Professional Darts Corporation

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Die Professional Darts Corporation (PDC) ist neben der World Darts Federation einer der Welt-Dartverbände, wobei die wesentlich jüngere PDC als der prestigeträchtigere von beiden gilt.

Die PDC wurde am 16. Januar 1992 in Konkurrenz zur British Darts Organisation zunächst unter dem Namen World Darts Council (WDC) gegründet. Maßgeblichen Anteil an der Gründung hatte der Fernsehsender Sky Sports, der den Dartsport in sein Programm aufnehmen wollte, die bisherigen Wettbewerbe aber bei der BBC zu sehen waren.

Seit 1994 trägt die PDC jeweils zum Jahreswechsel ihre World Professional Darts Championship genannte Weltmeisterschaft aus, die in Großbritannien von rund 2 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt wird. Seit der Weltmeisterschaft 2005 wird diese auch im deutschen Fernsehen von Sport1 übertragen.

Seit 2006 gibt es auch einen Ableger der PDC in Deutschland, die German Darts Corporation (GDC), aus der 2009 die PDC Europe hervorging.

Seit 2008 gibt es die European Darts Championship, bei der die besten europäischen Dartspieler gegen die besten Spieler der Order of Merit antreten. Sie wird immer nach dem Ende der European Darts Tour des jeweiligen Jahres ausgetragen. Die Rekordsieger Phil Taylor und Michael van Gerwen wurde bislang viermal Europameister. Simon Whitlock ist der einzige Nicht-Europäer, der sich Europameister nennen darf.

Offizieller Ausrüster der PDC ist die Firma Unicorn Darts.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sich Anfang der 90er Jahre immer mehr Sponsoren von der BDO zurückzogen und mit der Weltmeisterschaft nur noch ein Turnier im Jahr im Fernsehen zu sehen war, konnten sich die Topspieler nur mit Nebenjobs ihren Lebensunterhalt finanzieren. Da die BDO und vor allem ihr Vorsitzender Olly Croft nicht auf Forderungen und Wünsche der Spieler reagierten gründeten 1992 16 Top Spieler ihren eigenen Dartverband, nämlich die World Darts Council (WDC). Die 16 abtrünnigen Spieler waren Phil Taylor, Dennis Priestley, Rod Harrington, Alan Warriner, Peter Evison, Richie Gardner, Jocky Wilson, Eric Bristow, Keith Deller, John Lowe, Bob Anderson, Cliff Lazarenko, Kevin Spiolek, Jamie Harvey, Mike Gregory und Chris Johns. Sie wollten das Kneipenimage ihres Sport verbessern und veranstalteten mit der Hilfe der PR-Berater Dick Allix, Tommy Cox und John Markovic noch in diesem Jahr ihr erstes TV-Turnier, die Lada UK Masters, welches auf Anglia Television übertragen wurde. Die BDO Weltmeisterschaft 1993 war das letzte Turnier an dem noch alle Spieler teilnahmen. Die WDC-Spieler trugen alle einen Aufnäher ihres neuen Verbandes, mussten ihn aber auf Aufforderung entfernen. Aus diesem Grund beschlossen sie nie mehr an BDO-Turnieren teilzunehmen. Zur Jahreswende wurde 1994 die erste PDC Weltmeisterschaft unter dem Namen WDC World Darts Championship 1994 ausgetragen.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Weltmeisterschaft 1994, die Dennis Priestley gewann, begann die bis heute andauernde Kooperation mit Sky Sports, die zu diesem Zeitpunkt sich bereits die Rechte für die englische Premier League gesichert hatten und Darts als günstigen Lückenfüller für freie Sendezeit nutzen wollten und somit zugleich ihr Angebot ausbauen wollten. 1994 und 1998 wurden mit dem World Matchplay bzw. mit dem World Grand Prix zwei weitere Turniere in das Programm aufgenommen 1997 wurde die World Darts Council in die noch heute bestehenden Namen Professional Darts Corporation umbenannt. Im Juli 2001 trat der Gründungsvorstand zurück, um Platz für Spezialisten des Sportmarketing zu machen. Das 1982 von Barry Hearn gegründete Unternehmen Matchroom Sport übernahm 37,74 % der PDC. Barry Hearn sammelte im Bereich Sport bereits u. a. Erfahrung als Manager der Snooker-Legende Steve Davis und Vermarkter von Boxkämpfen, Pokerveranstaltungen und Golfevents. Er war zwischenzeitlich auch Manager von Rekordweltmeister Phil Taylor.

Mit der Übernahme der PDC durch Matchroom Sport wurden 2002 die ersten Dartsevents außerhalb Großbritanniens und Irlands veranstaltet, wie zum Beispiel das Major-Turnier Las Vegas Desert Classic in Nordamerika. Mittlerweile werden Events auf fünf Kontinenten ausgetragen. In Mitteleuropa etablierte sich die European Darts Tour in den, die momentan 13 Turniere in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Österreich und Gibraltar veranstaltet. Des Weiteren werden ihm Rahmen der World Series of Darts weltweit Turniere gegen die besten Spieler des Gastgeberlandes ausgetragen

Ende 2009 machte Hearn der British Darts Organisation ein Übernahme Angebot in einer Höhe von 1 Million Pfund. Dieses Angebot wurde vom damaligen Vorsitzenden der BDO, Olly Croft abgelehnt, da die BDO für ihn unverkäuflich ist.[1]

Bei der PDC World Darts Championship 2010 wurden erstmals bei einem Turnier 1 Million Pund ausgeschüttet.

In der gesamten Saison 2017 wurden insgesamt ca. 11,5 Millionen Pfund im Rahmen der Major-Turniere, Pro Tour und der World Series ausgeschüttet.

Major-Turniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Professional Darts Corporation trägt im Jahr 2018 12 Majorturniere aus. Die aktuellen Majortuniere heißen wie folgt:

In den Vergangenheit wurden noch 4 weitere Major-Turniere ausgetragen. Sie hießen wie folgt:

PDC-Weltrangliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PDC-Weltrangliste soll die besten Dartspieler der Welt bestimmen. Allerdings sind in der Liste nur die Spieler aufgelistet, die bei der PDC unter Vertrag stehen. Das offizielle Ranking erfolgt durch die PDC Order of Merit.

Relevante Turniere für die Order of Merit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht relevante Turniere für die Order of Merit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berechnung und Spitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2007 wurden die Plätze aufgrund der erreichten Punkte vergeben. Die Punkte waren allerdings nur bei den PDC-Turnieren zu holen. Colin Lloyd war lange Zeit die Nummer eins der PDC-Weltrangliste vor Phil Taylor. Dies lag aber nur daran, dass Taylor mehr an Dartshows und Vorführungen teilgenommen hatte, bei denen es zwar keine Punkte, jedoch viel Geld zu verdienen gab.

Seit dem 2. Januar 2007 ist die PDC auf ihre neue Weltrangliste, die sogenannte „Order of Merit“, umgestiegen. Hierbei wird die Ranglistenposition nicht mehr wie vorher anhand der gewonnenen Punkte, sondern aufgrund der gewonnenen Preisgelder der jeweils letzten zwei Jahre ermittelt. Dies führte zu einem Wechsel an der Spitze der Weltrangliste. Die bisherige Nr. 1 Colin Lloyd rutschte auf Position 3 und Phil Taylor übernahm mit weitem Abstand die Spitzenposition. Direkt hinter Taylor befand sich der PDC-Weltmeister 2007 Raymond van Barneveld, der nach nur elf Monaten bei der PDC 2008 vorübergehend die Spitzenposition übernahm. Seit 2014 führt der Niederländer Michael van Gerwen die Order of Merit an. Es folgen ihm auf den Plätzen 2 und 3 der Schotte Peter Wright und der Weltmeister Rob Cross.

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgende Tabelle zeigt die höchsten im TV geworfenen Averages:[2]

Average Spieler Gegner Turnier
123.40 NiederlandeNiederlande Michael van Gerwen EnglandEngland Michael Smith Premier League Darts 2016
121.97 BelgienBelgien Kim Huybrechts SingapurSingapur Paul Lim World Cup of Darts 2017
119.50 SchottlandSchottland Peter Wright EnglandEngland Adrian Lewis Premier League Darts 2017
118.66 EnglandEngland Phil Taylor EnglandEngland Kevin Painter UK Open 2010
117.95 NiederlandeNiederlande Michael van Gerwen SchottlandSchottland Robert Thornton Premier League Darts 2016
117.88 NiederlandeNiederlande Michael van Gerwen & Raymond van Barneveld NordirlandNordirland Brendan Dolan & Michael Mansell World Cup of Darts 2014
117.35 EnglandEngland Phil Taylor AustralienAustralien Simon Whitlock Premier League Darts 2012
116.90 NiederlandeNiederlande Michael van Gerwen EnglandEngland James Wade Premier League Darts 2015
116.10 EnglandEngland Phil Taylor EnglandEngland James Wade Premier League Darts 2012
116.01 EnglandEngland Phil Taylor KanadaKanada John Part Premier League Darts 2009
115.80 EnglandEngland Phil Taylor NiederlandeNiederlande Raymond van Barneveld Premier League Darts 2015
115.62 EnglandEngland Phil Taylor EnglandEngland Mark Lawrence UK Open 2009
115.62 BelgienBelgien Ronny Huybrechts GriechenlandGriechenland John Michael World Cup of Darts 2017
115.51 EnglandEngland Phil Taylor EnglandEngland Ken Mather UK Open 2009

Phil Taylor spielte bei der European Darts Championship 2009 einen Average von 118,14 Punkten gegen Gary Anderson. Dieses Turnier wurde nicht im Fernsehen übertragen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Patrick Exner, dartn.de: Olly Croft zum PDC Angebot: Die BDO ist unverkäuflich! Abgerufen am 2. April 2018.
  2. New Record Average For van Gerwen. In: pdc.tv. 25. Februar 2016, abgerufen am 26. Februar 2016.