Professional Darts Corporation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Logo

Die Professional Darts Corporation (PDC) ist neben der World Darts Federation einer der Welt-Dartsverbände, wobei die wesentlich jüngere PDC als der prestigeträchtigere von beiden gilt.

Die PDC wurde am 16. Januar 1992 in Konkurrenz zur British Darts Organisation zunächst unter dem Namen World Darts Council (WDC) gegründet. Maßgeblichen Anteil an der Gründung hatte der Fernsehsender Sky Sports, der den Dartsport in sein Programm aufnehmen wollte, die bisherigen Wettbewerbe aber bei der BBC zu sehen waren.

Seit 1994 trägt die PDC jeweils zum Jahreswechsel ihre World Professional Darts Championship genannte Weltmeisterschaft aus, die in Großbritannien von rund 2 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt wird. Seit der Weltmeisterschaft 2005 wird diese auch im deutschen Fernsehen von Sport1 übertragen.

Seit 2006 gibt es auch einen Ableger der PDC in Deutschland, die German Darts Corporation (GDC), aus der 2009 die PDC Europe hervorging.

Seit 2008 gibt es die European Darts Championship, bei der die besten europäischen Dartspieler gegen die besten Spieler der Order of Merit antreten. Sie wird immer nach dem Ende der European Darts Tour des jeweiligen Jahres ausgetragen. Die Rekordsieger Phil Taylor und Michael van Gerwen wurden bislang viermal Europameister. Simon Whitlock ist der einzige Nicht-Europäer, der sich Europameister nennen darf.

Offizieller Ausrüster der PDC ist die Firma Unicorn Darts.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sich Anfang der 90er Jahre immer mehr Sponsoren von der BDO zurückzogen und mit der Weltmeisterschaft nur noch ein Turnier im Jahr im Fernsehen zu sehen war, konnten sich die Topspieler nur mit Nebenjobs ihren Lebensunterhalt finanzieren. Da die BDO und vor allem ihr Vorsitzender Olly Croft nicht auf Forderungen und Wünsche der Spieler reagierten, gründeten im Jahr 1992 16 Topspieler ihren eigenen Dartsverband, den World Darts Council (WDC). Die 16 „abtrünnigen“ Spieler waren Phil Taylor, Dennis Priestley, Rod Harrington, Alan Warriner, Peter Evison, Richie Gardner, Jocky Wilson, Eric Bristow, Keith Deller, John Lowe, Bob Anderson, Cliff Lazarenko, Kevin Spiolek, Jamie Harvey, Mike Gregory und Chris Johns. Sie wollten das Kneipenimage ihres Sports verbessern und veranstalteten mit der Hilfe der PR-Berater Dick Allix, Tommy Cox und John Markovic noch im selben Jahr ihr erstes TV-Turnier, die Lada UK Masters, welches auf Anglia Television übertragen wurde. Die BDO-Weltmeisterschaft 1993 war das letzte Turnier, an dem noch alle Spieler teilnahmen. Die WDC-Spieler trugen alle einen Aufnäher ihres neuen Verbandes, mussten diesen aber auf Aufforderung entfernen. Aus diesem Grund beschlossen sie, nie mehr an BDO-Turnieren teilzunehmen. Zur Jahreswende 1994 wurde die erste PDC-Weltmeisterschaft unter dem Namen WDC World Darts Championship 1994 ausgetragen.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Weltmeisterschaft 1994, die Dennis Priestley gewann, begann die bis heute andauernde Kooperation mit Sky Sports, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits die Rechte für die englische Premier League gesichert hatten und Darts als günstigen Lückenfüller für freie Sendezeit nutzen und somit zugleich ihr Angebot ausbauen wollten. 1994 und 1998 wurden mit dem World Matchplay bzw. mit dem World Grand Prix zwei weitere Turniere in das Programm aufgenommen. 1997 wurde der World Darts Council in den noch heute bestehenden Namen Professional Darts Corporation umbenannt. Im Juli 2001 trat der Gründungsvorstand zurück, um Platz für Spezialisten des Sportmarketings zu machen. Das 1982 von Barry Hearn gegründete Unternehmen Matchroom Sport übernahm 37,74 % der PDC. Barry Hearn sammelte im Bereich Sport bereits Erfahrung, u. a. als Manager der Snooker-Legende Steve Davis und Vermarkter von Boxkämpfen, Pokerveranstaltungen und Golfevents. Er war zwischenzeitlich auch Manager von Rekordweltmeister Phil Taylor.

Mit der Übernahme der PDC durch Matchroom Sport wurden 2002 die ersten Dartsevents außerhalb Großbritanniens und Irlands veranstaltet, wie zum Beispiel das Major-Turnier Las Vegas Desert Classic in Nordamerika. Mittlerweile werden Events auf fünf Kontinenten ausgetragen. In Mitteleuropa etablierte sich die European Darts Tour, die momentan 13 Turniere in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Österreich und Gibraltar veranstaltet. Des Weiteren werden im Rahmen der World Series of Darts weltweit Turniere gegen die besten Spieler des Gastgeberlandes ausgetragen.

Ende 2009 machte Hearn der British Darts Organisation ein Übernahmeangebot in Höhe von 1 Million Britischen Pfund. Dieses Angebot wurde vom damaligen Vorsitzenden der BDO, Olly Croft abgelehnt, da die BDO für ihn unverkäuflich ist.[1]

Bei der PDC World Darts Championship 2010 wurden erstmals bei einem Turnier 1 Million Britische Pfund ausgeschüttet.

In der gesamten Saison 2017 wurden insgesamt ca. 11,5 Millionen Britische Pfund im Rahmen der Major-Turniere, Pro Tour und der World Series ausgeschüttet.

Derzeit läuft die PDC Development Tour 2019, die neunte Auflage der Nachwuchsabteilung der PDC. Seit der Gründung der Rookie-Serie hat sich das Preisgeld verfünffacht.

Turniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PDC kategorisiert ihre Turniere und Turnierserien wie folgt[2]:

Major Tournaments

Pro Tour Events

Secondary Tour Events

Other Events

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltung 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Majorturniere
PDC World Darts Championship 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
World Matchplay 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
World Grand Prix 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Las Vegas Desert Classic 02 03 04 05 06 07 08 09
UK Open 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Masters of Darts 05 07
Premier League Darts 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
US Open 06 07 08
Grand Slam of Darts 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Championship League 08 09 10 11 12 13
European Darts Championship 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Players Championship Finals 09 10 1+2 12 13 14 15 16 17 18 19 20
World Cup of Darts 10 12 13 14 15 16 17 18 19 20
The Masters 13 14 15 16 17 18 19 20
World Series of Darts Finals 15 16 17 18 19 20
Champions League of Darts 16 17 18 19 20
PDC Pro Tour
PDC Pro Tour 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
UK Open Qualifiers 03/04 05/06 07/08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18
02/03 04/05 06/07
Players Championships 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
European Darts Tour 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Austrian Darts Championship 19
Austrian Darts Open 12 13 14 16 17 18 19
Belgian Darts Championship 20
Czech Darts Open 19 20
Danish Darts Open 18 19
Dutch Darts Championship 18
Dutch Darts Masters 12 13 14 15 16 17 18 19
European Darts Grand Prix 14 15 16 17 18 19
European Darts Matchplay 15 16 17 18 19
European Darts Open 12 13 14 15 16 17 18 19
European Darts Trophy 13 14 15 16 17 18
German Darts Championship 12 13 14 15 16 17 18 19
German Darts Grand Prix 17 18 19
German Darts Masters 12 13 14 15 16 17
German Darts Open 17 18 19 20
Gibraltar Darts Trophy 13 14 15 16 17 18 19 20
Hungarian Darts Open 20
International Darts Open 15 16 17 18 19
UK Masters 13
World Series of Darts
World Series of Darts 13 14 15 16 17 18 19 20
Auckland Darts Masters 15 16 17 18
Brisbane Darts Masters 18 19
Dubai Darts Masters 13 14 15 16 17
German Darts Masters 17 18 19
Melbourne Darts Masters 17 18 19
New South Wales Darts Masters c
Nordic Darts Masters 20
NZ Darts Masters 19
Perth Darts Masters 14 15 16 17
Queensland Darts Masters c
Shanghai Darts Masters 16 17 18
Singapore Darts Masters 14
Tokyo Darts Masters 15 16
Sydney Darts Masters 13 14 15 16
US Darts Masters 17 18 19

Major-Turniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Professional Darts Corporation trägt im Jahr 2020 12 Majorturniere aus. Die aktuellen Majorturniere heißen wie folgt:

In der Vergangenheit wurden noch 4 weitere Major-Turniere ausgetragen. Sie hießen wie folgt:

Pro Tour Events[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2020 werden insgesamt 43 Pro Tour Events ausgetragen, welche in zwei verschiedene Turnierserien aufgeteilt sind:

  • Die Players Championships sind die wichtigsten Floor-Events der PDC. An ihr nehmen die 128 Tour Card Holder teil. Aktuell (Stand: 2020) werden 30 Players Championships in den Städten Barnsley, Dublin, Hildesheim, Leeuwarden und Wigan ausgetragen.
  • Die European Darts Tour wurde 2012 zum ersten Mal ausgetragen. Sie besteht aus aktuell (Stand: 2020) 13 verschiedenen Turnieren in ganz Europa, welche vor Publikum gespielt werden.

Von 2002 bis 2018 wurden auch die UK Open Qualifiers als Teil der Pro Tour ausgetragen. Sie dienten zur Bestimmung der Teilnehmer bei den UK Open.

Andere PDC-Touren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Challenge Tour ist eine weitere Turnierserie der PDC. Sie besteht aus aktuell (Stand: 2020) 24 Turnieren in Milton Keynes und Wigan. An ihr können alle Teilnehmer der Q-School teilnehmen, welche keine Tour Card erringen konnten.
  • Die Development Tour ist die Jugendturnierserie der PDC. An ihr können alle Spieler zwischen 16 und 23 Jahren teilnehmen, welche nicht in den Top 32 der PDC Order of Merit stehen. Sie besteht aus aktuell (Stand: 2020) 20 Turnieren in Hildesheim und Wigan.

Andere PDC-Turniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die PDC World Youth Championship ist die Jugendweltmeisterschaft der PDC. An ihr nehmen die 80 besten Spieler der Development Tour Order of Merit sowie 16 regionale Qualifikanten teil. Rekordsieger ist der Belgier Dimitri Van den Bergh mit 2 Titeln. Aktueller Titelträger ist Luke Humphries.
  • Die World Series of Darts ist eine Reihe von Einladungsturnieren, welche über die ganze Welt verteilt ausgetragen werden. Aus ihr wird die World Series Order of Merit gebildet. Die besten Spieler dieser Rangliste qualifizieren sich für die World Series of Darts Finals.

Des Weiteren werden noch andere Turnierserien von regionalen Unterorganisationen der PDC ausgetragen. Die sind die Nordic & Baltic Tour (Nordeuropa), die Asian Tour (Ost- und Südostasien), die DPA Pro Tour (Australien), die DPNZ Tour (Neuseeland), die EADC Pro Tour (Osteuropa) sowie die CDC Pro Tour (Nordamerika).

PDC-Weltrangliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PDC-Weltrangliste soll die besten Dartspieler der Welt bestimmen. Allerdings sind in der Liste nur die Spieler aufgelistet, die bei der PDC unter Vertrag stehen. Das offizielle Ranking erfolgt durch die PDC Order of Merit.

Relevante Turniere für die Order of Merit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht relevante Turniere für die Order of Merit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berechnung und Spitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2007 wurden die Plätze aufgrund der erreichten Punkte vergeben. Die Punkte waren allerdings nur bei den PDC-Turnieren zu holen. Colin Lloyd war lange Zeit die Nummer eins der PDC-Weltrangliste vor Phil Taylor. Dies lag aber nur daran, dass Taylor mehr an Dartsshows und Vorführungen teilgenommen hatte, bei denen es zwar keine Punkte, jedoch viel Geld zu verdienen gab.

Seit dem 2. Januar 2007 ist die PDC auf ihre neue Weltrangliste, die sogenannte „Order of Merit“, umgestiegen. Hierbei wird die Ranglistenposition nicht mehr wie vorher anhand der gewonnenen Punkte, sondern aufgrund der gewonnenen Preisgelder der jeweils letzten zwei Jahre ermittelt. Dies führte zu einem Wechsel an der Spitze der Weltrangliste. Die bisherige Nr. 1 Colin Lloyd rutschte auf Position 3 und Phil Taylor übernahm mit weitem Abstand die Spitzenposition. Direkt hinter Taylor befand sich der PDC-Weltmeister 2007 Raymond van Barneveld, der nach nur elf Monaten bei der PDC 2008 vorübergehend die Spitzenposition übernahm. Seit 2014 führt der Niederländer Michael van Gerwen die Order of Merit an. Es folgen ihm auf den Plätzen 2 und 3 der Schotte Peter Wright und der Waliser Gerwyn Price.

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgende Tabelle zeigt die höchsten im TV geworfenen Averages:[3]

Average Spieler Gegner Turnier
123.50 SchottlandSchottland Peter Wright PolenPolen Krzysztof Ratajski Players Championships 29 2019
123.40 NiederlandeNiederlande Michael van Gerwen EnglandEngland Michael Smith Premier League Darts 2016
121.97 BelgienBelgien Kim Huybrechts SingapurSingapur Paul Lim World Cup of Darts 2017
119.50 SchottlandSchottland Peter Wright EnglandEngland Adrian Lewis Premier League Darts 2017
118.66 EnglandEngland Phil Taylor EnglandEngland Kevin Painter UK Open 2010
117.95 NiederlandeNiederlande Michael van Gerwen SchottlandSchottland Robert Thornton Premier League Darts 2016
117.88 NiederlandeNiederlande Michael van Gerwen & Raymond van Barneveld NordirlandNordirland Brendan Dolan & Michael Mansell World Cup of Darts 2014
117.35 EnglandEngland Phil Taylor AustralienAustralien Simon Whitlock Premier League Darts 2012
116.90 NiederlandeNiederlande Michael van Gerwen EnglandEngland James Wade Premier League Darts 2015
116.10 EnglandEngland Phil Taylor EnglandEngland James Wade Premier League Darts 2012
116.01 EnglandEngland Phil Taylor KanadaKanada John Part Premier League Darts 2009
115.80 EnglandEngland Phil Taylor NiederlandeNiederlande Raymond van Barneveld Premier League Darts 2015
115.62 EnglandEngland Phil Taylor EnglandEngland Mark Lawrence UK Open 2009
115.62 BelgienBelgien Ronny Huybrechts GriechenlandGriechenland John Michael World Cup of Darts 2017
115.51 EnglandEngland Phil Taylor EnglandEngland Ken Mather UK Open 2009

Phil Taylor spielte bei der European Darts Championship 2009 einen Average von 118,14 Punkten gegen Gary Anderson. Dieses Turnier wurde nicht im Fernsehen übertragen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Patrick Exner, dartn.de: Olly Croft zum PDC Angebot: Die BDO ist unverkäuflich! Abgerufen am 2. April 2018.
  2. PDC Order of Merit Rules. pdc.tv, 9. März 2020, abgerufen am 9. März 2020 (englisch).
  3. New Record Average For van Gerwen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: pdc.tv. 25. Februar 2016, archiviert vom Original am 28. Februar 2016; abgerufen am 26. Februar 2016.