Affing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Affing
Affing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Affing hervorgehoben

Koordinaten: 48° 27′ N, 10° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Höhe: 465 m ü. NHN
Fläche: 44,82 km2
Einwohner: 5498 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86444
Vorwahl: 08207
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 112
Gemeindegliederung: 13 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühlweg 2
86444 Affing
Website: www.affing.de
Erster Bürgermeister: Markus Winklhofer (CSU, Christliche Bürgervereinigung Affing[2])
Lage der Gemeinde Affing im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben)PöttmesTodtenweisAindlingPetersdorf (Schwaben)InchenhofenKühbachSchiltbergSielenbachAdelzhausenEurasburg (Schwaben)Ried (bei Mering)MeringMerchingSchmiechenSteindorf (Schwaben)KissingObergriesbachHollenbachRehlingAffingAichachFriedberg (Bayern)DasingAugsburgLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis DachauLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Donau-RiesLandkreis AugsburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis Donau-RiesLandkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild
Aulzhausen und Affing von Südwesten

Affing ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Staatsstraße St 2035 (Augsburg – Neuburg) am Affinger Bach und befindet sich rund zehn Kilometer nordöstlich von Augsburg in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz Augsburg. Affing liegt am westlichen Rand des Donau-Isar-Hügellandes bzw. des Unterbayerischen Hügellandes und grenzt an die Donau-Iller-Lech-Platte.

Gemeindeteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 13 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Affing (Affing)
Affing
Affing
Katzenthal
Katzenthal
Iglbach
Iglbach
Haunswies
Haunswies
Pfaffenzell
Pfaffenzell
Frechholz- hausen
Frechholz-
hausen
Miedering
Miedering
Aulzhausen
Aulzhausen
Bergen
Bergen
Mühlhausen
Mühlhausen
Anwalting
Anwalting
Gebenhofen
Gebenhofen
Gemeinde Affing

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Affing grenzt an die Nachbargemeinden Augsburg, Rehling, Aindling, Hollenbach, Aichach, Obergriesbach und Friedberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Affing (um 1700)

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Grabhügelgruppe und römische Funde weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Der Ortsname Affing könnte auf eine bayerische Gründung durch einen Affo hinweisen. Affing wurde 1040 erstmals urkundlich erwähnt und war vor 1800 Sitz einer geschlossenen Hofmark der Grafen von Leyden. Sie gehörte zum Kurfürstentum Bayern.

Die Ritter-, Hofmarks- und Herrschaftsgeschichte erwähnt folgende Personen: Perenhart de Affingin (1040), Ulrich von Affingen (um 1090), seine Söhne Udalschalk und Giselher (um 1126), Otto von Affing und Burkart von Affingen (um 1150), Eberhart von Affingen (1350) und folgende Lehens-Besitzer der Hofmark Affing: Engelhart von Oberndorf (1425), dessen Tochter Amalie mit Ehemann Wolfgang Waldecker (um 1470), Walter von Gumppenberg (1506), Seifried von Zillenhart (1552), Waldecker (bis 1621), Georg Friedrich von Stauding (ab 1621), Johann Baptist Freiherr von Leyden – kurfürstlicher Vizekanzler zu München (ab 1682).

Die Adelsfamilie der Freiherren von Gravenreuth kaufte im Jahr 1816 die Hofmark Affing und 1831 die Hofmark Obergriesbach und ist seitdem Schlossherr in Affing. Der Erwerber, Karl Ernst von Gravenreuth, war Diplomat und verwaltete als Generalkommissär das kurz vorher an Bayern gekommene Schwaben.

Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Einheitsgemeinde Affing.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Mai 2015 wurden zahlreiche Gebäude durch einen Tornado schwer beschädigt.[4] Sieben Menschen wurden leicht verletzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Haunswies (Landkreis Aichach) nach Affing eingemeindet.[5] Anwalting, Aulzhausen, Gebenhofen und Mühlhausen, die bis zum 30. Juni 1972 dem Landkreis Friedberg angehörten, sowie kleine Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Derching mit damals weniger als 50 Einwohnern kamen am 1. Mai 1978 hinzu.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2019
Einwohner 5277 5262 5242 5300 5353 5359 5430 5498[7]

Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 4.239 auf 5.498 um 1.259 Einwohner bzw. um 29,7 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Affings setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 20 Gemeinderatsmitgliedern zusammen. Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Ergebnissen:

Parteien und Wählergemeinschaften 2020[8] 2014
% Sitze % Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 15,4 3 16,3 3
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) / Freie Bürger 09,3 2 08,5 2
Wählergemeinschaft Mühlhausen-Bergen (WG M-B) 24,0 5 21,2 4
Christliche Bürgervereinigung Affing (CBV) 14,5 3 21,2 4
Haunswieser Wählergemeinschaft (HWG) 11,0 2 12,0 3
Freie Bürgergemeinschaft Aulzhausen (FBGA) 09,4 2 11,5 2
Gemeinsames Affing 09,0 2
Freie Wählergemeinschaft Anwalting (FWG) 07,5 1 09,3 2
Gesamt (evtl. nach Korrektur von Rundungsungenauigkeiten) 100 20 100 20
Wahlbeteiligung 71,7 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ersten Bürgermeister wurde Markus Winklhofer am 20. September 2015 mit 78,8 % gewählt; er war von CSU und vier Wählerlisten (CBV, WG M-B, HWG, FBGA) nominiert worden. Er wurde am 29. März 2020 in der Stichwahl mit 63,4 % für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Winklhofer ist Nachfolger von Rudi Fuchs (im Amt vom 1. Mai 2002 bis 31. Juli 2015, wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand getreten); dessen Vorgänger waren Johann Matzka (1978–1990) und Helmut Tränkl (1990–2002).

Zweite Bürgermeisterin: Christine Schmid-Mägele, CSU
Dritter Bürgermeister: Markus Jahnel, WG M-B

Wappenversion

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: In Blau ein aus silbernem Felsen hervorwachsendes silbernes Einhorn. Das Gemeindewappen entspricht dem Gravenreuthschen Familienwappen.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versöhnungskreuz

Mit der Errichtung des „Deutsch-Polnischen Versöhnungskreuzes“ in Aulzhausen durch den Aulzhausener Johannes Grabler wurden 1993 Kontakte zur polnischen Kreisstadt Łobez (deutsch Labes) aufgenommen. Das Mahnmal erinnert an den polnischen Zwangsarbeiter Michał Kwik aus Różaniec, der 1944 von den Nationalsozialisten in Aulzhausen hingerichtet wurde. Bei der Einweihung 1994 waren die zwei Schwestern des NS-Opfers aus Łobez angereist. Seit 1997 gibt es eine offizielle Gemeindepartnerschaft, die u. a. vom Affinger „Partnerschaftskomitee Lobez e. V.“ gepflegt wird. 2007 feierten die beiden Kommunen ihr zehnjähriges Partnerschaftsjubiläum.

Unabhängig davon wurde 1993 auch in Lobez eine „Deutsch-Polnische Gedenkstätte“ errichtet in die Teile eines zerstörten Roland-Denkmales[9] zum Andenken an die 208 gefallenen Labeser des Ersten Weltkrieges mit einbezogen wurden (u. a. ein Sonnen-Runenstein).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Affing und Liste der Bodendenkmäler in Affing

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Affing bietet neben dem Fußball weitere Sportarten, beispielsweise Skifahren, Gymnastik und Tischtennis an.[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2018 gab es in der Land- und Forstwirtschaft 28 (1998: 40 Personen), im produzierenden Gewerbe 478 (1998: 367 Personen) und im Handel und Verkehr 520 (1998: 199 Personen) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort tätig. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren es 291 (1998: 121 Personen). Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2412 (1998: 1735 Personen). Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es 2018 3 Betriebe (1998: 5 Betriebe), im Bauhauptgewerbe 7 Betriebe (1998: 12 Betriebe). Zudem bestanden im Jahr 2016 88 landwirtschaftliche Betriebe (1999: 129 Betriebe) mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3278 ha (1999: 3014 ha). Davon waren 2520 ha Ackerfläche und 744 ha Dauergrünfläche.[15]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 2018 waren in der Gemeinde 572 Betriebe (2010: 496 Betriebe) gemeldet.[16] Die größten Unternehmen sind:

  • Wurzer Profiliertechnik in Affing
  • Mühlhausener Frischbetonwerk im Ortsteil Mühlhausen
  • Abus Security-Center im Ortsteil Mühlhausen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der Gemeinde Affing verläuft die Bundesautobahn 8, im Westen die Bundesstraße 2, im Osten die Bundesstraße 300. Im Gemeindeteil Mühlhausen liegt der Flugplatz Augsburg. Eine Umgehungsstraße nördlich von Anwalting und Gebenhofen wird gegenwärtig vom Staatlichen Straßenbauamt Augsburg geplant.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten:
    • Kindergarten Bergen (gemeindlicher Träger)
    • Katholischer Kindergarten Affing (seit Herbst 2009 gemeindlicher Träger, davor kirchlich/katholisch)
    • Kindergarten und Kinderkrippe Krambambuli Haunswies (gemeindlicher Träger)
  • Grundschule Affing
  • Staatliche Realschule Affing[17] in Bergen (von 2010 bis 2012 Außenstelle der Bertolt-Brecht-Realschule in Augsburg)
  • Volkshochschule Aichach-Friedberg (Außenstelle Affing)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph Heiserer um 1840

In Affing geboren oder gestorben:

Bezug zu Affing:

Richard Anton Nikolaus Carron du Val

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fitz Mayer, Rudolf Wagner (Hrsg.): Der Altlandkreis Aichach: Beiträge zur Ortsgeschichte. Mayer & Söhne, Aichach 1979
  • Freiwillige Feuerwehr Affing e. V. (Hrsg.): Festschrift 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Affing e. V. 1870–1995. Affing 1995
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Einweihung Kläranlage Affing 17. Oktober 1991. Weka, Kissing 1991
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Gemeinde Affing – Bürgerinformation. Icos, Giggenhausen 2003
  • Gemeinde Affing (Hrsg.): Geschichte der Gemeinde Affing mit Ortsteil Haunswies 1040–1977
    1. Teil: Josef Lindinger: Ortsgeschichte Affing mit Frechholzhausen, Iglbach, Katzenthal, Pfaffenzell
    2. Teil: Karl Winkler: Geschichte des Ortsteiles Haunswies. Affing 1977
  • Johannes Grabler: Das Schicksal eines Zwangsarbeiters in Aulzhausen (Affing); Arbeit zum Hauptseminar Zweimal „Vergangenheitsbewältigung“ – nach 1945, nach 1989 an der Katholischen Universität Eichstätt; Eichstätt, 1993 ((doc; 191 kB))
  • Jürgen Schmid, Hubert Emmering: „Phaffencelle“ - eine karolingisch-ottonische Siedlung bei Affing-Pfaffenzell (Lkr. Aichach-Friedberg). In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 89 (1996), Augsburg 1997, S. 7–48
  • Landkreis Aichach-Friedberg (Hrsg.): Die fünf Burgen in der Gemeinde Affing; Bodendenkmäler im Landkreis Aichach-Friedberg Nr. 6, Faltblatt zum „Tag des offenen Denkmals“; Text: Helmut Rischert; Aichach 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Affing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Affing: Rathaus und Politik > Gemeinderat > Mitglieder. Abgerufen am 9. Mai 2020.
  3. Gemeinde Affing in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 21. August 2019.
  4. https://www.merkur.de/bayern/tornado-verwuestet-dorf-affing-schwaben-5007381.html
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788.
  7. Einwohnerentwicklung im Landkreis Aichach Friedberg
  8. Gemeinderatswahl Affing 2020, Amtliches Endergebnis, abgerufen am 29. Mai 2020
  9. Roland-Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges – (Wiki.Genealogy)
  10. Durch Schwert und Pest ausgerottet (mit Fotos) – (Aichacher Nachrichten vom 26. September 2008)
  11. a b Johannes Grabler will Abriss der alten Schule verhindern – (Aichacher Nachrichten vom 30. August 2010)
  12. Rettet die Affinger "Alte Schule" 1B – (Grabler)
  13. Knappe Mehrheit will lieber einen Neubau statt 1B – (Aichacher Nachrichten vom 23. Juli 2010)
  14. http://www.fc-affing.de/ Offizielle Seite von FC Affing 1949 e. V.
  15. Amtliche Statistik 2019.
  16. Affing im Spiegel der Zahlen, abgerufen am 3. Oktober 2020.
  17. Staatliche Realschule Affing (Memento des Originals vom 2. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rsaffing.de