Citroën Spacetourer

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Citroën
Citroën Spacetourer (seit 2016)
Citroën Spacetourer (seit 2016)
Spacetourer
Produktionszeitraum: seit 2016
Klasse: Van
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Dieselmotoren:
1,6–2,0 Liter
(70–130 kW)
Länge: 4606–5309 mm
Breite: 1920 mm
Höhe: 1877–1950 mm
Radstand: 2925–3275 mm
Leergewicht: 1587–1986 kg
Vorgängermodell Citroën C8
Sterne im Euro NCAP-Crashtest (2015)[1] 5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest

Der Citroën Spacetourer ist ein im März 2016 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellter Van des französischen Autoherstellers Citroën. Das Modell ist baugleich mit dem Peugeot Traveller und dem Toyota ProAce Verso. Alle drei wurden von PSA Peugeot Citroën und Toyota gemeinsam entwickelt und sind weitestgehend optisch und technisch verwandt mit dem Citroën Jumpy3, Peugeot Expert3 und Toyota Proace2. Gebaut werden alle Modelle bei Sevel Nord im PSA-Werk Valenciennes. In der Modellhierarchie löst der Spacetourer auch den bereits seit 2014 nicht mehr produzierten Citroën C8 und der Traveller den ebenfalls 2014 eingestellten Peugeot 807 ab.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vans Spacetourer und Traveller wie auch Toyota ProAce Verso basieren auf den als Nutzfahrzeuge konzipierten Versionen Citroën Jumpy, Peugeot Expert und Toyota Proace. Deren Vorgänger wurden noch von PSA gemeinsam mit Fiat entwickelt und stammten wiederum von der 1994 gestarteten gemeinsamen Eurovan-Entwicklung ab. Fiat schloss sich 2009 mit Chrysler zu Fiat Chrysler Automobiles zusammen. Dadurch konnte Fiat auch Vans von Chrysler für das eigene Modellprogramm übernehmen, während gleichzeitig allgemein der Markt für Vans infolge der Entwicklung hin zu SUVs zu schrumpfen begann. Der Fiat Ulysse wurde daher 2011 und der Lancia Phedra bereits 2010 eingestellt und beide durch Modelle des neuen Konzernzusammenschlusses ersetzt.

2012 erklärte Fiat an einer gemeinsamen Nachfolgeentwicklung für die Nutzfahrzeuge nicht mehr interessiert zu sein, während die Produktion des Fiat Scudo bis 2016 bei PSA weiter laufen sollte. In Toyota fand PSA einen neuen Kooperationspartner. Toyota brauchte dringend ein Nachfolgemodell für den Hiace XH10, der wegen der veralteten Technik und der auch dadurch gesunkenen Verkäufe bereits seit 2010 von den meisten Märkten Europas zurückgezogen worden war. Deshalb wurde ab 2013 das Modell auch für Toyota unter dem Namen ProAce als Kastenwagen und Kombi produziert. Gleichzeitig begann die Entwicklung eines gemeinsamen Nachfolgemodells unter dem Projektnamen KZéro. Von Beginn an wurde auch daran gearbeitet ein Konkurrenzmodell zum erfolgreichen VW Multivan und zu weiteren Konkurrenzangeboten zu schaffen.

Fahrzeugcharakteristika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Modelle basieren auf der EMP2-Plattform von PSA, auf der auch sämtliche PSA-Pkw aufgebaut werden.[2] Das Design der Modelle orientiert sich an der Citröen-Studie von 2011 Citroën Tubik.

Der Spacetourer ist in drei Längen (XS, M, XL) und zwei unterschiedlichen Höhen erhältlich. Große Unterschiede herrschen bei der inneren Materialauswahl. Hier werden deutlich hochwertigere Materialien eingesetzt als in den als Nutzfahrzeuge konzipierten Varianten. Eine spezielle Ausführung für den Personentransport bietet je nach Ausstattung vier Sitze im Fond, die für Konferenzen angeordnet sind.

Außerdem sind auch sieben Einzelsitze und insgesamt neun Sitzplätze möglich, die verschieb- und drehbar sind. Werden die Sitze herausgenommen, ergibt sich ein bis zu 4900 Liter großes Kofferraumvolumen.[3] Serienmäßig öffnen die seitlichen Schiebetüren elektrisch, je nach Version mittels Fußbewegung und Schlüssel in der Tasche automatisch. Die maximale Höhe beträgt 1,94 Meter. In den verschiedenen kleinen Fächern können bis zu 74 Liter Stauraum genutzt werden.

Zur Ausstattung gehört ein sieben Zoll großer Touchscreen, ebenso wie ein Infotainmentsystem mit 3D-Karten, Spracheingabe und Echtzeit-Verkehrsdaten. Mirror-Screen-Funktion, Apple Carplay und Android Auto sind ebenfalls je nach Version vorhanden.

Neben ESP sind Bremsassistent (EBA), Totwinkelwarner, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Abstandswarner, aktiver Tempomat und Notbremsfunktion teils Serienausstattung, des Weiteren je nach Ausstattung Regen- sowie Lichtsensoren, Anfahrassistenten und Einparkhilfe. Außerdem gibt es ein Head-up-Display.[4]

Angetrieben wird der Citroën Spacetourer ausschließlich von Common-Rail-Einspritzung-Dieselmotoren. Sie leisten von 70 kW (95 PS) bis 130 kW (177 PS). Der Normverbrauch ist mit 5,1 bis 6,1 Litern auf 100 km, der CO2-Ausstoß mit 133 bis 159 g/km angegeben. Neben einem Schaltgetriebe und einem automatisierten Sechsganggetriebe ist auch ein Sechsgang-Automatikgetriebe erhältlich. 2018 soll ein Achtgang-Automatikgetriebe folgen.[2]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BlueHDi 95 BlueHDi 100 BlueHDi 115 BlueHDi 120 BlueHDi 150 BlueHDi 180
Bauzeitraum 09/2016–06/2018 seit 06/2018 09/2016–06/2018 seit 06/2018 09/2016–06/2018 seit 06/2018 09/2016–06/2018 seit 06/2018
Längenvarianten XS, M M XS, M, XL
Motorkenndaten
Motortyp R4-Dieselmotor
Hubraum 1560 cm³ 1499 cm³ 1560 cm³ 1499 cm³ 1997 cm³
max. Leistung bei min−1 70 kW (95 PS) / 3750 75 kW (102 PS) / 3500 85 kW (116 PS) / 3500 88 kW (120 PS) / 3500 110 kW (150 PS) / 4000 130 kW (177 PS) / 3750
max. Drehmoment bei min−1 210 Nm / 1750
[240 Nm / 1750]
270 Nm / 1600 300 Nm / 1750 370 Nm / 2000 400 Nm / 2000
Kraftübertragung
Antrieb Vorderradantrieb
Getriebe, serienmäßig, [optional] 5-Gang-Schaltgetriebe
[automatisiertes 6-Gang-Schaltgetriebe]
5-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Automatikgetriebe 8-Gang-Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 145 km/h 160 km/h 172 km/h 170 km/h 184 km/h 170 km/h 185 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 15,9 s 13,4 s 12,0 s 11,0 s 10,3 s 10,1 s 8,8 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 5,5–5,6 l Diesel
[5,2–5,3 l Diesel]
5,2 l Diesel 5,1–5,3 l Diesel 4,8 l Diesel 5,3–5,6 l Diesel 5,4–5,7 l Diesel 5,7–6,1 l Diesel 6,0–6,3 l Diesel
CO2-Emission (kombiniert) 144–148 g/km
[135–139 g/km]
137 g/km 133–137 g/km 127–128 g/km 139–147 g/km 142–151 g/km 151–159 g/km 159–167 g/km
Tankinhalt 70 l
Abgasnorm Euro 6 Euro 6d-TEMP Euro 6 Euro 6d-TEMP Euro 6 Euro 6d-TEMP Euro 6 Euro 6d-TEMP

Citröen Spacetourer Hyphen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Citröen stellte auch eine Studie mit der Bezeichnung Spacetourer Hyphen vor, die im Wesentlichen über eine höher gelegte Karosserie, Unterbodenschutz und zuschaltbaren Allradantrieb bzw. Hang-On-Antrieb des Allradspezialisten Automobiles Dangel verfügt. „Hang-On“ bedeutet, dass normalerweise die Vorderräder angetrieben werden und die Hinterachse erst dann Kraft zugewiesen bekommt, wenn vorn Schlupf auftritt. Zum erweiterten Angebot von Dangel gehören neben Fahrwerksmodifikationen fürs Gelände auch ein kurz übersetzter erster Gang und Sperr- oder Bremsdifferenziale für die Hinterachse. Angetrieben wird das Konzeptfahrzeug von einem Dieselmotor mit 110 kW (150 PS) und manueller Sechsgangschaltung.

Der Innenraum ist im Vergleich zur Serie nochmals verfeinert in bunter Farbgebung mit teils farblich asymmetrisch gestaltetem Interieur. Namensgeber des Hyphen ist eine französische Band.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Citroën Spacetourer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ergebnis des Citroën Spacetourer beim Euro-NCAP-Crashtest (2015)
  2. a b Neue Allrounder im Doppelpack
  3. Spacetourer, Traveller, ProAce Verso in Genf
  4. Citröen Spacetourer in Genf
  5. Citröen Spacetourer Hyphen