TXS MIL IOW TOR EDM MDO NHA SNM BAL MOT KTY LSV   56 31.
  8                   13              
HVM Racing     15
2012 Schmidt Hamilton Motorsport STP ALA LBH SAO INDY DET TXS MIL IOW TOR EDM MDO SNM BAL FON         387 5.
6 5 2* 12 1623 3 6 13 5 12 20 3 7 3 15        
2013 Schmidt-Hamilton Motorsport STP ALA LBH SAO INDY DET TXS MIL IOW POC TOR MDO SNM BAL HOU FON 508 3.
24 6 8 9 821 12 13 12 611 6 9 12 5 4 6 13
2014 Schmidt Peterson Hamilton Motorsports STP LBH ALA IMS INDY DET TXS HOU POC IOW TOR MDO MIL SNM FON   565 5.
5 5 4 127,5 22 6 4 16° 6 11 22 9 7 3 20  

(Legende)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “Pagenaud to fill in for Beatriz at Barber” (indycar.com am 6. April 2011)
  2. “Simon Pagenaud confirmed in Sam Schmidt Motorsports IndyCar team for 2012” (autosport.com am 8. Dezember 2011)
  3. „Drittes Training in St. Pete: Pagenaud vor Power“ (Motorsport-Total.com am 24. März 2012)
  4. „Motorwechsel bei Pagenaud“ (Motorsport-Total.com am 23. März 2012)
  5. Marshall Pruett: “INDYCAR: Rahal Leads Free Agent Class For 2013”. speedtv.com, 1. August 2012, abgerufen am 10. November 2012 (englisch).
  6. Marshall Pruett: “INSIGHT: IndyCar silly season update”. Seite 2. racer.com, 26. Juli 2013, abgerufen am 20. November 2013 (englisch).
  7. Philipp Schajer: „IndyCar - Pagenaud wechselt zu Penske“. Ein Traum wird wahr. Motorsport-Magazin.com, 29. September 2014, abgerufen am 3. Oktober 2014.

Weblinks[Bearbeiten]