Verizon Communications

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Verizon Communications Inc.
Verizon Logo.svg
Rechtsform Incorporated[1]
ISIN US92343V1044
Gründung Sommer 2000
Sitz New York, USA
Leitung Lowell McAdam (Chairman & CEO)
Mitarbeiter 183,400 (2012)
Umsatz 115,8 Mrd. US-Dollar (2012)[2]
Branche Telekommunikation
Produkte TelekommunikationsdienstleistungenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.verizon.com

Die Verizon Communications Inc. [vəˈɹaɪzən], oder kurz Verizon, ist ein US-amerikanischer Telekommunikationskonzern mit Hauptsitz in New York, er wird in einem engen Zusammenhang zur US-Überwachung gebracht.[3]

Firmengeschichte[Bearbeiten]

Verizon wurde am 30. Juni 2000 gegründet und ist in Delaware eingetragen, es entstand aus der Fusion von Bell Atlantic Corporation und GTE Corporation (ehemals General Telephone & Electronics Corporation). Verizon begann den Handel an der Börse New York Stock Exchange (NYSE) unter dem VZ Symbol am 3. Juli 2000.[4]

Während der Fusion von GTE und Bell Atlantic mussten die Konzerne auf Anweisung der Wettbewerbshüter in Washington das große Internet-Telekommunikationsnetz von GTE Genuity Inc. als eigenständiges Unternehmen ausgegliedern. Genuity stellte eine ehemalige Abteilung von BBN Technologies dar, die die allerersten Bestandteile des Netzes baute, das später zum ARPAnet und damit zur Grundlage des Internet werden sollte, 2003 wurde es von Level 3 Communications übernommen.[5][6]

Verizon Wireless, das als Joint Venture zwischen Verizon und Vodafone entstand, ist mittlerweile der größte Mobilfunk-Anbieter in den USA. Hauptsitz ist die ehemalige AT&T-Zentrale in Basking Ridge, New Jersey. Verizon Communications hält die Mehrheit an Verizon Wireless.

Verizon hat 2005 die MCI Worldcom-Gruppe für 6,75 Mrd. US-Dollar (5,2 Mrd. Euro) aufgekauft.[7]

Unter dem Namen Verizon Business bietet Verizon in Europa ausschließlich Dienstleistungen für Geschäftskunden und Behörden an. Die deutsche Niederlassung (Verizon Deutschland GmbH) hat ihren offiziellen Firmensitz in Dortmund.

Im Geschäftsjahr 2007 hat Verizon 93,4 Mrd. US-Dollar Umsatz gemacht, bei einem Gewinn von 5,5 Mrd. US-Dollar und 235.000 Angestellte.

Am 21. November 2008 berichtete der Nachrichtensender CNN, dass Angestellte des Mobilfunkproviders Verizon Wireless sich in den letzten Monaten klandestin Zugang zu den Mobilfunkdaten des damaligen „President-ElectBarack Obama verschafft haben. Dabei wurden die Datensätze mit Telefonnummer und Zeitpunkt der von Obama getätigten Anrufe ausspioniert.[8]

Juni 2013 begannen die Enthüllungen Edward Snowdens über die weltweite Totalüberwachung durch den US-amerikanischen Geheimdienst National Security Agency (NSA) und seine Partner mit der Meldung, dass die US-Regierung routinemäßig die Herausgabe aller Verbindungsdaten vom Provider Verizon verlangt.[9][10] Es wurde bekannt, dass Verizon – und andere Telecoms – auch sonst bei der Überwachung helfen und beim britischen Geheimdienst GCHQ intern als die „Kronjuwelen“ gehandelt werden. Zu dieser Kooperation sind die Unternehmen einerseits gesetzlich verpflichtet, aber es gibt auch finanzielle Entschädigungen. So sollte Verizon – intern als „Stormbrew“ geführt – im Jahr 2013 von der NSA mehr als 46 Millionen US-Dollar erhalten.[11]

Am 24. Juni 2014 wurde bekannt, dass Verizon als Internetprovider für den Deutschen Bundestag agiert.[12] Die Kooperation des Bundestags mit Verizon wurde erst bekannt, als der Journalist Daniel Lücking in einem Blogartikel[13] entsprechende Vorwürfe erhob und den amerikanischen NSA Whistleblower Thomas Drake um eine Einschätzung gebeten hat.[14] Verizon wollte sich nicht zum Geschäftsverhältnis mit dem Deutschen Bundestag äußern. Am 26. Juni 2014 gab das Bundesinnenministerium bekannt, den Vertrag mit Verizon für die Internetversorgung zu beenden. Grund seien die im „Zuge der NSA-Affäre aufgezeigten Beziehungen von fremden Nachrichtendiensten und Firmen“.[15][16] Ebenfalls am 26. Juni gab auch der Ältestenrat des Deutschen Bundestags bekannt, die Zusammenarbeit mit Verizon zu beenden.[17]

Netzwerkstruktur[Bearbeiten]

Verizon betreibt unter anderem die beiden innereuropäischen Unterseekabel Ulysses 1 und Ulysses 2. Die Glasfaserkabel verbinden IJmuiden in den Niederlanden mit Lowestoft in Großbritannien sowie das französische Calais mit dem britischen Dover.[18]

Siehe auch[Bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten]

Glenn Greenwald: Die globale Überwachung. Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen. Droemer, München 2014, ISBN 978-3-426-27635-8., Seite 153

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://investor.verizon.com/corp_gov/certificate_incorporation.aspx
  2. Verizon Communications Inc.: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 9. November 2013 (PDF; 2,7 MB).
  3. Vgl. Glenn Greenwald: Die globale Überwachung, 2014. Seite 153
  4. The History of Verizon Communications, abgerufen am 27. Juni 2014
  5. Neuer US-Telekomriese perfekt, heise.de vom 01. Juli 2000
  6. Level 3's Acquisition of Genuity Earns Court Approval. 27. Januar 2003. Abgerufen am 3. Januar 2013.
  7. Verizon vollzieht MCI-Übernahme für 8,5 Milliarden Dollar dpa-AFX
  8. Björn Greif: Datenschutzpanne: Obamas Mobilfunkdaten ausspioniert, zdnet.de vom 21. November 2008
  9. Glenn Greenwald: NSA collecting phone records of millions of Verizon customers daily, The Guardian vom 6 Juni 2013
  10. NSA sammelt Telefondaten von Millionen US-Bürgern, heise.de vom 06. Juni 2013
  11. NSA zahlt Hunderte Millionen Dollar an Provider, heise.de vom 30. August 2013
  12. Arbeitserleichterung für die NSA: Deutscher Bundestag bezieht Internet von US-Anbieter Verizon, netzpolitik.org vom vom 24. Juni 2014
  13. http://www.huffingtonpost.de/daniel-luecking/nsa-dienste-datenschutz-warnung-kein-sex-handykamera_b_5457712.html
  14. Datensicherheit Umstrittener US-Anbieter betreibt Internet im Bundestag, Süddeutsche Zeitung vom 25. Juni 2014
  15. Bund wechselt Netzbetreiber, Bundesministerium des Innern vom 26. Juni 2014
  16. Bundestagsabgeordnete: IP-Adressen kommen von Verizon, golem.de vom 24. Juni 2014
  17. Internet-Infrastruktur Bundestag und Regierung werfen Verizon raus, Süddeutsche Zeitung vom 26. Juni 2014
  18. Frederik Obermaier: Edward Snowden enthüllt Namen spähender Internet-Firmen. In: Süddeutsche Zeitung. 2. August 2013. Archiviert vom Original am 30. August 2013. Abgerufen am 30. August 2013.

Weblinks[Bearbeiten]