Chevron Corporation
| Chevron Corporation | |
|---|---|
| Rechtsform | Corporation |
| ISIN | US1667641005 |
| Gründung | 1879 |
| Sitz | |
| Leitung | John S. Watson, Vorstandsvorsitzender |
| Mitarbeiter | 65.000 (2008) |
| Umsatz | 265,0 Mrd. US-Dollar (2008)[1] |
| Branche | Öl und Gas |
| Produkte | Petrochemische Erzeugnisse |
| Website | www.chevron.com |
Chevron Corporation ist einer der weltgrößten Ölkonzerne. Das Hauptquartier liegt in San Ramon, Kalifornien und Fortaleza, der Konzern ist jedoch in mehr als 180 Ländern aktiv. Die Chevron Corporation ist in den Feldern Öl- und Gas-Industrie tätig, beschäftigt sich aber auch mit der Erschließung und Gewinnung von Rohöl, mit Marketing und Transport, mit chemischer Fertigung und Verkauf sowie mit Energiegewinnung.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die Unternehmung hat ihre Wurzeln in der Entdeckung von Erdöl im Pico Canyon (heute Pico Canyon Oilfield) nördlich von Los Angeles. Die Entdeckung führte 1879 zur Gründung der Pacific Coast Oil Company, dem ältesten Vorgänger der Chevron Corporation. 1901 wurde die Texas Fuel Company, ein Unternehmen mit drei Räumen in Beaumont Texas, gegründet. Die Firma wurde später als Texaco bekannt. 1911 übernahm man den Namen Standard Oil of California (SoCal), da John D. Rockefellers Unternehmen Standard Oil aufgeteilt werden musste.
1933 erhielt SoCal von Saudi-Arabien die Konzession zur Ölsuche, wobei sie 1938 fündig wurden. Zu Beginn der 50er Jahre erschloss SoCal das weltweit größte Ölfeld (Ghawar) in Saudi Arabien. Die SoCal Tochter California-Arabian Standard Oil Company entwickelte sich über die Jahre zur Arabian American Oil Company (ARAMCO).
Ab 1973 kaufte sich die Regierung von Saudi-Arabien bei ARAMCO ein. Um 1980 war die Unternehmung vollständig im Besitz der saudi-arabischen Regierung. 1988 wurde die Firma in Saudi Arabian Oil Company geändert (Saudi Aramco).
1984 kam es zur bis dahin größten Fusion zwischen Standard Oil of California und Gulf Oil. Um den Ansprüchen von Kartellbehörden gerecht zu werden, wurden diverse Ölstationen im Golf und eine Raffinerie an der Ostküste der USA verkauft. Als Teil der Fusion änderte sich der Name zu Chevron Corporation.
Im Juni 1998 wurde aus Chevrons Biogasgeschäftsbereich und der NGC Corp. die Dynegy Inc. gegründet.
2001 fusionierte die frühere Chevron Corporation mit Texaco und gab sich den Namen ChevronTexaco. Am 9. Mai 2005 wurde der Anhang Texaco jedoch wieder abgelegt. Texaco sollte aber weiterhin als Markenname der Chevron Corporation dienen.
Seit dem 21. August 2007 muss sich Chevron in San Francisco für Menschenrechtsverletzungen in Nigeria verantworten. Im Mai 1998 wurde eine Demonstration von 121 Jugendlichen des Ijaw-Volkes auf Antrag von Chevron durch die Armee gewaltsam aufgelöst. Bei den Protesten starben zwei Demonstranten, elf wurden festgenommen und gefoltert. Chevron wird weiter für die Zerstörung der Dörfer Opia und Ikeyan im nigerianischen Bundesstaat Delta verantwortlich gemacht.[2]
Condoleezza Rice, Sicherheitsberaterin und später Außenministerin der Vereinigten Staaten von Amerika, war Direktorin bei Chevron seit 1991.[3]
[Bearbeiten] Umweltpolitik und Regenwald
Umweltschutzorganisationen werfen Chevron vor, durch die Erdölförderung in Ecuador Regenwaldgebiete verseucht und zerstört zu haben. Zudem weigert sich die Firma bis heute für die Folgen aufzukommen. Chevron erhielt dafür 2006 den Public Eye Award für besonders verantwortungsloses Verhalten gegenüber Mensch und Umwelt. Chevron wurde im Februar 2011 von einem Gericht in Ecuador zu einer Strafe von 8,6 Milliarden US-Dollar, der Höchsten jemals gegen einen Ölkonzern wegen Umweltschäden verhängten Strafe, verurteilt. Chevron will gegen das Urteil vorgehen.[4][5]
Dagegen behauptet Jared Diamond in seinem 2005 erschienenen Buch „Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“, der Chevron-Konzern wäre ein Gegenbeispiel zu den zahlreichen Erzbergbau-, Kohlebergbau, Gas- und Ölkonzernen, deren skrupelloses „rationales“ Vorgehen er scharf kritisiert. Diamond kommt zu seiner Einschätzung, nachdem er als Berater des WWF zwischen 1998 und 2003 viermal das Kutubu-Ölfeld in Papua-Neuguinea besucht hatte. Die Ölförderung wird dort nach seinen Angaben so massiv unter Umweltschutzgesichtspunkten betrieben, dass selbst knapp vor dem Aussterben stehende Tierarten wieder heimisch geworden seien. Er schließt seinen Bericht darüber mit dem Satz: „Eigentlich ist das Kutubu-Ölfeld der bei weitem größte und am strengsten kontrollierte Nationalpark in Papua-Neuguinea.“ (S. 550) Dass Chevron die Ausschreibung Norwegens zur Entwicklung eines Öl- und Gasfeldes in der Nordsee gewonnen habe, führe man auch auf seinen guten Ruf in Sachen Umweltschutz zurück.
Am 7. November traten bei Chevron-Bohrungen vor dem brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro mehrere tausend Barrel Öl aus und verschmutzen das Campos-Becken. Grund waren dem Ölkonzern zufolge falsche Druckberechnungen für Probebohrungen. Nach zehn Tagen konnte das Leck geschlossen werden. Brasilien forderte daraufhin 8,3 Milliarden Euro Schadensersatz von Chevron.[6]
[Bearbeiten] Blockierung der Batterien von Elektrofahrzeugen
Die Blockierung der Direkt-Auflade-Batterie für Elektrofahrzeuge durch den Aufkauf der bis 2014 gültigen Patente durch Chevron (damals Texaco) behinderte die Entwicklung von Elektrofahrzeugen seit dem Jahr 2000.[7][8]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ ROUNDUP: Chevron erzielt Spitzengewinn 2008
- ↑ Telepolis: "Chevron auf der Anklagebank" - 22. August 2007
- ↑ http://www.chevron.com/news/Press/Release/?id=2001-01-16&co=Chevron Condoleezza Rice war Direktorin bei Chevron seit 1991
- ↑ http://www.tagesschau.de/wirtschaft/chevron102.html
- ↑ Ölkonzern Chevron zu Milliardenstrafe verurteilt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. Februar 2011, abgerufen am 15. Februar 2011 (deutsch).
- ↑ http://www.welt.de/wirtschaft/article13768572/Brasilien-fordert-8-3-Milliarden-Euro-von-Chevron.html
- ↑ Die Geschichte der nie käuflichen Elektroautos EV1 und RAV4-EV in Kalifornien (Englisch)
- ↑ Der Skandal auf der Englischen Wikipedia
[Bearbeiten] Literatur
Jared Diamond: Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen. Fischer Taschenbuch Nr. 16730, Frankfurt am Main 2005
[Bearbeiten] Weblinks
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